Star Wars: Episode III - Die Rache der Sith (+Umfrage)

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  • Der Film ist chronologisch gesehen der dritte Teil der Star Wars-Hauptsaga und insgesamt der sechste Teil, der 2005 in die Kinos kam. Nachdem sowohl Episode I und Episode II eher gespalten aufgenommen wurden, war die Frage: Wird George Lucas es schaffen, mit diesem Film die Prequel-Trilogie doch noch zu einem guten Abschluss bringen? Meiner Meinung nach ist dieser Film ein voller Erfolg! Der Qualitätssprung im Vergleich der beiden vorherigen Filme ist beeindruckend. Sowohl die Handlung, die Dialoge, die Schauspieler, die visuellen Effekte und die Musik sind ein riesiger Schritt nach vorne, durch den sich zeigt, dass dies endlich die Geschichte ist, die George mit seiner Prequel-Trilogie erzählen wollte. Nach der Original-Trilogie ist dies mein Lieblingsfilm der Star Wars-Saga, an dessen Drama und Größe keine der bisherigen Filme seitdem herangekommen sind.


    Story:


    Der Film nimmt sich viel Zeit, um zum Wendepunkt dieses Films zu kommen, an dem Anakin die Jedi verrät und wirklich zu Darth Vader wird. Diese Zeit wird sich aber genommen, um endlich den Konflikt der Klon-Kriege zu zeigen und währenddessen Anakins Situation, in der er immer weiter vom Jedi-Orden wegbewegt, von Palpatine manipuliert und auf die dunkle Seite gezogen wird. Er möchte seine Frau Padmé, die nur noch zurückgezogen als Senatorin dient, die unterdessen mit ihren Kindern, Luke und Leia, schwanger ist, vor einem Schicksal bewahren, wie es seiner Mutter wiederfahren ist. Palpatine offenbart hier endlich sei Gesicht als allgegenwärtiger Antagonist und Strippenzieher, der die ganze Zeit über die Klon-Kriege inszeniert hat, um die Jedi auszulöschen und die Macht an sich zu reisen. Die Jedi versuchen unterdessen verzweifelt, den Orden am Leben zu erhalten und eine noch schlimmere Zukunft für die Galaxis zu verhindern.

    Alles beginnt mit der Schlacht über Coruscant, der Kanzler wurde angeblich entführt und es ist die Aufgabe von Anakin und Obi-Wan, Palpatine zu befreien. Bereits die erste Szene des Films zeigt, in was für einer Situation die Galaxis steckt. Die wahnsinnige Materialschlacht, in der sich die Klon-Armee der Republik und die Droiden nur so zerreißen, wird hier größer als jemals zuvor in Szene gesetzt. Eine der besten Eröffnungsszenen der Reihe, die mit einer langen Kamerafahrt und dem effektiven Einsatz von CGI großartig präsentiert wird. Anakin und Obi-Wans gemeinsamer Kampf und wie sehr sie sich nah stehen wird hier gut zum Ausdruck gebracht.

    Bereits eine viertel Stunde nach Beginn des Films kommt es zum ersten Lichtschwert-Duell des Films. Palpatine, der sich absichtlich von Count Dooku gefangen halten lässt, wird in einem Aussichtssaal des Droiden-Kreuzers (der übrigens einen ähnlichen Look wie der in Episode VI hat) festgehalten. Kurz nachdem Anakin und Obi-Wan den Kanzler erreicht haben, taucht Count Doku auf. Erfahrener aus bisherigen Konfrontationen, kämpfen sie diesmal Seite an Seite. Trotzdem gelingt es Dooku, beide zu überlisten und schleudert Obi-Wan durch den Raum, worauf er bewusstlos wird. Erzürnt durch Dookus handeln greift Anakin ihn nun richtig an. Im Gegensatz zum Vorgänger hat man hier wieder viel mehr darauf geachtet, die Lichtschwert-Duelle in längeren Aufnahmen in Szene zu setzen. Die Schauspieler haben lange trainiert, um die Kämpfe besser und intensiver auf die Leinwand zu bringen. Anstatt auf die Defensive zu achten, geht Anakin mit aller Kraft auf Dooku los. Er hat sich über die Jahre einen deutlich aggressiveren Kampfstil angeeignet. Dooku bemerkt dies und spornt Anakin sogar an, seinen Hass gegen ihn zu nutzen. Überrascht von Anakins Kampftechnik verliert Dooku aber die Oberhand und bekommt kurz darauf durch Anakin beide Hände abgeschnitten. Nach kurzem Zögern, in der Anakin sich dem Versuch wiedersetzt, den Seperatisten-Anführer zu töten, gibt er auf Palpatines Drängen kurz darauf seinem Versuchen nach, köpft Count Dooku und verrät wieder einmal die Prinzipien der Jedi.



