Meine liebsten Spiele des Jahrzehnts – Teil 1

Liebe Turmbewohner!
Seit etwa 1997 oder anders formuliert meinem dritten Lebensjahr bin ich nun passionierter Videospiel-Fan. Während ich das Medium in meiner frühen Kindheit fast schon vergöttert habe, würde ich es auch heute noch als wesentlichen Teil meines Lebens bezeichnen, das weit über ein simples Hobby zur Freizeitbeschäftigung hinausgeht. Fast schon rund um die Uhr beschäftige ich mich mit Spielen – der letztendliche Konsum von Spielen stellt eigentlich nur einen kleinen Bruchteil der Lebenszeit dar, die ich dem Thema „Videospiele“ widme. Und innerhalb der letzten zehn Jahre habe ich mich nicht nur als Spieler, sondern auch in der Art und Weise, wie ich mich mit Spielen auseinandersetze, extrem weiterentwickelt.


Doch soll es in dieser zweiteiligen Blog-Reihe primär um meinen ganz persönlichen Spielegeschmack des sich dem Ende zuneigenden Jahrzehnts gehen. In nur wenigen Wochen schreiben wir das Jahr „2020“, womit ein ziemlich wildes Spiele-Jahrzehnt zu Ende geht. Der Auslöser meiner doch ziemlich rasanten Entwicklung oder auch „Selbstfindung“ was Spiele angeht, wenn man es denn so bezeichnen will, trug sich passenderweise im Jahr 2010 zu; nachdem ich bis zu diesem Jahr lediglich auf Nintendo-Konsolen unterwegs gewesen war, legte ich mir Ende 2010 mit der Xbox 360 erstmals eine Konsole eines anderen Herstellers zu, womit sich mir schon bald eine ganz neue Perspektive auf das Medium als Ganzes erschließen sollte. Mittlerweile verfolge ich alle Entwicklungen der Branche mit gleichem Interesse. Und im vergangenen Jahrzehnt, in dem ich mich mit einem viel breiteren Spektrum an Spielen als jemals zuvor auseinandergesetzt habe, habe ich mit stetig wachsendem Anspruch einige Dinge über mich selbst herausgefunden – so konnten sich etwa Shooter und Metroidvanias als meine absoluten Lieblingsgenres herauskristallisieren, von denen ich euch gleich noch einige genauer vorstellen will.


So wünsche ich euch nun viel Spaß mit meiner zweiteiligen Topliste. Bei den einzelnen Platzierungen habe ich mich allerdings nicht immer zwangsläufig auf nur ein einzelnes Spiel festgelegt – zwar steht ein einzelner Titel stets im Fokus, doch sind es hier und dort auch ganze Spielereihen, die ich in meinem Ranking würdigen will. Und noch ein weiterer Hinweis: Die aufgelisteten Spiele sind nicht zwangsläufig jene, die ich als allgemein beste Spiele des Jahrzehnts beschreiben würde. Stattdessen sind es die Spiele, mit denen ich persönlich am meisten Spaß hatte oder die mich am meisten geprägt haben. Doch genug der einführenden Worte, los geht‘s:



Platz 10: Xenoblade Chronicles-Reihe – Highlight: Xenoblade Chronicles 2 (2017)



Eines sollte ich direkt einmal klären: Das originale Xenoblade Chronicles, das ebenfalls im aktuellen Jahrzehnt das Licht der Welt erblickte, habe ich nicht gespielt. Mit der bevorstehenden Neuauflage für die Nintendo Switch könnte sich dies durchaus ändern, doch kann ich mir ohnehin beim besten Willen nicht vorstellen, dass es Xenoblade Chronicles 2 von meinem persönlichen J-RPG-Thron stoßen kann. Auch wird es eine schwere Aufgabe, an Xenoblade Chronicles X vorbei zu ziehen – ich liebe diese beiden Spiele abgöttisch, allerdings aus gänzlich unterschiedlichen Gründen. Während mich in X allen voran das Setting und dessen spielerische Umsetzung fasziniert, ist es in Xenoblade 2 vor allem das Kampfsystem, das den Titel zu meinem liebsten japanischen Rollenspiel überhaupt macht.


