Star Wars: Episode VI - Die Rückkehr der Jedi-Ritter (+Umfrage)


Der Film ist chronologisch gesehen der sechste Teil der Star Wars-Hauptsaga und insgesamt der dritte Teil, der 1983 in die Kinos kam. Dies ist der Abschluss der ursprünglichen Saga, bis Disney Lucasfilm übernommen hat und die Reihe mit der Sequel-Trilogie fortgesetzt wurde. Einige sehen diesen Film als schwächsten Teil der Original-Trilogie, aber meiner Meinung nach setzt er das genauso gut fort, was die ersten beiden Teile begonnen haben. Der Kampf gegen das ursprüngliche Imperium wird hier zum Abschluss geführt, die Geschichte um Luke und seinen Vater wird aufgelöst. Auch dieser Teil ist nochmal ein Schritt nach vorne auf der technischen Seite. Schafft es dieser Film also, den hohen Standards der beiden Vorgänger gerecht zu werden?


Story:

Auch hier führte wieder eine andere Person Regie, da dies bereits bei Episode V sehr gut funktioniert hatte. Diesmal saß Richard Marquand im Regie-Stuhl, George Lucas war erneut mit Lawrence Kasdan für das Drehbuch verantwortlich und formte durch viele kreative Entscheidungen den Ablauf und das Aussehen des Films.


Die Handlung setzt ein paar Monate nach Episode V an. Luke, Leia, Chewbacca und die Droiden haben einen Plan geschmiedet, um Han Solo aus den Klauen von Jabba the Hutt zu befreien. Nacheinander schleusen sie sich in Jabbas Palast ein. Doch nachdem Leia Han aus dem Karbonit geholt hat, schlägt der Plan fehl, Jabba stellt ihnen eine Falle, sowohl Leia als auch Han werden gefangen genommen. Auch Luke fällt auf Jabbas Tricks rein und muss sich kurz darauf dem Rancor stellen. Nachdem er diesen besiegt hat, werden alle Freunde auf Jabbas Segelbarke zur Sarlacc Grube gebracht. Luke ist es dank seiner fortgesetzten Jedi-Ausbildung mit Leichtigkeit möglich, alle Wachen auf der Segelbarke zu besiegen, Leia erwürgt Jabba mit der Kette, mit der er sie versklaven wollte. Die Truppe ist seit dem Anfang von Episode V zum ersten Mal wieder vereint. Endlich sieht man mal, was es genau mit diesem Jabba, durch den Han Solo ständig in Schwierigkeiten gekommen ist, auf sich hat. Anstatt einer normalen Person ist Jabba ein riesiges, raupenartiges Alien, das Oberhaupt eines riesigen Verbrecher-Klans ist. Was den Einsatz von Puppen und Aliens angeht, hat man hier einfach alles herausgeholt und nochmal richtig gezeigt, was für eine große Vielfalt es im Star Wars-Universum an Spezies gibt, lässt dieses viel größer wirken und bietet Potenzial für andere Geschichten, die man in aus Galaxis erzählen kann. Luke ist inzwischen weiser und ruhiger als zuvor geworden, er geht Dinge überlegter an und handelt weniger impulsiv, mehrmals bietet er Jabba eine friedliche Lösung an, bis dieser ihm keine Wahl mehr lässt.



Das Imperium hat sich inzwischen mit einem Großteil seiner Truppen um den zweiten Todesstern, der deutlich schwerer als der erste Todesstern gesichert ist, versammelt. Zwar befindet sich dieser noch in Konstruktion, ist dafür aber diesmal durch eine ganze Schildanlage auf dem Waldmond Endor geschützt. Zwar kann man es hier durchaus als mangelnde Kreativität ansehen, dass man hier erneut auf einen Todessstern als Handlungselement setzt, dieser dient aber nur als Mittel zum Zweck, im Gegensatz zum Nachfolger Episode VII nimmt er eher eine Nebenrolle ein, der Kampf gegen das Imperium auf Endor als auch gegen den Imperator steht im Vordergrund. Nun hat man in diesem Film den Haupt-Antagonisten der Rebellion vor Augen, der Imperator tritt endlich richtig in Erscheinung und leitet vom Todesstern aus den Kampf gegen die Rebellion. Nachdem Bothaner der Rebellion die Kampfstation entdeckt haben, macht es sich der Imperator zum Ziel, die Rebellion in eine Falle zu locken, diese vernichtend zu schlagen und Luke auf die dunkle Seite der Macht, an seine Seite zu bringen. Der Imperator ist eines der Highlights des Films, er verkörpert das absolute Böse, das Darth Vader nur als Hilfsinstrument zur Kontrolle über das Imperium benutzt.