    Alleine diese Szene zeigt schon, dass sich dieser Film von der Tonalität her dramatisch von den beiden Vorgängern unterscheidet und in diesem Aspekt sogar Episode V, der bis zu diesem Zeitpunkt als der düsterste Teil der Saga galt, in den Schatten stellt. Er war der erste Star Wars-Film, der in den USA mit dem PG-13 Rating (ab 13 Jahren) anstatt mit einem PG Rating (ab 10 Jahren) eingestuft wurde. Viele Entscheidungen wurden hier getroffen, um das Geschehen auf dramatische Weise umzusetzen. Eine Handvoll Gliedmaßen werden abgetrennt, hunderte Jedi werden niedergeschossen, die im Jedi-Orden aufgezogenen Kinder werden von Anakin und seinen Klon-Truppen ermordet, Padmé wird von Anakin in seiner Aggression mit der Macht gewürgt und Obi-Wan lässt Anakin am lebendigen Leibe verbrennen. All das Hilft, das Star Wars-Universum glaubhafter zu machen. Es steht wie in den früheren Filmen tatsächlich wieder etwas auf dem Spiel und es lässt den Film viel wuchtiger wirken. Anakins Bindung zu Palpatine wird in der ersten Stunde endlich umfassend gezeigt. Man merkt, dass Anakin ihn als Vertrauensperson, als eine Art Vater gewonnen hat, der ihm immer zuspricht und seine Meinungen unterstützt. Palpatine war schon die ganze Zeit einer der besten Elemente der Prequel-Trilogie und nun zahlt sich das endlich aus. Langsam offenbart er Anakin, dass er eigentlich den Sith angehört und manipuliert ihn. Immer wieder will er in Anakin Zweifel über die Jedi, die er wegen seiner bisherigen Erlebnisse ohnehin schon in sich trägt aufblühen lassen. Die Szene, in der Palpatine Anakin von seinem alten Meister Darth Plagueis erzählt, ist eine der besten des Films. Einfach nur eine ruhige Szene, in der zwei Figuren in Sesseln sitzen und sich eine Oper ansehen. Sie gibt dem Universum und Palpatine so viel mehr Kontext, eine mögliche Erklärung für Anakins Entstehung wird gegeben, aber alles wird subtil gehalten, sodass man dem Publikum nichts aufdrückt. Diese und einige weitere Szenen zeigen, dass sich die Dialoge massiv verbessert haben. Die erste Stunde des Films vergeht sehr schnell, da immer die Spannung aufrechterhalten wird. Die Jedi diskutieren, ob sie sich bei der Sache mit der Prophezeiung geirrt und diese falsch interpretiert haben könnten. Anakin berichtet Yoda von seinen Sorgen, traut sich aber nicht, sie ihm wirklich offen zu legen. Selbst die Szenen zwischen Anakin und Padmé, in der sie sich necken und sich an alte Zeiten vor dem Krieg erinnern, funktionieren vor allem im Vergleich zu den kitschigen Dialogen aus Episode II überraschend gut.



