Star Wars: Episode II - Angriff der Klonkrieger - Teil 2/2 (+Umfrage)

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  • Nun komme ich zu Geonosis. Während das ganze Design des Planeten echt gut gemacht ist und vor allem die Geonosianer bis heute echt toll aussehen, gibt es auch hier Dinge, die einfach nicht gut umgesetzt sind. Da ist erstmal die ganze Sequenz in der Droiden-Fabrik. Eigentlich eine tolle Szene, wäre da nicht der komplette Volleinsatz von CGI und vor allem R2-D2 und C-3PO. Während C-3PO im letzten Film noch gut integriert war, ist dies hier nicht mehr der Fall. Es ist einfach eine total dumme Szene. C-3PO fällt durch die ganze Fabrik, hält sich aus dem Fall mit seinen steifen Metallarmen an einem Droiden fest, bekommt dann auch noch den Kopf abgeschlagen und wird letztendlich auf einem Kampfdroiden verschweißt, der in der Schlacht mitkämpft. R2-D2 lernt nunplötzlich das Fliegen, was nicht nur mit dem Kanon der alten Filme bricht, sondern auch in der Situation keinen Sinn macht. Plötzlich weiß er, dass Padmé in Gefahr ist und schon fliegt er quer durch die ganze Fabrik, um dann rein zufällig die Steuerung für das Fließband zu finden. Da muss man nochmal erwähnen, dass beide Droiden keinerlei Kontakt zu Anakin und Padmé haben, sie werden von beiden einfach im Schiff zurückgelassen. Es wirkt einfach so, als wollte man noch im letzten Moment die beiden Droiden fürs Merchandise hineinquetschen. Tatsächlich ist dies eine Szene, die bei den Nachdrehs einige Monate vor Release und komplett im Computer entstanden ist.



    Die Szene in der Arena, in der Anakin, Obi-Wan und Padmé dank dem guten Einsatz von CGI und der Arena, die durch ein echtes Modell entstanden ist, gegen die drei Monster kämpfen, ist eine der besten des Films. Sie macht einfach viel Laune und zeigt, dass Jedi auch ohne ihre Lichtschwerter viel mit ihrem Können ausrichten können. Nur kommt dann der absolute CGI-Overkill. Dutzende Jedi, die bis auf drei oder vier komplett aus Statisten bestehen, stürmen die Arena und bekämpfen eine ganze Armee von Droiden. Nicht nur sind die Effekte nicht gut gealtert (zu denen komme ich später), da wir als Zuschauer kaum diese Jedi kennen, entsteht einfach keine wirkliche Spannung. Es wurde vorher nie irgendeine Art von Verbindung zwischen den Hauptfiguren und den hier fallenden aufgebaut. Hier wäre weniger wie so oft einfach mehr gewesen, nur eine Handvoll Jedi und ein Schlachtfeld mit weniger Droiden, das aber vom aufgewirbelten Sand vernebelt ist, hätte meiner Meinung nach besser funktioniert. Was dank den doch relativ guten Effekten und der Musik wieder Licht ins Dunkle bringt, ist der Moment, wo die Klonarmee endlich angreift. Die riesige Materialschlacht, die hier durch die Handlungen von Palpatine entstanden ist, sieht großartig aus, vor allem, wenn die Klone im Staub gegen die riesige Masse an Droiden antreten. Klar wollte man hier möglichst gut die neuen Möglichkeiten des CGIs zeigen, aber ist es immerhin einer der wenigen Momente des Films, in denen es funktioniert.



    Jedoch gibt es auch hier wieder viele Handlungslücken. Eigentlich sollte es doch so sein, dass die Jedi in den Krieg hineingezogen werden und eigentlich keine Soldaten sind. Dennoch führen mehrere ganze Gruppen von Klonen direkt voraus ins Schlachtfeld, was einfach keinen Sinn macht. Die Armee wurde doch als alleine funktionierende Einheit konzipiert, also warum braucht man hier die Jedi? Am Anfang hieß es doch noch „Hüter des Friedens“? Nun kommt kurz vor Ende noch der Lichtschwertkampf zwischen Anakin, Obi-Wan, Yoda und Count Dooku. Aus irgendeinem Grund hat man hier die gelobte Choreografieaus Episode I verworfen und wollte etwas Neues ausprobieren. Während Obi-Wan gegen Dooku noch am besten aussieht, sind Anakin als auch Yoda gegen Dooku zwei der schlechtesten Kämpfe der Saga. Anakin bekommt gleich zwei Lichtschwerter,was eigentlich neue Möglichkeiten eröffnet. Aber stattdessen verliert er das zweite Schwert direkt, sie schneiden das Kabel der Beleuchtung durch und machen daraus eine Art Lichtshow. Hier wurde viel Potenzial verschwendet.