Luke ist inzwischen nach Dagobah zurückgekehrt, noch einmal möchte er zu Yoda zurückkehren, sich die letzten Ratschläge holen, um ein Jedi-Ritter zu werden. Doch Yoda hat inzwischen die Grenzen seines Alters erreicht, mit 900 Jahren lässt auch sein Körper ihn im Stich. Trotzdem hat er nichts von seiner Weisheit eingebüßt. Luke ist inzwischen mit seiner Ausbildung sehr weit, viel fehlt nicht mehr, um in Yodas Augen ein Jedi-Ritter zu werden. Vader sieht dieser als Prüfung für Luke, da er beim ersten Mal gegen ihn versagt hat. Doch Luke will Vader nicht mehr töten, die Offenbarung, dass dieser sein Vater ist, hat ihn verändert. Von Yoda bekommt er die endgültige Bestätigung, das Vader die Wahrheit gesagt hat. Er warnt Luke in Erinnerung an den Imperator davor, sich ihm leichtfertig zu stellen. Im letzten Atemzug teilt er Luke mit, dass es noch einen weiteren Skywalker gibt und die Macht stark in Lukes Familie ist. Es ist eine sehr traurige Szene, ein trauriger Anblick, Yoda, der einst so stark war, sterben zu sehen. Gleichzeitig ist er aber auch in Frieden gestorben, alles, was er je wusste, hat er an Generationen von Jedi weitergegeben. Er ist so selbstlos, dass er selbst in seinem letzten Moment sich nur auf Lukes Gefühle und nicht auf seine eigenen konzentriert. Er ist einer der wenigen, denen es gewährt war, nicht im Kampf fallen oder auf andere Weise sterben zu müssen. Yoda wird eins mit der Macht, zurück bleibt nur seine Decke. Luke tritt ein großes Erbe an, auch wenn es noch andere potenzielle Jedi in der Galaxis gibt, ist er nun wohl der letzte Jedi, der das volle Wissen eines Ausgebildeten in sich trägt.



Obi-Wans Geist macht Luke dies nochmal bewusst und warnt ihn vor der Konfrontation des Imperators. Er offenbart ihm nun ein Geheimnis, das er ihm die ganze Zeit verschwiegen hat: Leia ist Lukes Zwillingsschwester, er und sie wurden bei der Geburt getrennt. Eine Entscheidung von George Lucas, die im Nachhinein betrachtet bei manchen Szenen den Zuschauer zwar die ein oder andere Augenbraue hochziehen lassen wird. Trotzdem erklärt dies die enge Bindung zwischen den beiden, die während der Filme immer wieder hervorkommt.


Die Rebellion macht sich nun für den bis dato größten Angriff seit ihrem Bestehen bereit, nachdem sie geheime Informationen über den zweiten Todesstern erhalten haben (dies wurde in “Rogue One“ übrigens nicht gezeigt, dort handelte es sich um den ersten Todesstern). Nach der Besprechung machen sich Luke, Han und Leia mit einer gestohlenen Raumfähre des Imperiums zum Waldmond Endor auf, um dort den Schildgenerator für den zweiten Todesstern auszuschalten. Lando führt währenddessen die Flotte der Rebellen an, die sich für den Angriff auf die Raumstation bereit macht. Auf dem Weg nach Endor passiert die Raumfähre den Supersternenzerstörer, auf dem sich auch Vader befindet. Luke spürt dessen Nähe, wie Vader auch seine spürt. In Luke hat sich inzwischen ein Konflikt entwickelt, er ist sich unschlüssig, ob er Vader, der von außen betrachtet nur noch einer Maschine ähnlich sieht, töten oder versuchen soll, seinen Vater auf die gute Seite wieder zurückzuziehen. Trotz der Sicherheit, dass Luke auf der Fähre ist, lässt Vader sie passieren. Ein Anzeichen dafür, dass Vaders Interessen nicht mehr vollkommen der Rebellion, sondern auch dem Überleben seines Sohnes gelten? Er berichtet dem Imperator vom Vorfall, dieser weiß allerdings bereits von der gestohlenen Fähre, sie ist ein weiterer Teil seines Plans, die Rebellion auf den Präsentierteller zu bringen.