    Obwohl Anakin hier die zentrale Rolle im Film einnimmt, spielen Palpatine und seine beiden Unterwürfigen eine wichtige Rolle. Die Szene, in der Palpatine Anakin dazu anweist, Count Dooku zu töten, zeigt, wie wenig Palpatine an seinen Schülern liegt. Wenn sie nicht mehr ihren Zweck erfüllen oder überflüssig werden, ersetzt er sie einfach. Gleiches gilt auch für General Grievous. Zwar dient er mit seinem außergewöhnlichen Design, seiner verzehrten Stimme und seinen vier Lichtschwertern in erster Linie dem Spektakel, er unterstreicht aber nochmals, dass er und Palpatines andere Schüler nur Instrumente sind, um dessen Macht zu festigen. Mit Anakin sah er großes Potenzial, dass er den Jedi entrissen hat. Durch seine Verletzungen verliert dieser wieder an Wert für Palpatine, weshalb der Imperator später in Episode VI auch Luke ihm vorziehen und Vader sterben lassen wollte. Als Palpatine von Mace Windu und anderen Jedi-Meistern konfrontiert wird, zeigt sich erstmals seine wirkliche Macht. Mit seinem Angriff überrascht er drei der Jedi und streckt mit seiner blitzschnellen, stechenden Kampftechnik in Sekundenbruchteilen diese nieder. Die Szene ist in keinem Fall makellos, aber sie zeigt gut, warum Palpatine er mächtigste und gefürchtetste der Sith ist. Später, nach seiner Verwandlung, haben wir dann wieder den wunderbar wahnsinnigen, ständig boshaft lachenden Imperator, das pure Böse, wie man ihn aus Episode VI kennt und liebt. Die zweite Hälfte des Films ist dann der Teil, in dem alles Schlag auf Schlag kommt. Kurz nach seiner Entdeckung, dass Palpatine der Sith-Lord ist, nach dem die Jedi all die Jahre lang gesucht haben, entscheidet Anakin sich dann endgültig, die Jedi, die ihn all die Jahre als jemanden Besonderen behandelt haben, den sie aber auch fürchteten und ihm kein wirkliches Vertrauen entgegengebracht haben, zu verraten. Die Szene, in der er den Sonnenuntergang betrachtet und zu Padmé Unterkunft weit am anderen Ende der Stadt schaut, seine Möglichkeiten abwägt, sich entschließt, die Jedi vom Mord an Palpatine abzuhalten und sein Leben als Jedi aufzugeben, ist einer der kraftvollsten des gesamten Films. Hayden Christensen schafft es hier wirklich, den Zweifel und den Zwiespalt seiner Figur hervorragend herüberzubringen. Das gilt auch für nahezu den gesamten Rest des Films. Später merkt man wirklich, wie sehr er von der dunklen Seite erfüllt ist und dass sie quasi eine süchtig machende Wirkung auf ihn hat. Er ist der vollkommenden Überzeugung, das Richtige getan zu haben. Die Szene auf Mustafar, in der Anakin die restlichen Seperatisten abschlachtet und man sich vorstellen kann, was wohl im Jedi-Tempel mit den anderen Jedi und den Jünglingen passiert ist, ist nur eine der vielen großartigen Szenen der zweiten Hälfte.



    Die Ansprache von Palpatine, in der er die Umgestaltung in das Imperium verkündet, ist genauso großartig. Padmés Kommentar, dass mit dem Applaus die Demokratie und Freiheit zu Grunde geht, könnte kaum wahrer sein. Dass währenddessen Obi-Wan und Yoda die Folgen des Massakers im Jedi-Tempel sehen und gleichzeitig Anakin seinen Auftrag auf Mustafar ausführt, ist eine subtile, aber tolle Parallele zu echten Diktaturen in der Menschheitsgeschichte. Die Jedi werden aus den eigenen Reihen verraten. Die Klone, die sie für treu und gleichgesinnt gehalten haben, sind in Wirklichkeit ihr Untergang. Die ganze Szene der Order 66 zeigt wieder, dass es Palpatines Plan war, die Jedi nach und nach in der ganzen Galaxis zu verstreuen, damit sie nicht in geeinter Kraft gegen die Klone antreten konnten. Zwar wird viel davon nicht direkt gezeigt und zu den meisten der Jedi hat man ohne weiteres Wissen über die Saga keine wirkliche emotionale Bindung, trotzdem ist es traurig, all diese anmutigen Krieger, die man eigentlich immer für überlegen und nahezu unantastbar gehalten hat, fallen zu sehen. Der Film mündet nun in das finale Duell des Films, in der sich die mächtigsten Mitglieder der Jedi und der Sith gegenüber stehen. Padmé, in der Hoffnung, dass sich das, was Obi-Wan über Anakin berichtet hat, als falsch herausstellt, fliegt nach Mustafar, um die Wahrheit zu erfahren. Dies ist einer der emotionalsten Momente des Films. Der Moment, in der Anakin sich Padmé als machthungriger Sith offenbart und sie realisiert, dass alles, was geschehen ist, wegen ihm und ihr passiert sind, wird vor allem durch das gute Schauspiel getragen.