Klassische J-RPGs à la Pokémon und Dragon Quest werden mir mit ihrem Rundenkampfsystem oftmals sehr schnell zu eintönig. Action-basierte Kampfsysteme werden mir hingegen schnell einmal zu absurd oder lassen sämtliche Tiefe vermissen (beispielsweise Final Fantasy XV). Xenoblade 2 geht dabei eine Art Mittelweg und trifft bei mir komplett ins Schwarze: Man gibt dem Spieler unglaublich viele taktische Freiheiteb und etliche nicht zwingend erforderliche Mechaniken an die Hand, die wunderbar miteinander harmonieren. Die Positionierung im Verhältnis zum Feind, das richtige Timing beim Ausführen von Spezialangriffen, die elementare Variation, auf die man bei Kombos achten sollte und so weiter und so fort. Stets gibt es verschiedene Mechaniken, die man auf kurze und lange Sicht beachten sollte, um fordernde Feinde schlussendlich regelrecht zerstören zu können, wenn man es richtig macht. Trotz der langen Spielzeit von Xenoblade 2, die auch von ihrer interessante Geschichte getragen wird, kamen bei mir keinerlei Ermüdungserscheinungen auf, was das Kampfsystem angeht – im Gegenteil.



Platz 9: Call of Duty-Reihe – Hightlight: Black Ops 2 (2012)



Insbesondere im frühen Verlauf des Jahrzehnts schlug Call of Duty in der Spielelandschaft unglaublich hohe Wellen. Ich selbst kam im Jahr 2011 das erste Mal mit dem zum damaligen Zeitpunkt unvorstellbar populären Shooter-Phänomen in Berührung. Kurz, nachdem mit Black Ops der mehr oder weniger 7. Hauptteil der Reihe erschienen war, begann ich, zusammen mit einem Freund Modern Warfare 2 zu spielen. Meine bis dato einzigen Mehrspieler-Shooter-Erfahrungen hatte ich durch die Halo-Reihe, und so trug Call of Duty sehr schnell eine Menge dazu bei, dass ich den Mehrspieler-Shooter als grobe Genre-Einordnung heute als meine Lieblingsgruppe von Spielen bezeichnen würde.


Keinen einzigen Call of Duty-Teil habe ich seitdem ausgelassen – und auch World at War und Modern Warfare holte ich natürlich noch nach, stets mit dem Hauptaugenmerk auf dem Multiplayer-Aspekt. Während ich im Moment mit dem aktuellen Modern Warfare-Reboot zwar weit mehr Spaß habe, als mir lieb ist, flachte die Begeisterung, die ich für diese Spielereihe empfand, im Laufe der Jahre allerdings massiv ab. Ihren Höhepunkt fand diese mit Black Ops 2 vom Entwicklerstudio Treyarch, das 2013 im Handel erschien. Selten konnte mich ein Spiel derart packen; erstmals konnte ich dort sogar das mehr als zeitintensive Maximallevel der Multiplayer-Komponente erreichen, und diesen Zeitaufwand habe ich garantiert nicht bereut. Ein durch die Bank überdurchschnittlich gutes Map-Design, starke aber nicht zu extreme Killstreaks, eine tolle und sehr gut ausgewogene Waffenauswahl, ein geniales Klassensystem, das zum Experimentieren geradezu einlud. So ist Black Ops 2, stellvertretend für Call of Duty als Spielereihe, einer meiner persönlichen Spiele-Meilensteine des aktuellen Jahrzehnts. Und, genau: Hijacked > Nuketown.



Platz 8: Bethesda-Reihen – Highlight: Fallout: New Vegas (2010)



Für meinen achten Platz habe ich es mir ein wenig leicht gemacht. Ich bin ein großer Fan der typischen Bethesda Game Studios-Spiele à la Elder Scrolls und Fallout, doch stammt ausgerechnet mein liebster Titel dieser Spieleformel nicht von Bethesda selbst, sondern von Obsidian Entertainment, die zuletzt The Outer Worlds veröffentlicht haben. Dennoch will ich Spiele wie Skyrim und Fallout 4, die ebenfalls bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen haben, keinesfalls unerwähnt lassen, weshalb ich diese derselben Kategorie wie New Vegas unterordne.