Auf dem Waldplaneten begegnen die Rebellen den Ewoks, kleinen, Teddybär-ähnlichen Kreaturen, die auch als kleine niedlichere Version der Wookies durchgehen könnten. Ursprünglich war es eigentlich der Plan, in diesem Film den Planeten der Wookies zu zeigen und diese in die finale Schlacht einzubinden. Chewbacca sollte zum ersten Mal wieder auf seine Spezies treffen. Da aber nicht genügend großwüchsige Schauspieler wie Peter Matthew zur Verfügung standen, erfand man einfach die Ewoks, da man zu diesem Zeitpunkt mehr als genug kleine Darsteller wie Warwick Davis rekrutieren konnte. Ja, die Ewoks mögen zwar etwas kindisch wirken, ich persönlich erkenne sie aber als vollkommenden Teil des Star Wars-Saga an und finde es auch nicht verwerflich, dass das Imperium durch die Hilfe von Ureinwohnern besiegt wird. Hier gibt es zu Kriegen in der Realität viele Parallelen, schon oft passierte es, dass angeblich überlegene Streitkräfte von einheimischen Völkern wegen besserer Kenntnis der Region und der Überlegenheit im Kampf auf engem Raum besiegt wurden. Im letzten Moment, nachdem die Falle des Imperators zugeschnappt ist, greifen die Ewoks, mit denen sich die Rebellen nach einer kurzen Auseinandersetzung zusammengeschlossen haben, aus dem Nichts an und treiben die Truppen des Imperiums auseinander. Dass ausgerechnet die Ewoks, die im Film doch eine eher untergeordnete Rolle einnehmen, damals offenbar das große, am meisten verhasste Element war und es damals quasi kaum andere Kritik gab, ist vor allem als Fan, der erst später mit den neuen Filmen aufgewachsen ist, kaum vorzustellen.



Nach dem Angriff der Ewoks bricht das Chaos aus. Überall gehen Truppen, sowohl von der Rebellion als auch vom Imperium zu Boden. AT-STs dominieren anfangs die Schlacht und jagen die Ewoks durch die Wälder. Han und Leia versuchen währenddessen weiterhin, durch die Tür des Schildreaktorbunkers zu kommen. Genauso geht es im Weltraum über dem Planeten zu, die Flotte ist von Sternenzerstörern eingekreist, auf Befehl des Imperators mischt auch der Todesstern mit einem Teil seiner Energie mit. Die bis dato wichtigste Schlacht, die über das Schicksal des Imperiums und der Rebellion entscheiden wird, wurde entfesselt. Es ist die größte Schlacht der Original-Trilogie und zeigt von allen Schlachten am besten, was ein Krieg wirklich bedeutet. Dutzende Piloten werden niedergeschossen, opfern sich, um doch noch den ein oder anderen Sternenzerstörer mitzunehmen. Auch wenn es den Ewoks letztendlich gelingt, die AT-STs des Imperiums durch klug gestellte Fallen zu zerstören, müssen sie ebenfalls Verluste einstecken. Eine Szene ist da besonders kraftvoll und traurig: Zwei Ewoks werden von einem der Läufer verfolgt, ein Schuss bringt beide zu Boden. Einer der Ewoks steht wieder auf und will dem anderen direkt wieder aufhelfen. Doch dieser rührt sich nicht, den anderen Ewok verlässt in diesem Moment die Hoffnung, er trauert und legt seine Stirn auf seinen Kameraden, als er realisiert, dass er diesen verloren hat. Es ist eine kleine, simple Szene, doch diese zeigt wie keine andere Szene in der Saga zuvor, was es bedeutet, im Krieg zu kämpfen und dabei das Risiko einzugehen, seine Freunde zu verlieren.