    Anakin ist nur noch geblendet, als er Obi-Wan sieht und direkt daraus falsch schlussfolgert, dass Padmé Obi-Wan absichtlich zu ihm geführt hat. Kurz ist er schockiert von ihm selbst, als er Padmé loslässt und sie ohnmächtig wird, dann schlägt es sofort wieder in Hass um und er schiebt die Schuld auf Obi-Wan. Solche Nuancen in den Gesichtsausdrücken sind es vor allem, die viele der besten Szenen ausmachen. Gleichzeitig findet der Kampf zwischen Yoda und Palpatine statt. Hier hat man auch wieder die tolle Symbolik, dass Palpatine den Senat und die Demokratie auseinanderreist. Der Kampf funktioniert dank den reduzierten Wandsprüngen und Schreien von Yoda deutlich besser. Zusammen mit dem Soundtrack ist das einfach eine unglaublich epische Szene. Anakin und Obi-Wan geben sich inzwischen alles und man sieht, dass beide alle ihre Tricks und Bewegungen, die sie in ihrer Ausbildung gelernt haben, gegenseitig komplett kennen. Während Anakin voll in die Offensive geht, konzentriert sich Obi-Wan auf die Defensive und will Anakin eigentlich nicht wirklich verletzen. Wie auch in Episode V zwischen Luke und Darth Vader jagen sich hier beide hier quasi über die ganze Anlage, bis Obi-Wan keinen Ausweg mehr sieht und Anakin zum Erliegen bringt. Nachdem Obi-Wan seiner Verpflichtung nachgegangen ist, kommen alle seine Gefühle aus ihm heraus und bringt all seine Trauer und Enttäuschung zum Ausdruck. Vor allem diese Szene am Ende des Duells ist eine der emotionalsten der gesamten Saga.



    Nun schlägt der Film noch die Brücke zur Original-Trilogie. Luke und Leia werden geboren. Währenddessen wird Darth Vader in seinen Anzug gesteckt, mehrere Organe und alle Gliedmaßen werden ersetzt. Als die Maske aufgesetzt wird, hört man von Anakin ein leises „Padmé help me!“, das es aber leider nicht in die deutsche Synchro geschafft hat. In dem Moment, als er zu atmen beginnt, hört sein Herzschlag auf. Das sind tolle Details, die die Szene so gut machen. Dass Leia als Neugeborenes nicht ihre Mutter mit den Augen sehen konnte, macht zwar Sinn, kreiert aber eigentlich auch keine Logiklücke. Schließlich haben Personen, die die Macht nutzen können, auch Visionen, durch die sie ihre Vergangenheit und Angehörige sehen können. Am Ende werden Luke und Leia zu ihren Zieheltern gebracht. Padmé wird währenddessen auf ihrem Heimatplaneten beerdigt, mit der Halskette in den Händen, die Anakin ihr bei einer ihrer ersten Begegnungen geschenkt hat. Die Szenen sind trotz einer der größten Tiefpunkte des Films sehr gut und bilden ein tolles Ende für die Prequel-Trilogie.

    Warum ist dieser Teil in meinen Augen trotz der zahlreichen großartigen Momente also kein Meisterwerk und schafft es nicht, die Original-Trilogie zu übertreffen? Leider gibt es ein paar Momente, die Szenen kaputt machen. Die Momente mit R2 sind eigentlich komplett in Ordnung und Überschreiten keine Grenzen. Der Droiden-Humor war schon immer ein Teil von Star Wars, wenn nicht übertrieben wurde. Von Ausmaßen wie in Episode II ist das weit weg. Was vor allem stört, sind unfreiwillig komische Momente, die es einfach nicht in den Film hätten schaffen dürfen! Einmal wären die CGI-Sprünge von Palpatine und viele seiner Gesichtsausdrücke während des Duells. Diese sind wirklich schmerzhaft und ruinieren die Szene. Zwar stellte sich während der Produktion heraus, dass Ian nicht für den Kampf eingewiesen wurde und eigentlich dachte, dass der Stuntman das komplett machen würde, trotzdem hätte man das besser lösen müssen. Die schlimmste Szene ist aber Darth Vaders langes, übertriebenes „Nein“ nachdem er die Rüstung bekommen hat. Die Szene ist bis zu diesem Moment eigentlich perfekt, alles stimmt, man hat die entsprechende Tragik, tolle Bilder und einen großartigen Soundtrack. Aber dann kommen diese letzten paar Sekunden, die das fast schon in eine Parodie verwandeln. Es nimmt der Szene nahezu die gesamte Kraft. Dass man im Nachhinein genau dieses „Nein“ noch in der finalen Special-Edition von Episode VI eingefügt hat, als Anakin Luke vor dem Imperator rettet, macht es noch schlimmer.



