BestOf #1: 3D-Platformer

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  • BestOf: 3D-Platformer – Die Top 5!

    Herzlich willkommen zu BestOf – die Blogreihe, die euch die besten Ableger der jeweiligen Thematik vorstellt und ihre Vorzüge näher beleuchtet. Ob die Liste dabei nach Qualität geordnet ist oder eine allgemeine Auswahl von besonders hervorragenden Vertretern darstellt, hängt jedes Mal vom individuellen Fall ab und wird stets erkenntlich hervorgehoben. Als Mitglied des ntower-Teams möchte ich hierbei betonen, dass jegliche Aussagen lediglich meine persönlichen Ansichten zeigen und nicht repräsentativ für die gesamte Redaktion stehen. Um keine weiteren Worte zu verlieren: Viel Spaß mit BestOf: 3D-Platformer – Die Top 5!

    Dreidimensionale Welten – Ein Genre zum Verlieben

    Als jemand, der mit dem Nintendo 64 und GameCube aufwuchs, dürfte es kein Geheimnis sein, dass Klassiker wie Super Mario Sunshine, Banjo-Kazooie oder Donkey Kong 64 meinen Einstieg in die Welt der Videospiele maßgebend beeinflussten. Seitdem spiele ich nichts lieber und genieße jeden Genrevertreter, der mich durch offene Welten voller Mysterien springen und rennen lässt. Wie genau man dabei das Genre definiert, kann je nach Ausrichtung anders ausfallen. Während Super Mario Galaxy oder Super Mario 3D World ebenso 3D-Platformer sind, jedoch aus sehr viel lineareren Levels bestehen, bevorzuge ich die offenere Struktur und verliere mich gerne in weitläufigen Welten. Ob es nun ein Collecathon ist, spielt dabei keine Rolle – solange eine ausgewogene Balance zwischen eigenständiger Erkundung und gezielten Sprungpassagen erzeugt wird, ist mein Interesse geweckt – was nicht heißt, dass es kein Spiel à la Super Mario Galaxy in die Liste schaffen kann. Nun, da ich etwas definiert habe, welche Ableger zur Auswahl stehen, schauen wir uns endlich die ausgewählten Koryphäen an.



    5. Super Mario 3D Land [Nintendo 3DS, 2011] – Marios tatsächlicher Übergang in die dritte Dimension

    Mit Super Mario 3D Land erhielten wir 2011 zum ersten Mal ein vollwertiges, neues 3D-Mario-Spiel auf einem Handheld. Obwohl ich mich damals von der Vermarktung etwas irreführen ließ und etwas wie Super Mario 64 erwartete, war ich umso überraschter, wie stark mich das altbekannte Konzept im frischen Gewand überzeugen könnte. Der Grund liegt vermutlich an der Ausrichtung des Gameplays – schaut man sich nämlich die allgemeine Struktur an, stellt 3D Land einen sehr viel natürlicheren Übergang von 2D zu 3D dar, als es damals mit 64 der Fall war – ganz wie mit Zelda Breath of the Wild. Alle wohlbekannten Elemente eines klassischen Mario-Spiels lassen sich nämlich in 3D-Land finden: Sei es der Fahnenmast, das Bossdesign gegen Bowser oder ganze Levelorientierungen – sämtliche Konzepte wurden bis dahin so nie in einem dreidimensionalen Abenteuer umgesetzt und wirken dadurch gleichermaßen bekannt wie frischartig.

    Ansonsten ist es natürlich der passend eingesetzte 3D-Effekt, die kurzweiligen, spaßigen Kurse – die wunderbar zu einem Handheld passen – oder die Spiellänge, die bei Komplettierung zahlreiche Stunden beschäftigen kann. Super Mario 3D Land hat mir eine Ausrichtung gezeigt, die ich mir seitdem stets für Handheld-Marios wünschte, jährlich mindestens ein Mal besuche und deswegen umso enttäuschter bin, dass Nintendo diesem Konzept nie wieder eine Chance auf dem Nintendo 3DS gab.



    4. Space Station Silicon Valley [Nintendo 64, PlayStation 1, 1998] – Heute Grand Theft Auto, damals Super Mario Odyssey

    Der sehr wahrscheinlich unbekannteste Vertreter dieser Liste. Heutzutage mag es surreal klingen, doch steckt hinter diesem vergessenen 3D-Platformer Rockstar Games, die derzeitigen Grand Theft Auto-Entwickler. Vielleicht sagt dieser Fakt auch gerade deswegen etwas über die hohe Qualitäte des Titels aus, der bis heute von Fans stark betont und bei jeder Gelegenheit erwähnt wird. Wem Super Mario Odyssey und die Gegnerübernahme gefiel, dürfte überrascht sein zu erfahren, dass diese Mechanik hier ihren Ursprung hat und Dreh- und Angelpunkt des Spiels ist. Ihr kontrolliert einen kleinen Computerchip, der auf der Suche nach seinen verlorenen Bauteilen ist und sich durch eine Weltraumstation voller mechanischer Tiere kämpfen muss. Schafft ihr es also, ein Tier zu töten, könnt ihr den regungslosen Körper übernehmen und fortan mit diesem weiterkommen. Dabei besteht das Spiel nicht aus ausgedehnten Welten im Stile von Banjo-Tooie oder Super Mario Sunshine, sondern bietet – mal mehr, mal weniger – weitläufige 3D-Level und fokussiert sich auf gezielte Aufgabenstellungen.

