Spieletipp: Monkey Barrels - Highlight für Konami Fans der 80er und 90er

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  • Warum muss dieses Spiel ausgerechnet jetzt erscheinen? Ist ja nicht so, als ob derzeit nicht jede Woche heißer Scheiß für die Switch kommt und auch allgemein durch die anderen Plattformen gerade die Aufmerksamkeit auf andere Titel wie Death Stranding liegt. Dabei ist Monkey Barrels ein echtes Brett! Und wird wohl zu einem Hidden Gem werden, da es wohl kaum wahrgenommen werden wird. :|

    Aber von vorn:

    Monkey Barrels ist ein Top-Down-Twin-Stick-Shooter von der japanischen Firma Good-Feel. Euch sagt das Studio nichts? Good-Feel ist das Studio, welches in den letzten 10 Jahren vor allem die superleichten Kinderspiele für Nintendo entwickelte: Kirbys Epic Yarn, Yoshi‘s Woolly World und Yoshi‘s Crafted World. Und ihr denkt Euch jetzt bestimmt: „Oh Gott, warum soll ich nun ausgerechnet über ein neues Spiel von einer Firma neugierig werden, die Yoshi und Kirby in die Belanglosigkeit führten?“

    Ein Name: Shigeharu Umezaki. Dieser Mann ist ein ehemaliger Konami-Mitarbeiter, dessen Credits bis weit in die 80er zurückreichen. So war er hauptverantwortlich für die NES-Versionen von Contra / Probotector, Super C und Life Force. Für das SNES war er an zeitlosen Klassikern wie The Legend of Mystical Ninja und Tiny Toons: Buster Busts Loose! beteiligt. In Folge war er als Producer für Teile der Ganbare Goemon Reihe (die japanischen Fortsetzungen von Mystical Ninja) und Castlevania aktiv. Bis er 2006 Konami verließ und Good-Feel gründete.




    Mit Monkey Barrels erscheint seit Ewigkeiten mal wieder ein Game in Eigenregie von Good-Feel. Und nachdem man nun über ein Jahrzehnt leichter Kinderspiele entwickelte, dachte sich Umezaki wohl, dass es mal wieder nett wäre zu seinen Konami-Wurzeln zurückzukehren. Also ein Shooter. Ein Twin-Stick-Shooter sollte es werden.

    Das Setting: Ein großer Elektronikkonzern hat die Menschheit mit mutierten Toastern dahingerafft. Eigentlich galten die Menschen als ausgestorben. Sie haben jedoch diese hübschen Städte zurückgelassen, in der es sich die Tiere gemütlich machen konnten. Wie eine Gruppe von Affen. Bis einer der Affen plötzlich entführt wird. Von einem Menschen! Gibt es diesen Elektronikkonzern also doch noch?



    Gameplay: Hier handelt es sich um keine Neuerfindung des Genres. Muss es aber auch nicht! Mit dem linken Stick bewegt ihr die Figur, mit dem rechten Stick zielt ihr. Die beiden Primärwaffen sind auf ZR und ZL gelegt. Die beiden Sekundärwaffen auf L und R. Während die Sekundärwaffen begrenzt sind in ihrer Munition, haben die Primärwaffen erstmal unendlich viel Munition. Aber: Dennoch entstehen bei den Primärwaffen unterschiedlich lange Pausen für das Nachladen. Abhilfe schafft hier die zeitlich begrenzte „Wild“-Funktion, dessen Leiste ihr mit Items aufbaut. Aktiviert ihr diese Funktion, entfällt sämtliches Nachladen für alle Waffen. Und mit A vollführt ihr einen Dash: Damit kann man feindlichen Projektilen ausweichen oder über Abgründe springen.