    Während ich persönlich Anakins Wandel zu Darth Vader nachvollziehbar fand und dieser gut aufgebaut wurde, hat man darauf wieder Potenzial liegen lassen, Anakin bei der Ausführung seines Auftrags zu zeigen. Warum wurde nicht gezeigt, wie seine Reaktion ist, als er den ersten Jedi im Tempel tötet? Oder wie er die anderen Jedi durch den Tempel jagt? Man sieht ihn leider nicht mehr, bis er wieder zu Padmé fliegt und er sich auf Mustafar aufmacht. Seine Verwandlung ist ab diesem Zeitpunkt schon nahezu abgeschlossen. Da hätte man einfach mehr Emotionen und Zögern zeigen können, um das Ganze noch ein wenig glaubwürdiger zu machen. Wie er seinen Hass auf die Jedi auslebt, sieht man dort nicht einmal. Schade, dass man hier einfach nicht noch ein paar Szenen mehr eingebaut hat.



    Schauspieler:

    Dank eines deutlich besseren Drehbuchs können die Schauspieler wie bereits erwähnt viel mehr ihr Potenzial ausschöpfen. Hayden Christensen kann hier endlich viel mehr tun, da er die Person spielen kann, für die er ursprünglich gecastet wurde. Den ganzen Film über spürt man die Zerrissenheit in ihm, als würde sich etwas Düsteres anbahnen. Das war es, was Hayden die ganze Zeit herüber bringen wollte, doch George wollte abwarten, bis mit Episode III der richtige Zeitpunkt dafür gekommen war. Ewan McGregor ist genauso stark wie in den Filmen zuvor und spielt wieder den gleichzeitig weisen, aber Sprüche klopfenden Jedi-Meister. Die Szene, als Anakin verbrennt, ist sein Höhepunkt dieser Trilogie. Auch Natalie Portman, obwohl ihr Teil im Vergleich zu den beiden anderen Filmen deutlich kleiner ausfällt, macht einen hervorragenden Job und schafft es wirklich, ihre Verzweiflung, als sie herausfindet, was Anakin getan hat, herüberzubringen. Ian McDiarmid spielt den Imperator genauso gut wie zuvor. In den Szenen, in denen er sich als einfühlender, treuer Freund gibt, merkt man trotzdem, dass die ganze Zeit der Sith-Lord im Inneren schlummert. Auch der Part von Samuel L. Jackson fällt diesmal etwas größer aus. Zwar ist hier auch keine Meisterleistung herausgekommen, aber als Nebenfigur, die vor allem den Jedi-Orden retten und überzeugt ist, dass die Sith näher sind als die anderen denken, ist auch er überzeugend.




    Special-Effekte, visuelle Effekte und Sound:

    Bereits ab der ersten Szene zeigt sich, dass diesmal deutlich mehr Arbeit in das viele CGI des Films gesteckt wurde und die Technik viel ausgefeilter ist, als es noch bei Episode II der Fall war. Durch die ganze Umsetzung zeigt sich, dass diesmal viel klarer war, was die Macher wollten (es gibt auch viel weniger weggefallene Szenen). Der Großteil des CGIs kann locker mit dem von aktuellen Blockbustern mithalten. Alles wirkt viel greifbarer und besser ins Bild integriert, die Schauspieler schweben endlich nicht mehr über dem Boden, Reflektionen und Kanten der Green-/Blue-Screens sind so gut wie nie zu erkennen. Filmkorn-Fehler, wo manche Elemente, die echt waren, Filmkorn hatten, CGI-Elemente aber nicht, sind mir nie aufgefallen. Es fühlt sich diesmal an, als würde man einen abgeschlossenen, fertig bearbeiteten Film sehen. Sie haben hier wirklich viel Arbeit hineingesteckt, um alles realistischer als vorher aussehen zu lassen. Im Gegensatz zu Kamino hat man Teile von Mustafar mit echten Miniaturen gebaut, um die Lava realistisch fließen zu lassen. Viele Vulkan-Aufnahmen wurden eingefügt, unter anderem auch vom Ätna in Italien, der 2003 ausgebrochen ist und von dem sich die Macher vor Ort direkt brandneue Aufnahmen holen konnten. Für Utapau wurde ebenfalls eine große Miniatur verwendet. Kreaturen und Klon-Truppen sehen viel besser aus. Yoda ist komplett makellos, in jeder Szene sieht er wie ein echtes Lebewesen aus, dass später mal den Look der Puppe aus Episode V annehmen wird.



