Maluigi’s Meinungsrunde: Mainstream ist wichtig!

Maluigi’s Meinungsrunde: Mainstream ist wichtig!


Wo kämen wir nur hin, gäbe es nur noch EA und Nintendo? Wahrscheinlich würde EA sich in gewissen Zeitabständen neue Methoden einfallen lassen, um dem Kunden hier und dort doch noch ein paar Euro oder Dollar zu ,,entnehmen‘‘. Und Nintendo? Würde wahrscheinlich mit der Zeit EA folgen, allerdings mit dem Unterschied, dass sie als ,,die Guten‘‘ dastehen würden. Immerhin könnte man ihre teils fragwürdigen ,,Zusatzangebote‘‘ mit der Zeit als völlig normal ansehen. Der Großteil des Marktes habe es schließlich schon länger implementiert.


So, oder so ähnlich, stellen sich die meisten wohl Mainstream vor. Einer der ,,Großen‘‘ macht es vor, die anderen rennen hinterher. Doch ist es wirklich so? Steckt hinter dem Begriff eventuell mehr, als man denkt? Man wird es schon ahnen, denn ja, es ist etwas daran. Und genau damit möchte ich mich heute in diesem ,,Nebenableger’‘ von Maluigi’s Gamingrunde befassen.


Anhand des Gedankenexperiments wird eines deutlich: Mit Mainstream wird immer ein Großteil des Marktes gemeint. Und so ist es auch. Bekannte Vertreter sind Super Mario, Assasasin‘s Creed, Pokémon, aber auch das verhasste FIFA. Doch was ist jetzt so gut an ihnen, dass Mainstream angeblich so wichtig ist? Treiben sie die Innovation dermaßen voran, dass ohne sie der Markt oder das Genre auf der Stelle treten würde? Wohl eher weniger. Erscheinen sie dermaßen selten, dass ein Release pro Generation einmal ist? Oftmals nicht. Bieten sie dem Spieler einen solchen Mehrwert, dass er nicht aufhören kann, auch nach 20 Jahren ohne Beschwerden spielen zu können? Leider nicht immer oder nur sehr selten. Aber was ist es dann? Wenn ein Großteil der Spiele diese Fragen nicht positiv beantworten kann, dann liefern vielleicht nicht die Spiele das Ergebnis, sondern sind selber das Ergebnis? Korrekt. Auch, wenn natürlich jedes Spiel mehr oder weniger zu den Fragen passt, so sind solche Mainstream-Titel meist eher Produkt, als Former. Die Erklärung ist so simpel wie komplex: Riesige Projekte können nur durch einen passenden, ebenfalls riesigen Markt ermöglicht werden.


Ein Beispiel: GTA V, womöglich das Sinnbild des Mainstreams, soll in der Entwicklung 200 Millionen Dollar gekostet haben. Wäre der Markt nun aber nur ,,Nische‘‘, wäre das Spiel ein riesiger finanzieller Flop geworden - oder hätte den Markt erst zum Mainstream gemacht. Das positive für den Konsumenten sind also die massiven Produkte, welche für ihn am Ende bereitstehen.


Nischen sind übrigens nicht weniger wichtig. Von dort kommen oftmals neue Innovationen, welche mit der Zeit auch mit in den Mainstream einfließen können. Außerdem sind viele diverse Nischen ein Anzeichen für einen gesunden Gesamtmarkt. Und wodurch entsteht dieser? Richtig. Durch einen gesunden Mainstream.


Abgesehen von solchen Nischen ist der Mainstream aber noch für etwas anderes wichtig: Die Entstehung neuer Konsumenten. Diese werden nur sehr selten über eine Nische gewonnen. Das heißt nicht, dass dort gar keine neuen Verbraucher entstehen, doch denkt man beispielsweise an ein Kind, wird dieses eher zu Mario Kart XY greifen, oder greifen lassen, als zu Shovel knight, Secret of Mana, etc. Ohne Kinder würde der Markt mangels Nachwuchs-Konsumenten einfach zusammenfallen - und mit ihm Mainstream wie Nische verschwimmen bzw. stark schrumpfen.


Letztendlich bedeutet Mainstream auch Vielfalt. Vielfalt, welche auf einen gemeinsamen Grundkonsens kommt und so gemeinsam Spaß bereiten kann.



Was lernen wir daraus: Hoffentlich eher weniger, denn eigentlich sollte das einem schon vorher klar gewesen sein.


Vielen Dank fürs Lesen. Als nächstes plane ich einen Blog zu den Verkaufszahlen der Yo-Kai Watch-Reihe.


Nicht-finanziell unterstützen kann man mich hier und hier.

Kommentare 8

  • Sehr interessantes Thema, da muss ich mich den lobenden Vorrednern anschließen.
    Witzig finde ich auch, wenn Leute diese achso pösen "Mainstream" Spiele ala Uncharted oder GoW verteufeln, aber selbst dann Mario (Kart), Smash und Co. zocken. Nichts gegen Indie Spiele, Hollow Knight z.B. war klasse, den auf die Vielfalt kommt es an. :D

    • Genau. Vielfalt sorgt für Spielspaß. Sonst gäbe es ja keine verschiedenen Genres.

  • Dieser Blog hast du sehr gut geschrieben und ich fand ihn sehr interessant zu lesen.


    Anhand deines zu Beginn erwähnten Beispiels, wenn es nur EA und Nintendo gebe, sieht man deutlich wie wichtig Konkurrenz ist, damit die Branche innovativ bleibt und nicht andauernde moralisch fragwürdige Geschäftspraktiken Einzug erhalten.


    Ich freue mich schon darauf, wenn du die Verkaufszahlen von der Yokai-Watch Reihe behandeln wirst.


    Off Topic: Ich würde dich als Redakteur bei ntower sehen.

    • Vielen Dank. :)


      Innovation ist sehr wichtig und wird oft als Gegensatz zu fragwürdigen Methoden angesehen, wobei jedoch auch diese (negative) Innovationen sind.


      Yo-Kai Watch plane ich für Montag.


      Als Redakteur sehe ich mich nicht, dazu wäre ich wahrscheinlich nicht fähig. Höchstens für ein oder zwei Spezial.
      Bei Blogs habe ich (fast) nur mich als jemanden, der etwas vorgibt.

    • In diesem Fall freue ich mich schon auf den Montag :-)


      Wenn ich mich richtig erinnere, muss man als Redakteur bei ntower sowieso 18 Jahre alt sein. Deshalb hast du noch ein paar Jahre Zeit, fähiger zu werde ;-)
      Ich verstehe natürlich deinen Einwand, dass du bezüglich deines Textes bezüglich des Inhalts eingegrenzt wirst.


      Als Spieletester wäre dies jedoch anders, da kannst du deutlich mehr selbst entscheiden und deine Meinung zu einem von dir getesten Spiel äußern.

    • Als Moderator sollte man tatsächlich ursprünglich mindestens 16 Jahre alt sein und manche Redakteure waren nicht 18, als sie bei uns anfingen.

  • Ein wahrlich interessantes Thema. Mainstream wird gefühlt entweder gelebt und geliebt oder gar komplett verteufelt. :D
    Auf jeden fall ein schöner Blog der mal zum genaueren Nachdenken verleitet. :thumbsup:

    • Das sollte er. ;)


      Die Idee kam mir auch relativ spontan, aber interessant ist es wirklich.