Star Wars: Episode I - Die dunkle Bedrohung (+Umfrage)

Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen


  • Der Film ist chronologisch gesehen der erste Teil der Star Wars-Saga und insgesamt der vierte Teil, der in die Kinos kam. Ich hege sehr viel Nostalgie für diesen Film. Er war wohl der erste große Spielfilm mit echten Schauspielern, den ich jemals gesehen habe. Davor hatte ich nie wirklich einen anderen Blockbuster-Film gesehen. Durch ihn habe ich zum ersten Mal Star Wars kennengelernt. Bis heute halte ich den Film für unterhaltsam, der viele tolle Momente hat, auch wenn ich mit der Zeit natürlich realisiert habe, dass der Film insgesamt einer der schwächsten der Haupt-Reihe ist.

    Story:

    Die Handlung soll als Einleitung in die Trilogie dienen und nimmt sich sehr viel Zeit, um zu den wichtigen Handlungspunkten zu kommen, auf denen Episode II & III aufgebaut sind. Der wichtigste Punkt der Handlung ist definitiv das Kennenlernen des jungen Anakin Skywalker (Jake Lloyd), wie er als Sklave lebt und versucht, einen Platz und eine Bestimmung in der Welt zu finden. Wie Qui-Gon versucht, einem Jungen die Freiheit zu schenken und ihn zu einem Jedi zu machen, auch wenn er sich damit gegen den Kodex auflehnt. Was den Film trägt, ist die toll gestaltete Welt, das vor allen für damals großartig gemachte Pod-Rennen (von den Motorsounds bekomme ich immer noch Gänsehaut) und das Lichtschwert-Duell am Ende, das zeigt, wie perfektioniert und durchtrainiert die Jedi und die Sith damals gekämpft haben. Auch die Teile auf Coruscant, die den Senat und die ganzen Mitglieder der Planten zeigen, finde ich sehr unterhaltsam und lassen das Star Wars-Universum viel größer wirken.



    Meiner Meinung nach ist die Hauptschwäche des Films, dass der Großteil der Handlung keine wirkliche Rolle für die gesamte Handlung des Rests der Saga spielt. Man sieht den Konflikt zwischen der Handelsförderation und dem Planeten Naboo, dessen Königin Amidala (Natalie Portman)für sie einen unbesteuerten Handelsvertrag unterzeichnen soll. Dieser ganze Konflikt hat keinerlei Auswirkungen auf irgendetwas. Er wird am Ende des Films aufgelöst und nie wieder zur Sprache gebracht. Es macht einfach den Eindruck, als wusste George Lucas nicht wirklich, wie er die Trilogie gut und sinnvoll beginnen sollte.



    Es gibt so viel im Film, dass eigentlich interessant ist, aber nur sehr oberflächlich gezeigt oder gar nicht gezeigt wird. Das Leiden des Volkes von Naboo wird nie gezeigt und vom Jedi-Tempel sieht man bis auf den Ratssaal auch nichts. Es wäre so toll gewesen, mehr Einblick in das Leben der Jedi zu bekommen, um ein Gefühl zu bekommen, wie groß dieser Orden damals war. Das gleiche gilt auch für Charaktere wie Obi-Wan Kenobi (Ewan McGregor) und Darth Maul (Ray Park). Viele interessantere, coole Figuren, die viel mehr Interaktionen mit Anderen hätten haben können. Stattdessen ist man für die Mehrheit des Films mit Jar Jar Binks gefangen. Es ist wirklich nachvollziehbar, warum viele damals zum Release des Films dachten, dass man sie auf den Arm nehmen wolle. Die Anwesenheit dieser Figur zieht die allgemeine Qualität des Films sehr runter. Wir kommen auf Tatooine und wollen in die Atmosphäre der Umgebung und des Lebens dort eintauchen? Jar Jar tritt in einen Haufen Kacke rein… Das Pod-Rennen beginnt und John Williams Musik beschert einem richtig Gänsehaut? Ein Reittier furzt in Jar Jars Gesicht und er regt sich übertrieben darüber auf… Die finale Schlacht findet statt und einer der stärksten Charaktere des Films ist gerade eben gefallen? Minutenlange Szenen von Jar Jar, wie er durch das Schlachtfeld stolpert und eine dumme Szene nach der anderen sich aneinanderreiht, unterbrechen ständig die Spannung…