Luke hat sich vor der Schlacht nach sorgfältiger Überlegung entschlossen, sich dem Imperium aus eigener Hand zu ergeben und zu versuchen, seinen Vater, den gefürchtetsten Mann der Galaxis, zu bekehren und das Gute in ihm wieder zu finden, egal, ob es ihn das Leben kostet oder nicht. Kurz bevor er Endor verlässt, offenbart er auch Leia die Wahrheit, dass sie seine Schwester ist, sollte Luke nicht zurückkehren. Auch sie trägt die Macht in sich und kann diese mit bestimmtem Training einsetzen. Auch wenn Leia mit Lukes Vorhaben nicht einverstanden ist, verlässt Luke sie, was auch Leia emotional mitnimmt. Han versteht die Situation erstmal nicht, wird aber von Leia in den Armen gehalten. Luke wird von einer Gruppe Sturmtruppen nun zu Vader gebracht, vor dem Flug zum Imperator sprechen sie nochmal miteinander. Der Konflikt in Vader tritt hier im Film zum ersten Mal richtig in Erscheinung. Luke redet auf ihn ein, will ihn überzeugen, ihn nicht zum Imperator zu bringen. Vader leugnet seinen Konflikt nicht, aber teilt Luke auch mit, dass die dunkle Seite ihn stark gemacht hat und er seinem Meister gehorchen muss. Gleichzeitig ist Vader auch von Luke Überzeugungskraft, der eines Jedi, und seinem neuen Lichtschwert beeindruckt. Was ihn wirklich zu einem Punkt des Zweifelns bringen dürfte, ist der Moment, in dem Luke ihm sagt, dass sein Vater wirklich tot wäre, wenn dieser tatenlos ihn dem Imperator übergibt.



Kurz darauf beginnt der für mich beste Teil des Films: Die Konfrontation mit dem Imperator und das letzte Duell zwischen Luke und Darth Vader. Die ganze Geschichte der ersten sechs Episoden ist auf diesen Punkt hinausgelaufen. Der Imperator beginnt, immer weiter in Lukes Gedanken einzudringen und dessen Hass auf ihn aufzubauen. Tatenlos muss Luke zusehen, wie die Schlacht ihren Verlauf nimmt und wie Palpatine den Befehl zum Abfeuern des Todessterns gibt. Dieser bittet Luke quasi darum, sein Lichtschwert zu ergreifen und ihn niederzustrecken. Luke sieht ab diesem Moment in seinem Lichtschwert die einzige Möglichkeit, sich aus der Situation herauszuwinden, da der Imperator ihm überlegen ist. Vader verhindert Lukes Angriff auf den Imperator und der Kampf zwischen beiden beginnt. Doch Luke will nicht gegen Vader, seinen Vater kämpfen. So beginnt er, fortlaufend Zweifel in Vader zu setzen, dieser wehrt sich gegen Lukes Argumente. Wieviel von diesem Konflikt hier durch die sowohl englische als auch deutsche Stimme von Darth Vaders Stimme und seinen Gesten hindurchkommt, ist einfach fantastisch. Luke geht nicht in den Angriff, senkt sein Lichtschwert und zieht sich immer wieder aus dem Kampf zurück. Nachdem Vader mit einem Lichtschwertwurf das Gerüst, auf das Luke sich gerettet hat, zu Fall bringt, versteckt Luke sich, um seine Gedanken zu sammeln. Vader findet ihn wieder, durch auch Vader manipuliert Luke, sagt ihm, dass er ihn und den Imperator unterschätze, dass er nur durch Nachgeben seine Freunde noch retten könnte. Doch dies bringt Luke wieder gedanklich zu ihnen, Vader bemerkt dies und auch die Wahrheit über Leia wird auch ihm offenbart. Vader beginnt nun, Leia als Druckmittel einzusetzen, bis Luke endgültig die Geduld verliert und Vader angreift. Zusammen mit dem Soundtrack und nur den Silhouetten von Luke und Vader, die sich durch den Thronsaal bekämpfen, ist dies eines der größten Highlights der ganzen Saga. Vader kann, da er bereits zuvor geschwächt war, Lukes Angriffen nicht mehr standhalten und geht zu Boden, als Luke ihm eine seiner mechanischen Hände abschlägt.