    Auch Yodas Kampf beginnt, nachdem viele ewig gewartet hatten, ihn in einem Lichtschwert-Duell zu sehen, eigentlich gut. Die beiden nutzen gegenseitig ihre Macht-Fähigkeiten und ziehen dann das Lichtschwert, als sich beide als ebenbürtig erweisen. Der Moment, als Yoda sein Lichtschwert herauszieht und die Musik anschwillt, ist großartig. Es war klar, dass er sich natürlich schneller bewegen müsste und dass er sich mit Hilfe der Macht eher mit kleinen Sprüngen fortbewegen würde, aber als er dann anfängt, wie ein Frosch an den Wänden herum zu hüpfen und dazu noch entsprechende Geräusche zu machen, hat man der Szene wieder etwas genommen. Zum Glück hat Yodas Lichtschwertkampf später in Episode III deutlich besser funktioniert, wo man nicht nur beim CGI sondern auch bei der Choreografie deutlich Schritte nach vorn gemacht hat.



    Schauspieler:


    Wie bereits erwähnt, haben die Schauspieler hier teilweise kein gutes Drehbuch, um damit zu arbeiten. Ewan McGregor macht als Obi-Wan wie in allen drei Filmen einen guten Job und schafft es, den weisen aber oft Sprüche klopfenden Jedi herüberzubringen. Hayden Christensen tat hier eben, was ihm gesagt wurde. Auch obwohl er George seine Zweifel über die Dialoge gesagt hat, konnte er daran leider nicht viel verändern. Immerhin waren die Szenen, als seine Mutter stirbt und als er seinen emotionalen Zusammenbruch hat, relativ gut. Natalie Portman macht hier auch einen soliden Job, gemessen an den Zeilen, die ihr gegeben wurden. Eigentlich sind es hauptsächlich die Zeilen von Anakin, die es unmöglich machen, die Szenen wirklich gut umzusetzen. Leider hat auch ihn der Fan-Hass schwer getroffen, was er mit seiner deutlich besseren Performance in Episode III nicht mehr ändern konnte. Ian McDiarmit bekommt hier im Film nicht wirklich viel zu tun, er ist in ein paar Szenen und liefert wie üblich ab. Gleiches gilt für Christopher Lee und Samuel L. Jackson, die aber ebenfalls nicht viel Screentime bekommen. Sie alle spielen in diesem Film eben Nebencharaktere. Da hier so ein großer Fokus auf den Hauptcharakteren liegt, gibt es auch nicht großartig viele Darsteller abgesehen von ein paar Hintergrunddarstellern, die man bewerten könnte.

    Special-Effekte, visuelle Effekte und Sound:


    Im Gegensatz zu Episode hat George Lucas hier viel mehr auf CGI als zuvor gesetzt und wollte die Möglichkeiten, was man damit tun konnte, so richtig ausreizen. Leider tat er dies auf Kosten des Films. Zudem drehte er zum ersten Mal ausschließlich mit digitalen Kameras, die kein Film-Negativ beinhalteten, sondern das Bild nur in 1080p festhalten. Und das setzt der technischen Qualität extrem zu. Von allen Filmen ist dieser definitiv am schlechtesten gealtert. CGI ist hier nicht zum Mittel, um eine Szene zu erweitern, sondern zur Szene selbst geworden. Szenen, die mit echten Sets und Kostümen hätten entstehen können, sind komplett vor einem Blue- oder Green-Screen entstanden. Es ist sehr offensichtlich, denn im Gegensatz zu Episode I hat man hier oft nicht mal versucht, es zu verstecken. Ständig ist auf der Kleidung der Darsteller ein grünes Schimmern auszumachen, der Hintergrund wirkt komplett künstlich. Die Figuren schweben mit ihren Füßen in der Luft, der Boden bewegt sich nicht in einem echt anfühlenden Tempo mit. Die Szenen, die funktionieren, sind hauptsächlich lediglich die, wo man auf echte Gegenstände gar keine Rücksicht mehr nehmen musste.