    Dazu kommen dann einige Logiklöcher und Situationen im Film die sich einfach erzwungen anfühlen. Die Verbindung bei der Kommunikation reist ab und was ist die direkte Schlussfolgerung? Das kann nur eine Invasion sein! Während C3PO sich relativ gut und logisch im Film einfügt, ist R2-D2 einfach nur in den Film hineingequetscht worden. Er und ein paar andere Droiden reparieren den beschädigten Schildgenerator, währenddessen schauen die Insassen des Schiffs emotionslos zu, wie ein Droide nach dem anderen weggeschossen wird. Er schafft es dann, den Schaden zu beheben. Daraufhin wird der Droide zur Königin gebracht, damit sich diese bei diesem bedankt. Seit wann brauchen Droiden im Star Wars-Universum irgendeine Art von Anerkennung? Dann kommt noch hinzu, dass das Double der Königin der als Dienerin getarnten Amidala befiehlt, den dreckigen Droiden zu reinigen. Muss man da noch ins Detail gehen? Später will Qui-Gon die Gegend erkunden, um einen geeigneten Ersatzteilehändler für ihr Schiff zu finden, da ein anderes Schiff zu nehmen bei einer so wichtigen Besatzung außer Frage steht (was für mich übrigens kein Plot-Hole ist). Nur will Qui-Gon keine Aufmerksamkeit deshalb erregen. Aber was macht er? Will die getarnte Padmé überzeugen, nicht mitzukommen, während er Jar Jar, der sich während des Films als Aufmerksamkeitsmagnet erwiesen hat, selbstverständlich mitnimmt. Obi-Wan oder Captain Panaka, der sich zudem mit dem Schiff gut auskennt, wäre hier logisch und interessanter gewesen.



    Gegen Ende des Films muss dann Anakin irgendwie in einen der Naboo-Sternenjäger hineinkommen, um das Schiff zu zerstören. Was eigentlich auch in Ordnung ist, da die Steuerung eines Raumschiffs offenbar der einen Pod-Racers ähnlich sieht. Aber wie er dahinkommt, ist extrem fragwürdig. Anstatt dass Qui-Gon Anakin irgendwo sicher unterbringt (wo dann vielleicht Droiden angreifen und er gezwungen ist, zu fliehen) nimmt er ihn direkt in die Schlacht mit, wo er ihn nicht beschützen kann! Ein gut gesetzter Schuss eines Droiden und die Saga wäre vorzeitig zu Ende gewesen! Oberflächlich gesehen sind da zwar noch ein paar kleine andere Logiklöcher im Film, die sich aber leicht erklären lassen. Das sind im Prinzip meine größten Kritikpunkte mit der Handlung des Films.


    Schauspieler:


    Insgesamt muss ich natürlich sagen, dass keiner der Schauspieler in allen Star Wars-Filmen irgendwo wirklich Oscar-Niveau erreicht. Dafür ist oder war das gegebene Material nie ausreichend. Die meisten der Schauspieler machen in diesem Film einen passablen Job. Liam Neeson als Qui-Gon hat eine gute Ausstrahlung und ist im Prinzip die Hauptfigur dieses Films. Schade, dass er nur in diesem Film dabei ist. Ewan McGreggor macht nicht viel in diesem Film, aber ist solide. Gleiches gilt für Natalie Portman, wenn sie nicht die monoton sprechende Königin ist. Sonst muss ich leider sagen, dass keiner der anderen Schauspieler heraussticht. Samuel L. Jackson hat vielleicht fünf Sätze im ganzen Film und sitzt nur im Sessel. Permilla August als Shmi Skywalker zeigt kaum Emotionen, als ihr Sohn und eine der wenigen Dinge, die sie in ihrem Leben hat, sie verlässt. Allgemein fällt im Film eben oft auf, wenn die Schauspieler einfach nur vor einem Blue-Screen stehen. Sie starren in die Luft oder reagieren überhaupt nicht auf das, was um sie herum passiert, da ihnen nicht gesagt wurde, was im Nachhinein eingefügt werden würde. Jake Lloyd ist für einen Kinder-Schauspieler aber nicht schlecht in diesem Film! Da gibt es in vielen, hoch angepriesenen Filmen deutlich schlechtere Leistungen. Die Leute haben sich damals einfach ein Opfer gesucht, um ihren Hass auf den Film loszulassen, weil sie zu dumm waren, die wirklichen Macken des Films zu realisieren. Gleiches gilt für den Schauspieler von Jar Jar Binks, der einfach nur das tat, was ihm gesagt wurde.


    Special-Effekte, visuelle Effekte und Sound:


    Von allen Star Wars-Filmen ist dieser nach Episode II leider am schlechtesten gealtert. Der Film hat einige, tolle Special-Effekte. Sie haben damals wie bei der Original-Trilogie vieles in Echt gebaut. Viele der Landschaften, so gut wie alles auf Tatooine, die Raumschiffe und Droiden basieren auf echten Modellen oder wurden als Miniatur gefilmt und anschließend im Film eingefügt. Einiges davon sieht wie bei der Original-Trilogie bis heute noch gut aus. Die Alien-Kreaturen sind sehr gut und sind teilweise noch mit praktischen Effekten gemacht worden. Schade, dass man dies vor allem bei Episode II reduziert hat. Als sie damals in der Wüste gedreht haben, kam nachts ein sehr heftiger Sturm, der viele der Bauten und auch die Pod-Racer zerstört haben. Somit musste vieles in die USA bzw. Großbritannien zurückgeschickt werden, um repariert oder erneut gebaut zu werden, was höchstwahrscheinlich der Grund ist, warum man in den darauffolgenden Filmen noch mehr auf CGI bzw. visuelle Effekte gesetzt hat.