Der Imperator lobt Luke, mit seinem Angriff hat er nicht nur die Einflussnahme des Imperators auf ihn leichter gemacht, sondern auch Vader als alten Schüler nahezu beseitigt. Dies zeigt erneut, wie wenig dem Imperator seine Schüler etwas bedeuten und dass er sich immer jemanden neuen sucht, sollten diese ihren Zweck erfüllt oder ausgedient haben. Luke erblickt jedoch die Drähte in Vaders Arm und hebt dann seine eigene Hand, in der die Mechanik ächzt und die bereits eine seiner Hände ersetzt hat. Er realisiert, dass er, sollte er weiterhin auf Hass als Waffe gegen den Imperator setzen, genauso werden würde wie sein Vater, dass die dunkle Seite ihn letztendlich verschlingen würde. Er wirft sein Lichtschwert weg, befreit sich von seinem Drang, beide auszulöschen. Er beweist seine Standfestigkeit als Jedi. Eine noble, aber naive Geste, wie er kurz darauf feststellt. Yoda hat ihn gewarnt und der Imperator beginnt, seine Macht-Blitze auf Luke zu schießen. Der Imperator ist wütend, dass Luke sich von ihm nicht manipulieren lässt und bestraft Luke für sein Verhalten. Vader, immer noch geschwächt von Lukes Angriff, steht auf und sieht dem Imperator zu, wie er Luke foltert. Die Blitze des Imperators werden immer stärker, Luke fängt an zu schreien und bittet seinen Vater in Verzweiflung, ihm zu helfen. In diesem Moment zieht an Vader wohl sein ganzes Leben vorbei. Immer hat er versucht, Menschen, die ihm nah stehen, zu retten und immer hat er versagt. Seine Mutter starb in seinem Armen, seine Frau starb, weil er seinen Hass auf Obi-Wan nicht kontrollieren konnte. Jetzt hat er die Gelegenheit, seinen Sohn zu retten. Wäre er hier nicht eingeschritten und hätte er Luke sterben lassen, wäre das letzte Gute von Anakin in ihm endgültig gestorben. Doch er schreitet ein, hebt mit letzter Kraft den Imperator hoch und schleudert seinen Meister, der ihm das ganze Leben lang falsche Versprechungen gemacht hat, den riesigen Schacht des Todessterns hinunter. Er hat die Prophezeiung endlich erfüllt. Palpatine Macht entlädt sich und versiegt dann in den Tiefen des Todessterns. Anakin hat endlich wieder etwas Gutes getan und dem Imperium, das er mit aufgebaut hat, den entscheidenden Schlag versetzt.


Den Rebellen ist es inzwischen gelungen, die Tiefen des Todessterns zu erreichen. Die Raumstation beginnt einzustürzen. Luke hilft seinem Vater noch zu einem Shuttle, keiner der anderen imperialen Truppen, die all die Jahre in Angst ihm gedient haben, beachtet die beiden. Luke und Anakin erreichen ein Shuttle, doch Anakin ist inzwischen sehr schwach. In seinen letzten Momenten bittet er Luke darum, seine Maske abzunehmen, einmal möchte er eines seiner Kinder mit seinen echten Augen sehen. Zum ersten Mal wird die Maske von Darth Vader abgenommen und es wird offenbart, was Anakin bei der Transformation alles genommen wurde, wie er all die Jahre in der Knechtschaft des Imperators gelebt hat. Sein Hinterkopf sieht aus, als hätte man in Eile irgendwelche Überlebenstechnik hineingequetscht. Seine Haut hat seit Jahren kein Tageslicht erblickt. Anakin bittet Luke, seiner Schwester von seiner Tat zu erzählen und dass dieser sich nicht in ihm geirrt habe. Sein Sohn hat ihn gerettet. Eine sehr emotionale Szene, obwohl Anakin sich wieder der guten Seite zugewandt hat, ist es ihm nicht mehr erlaubt, mehr Zeit mit seiner Familie zu bringen. Luke hat ihn zurückgebracht, kann ihn aber nicht mehr vorm Sterben retten.