    Kamino, so genial das Design des Planeten und seinen Bewohnern auch sein mag, ist bis auf die beiden Szenen, in denen Jango und Obi-Wan aufeinandertreffen, nie ein echtes Set gewesen. Sie gaben Ewan McGregor einfach ein paar Konzeptbilder, auf die er dann reagieren sollte. Während der gesamten Inspektion der Klonarmee ist er nur vor einer Leinwand gelaufen, sonst gab es in der Szene nichts, das echt war. Keiner der Klontruppen für die gesamte Trilogie war jemals in der Realität am Set. Jeder einzelne von ihnenist CGI. Vor allem, wenn sie keine Helme tragen und der Kopf des Darstellers von Jango Fett nur draufgepackt wurde, sieht es furchtbar aus. Die Ozeane bei Anflug auf Kamino sehen unecht aus, ihnen fehlt der Glanz, der Wasser eben hat. Bei der Verfolgungsjagd sitzen Anakin und Obi-Wan in dem Speeder und das CGI ist durch die Ränder um die Darsteller die ganze Zeit offensichtlich.



    Es gibt ein paar gute Momente im Film, wo das CGI wirklich noch gut aussieht. Das sind vor allem Nahaufnahmen von den Kaminoanern und von Yoda. Aber dann gibt es wieder Stellen, in denen die Qualität der Szenen komplett den Bach hinunter geht. Die letzte Szene mit Yoda, die sie sogar mehrmals gemacht hatten, um seinen Gesichtsausdruck in dem Moment, wo erden Beginn der Klonkriege bedauert, richtig hinzubekommen, sieht im Vergleichzu anderen Szenen einfach schlechter aus. Für die Szene, wo Obi-Wan auf Coruscant seinen alten Freund Dexter aufsucht, hatten sie ein echtes Set mit echten Darstellern und Aliens gebaut. Und dann packen sie dieses riesige, fette CGI-Vieh da hinein, dass sie zwar toll konzeptioniert hatten, aber im Endergebnis nicht in die Szene gepasst hat. Die ganze Zeit wirkt das Modell von ihm verschwommen und unecht, selbst die Naheinstellungen seines Gesichts.



    Wie schon in Episode I reagiert der Boden, auf dem die Kampfdroiden laufen, kaum. Aber vor allem in der Arena-Szene, in der die Jedi gegen die Droiden kämpfen, wird es offensichtlicher denn je. Während die Jedi und auch die Monster Staub aufwirbeln und Spuren hinterlassen, ist bei den Droiden einfach gar nichts. Droidekas rollen mit hoher Geschwindigkeit über den Boden und wirbeln dabei kaum Staub auf. Kampfdroiden fallen im Hintergrund zu Boden, man sieht, wie ihre Füße durch den Sand laufen, ihre Körper auf dem Boden aufschlagen und es ist nur wie eine harte Fläche. Diesen Film in 4K herauszubringen, ohne die massigen visuellen Schwächen noch mehr zu offenbaren, wird wirklich schwierig werden. Theoretisch muss man viele Szenen komplett neuaufbauen und das CGI mit Besseren ersetzen. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass man das ursprüngliche Material, dass nur mit Schauspielern aufgenommen wurde, noch existiert, was aber wegen der Digitalisierung und Archivierung bei Lucasfilm hoffentlich noch der Fall sein sollte. So hat man es beispielsweisebei der gesamten Serie „Star Trek: Das nächste Jahrhundert“ gemacht, wo man die Original-Negative genommen und alle visuellen Effekte durch neue ersetzt hat.



