Wider mal etwas anderes: Papa

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  • Wider mal etwas anderes

    Schon wider geschlafwandelt? Anscheinend ja. Nun in der Küche... Raus zum Flur... Mond scheint durch das kleine Fenster in der Haustür... Wird unterbrochen von ... Papa? Stehst Du dort?


    Pa... Papa? Ja genau...

    Ich komme schon...

    Du stehst doch dort?

    Ich stehe doch nicht dort, komme gerade zum Treppenfuß.

    Warte dort, ich gehe nur kurz raus zur Tür, muss an die frische Luft.

    Ich bin verwirrt... Stehst du nun vor der Haustür, hallten Deine Worte gerade noch vom Treppenfuß...

    Mein Kind, ich stehe nicht vor der Haustür.

    Was hast du denn, warum musst Du an die frische Luft?

    Ich frage mich, was Du hast, wahrscheinlich geschlafwandelt, siehst Du doch schon Gestalten, die nicht existieren.


    Nein, du existierst doch... vor mir...ich sehe Dich.

    Ja, du siehst mich... Wo hast du den Schlüssel für die Tür hingelegt?

    Papa, du hast sie weggelegt, so weißt du‘s doch.

    Ich brauche die Schlüssel nicht... Warum öffnest du die Tür?

    Ich? Ich? Du! Du! So verwirrt, wie ich bin, weil ich Deine Stimme von zwei Seiten durchs Haus schallen höre... So verwirrst du mich. Zwei Wege, über die deine Stimme zu mir dringt, zwei Gedankengänge, zwei Positionen, die du vertrittst.

    Komm, Junge, komm her...

    Papa! Was machst du?


    Ich bin fast da, bleib dort!

    Papa! Hilfe...

    Mein Junge, ich bin da! Wo bist du?

    Papa

    Wo bist du? Standest gerade hier... Bist nun weg...

    Wie fandet Ihr diese etwas andere Kurzgeschichte? Sie entstand am 23.10.2019. Habt Ihr sie verstanden, oder war es zu kompliziert? Wenn Ihr es verstanden habt, (be)schreibt gerne den Handlungsverlauf (z.B. in die/den Kommentare[n]). Ich freue mich über eventuelle verschiedene Deutungen und Auslegungen.

    Vielen Dank!

    2.377 mal gelesen

Kommentare 2

  • Solaris -

    Ich muss zugeben, ich bin dezent verwirrt, aber das war vermutlich auch die Intention dahinter? Zuerst dachte ich an Demenz, der Vater vergisst Dinge, lebt in der Vergangenheit, legt Wegstrecken zurück ohne zu wissen wie er hinkam.
    Oder aber, dass der Vater, für das Ableben seines Sohnes verantwortlich ist, in dem er ihn eingeschlossen hat, die Schlüssel verlegt hat und nun vom Geist der Vergangenheit eingeholt wird, in diesem Fall das schlechte Gewissen, welches sich in Wahnvorstellungen manifestiert.

    • Maluigi | Leon -

      Vielen Dank.

      Genau das war meine Intention.
      Der Leser soll verwirrt werden. Wäre die Situation völlig klar, wäre die Variation zwischen einzelnen Interpretationen gering.

      Ich finde Deine Auslegung interessant.

      Vielen Dank für Deinen Kommentar.