    Seine Augen wirken viel lebendiger, die Haare realistischer und Licht kommt durch die Haut seiner Ohren hindurch. General Grievous sieht ebenfalls in fast allen Einstellungen überzeugend aus. Seine knochenartige Rüstung mit den Augen und Organen dahinter sieht fantastisch aus. Der Krieg hinterlässt endlich richtige Spuren, fast jeder Schritt von Truppen oder Droiden wirbelt Dreck auf, das ganze Geschehen wirkt viel schmutziger. Die Vegetation von Planeten wie Felucia sieht echt aus, alle Blätter bewegen sich und wirken nicht wie ein steriler Hintergrund. Es gibt trotzdem ein paar Momente, die wegen fehlenden Kostümen und echten Kreaturen nicht wirklich funktionieren: Die Köpfe der Klone, wenn sie selten ihren Helm abnehmen, schweben komisch über dem Körper, da es sich um zwei verschiedene Elemente handelt (was z.B. aber auch die aktuellen Marvel-Filme noch nicht perfekt hinbekommen). Auch das Reittier von Obi-Wan, wenn dieser dessen Kopf streichelt, wirkt eher wie Luft, durch die Obi-Wans Hand hindurchfliegt. Ab und zu fallen während der Schlachten ein paar Elemente auf, die nicht ganz fotorealistisch wirken. Dies sind aber sehr rare Momente, die direkt wieder vergessen sind, wenn man die großartigen anderen Effekte sieht. Klar, George hätte auch hier mehr auf mehr echte Kostüme und Schauplätze setzen können. Diesmal geht die massive Verwendung von CGI aber glücklicherweise trotzdem auf.



    Soundtechnisch ist auch dieser Film auf absolutem Referenz-Niveau und liefert durch Ben Burrt und John Williams den großartigen, unvergleichlichen Star Wars-Flare. Die Schiffe und Explosionen während der Raumschlacht, die Schreie des Varactyl, die Stimme von General Grievous und die Vulkan Ausbrüche auf Mustafar ziehen einen in diesen Film hinein. Der Soundtrack von John Williams ist einer der Besten, die er bis heute geschrieben hat. „Battle of Coruscant“, „Anakin’s Betrayal“ und das Theme von General Grievous sind großartig. „Anakin vs. Obi-Wan“ und „Battle of the Heroes“ ist die beste Musik, die man sich für einen finalen Kampf nur wünschen kann. Die Melodien des „Imperial March“ und des „Force“-Themes sind hier meisterhaft integriert, aber werden von einer neuen Melodie überschattet, die von einem intensiven Chor und Blasinstrumenten getragen wird. Ich bin gespannt, ob John Williams ein Stück dieser Art nochmal für einen der Filme abliefern kann. Eine dramatischere Version des Beerdigungs-Themes aus Episode I wird verwendet, als Darth Vader seine Rüstung bekommt, und schafft es, selbst das Ende der Szene zumindest ein wenig zu retten.



    Fazit:


    Lucasfilm hat es mit diesem Streifen glücklicherweise nochmal geschafft, nach dem holprigen Anfang der Trilogie einen guten, überzeugenden Film abzuliefern, der endlich das zeigt, was ursprünglich mit den Prequels versprochen wurde. Er gibt der Geschichte von Star Wars so viel mehr Kontext, an den man sich erinnern kann, wenn Darth Vader in der Original-Trilogie auftritt oder Obi-Wan von den Klon-Kriegen erzählt. Zwar zeigen sich ab und zu noch ein paar Macken im Drehbuch und bei den Effekten, aber hier wurde insgesamt ein Werk geleifert, das zeigt, dass George weiterhin ein ambitionierter, guter Filmemacher ist, wenn er bereit ist, Kompromisse einzugehen und auf ein wenig Kritik zu hören. Schade, dass er nach diesem Film keine Motivation mehr besaß, Episode VII-IX selbst zu machen, die sicherlich ambitioniertere Filme geworden wären, als die, die wir nach der Übernahme von Disney bekommen haben.