    Der Sound ist aber wie bei allen Star Wars-Filmen wieder der Hammer. Der Speeder bei der Verfolgungsjagd, Jangos seismische Bomben, die Schreie des Acklays oder der Explosionen der Droidenschiffe haben hohen Wiedererkennungswert und sind großartig abgemischt. Wie schon bereits erwähnt leistet John Williams wie immer großartige Arbeit, der es sogar schafft, die schlechtesten Momente des Films irgendwie ein wenig aufzubessern. „Across the Stars“ quasi ein Meisterwerk, dass sowohl die Liebe zwischen Anakin und Padmé wunderbar zum Ausdruck bringt und gleichzeitig einem das Gefühl gibt, als würde die Dunkelheit nahen und einen Schatten über alles werfen. Das Theme von Kamino ist toll und auch die Musik während der Verfolgungsjagd auf Coruscant, wo man sogar ein wenig E-Gitarre eingesetzt hat, ist mitreisend. Egal, wie sehr die Qualität der Star Wars-Saga fällt oder sich wieder bessert, John Williams Musik und die Soundeffekte werden die einzigen Aspekte sein, der sich stets immer auf hohem Level bewegt hat.

    Fazit:

    Ich habe alleine in dieser Review jetzt doppelt so viele Wörter (über 3500) geschrieben, als bei meiner Episode I-Kritik der Fall war. Man kann also sagen, dass das Ganze etwas außer Kontrolle geraten ist… Dieser Film ist der Tiefpunkt der Prequel-Trilogie, vielleicht sogar der Tiefpunkt der Star Wars-Saga. So vieles wurde hier falsch gemacht. Das Drehbuch, der falsche Einsatz von unausgereifter Technologie, fehlendes Feedback der Produzenten oder die Sturheit des Regisseurs. Irgendwo, ganz tief vergraben in all diesen Fehlern, steckt ein guter Film, bei dem sehr viel Potenzial verschenkt wurde. Man hätte viel mehr aus den Klonkriegen machen können, aus der Ausbildung von Anakin, das Verhältnis zwischen Meister und Schüler und aus der Liebesgeschichte, hätte man sie nicht so abrupt und undurchdacht umgesetzt. Klar, ich schaue ihn, da er einige wichtige Punkte für die Charakterentwicklung und die allgemeine Handlung beinhaltet, aber er ist definitiv auch der Teil der Skywalker-Saga, der die wenigsten bemerkenswerten oder mitreisenden Szenen beinhaltet.

    5/10


    Teil 2/2
    Was für eine Bewertung von 10 Punkten würdet ihr Episode II geben? 9
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    :triforce: Der allgemeine „The Legend of Zelda“-Thread :triforce:

    „The game is fun. If it's not fun, why bother?“ - Reginald „Reggie“ Fils-Aimé

    Auf den Konsolen findet ihr mich unter... :rolleyes:
    Switch: SW-2163-2180-4354
    PS4: AdamantiumLive

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Kommentare 2

  • Mattos313 -

    Sowas wie ein Guilty-Pleasure von mir, dieser Film. Viele Aspekte des Films sind indiskutabel schlecht (Der Aufbau der Romanze, viel Leerlauf, die Dialoge...), aber er hat auch viele Szenen, die ich sehr schätze. Der Kampf zwischen Kenobi und Jango Fett, die Arena auf Geonosis oder Anakins Rachefeldzug auf Tatooine zum Beispiel.

    Die Musik ist auch großartig. Toll waren für mich das Liebesthema, wie die Musik Anakins Wut nach dem Tod seiner Mutter zum Ausdruck bringt und das Ende, wo beim Anblick der Klonarmee das erste Mal der imperiale Marsch in voller Geltung gespielt wird. Gänsehaut-Moment.

    Insgesamt kein guter Film, aber ... man hat's zumindest versucht und es gibt gewisse Lichtblicke. Das ist mehr, als man über Disneys Sequel-Filme sagen kann.

    • Adamantium -

      Episode VII hatte auch einige gute Momente, Episode VIII hatte davon dann sehr wenig. Warte aber noch Episode IX ab, bis ich die Trilogie ganz beurteile. Schließlich war Episode III quasi eine Art Turning-Point und hat das alles nochmal gerettet.

      Der Moment, in der sich plötzlich der Himmel verdunkelt, dann die Kanonenschiffe in der Arena landen und sich die Truppen nur so durch die Droiden metzeln, ist auch super! :D