    Diese sind in diesem Film nicht gut gealtert und waren selbst für 1999 teilweise nicht gut. Die Qualität des CGIs ist ein Auf und Ab. Das Pod-Rennen sieht selbst für heutige Standards sehr gut aus und ist eine gute Kombination zwischen Modellen, CGI und echten Landschaften. Während Kreaturen wie Sebulba, Jar Jar oder die Kampfdroiden in Nahaufnahmen gut und detailliert aussehen, wirken sie in Großaufnahmen wie ein Fremdkörper im Bild. Ihre Füße berühren den Boden nicht richtig. Stattdessen sieht es aus, als würden sie irgendwie schweben. Jar Jar hinterlässt in den Wäldern von Naboo und in der Wüste keine Spuren, gleiches gilt für die Trümmerteile der zerstörten Droiden in den Straßen von Naboo. Dann gibt es Situationen, in denen Schauspieler in einem kompletten CGI-Raum stehen (als Qui-Gon und Obi-Wan die Gungan-Stadt betreten). Wie bereits erwähnt, wirkt es nicht so, als wüssten sie, mit was sie interagieren sollen. Ein helles Schimmern um ihre Köpfe, wie man es z.B. früher bei Nachrichten-Sendungen gesehen hat, sticht dabei heraus. Vor allem in der ersten Szene im Jedi-Rat ist dies auch zu sehen. Es wird wirklich spannend, was sie mit dem Film machen werden, wenn sie alle Filme nochmal in 4K rausbringen. Ein wenig Überarbeitung der Effekte bzw. das Hinzufügen von mehr realistischer Beleuchtung um die Figuren oder Staubpartikel um die Füße, um viele der Figuren besser ins Bild zu integrieren, wäre wirklich wünschenswert.



    Sound-Technisch wurde hier aber natürlich wie bei allen anderen Star Wars-Filmen komplett abgeliefert. Die Explosionen, die Sounds der Raumschiffe, die anderen Sprachen der Aliens, die neuen Waffen, die Pod-Racer und letztendlich John Williams Soundtrack, der so viele neue, denkwürdige Themes in diesen Film hineingebracht hat, sind der Grund, dass sich dieser Film so sehr nach Star Wars anhört und anfühlt. Man muss nur ein paar Sekunden des Films hören und man weiß direkt, was im Raum nebenan geschaut wird. Einfach fantastisch und auf einer guten Surround-Anlage, was den räumlichen Sound und den Einsatz des Subwoofers angeht, sogar besser, als viele der aktuellen Filme.


    Fazit:


    Ein unterhaltsamer Film, der leicht über dem Durchschnitt liegt und den Weg für eine neue Trilogie ebnet, wenn er auch viele Macken hat. Der Konflikt um Naboo fügt sich nicht wirklich in den Rest der Saga ein, weshalb er der unwichtigste Film der Haupt-Reihe ist. Theoretisch hätte man den Teil mit Anakin als Anfang des Films nehmen und dann nach 20 Minuten einen Zeitsprung nach vorne machen können, um das Training von Anakin zu sehen. So hätte man dann in Episode II mehr Platz für die Klon-Kriege gehabt und den Konflikt mehr aufbauen können. Ich persönlich finde den Film zwar weiterhin sehenswert, aber vermutlich würde ich den Film nicht nehmen, um einen erwachseneren Zuschauer an Star Wars heranzuführen, sondern stattdessen mit Episode IV und der Original-Trilogie anfangen.


    6/10
    Was für eine Bewertung von 10 Punkten würdet ihr Episode I geben? 13
    1.  
      10 (0) 0%
    2.  
      9 (1) 8%
    3.  
      8 (4) 31%
    4.  
      7 (1) 8%
    5.  
      6 (3) 23%
    6.  
      5 (0) 0%
    7.  
      4 (3) 23%
    8.  
      3 (1) 8%
    9.  
      2 (0) 0%
    10.  
      1 (0) 0%
    :triforce: Der allgemeine „The Legend of Zelda“-Thread :triforce:

    „The game is fun. If it's not fun, why bother?“ - Reginald „Reggie“ Fils-Aimé

    Auf den Konsolen findet ihr mich unter... :rolleyes:
    Switch: SW-2163-2180-4354
    PS4: AdamantiumLive

    2.954 mal gelesen