New Vegas bringt die Begeisterung, die ich postapokalyptischen Settings entgegenbringe, regelrecht zum Erblühen. Auf Basis des Gameplay-Gerüsts, das mit Fallout 3 geschaffen wurde, taucht man hier in eine unglaublich spannende Spielwelt ein, die trotz ihrer postapokalyptischen Natur geradezu vor Leben überschäumt. Man verliert sich in etlichen spannenden Orten, die stets spannende Hintergrundgeschichten aufweisen oder große Mysterien beherbergen. So verliert man sich regelrecht im Umland von New Vegas, das die Apokalypse überraschend unbeschadet bestanden hat, und ist spätestens dann, wenn man erstmals einen Fuß in die verschiedenen Bezirke der wilden Stadt setzt, komplett damit überfordert, mit sich selbst auszumachen, wo man denn nun anfangen soll, zu erkunden.



Platz 7: Battlefield-Reihe – Highlight: Battlefield 4 (2013)



Die Faszination der Battlefield-Reihe lässt sich eigentlich auf einen einzigen Umstand herunterbrechen: Eine verhältnismäßig riesige Spielerzahl, die in einer großen Schlacht gegeneinander antritt. Kein anderes Spiel im Shooter-Genre setzt(e) diese Grundidee derart gekonnt um, wie die Battlefield-Reihe. Mit einem wirklich talentierten Händchen für Multiplayer-Shooter-Design brachte das Entwicklerstudio DICE in diesem Jahrzehnt gleich drei Spiele hervor, die ich mit meiner siebten Platzierung würdigen möchte: Battlefield: Bad Company 2, Battlefield 3 und insbesondere Battlefield 4. Alle drei Spiele haben leicht unterschiedliche Ausrichtungen, schenken sich in ihrer Qualität allerdings relativ wenig – der Grund, weshalb ich mit Battlefield 4 am meisten Zeit verbracht habe, ist schlicht der, dass ich, was Battlefield angeht, bisher reiner Konsolenspieler war. Heißt: Battlefield 4 war mein erster Teil der Reihe, in dem ich an Schlachten mit 64 Spielern teilnehmen konnte, da ich die Vorgänger auf einer Xbox 360 gespielt habe, wo die Spielerzahlen limitiert waren.


Während ich Bad Company 2 und Battlefield 3 vor allem für ihren Rush-Modus schätze, spiele ich in Battlefield 4 am liebsten Conquest. Und zwar sehr, sehr viel. Aufgrund der traurigen Tatsache, dass Battlefield 1 und V gar nicht meinem Geschmack entsprechen, ist Battlefield 4 auch heute noch meine erste Wahl, wenn es um riesige Shooter-Schlachten geht. Hier erwartet mich stets eine optisch und spielerisch extrem abwechslungsreiche Map-Auswahl, eine astreine Klassen-Balance, die viele Schießeisen mit ordentlich „Persönlichkeit“ beinhalten, ein variantenreicher Fuhrpark an verschiedenen Fahrzeugen, die teils wirklich sehr schwierig zu meistern sind und so vieles mehr. Fürs kommende Jahrzehnt wünsche ich mir nichts sehnlicher, als dass Battlefield nicht nur wieder zum modernen Setting zurückfindet, sondern sich auch wieder auf alte Stärken beruft, indem es wieder eine „Gameplay first“-Mentalität annimmt, die dem Spieler nicht alle zwei Sekunden mit gescripteten Animationen die Kontrolle entreißt.



Platz 6: Souls-Reihe – Highlight: Dark Souls III (2016)



Mit der Xbox One-Fassung von Dark Souls II kam ich im Jahr 2015 erstmals in Berührung mit der mittlerweile in einer größer werdenden Nische hochpopulären „Souls“- oder „Soulsborne“-Reihe, wie sie gerne einmal genannt wird. Nachdem ich nicht etwa gleich von Beginn an gänzlich vom Spielprinzip überzeugt war, ließ mich Dark Souls II allerdings trotzdem nicht los. Irgendetwas an dem allgemein unbeliebtesten Teil der Souls-Reihe fesselte mich so sehr, wie ich es zuvor schon lange nicht mehr erlebt hatte. Dies war der Beginn meiner mittlerweile großen Liebe, die ich für From Softwares Design-Philosophie empfinde. Inzwischen habe ich alle mir zugänglichen Souls-Teile nachgeholt oder zum Launch verschlungen – namentlich wären das Dark Souls, Sekiro und Dark Souls III. Letzterer hat bei mir dabei den liebendsten Eindruck hinterlassen.