    Das Ziel ist einfach wie altmodisch: Lauft von A nach B und ballert alles ab, was sich bewegt. In den Levels sind jeweils drei Blaupausen versteckt. Findet ihr die, gibt es im Hub zwischen den Levels neue Waffen zu kaufen. Bezahlt werden diese mit dem Schrott, den ihr in den Levels von den explodierenden Gegnern und Fässern erhaltet. Die Gegner haben alle ihre eigenen Bewegungsabläufe und Shussverhalten. Und hier kommt die alte Contra-Formel ins Spiel: Die Gegner sind immer gleich angeordnet. Daher heißt es manchmal auch den Levelaufbau zu lernen.
    Und schon bald werden die Levels überflutet mit Gegnern. Hier heißt es dann zu analysieren: Welche Gegner muss ich als erstes erledigen und welche hinterher um unbeschadet durch die Welle zu kommen? Die Lernkurve ist so gestaltet, dass neue Gegnertypen öfter einzeln auftauchen, sodass man ihr Verhalten in aller Ruhe studieren kann. Hat man das drauf, kommen in der Regel Areale mit Gegnerwellen, die man ausschalten muss bis es weiter geht. Am Ende jedes Levels wartet noch ein großer Boss auf den Spieler, der die vorher gelernten Bewegungsmuster abfragt.

    Nein, Monkey Barrels macht in der Tat nichts neues und das ist GUT! Es gibt viele Indiespiele von jungen Entwicklern, die vielleicht die Optik alter Spiele kopieren können, aber nicht die Erfahrung haben das Design dahinter adäquat einzufangen. Das ist hier anders: Hier merkt man im gesamten Spieldesign die 35 jährige Erfahrung eines ehemaligen Konami-Veterans. Während ähnliche Spiele häufig an Balanceproblemen leiden, ist die Lernkurve in diesem Spiel vorbildlich. Während man immer wieder vor neuen Gegnern und Herausforderungen gestellt wird, bleibt die Motivationskurve gleichermaßen hoch. Denn mit jedem Anlauf wird man besser. Es ist herausfordernd, aber nicht unfair schwer. Und das macht das Abschließen der Levels so ungemein befriedigend und spornt an. Zumal man im Verlauf bis zu 98 unterschiedliche Waffen freischaltet. Dadurch, dass ihr zwei Hauptwaffen zur Verfügung habt, könnt mit verschiedenen Variationen experimentieren. Dafür gibt es neben dem Waffenladen freundlicherweise ein Trainingsareal. Großartig! Man muss also nicht erst ein Level starten und gefrustet aufgeben, weil man eine Waffe erwischt hat, mit der man nicht so gut zurecht kommt. Das kleine Trainingsareal nimmt diesen Frust. Das ist eine wichtige Kleinigkeit die jedoch zeigt: Hier hat jemand mitgedacht Denn da jede Waffe sich in Schaden, Reichweite und Kapazität der Munition unterscheidet, ist es wichtig eine ausgewogene Kombination zu finden.



    Grafisch präsentiert sich das Spiel in einer Mischung aus Pixel- und Voxelgrafik. Ich finde den Artstyle tatsächlich sehr hübsch und er hebt sich ab von anderen Spielen. Ich finde, dass diese Art von Grafik besser zum Genre passt, als beispielsweise die aufwendigen Cartoongrafiken von Cuphead. Weil hier die Lesbarkeit einfacher ist und ich nicht mit vielen Details abgelenkt werde. Die Musik ist gefällig, bleibt im Hintergrund. Kein Highlight, aber man kann ja auch nicht alles haben.

    Als Fazit muss ich sagen: Sehr geiles Game! Altmeister Shigeharu Umezaki wollte es nochmal wissen und hat abgeliefert. Fans alter Konami-Spiele kommen hier definitiv auf ihre Kosten. Sofern sie eine Nintendo Switch haben, denn das Spiel ist exklusiv für die Konsole erschienen. Um so trauriger, dass es jetzt erschien und nicht in einem Monat wo nicht so viel los ist. Denn ich denke, es wird unverdient untergehen...

    Hier noch ein Trailer: Klick!

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