Der zweite Todesstern ist zerstört, die Galaxis feiert den entscheidenden Sieg über das Imperium. Han möchte, als der Todesstern explodiert, Leia versichern, dass es Luke sicherlich gut geht. Sie offenbart ihm darauf, was Luke ihr bereits im Ewok-Dorf gesagt hat. Für Han wird klar, dass sie ihn die ganze Zeit geliebt hat und er durch Luke eigentlich keine Konkurrenz hatte. Luke verbrennt währenddessen auf einem großen Scheiterhaufen die Überreste seines Vaters. Obwohl Anakin so etwas wie Erlösung erfahren hat, ist Luke der einzige, der um ihn trauert, der in das Feuer blickt. Ob der Ruf von Darth Vader sich in der Galaxis jemals ändern wird, bleibt unklar. Später sieht Luke nochmal Obi-Wan, Yoda und seinen Vater als Macht-Geister. Die drei alten Bekannten sind endlich wieder vereint. Auch wenn man hier über den Auftritt von Hayden Christensen streiten kann, finde ich es passend, da dies seine letzte Erscheinungsform war, bevor er zu Darth Vader wurde. Hätte man die Form nach seiner Wiederkehr genommen, müsste er theoretisch komplett vernarbt, ohne Haare und vier mechanischen Gliedmaßen dastehen. Die Rebellen feiern nun ihren Sieg. Hier hat man meiner Meinung nach bei den Special Editions eine gute Änderung vorgenommen. Statt „Yub Nub“, einer austauschbaren Ewok Volksmusik, hat man John Williams nochmal zurück ins Studio geholt, der für das Ende „Victory Celebration“ geschrieben und eingespielt hat. Dieses Theme passt meiner Meinung nach viel besser zum Ende, es fühlt sich wirklich so an, als hätte man wirklich etwas erreicht, als würden die Rebellen einen großen Sieg feiern. Die Trilogie wird so viel runder abgeschlossen und es fühlt sich einfach nach einem richtigen Ende an.


Schauspieler:

Auch wenn hier diesmal mehr der Kampf als das Zwischenmenschliche im Vordergrund steht, kommen die Konflikte zwischen den Charakteren nicht zu kurz. Vor allem Mark Hamill macht mit seinem inneren Kampf, sich dem Imperator zu wiedersetzen, einen sehr guten Job. Ian McDiarmid spielt zusammen mit der Maske, seiner übertriebenen Bosheit und seinem britischen Akzent in der Original-Fassung einen herausragenden Bösewicht, mit so vielen denkwürdigen Zeilen, die im Kopf bleiben. Carrie Fisher und Harrison Ford sind genauso gut wie im Vorgänger, die Dynamik zwischen den beiden macht viel Spaß und ist unterhaltend anzusehen. Frank Oz spielt Yoda in den letzten Momenten seiner Figur, die ihn bereits schwach aber trotzdem immer noch weise wirken lassen, hervorragend. Der Cast ist im Laufe der drei Filme wirklich zusammengewachsen, sie wissen, was sie tun müssen, um die Entwicklung ihrer Figuren in dieser letzten Schlacht herüberzubringen. Und wie könnte man nur Admiral Akbars einzigartiges „It’s a trap!“ vergessen? James Earl Jones bzw. Heinz Petruo als Darth Vader ist wie bereits erwähnt weiterhin fantastisch und gibt dem Antagonisten seine ikonische, legendäre Stimme.


Spezial-Effekte und Sound:

Durch das nahezu verdoppelte Budget war hier im Film, was die Effekte anging, noch mehr möglich als zuvor. Man hat die Möglichkeiten der praktischen Effekte quasi komplett ausgereizt. Kreaturen sind noch größer, noch vielfältiger als zuvor. Alleine für Jabba musste man drei Puppenspieler herbeiziehen, die Konstruktion der Puppe hat mehrere Monate gedauert. Lediglich ein paar der Ewoks wirken manchmal etwas leblos und sind schlecht gealtert. Die Mischung aus Matte Paintings und echten Schiffsmodellen geht erneut vollkommen auf. Vieles davon wurde wie zuvor auch per Hand auf Kopien der Filmrollen implementiert. Viel schwere Fingerspitzenarbeit wurde gemacht, um die Schlacht von Endor auf die Leinwand zu bringen. AT-Sts bewegen sich glaubhaft und nahezu perfekt aussehend in den Wäldern, die Weltraumschlacht hat eine Fülle an Raumschiffen wie niemals zuvor. Ob das Jabbas Palast ist, die Wälder von Endor oder die Innenräume des Todessterns, alles wirkt sehr glaubwürdig und liebevoll ausgearbeitet, um den Zuschauer in die Welt von Star Wars hineinzuziehen.