Dark Souls III ist seinen Geschwistern durchaus in einigen Punkten unterlegen – so empfinde ich die Spielwelt auf optischer Ebene im Vergleich beispielsweise sehr langweilig und allgemein eintönig, ganz im Gegensatz zu Dark Souls II. Die einzelnen Areale sind bei weitem nicht so cool miteinander verbunden wie beispielsweise im ersten Teil. Und so dynamisch wie Sekiro spielt es sich auch nicht. Was Dark Souls III allerdings auszeichnet, ist dass es bei all seinen Komponenten einen gewissen extrem hohen Mindeststandard hält und all diese Dinge bestens miteinander vereint. Es spielt sich deutlich besser bzw. flüssiger als seine direkten Vorgänger, bietet trotzdem ein teils wunderbar verzwicktes Leveldesign und reichlich spielerische Freiheiten, was den Rollenspiel-Aspekt des Spiels angeht. So mag jedes andere Spiel der Souls-Reihe Dark Souls III in irgendeinem Punkt überlegen sein, nirgends bekommt man allerdings ein derart harmonisches und rundes Gesamtpaket. Und die erbarmungslose Design-Philosophie möchte ich im heutigen Triple-A-Markt, in dem sich Spiele viel zu oft von selbst spielen, einfach nicht mehr missen.


Teil 2 mit den Plätzen 5-1 und einigen Honorable Mentions gibt’s demnächst!

Kommentare 4

  • Ich habe manchmal schon Schwierigkeiten zusammen zu bekommen, was im Laufe des Jahres alles erschienen ist. Und dann ein ganzes Jahrzehnt. ;)

  • Sehr schöne Liste. Bei mir wäre bei Bethesda auf jeden Fall Morrowind oben, wobei mir auch Skyrim sehr gefiel. Bei den Souls Spielen ist es auch für mich etwas schwierig. Von der Welt und der Stimmigkeit wohl am ehesten Dark Souls I. Allerdings ist das Kampfsystem und die Grafik in Dark Souls III besser. Aber ganz oben wäre inzwischen wohl wirklich Sekiro, weil es einfach so viele Elemente so perfekt zusammenführt. Fallout gefiel mir Teil 2 und Teil 3 am liebsten - Vegas war vom Setting her nicht so recht was für mich und danach stieg ich auch aus der Reihe aus. Battlefield mochte ich Teil 3 irgendwie lieber, aber 4 ist natürlich auch super. Bad Company 2 war damals einfach nur eine Wucht und hab ich wirklich bis zum Erbrechen gezockt. Da konnte dann auch irgendwann Battlefield 2 nicht mehr mithalten. CoD? Joa. Modern Warfare war damals schon super. Aber irgendwie hat es sich da schnell für mich ausgelutscht. Xenoblade spiele ich gerade mein erstes auf dem 3DS. Da stören mich aber momentan die Kampfschreie extrem und auch dieses komische flauschige Pummelchen passt für mich nicht so ganz. Aber ich geb dem auf jeden Fall noch ne Chance :)

  • Interessante Auswahl, bei Xenoblade gehe ich voll mit, der 2. Teil hat mir auch besser gefallen. Bei Bethesda wäre es bei mir entweder Morrowind oder Oblivion, Skyrim fand ich sogar eher etwas enttäuschend. Fallout 3 hat mir sehr gut gefallen, der 4.Teil eher weniger. Und Sekiro bei den From Software Spielen, das wäre dort mein Favorit.

  • Hast schon recht früh eine Begeisterung für Videospiele entwickelt! Da war ich um einiges später dran! Aber insgesamt sehr schöne Liste, freue mich auf den Teil 2!