    8/10
    Was für eine Bewertung von 10 Punkten würdet ihr Episode III geben? 8

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    :triforce: Der allgemeine „The Legend of Zelda“-Thread :triforce:

    „The game is fun. If it's not fun, why bother?“ - Reginald „Reggie“ Fils-Aimé

    Auf den Konsolen findet ihr mich unter... :rolleyes:
    Switch: SW-2163-2180-4354
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Kommentare 11

  • Haby -

    Übrigens hoffe ich das du auch Rouge One behandelst, denn da sind ganz viele Logik Fehler drin!

  • Haby -

    Ich liebe den 3 Teil von Star Wars da hier ein vermeintlich guter zum Bösen wird!
    Und das Zeigt das jeder Mensch auch eine dunkle Seite hat und wie sich die Entwickelt!
    Das macht den Film auch so gut. Denn so eine Verwandlung kommt in keinen anderen Film vor.

    • Adamantium -

      Genau das. Das ist ein Mut, den ich in vielen Blockbuster-Filmen vermisse. Immer ist es quasi ein Happy End. In den neuen Star Wars-Filmen stirbt keiner der Haupt-Charaktere (außer die Alten der Original-Trilogie) oder geht durch ein traumatisches Erlebnis wie Luke in Episode V.

      Rogue One war der einzige Film, der da richtig mutig war und alle Charaktere hat sterben lassen. Selbst das war für Disney angeblich „ein hohes Risiko“, das sich für sie aber ausgezahlt hat. Hoffentlich haben sie den gleichen Mut auch etwas in Episode IX mit hinein genommen.

    • Haby -

      Aber kein Star Wars hat bisher so eine Wandlung drin!
      In Rouge One sterben alle Charaktere, bleiben bis zum Ende aber trotzdem gut!
      Hier wird aus einen guten ein böser!

      Wir haben in den vorgeganen Filmen Anakin als Helden kennen gelernt der für die Jedis eintritt. Er war ja auch der Auserwählte der die Shith stürzen wird.
      Und auf einmal macht er so einen Sinnenswandel durch und wird zum Bösen.

      Gerade dadurch das er am Ende zu Darth Vader wird und dadurch einen neuen Charakter eingenommen hat. Macht es für mich do gut!
      Denn ich hab nicht damit am Anfang damit gerechnet das Anakin mal Darth Vader wird. Das macht für mich den Charakter Darth Vader viel intressanter!

  • Maluigi | Leon -

    Ein sehr schöner Film (der spannendste von EP.1-6 m.M.n.) und übrigens auch ein sehr schöner Blog. :)

    • Adamantium -

      Ja, kann ich nur zustimmen. Bin jetzt endlich mit den Prequels durch. Nun werden die Blogs auch etwas leichter, da es an den älteren Filmen nicht so viel zu kritisieren gibt! Bis ich dann zu Episode VIII komme... :D

    • Maluigi | Leon -

      Mir gefiel übrigens (und da vertrete ich eine seltene Meinung) an den neuen Filmen gerade die CGI gut.

      Episode VIII hat mich sehr gut unterhalten.

    • Adamantium -

      Die Kritik am CGI war denke ich vor allem an die Prequels gerichtet. Bei den neuen Filmen habe ich noch nie jemanden gesehen, der sich da über die technische Umsetzung beschwert hat.

      Diese haben mind. das doppelte Budget als die Prequels (Episode III hatte z.B. „nur“ 113 Mio. Dollar, die George selbst bezahlt hat). Man mixt zwischen praktischen Effekten (echten Sets und Kreaturen) und CGI, das inzwischen kaum verbesserbar ist. ILM (gehört zu Lucasfilm) sind die Pioniere in diesem Gebiet und arbeiteten an allen Star Wars-Filmen und inzwischen so gut wie jedem großen Blockbuster mit. Zudem haben sie auch noch andere, kleinere Studios, die sie dabei unterstützen.

    • Maluigi | Leon -

      Ich meinte auch die Prequels. :)

    • Adamantium -

      Auch wenn es nicht immer gut umgesetzt war, hat es viele Möglichkeiten in der Film-Branche eröffnet. Das hat gute und auch schlechte Seiten. Aber Jar Jar war z.B. der erste, komplett animierte Charakter in einem Live-Action Film. Mustafar wäre auch ohne CGI nicht machbar gewesen.

      Viele der Fantasy -und Science-Fiction Filme heute wären ohne die vielen neuen Techniken, die auch durch die Prequels etabliert wurden, wohl ganz anders geworden. Herr der Ringe und Harry Potter haben auch sicherlich sehr von Star Wars profitiert.