Beim Sound gibt es eigentlich nicht viel zu sagen. Alles ist auf so einem erstaunlichen Top-Level, dass man sofort vergisst, dass es sich um einen Film aus dem Jahre 1983 handelt. Vielen der Kreaturen hat man eine eigene Sprache gegeben, Kreaturen wie der Sarlacc oder Salacious Crumb (das lachende, vogelähnliche Tier bei Jabba) bekommen durch ihre Geräusche ihre Identität. Jabba hat ein eigenes Theme bekommen, das zur Stimmung der Unterwelt passt. Der Soundtrack zur Schlacht von Endor ist ein halbstündiges, kaum unterbrochenes Stück, das sowohl aus der Musik der Ewoks als auch dem dramatischen Orchester, wenn Luke gegen Darth Vader kämpft, besteht. Das Theme des Imperators untermalt das absolute Böse seiner Figur perfekt. Raumschiffe schießen an einem vorbei, was durch die Sound-Abmischung der Special Editions noch verstärkt wird. Das Ewok-Horn bleibt ebenfalls in Erinnerung. Die Liste an Geräuschen und Soundtracks, die man aus diesem Film erwähnen kann, ist so lang, dass sie den Rahmen dieser Kritik sprengen würde.


Fazit:


Auch wenn in diesem Film diesmal der Fokus mehr auf der Action als auf den ruhigen Momenten liegt, kommt die Entwicklung der Charaktere nicht zu kurz. Die Handlung der Original-Trilogie wird perfekt abgeschlossen und zu einem emotionalen Ende gebracht. Die Emotionen und inneren Konflikte, die dieser Film mitbringt, machen ihn verdammt sehenswert und lösen auf, was mit Episode V bereits gestartet wurde. Man hat hier einen Film geschaffen, der den Kultstatus der Original-Trilogie gefestigt hat und er hat es geschafft, in nahezu alles Aspekten das gleiche Niveau zu halten wie die Vorgänger. Meistens fallen gute Trilogien in der Qualität beim letzten Teil ab, aber dieser Teil ist einer der Gründe, warum die Original-Trilogie von Star Wars als einer der besten und bekanntesten Trilogien in die Filmgeschichte eingegangen ist.


10/10

Kommentare 8

  • Dieser Film hat wirklich 10 Punkte Verdient denn der Abschluss ist so perfekt wie in keinen anderen Film! Für mich hätte Star Wars hier einfach zu Ende gehen können; verstehe es bis heute nicht das es unbedingt weiter gehen hat müssen.

    • Vor allem, nachdem ich nun Episode IX gesehen habe. Es gibt keine Sequel-Trilogie, dies ist der wahre Abschluss der Haupt-Star Wars Saga!

    • Schaue gleich nicht Episode 9 an! Wie der 7 Teil erschien ist war es um Star Wars geschehen! Disney hat das Universum zerstört! Und wird die Kuh noch solange melken , solange sie Geld abwirft! / Ist leider Traurig (((:
      Dennoch ist die 6 Episode aufgrund der Geschichte grandios.
      Da hier alles zu einen schlüssigen Ende gebracht wird.
      So ein schlüssiges Ende gibt es bisher nur beim Francrise Star Wars; andere IPs werden leider meist nicht so schlüssig zu Ende gebracht!

  • Wow! Mal wieder "Hut ab" für diesen umfassenden Bericht und deiner Einschätzung. Wie auch das "Imperium schlägt zurück" hab ich diesen Film geliebt. Auch heute noch bekomme ich Gänsehaut, wenn der A-Wing-Pilot schreiend in die Brücke der Executer reinrast. Von dem Duell Luke gegen Vader ganz zu schweigen. Die Lichtschwertkämpfe waren hier zwar schon actionreicher als in den vorherigen Teilen, aber immer noch (zum Glück) weit entfernt von der lächerlichen Schnelligkeit der späteren Teile. Ich mag den Film auch heute noch (mag allerdings nicht den reinretuschierten neuen Schauspieler), würde ihn aber auch hinter Episode V einordnen.

