Danke Fortnite, danke Call of Duty

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  • In diesem spontanen Blog will ich mich über einen zunehmenden Trend innerhalb der Spielebranche auslassen, der aktuell mächtig an Fahrt aufnimmt: Es geht um Crossplay. Im Grunde ist das plattformübergreifende Zusammenspielen in einer Online-Umgebung schon sehr lange ein Thema, so richtig prominent wurde es allerdings erst durch einige aktuelle Titel, die dieses Feature wohl so gut wie kein Spiel zuvor umgesetzt haben – insbesondere beziehe ich mich dabei auf Fortnite und Call of Duty. Durch Fortnite, das wohl auf ziemlich jedem auch nur ansatzweise spieletauglichen Gerät verfügbar ist (und damit sogar Skyrim alt aussehen lässt :ugly: ) geriet die Möglichkeit, plattformübergreifend zusammen zu spielen, wohl erstmals ins allgemeine Rampenlicht. Mit Call of Duty als prominentestes Beispiel ziehen nun langjährig etablierte und finanziell schwere Spielemarken nach – so scheint es im Bereich des Möglichen zu liegen, dass Crossplay in nicht allzu ferner Zukunft zu absolutem Standard werden könnte, worüber ich mich riesig freue.

    Unfairer Wettbewerb durch Crossplay – Stimmt das wirklich?

    Speziell im Shooter-Bereich stehen Spieler einer vollkommenen Crossplay-Funktion gerne einmal skeptisch gegenüber. Konsolenübergreifendes Spielen wird gerne angenommen und toleriert, wirft man allerdings auch die PC-Fassung des entsprechenden Spiels mit in den Topf, so besteht eine mit Sicherheit nicht unbegründete Sorge, die Fairness könnte darunter leiden. Oberflächlich betrachtet mag dies sogar erst einmal stimmen – mit Maus und Tastatur hat man in vielen Shooter-Situationen im direkten Vergleich schlicht einen Vorteil gegenüber Spielern mit Controllern, der auch unter Berücksichtigung diverser Aim-Assist-Mechaniken nicht ausgeglichen werden kann. Dagegen kann man nur schwer argumentieren – natürlich gibt es Controller-Spieler, die, wenn es ums reine Zielen geht, auch locker mit durchschnittlichen PC-Spielern mithalten können, doch ist es mit Maus und Tastatur im Endeffekt wohl trotzdem um einiges einfacher, ein halbwegs gutes Ergebnis zu erzielen, wofür man mit dem Controller intensiv üben müsste.

    So zumindest in der Theorie – in der Praxis, und das scheinen viele Skeptiker des Crossplays vollkommen auszuklammern, ist es schon lange nicht mehr so, dass beim plattforminternen Matchmaking absolut faire Gegebenheiten vorherrschen, in der jeder Spieler unter denselben Voraussetzungen antritt. Während dies auf dem PC noch nie gegeben Fall war, ist es in der aktuellen Konsolengeneration mehr denn je der Fall, dass man sich durch besondere Controller (beispielsweise den Xbox Elite Controller) oder eine leistungsstärkere Konsole (die PS4 Pro oder Xbox One X) einen Vorteil „erkaufen“ kann. Natürlich spielen dort auch andere Dinge hinein – beispielsweise der verwendete Bildschirm. Faire Bedingungen sind also von Vornerein nicht gegeben. Das aber wahrscheinlich unfairste, was im Konsolenkosmos passieren kann, ist dass man von einem Spieler über den Haufen geschossen wird, der Maus & Tastatur verwendet – ja, auch wenn viele es vielleicht nicht wissen, das geht. Dieser Spieler hat dann nicht nur die deutlich präzisere Eingabemethode, sondern kann zusätzlich noch auf den Aim-Assist zugreifen, der eigentlich lediglich bei Controllern zum Einsatz kommen soll. Und genau an diesem Punkt setzt das neue Crossplay, das beispielsweise aktuell in Call of Duty zum Einsatz kommt, an.

    Transparent und unkompliziert – Die großen Vorteile durch Crossplay

    Es ist nun nicht einfach so, dass beim Crossplay, wie es in Call of Duty implementiert ist, einfach stumpf alle Spieler aller Plattformen zusammengewürfelt werden. Im Wesentlichen gibt es drei verschiedene Spielerpools, an denen sich das Matchmaking grob orientiert: Spieler mit Maus und Tastatur, Spieler mit Controller und durchgemischte Spielergruppen. Euer jeweiliges Eingabegerät muss in den Optionen angepasst werden, sodass ihr auf die jeweiligen Steuerungskonfigurationen nur Zugriff erhaltet, wenn ihr auch mit dem entsprechenden Eingabegerät spielt. Heißt auf Deutsch: Mit Maus und Tastatur gibt es keine Zielhilfe. Auf diese Art wird beispielsweise auch das Verwenden von Maus und Tastatur an der Konsole „legalisiert“ – das Matchmaking richtet sich primär nach euerm Eingabegerät, nicht nach eurer Plattform. Maus und Tastatur-Spieler und Controller-Spieler landen für gewöhnlich in Lobbies, in denen sie größtenteils „unter ihresgleichen“ sind. Das weiß man aus dem einfachen Grund, da Call of Duty transparent mit den Steuerungsoptionen der Spieler umgeht – bei jedem Spieler wird angezeigt, von welcher Plattform er kommt und welches Eingabegerät er nutzt. So bleiben keine Zweifel offen.

    Was man dank dieser Transparenz nun wunderbar beobachten kann, ist dass die Leistungsunterschiede der verschiedenen Spieler eigentlich kaum an ihrem Eingabegerät festgemacht werden können, zumindest nicht in normalen und durchschnittlichen Matches, in denen es im Grunde nur um den Spaß geht. Selbst in durchgemischten Lobbies lässt sich im Eifer des Gefechts nicht wirklich feststellen, wer nun mit welcher Steuerungsmethode unterwegs ist. In einem ernsteren Ranglistenmodus wäre das natürlich noch einmal etwas anderes, doch wenn es um das reine Spielvergnügen geht, so sehe ich keinen Grund dafür, weshalb man Crossplay zwischen allen Plattformen nicht flächendeckend fördern sollte.

    Da gibt es natürlich auch noch einen weiteren, potenziell riesigen Vorteil, den man aktuell noch nicht wirklich messen kann: Langfristig sorgt das Zusammenführen des Spielerpools dafür, dass die Server wohl deutlich belebter bleiben. Speziell ältere Call of Duty-Titel werden gerne einmal davon geplagt, dass mittlerweile kaum mehr Leute im Spiel anzutreffen sind (was dort allerdings auch daran liegt, dass der Spielerpool zusätzlich durch die Veröffentlichung mehrerer kostenpflichtiger DLC-Pakete aufgespalten wurde).

    Ja, ich liebe Crossplay. Und man muss noch nicht einmal mit Freunden anderer Plattformen zusammenspielen wollen, um die Vorteile des zusammengeführten Matchmaking-Systems auskosten zu können. Ich hoffe wirklich, dass sich Crossplay schon bald zum flächendeckenden Standard etabliert hat. Was haltet ihr vom aufkommenden Crossplay-Trend? Wie fallen eure persönlichen Erfahrungen damit aus?

    1.183 mal gelesen

Kommentare 1

  • USER0815 -

    Danke für den Blog! Gutes Thema! Find ich interessant!
    Mir fiel aktuell auch auf das Maus und Tasta nicht immer den Controller schlagen.
    Ich spiel mit zwei Freunden Fortnite und die beiden spielen mit Maus und Tastatur.
    Ich mit dem dem ProCon auf den Switch... tja, und ich hab wirklich immer die meisten Kills und überlebe am längsten. Gut vllt sind meine Kumpel auch einfach nur schlechte Spieler. :D
    Aber speziell Fortnite ist zb. mit dem Bauen nochmal am Controller für mich viel besser zu nutzen. Am PC hab ich voll die Kriese bekommen! ;)
    Cod oder CS zb. sind für mich aber auch mit Maus und Tasta besser zu steuern, weil da gehts nur um bÄm Tot. Spiele wie Fortnite oder auch Halo zb. sind halt perfekt für Konsole wegen der länger dauernden Kämpfe. Entschleunigt! Sprich kommt auf das Spiel an.
    Grundsätzlich bin ich aber auch sehr dafür das Crossplay ausgebaut wird und hoffentlich bald zum Standard gehört. :)