    • Das mit dem reinretuschierten Schauspieler (Hayden Christensen) wurde gemacht, weil der Geist von Anakin Skywalker in Episode 3 starb und in Darth Vader aufgegangen ist. Zu diesem Zeitpunkt war Anakin Skywalker verschwunden und erst als Darth Vader sich für seinen Sohn opferte wurde der Geist von Anakin Skywalker wieder befreit, deshalb kann ich diese eine Änderung irgendwo nachvollziehen, aber ich verstehe, wenn nicht jeder das gut findet. Vorher war das glaube ich Sebastian Shaw. Episode VI war für mich ein würdiger Abschluss und kann mir gar nicht vorstellen, wie Disney das mit Episode IX toppen möchte.

    • Ja, schon klar ;) Gebraucht hätte ich diese (wie auch viele andere Veränderungen) aber nicht. Ist sicher auch ein bisschen Geschmackssache. Aber gerade bei der damaligen Special Edition (diese goldene auf VHS) wurde so Manches reingeschraubt, was meiner Meinung nach einfach nur überflüssig war. Dennoch: auch für mich war der Teil ein würdiger Abschluss. Hätte auch von mir aus dabei bleiben können. Na ja, anderes Thema.

    • Manche Änderungen fand ich wirklich brauchbar. Zum Beispiel in Episode V mit dem Imperator, der sah auf VHS echt grausig aus oder die geänderte Musik mit der großen Feier. Ich mag aber auch nur die DVD-Edition von 2004, die ganz aktuellen auf der Bluray finde ich furchtbar, vorallem das zweimalige Neeein von Darth Vader in Episode VI.

  • Episode V bekam von mir volle 10 Punkte und Episode VI bekommt von mir 9 Punkte. Ich liebe diese beiden Filme, fand aber insgesamt den Vorgänger etwas stärker. Halbe Punkte gibt es nicht, sonst wäre es eine 9,5. Ich habe echt Angst vor dem neuen Film, weil er entweder alles zerstören könnte oder alles retten. Die Episoden VII und VIII haben mir leider nicht so gut gefallen, aber das ist ein anderes Thema. Episode VI gehört zu meinen absoluten Favoriten und ich liebe die Dialoge am Ende.


    Darth Vader: "Obi-Wan hat dich viel gelehrt."


    Luke Skywalker: "Ich kämpfe nicht mit dir, Vater."


    Darth Vader: "Es ist sehr unklug von dir, dass du dich nicht zur Wehr setzen willst."


    Kampfgeräusche


    Luke Skywalker: "Deine Gedanken verraten dich, Vater. Ich fühle das gute in dir und deinen Konflikt"


    Darth Vader:"Es gibt keinen Konflikt."


    Luke Skywalker:"Du hast es bisher nicht über dich gebracht mich zu töten und du wirst mich auch jetzt nicht vernichten."


    Darth Vader: "Du unterschätzt die dunkle Seite der Macht. Wenn du nicht kämpfen willst, ist dein Schicksal besiegelt."


    Darth Vader wirft sein Laserschwert in Lukes Richtung und der Imperator lacht erfreut.


    Imperator Palpatine: "Gut, sehr gut."


    Darth Vader: "Du kannst dich nicht ewig verstecken, Luke."


    Luke Skywalker: "Ich kämpfe nicht mit dir, Vater."


    Darth Vader: "Ergib dich der dunklen Seite der Macht, nur so kannst du deine Freunde retten. Jaa, deine Gedanken verraten dich. Deine Gefühle für deine Freunde sind sehr stark. Besonders für deine Schwester. Du hast also, eine Zwillingsschwester. Mit deinen Gefühlen hast du auch sie nun verraten. Es war klug von Obi-Wan sie vor mir zu verbergen, doch bei allem was er angestrebt, hat er nun eine endgültige Niederlage erlitten. Solltest du dich nicht zur dunklen Seite der Macht bekehren lassen, dann gelingt uns das vielleicht mit ihr."


    Luke Skywalker: "NEIN".


    Kampfgeräusche