    Die Nahrungskette der Tiere wird hierbei stets realistisch dargestellt: Ein Fuchs kann es nur sehr schwierig mit einem Bären aufnehmen und muss deswegen mit Bedacht das Säugetier schlagen. Durch die unterschiedlichen Kreaturen und ihren Fähigkeiten, fällt das Gameplay extrem abwechslungsreich aus, wodurch jedes Level völlig neue Voraussetzungen bereithält und sich Ideen nur selten wiederholen. Getoppt wird das Ganze von einem extrem amüsanten Humor, welcher teilweise an Rare erinnert, und den damit verbundenen ausdrucksstarken Animationen, die noch heute beeindruckend für den Nintendo 64 sind. Selbst der Detailgrad kommt niemals zu kurz: Zerstört ihr beispielsweise die Musikboxen innerhalb eines Levels oder entfernt euch von ihnen, passt sich die Musik an und wird entweder leiser, lauter oder entfällt komplett. Ich könnte hier den ganzen Tag über die Vorzüge des leider vergessenen 3D-Platformers schreiben, doch kann ich letztendlich nur betonen, dass Space Station Silicon Valley zu Unrecht in Vergessenheit geriet.



    3. Super Mario Sunshine / Super Mario Odyssey [Nintendo GameCube, 2002 / Nintendo Switch, 2017] – Sommerurlaub trifft auf Weltreise

    Eine Doppelbesetzung für den dritten Platz. Selbst heute tue ich mich schwer zu entscheiden, ob mir nun Odyssey oder Sunshine besser gefällt und je nach Tageseinstellung fällt die Antwort wohl immer unterschiedlich aus – trotzdem haben eines beide gemeinsam: Der absolut einzigartige Charakter. Obwohl ein Super Mario Galaxy selbstverständlich für sich außergewöhnlich ist, verkörpert es gewissermaßen immer noch Marios Simplizität, die tatsächlich überzeugend funktionierte und mich lange denken ließ, dass Nintendo sich mit diesem Ansatz wohler fühlt. Doch dann kam Odyssey, dass sämtliche Traditionen oder angebliche Regeln hinter sich ließ und das wohl kreativste Mario-Abenteuer seit Sunshine herausbrachte.

    Alle Errungenschaften, die ich an einem Spiel anführen kann, lassen sich auf den anderen übertragen. Seien es die zugegeben simplen, aber glaubwürdigen Geschichten, die über eine einfache Entführung hinaus gehen, unorthodoxen Ambiente oder auf dem Papier fragwürdigen Ideen (Synchronisation in Sunshine, realistische Menschen in Odyssey) – der Kreativität wurden sichtlich keine Grenzen gesetzt, was sich deutlich lohnte. Natürlich brilliert Sunshine in Bereichen, wo Odyssey schwächelt (genauso andersherum), letztendlich haben mir beide jedoch bewiesen, dass weder die Galaxy-Reihe, noch 3D World an den Charme und Charakter besagter Spiele auch nur annähernd herankommen.



    2. Banjo-Tooie [Nintendo 64, 2000] – Der erste und letzte 3D-Metroidvania-Platformer

    Nach dem großen Erfolg von Banjo-Kazooie dauerte es nicht lange, bis mit Banjo-Tooie selbstverständlicherweise ein Nachfolger erscheinen musste. Endlich konnten Fans mehr vom selbstironischen Humor, den frechen Charakteren, witzigen Dialogen und kreativen Welten bekommen – wortwörtlich. Anstatt nämlich auf überschaubare, relativ kleine Welten zu setzen, möchte Banjo-Tooie pompöser sein und setzt den Spieler vor gigantische, verbundene Orte – vollgepackt mit Items, neuen Moves und fremden Gegnern. Je komplexer und gewaltiger ein Spiel wird, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich es dem simpleren Erlebnis bevorzugen werde – solange es schlüssig umgesetzt ist. Möglicherweise ist dies nur mein Eindruck, doch fiel im Verlauf der Jahre und vor allem nach diskutablen Spielen wie Yooka-Laylee die Anerkennung gewaltiger Collecathons, wodurch Banjo-Kazooie heute für sein kompakteres Leveldesign gelobt wird. An diesem Punkt möchte ich nicht die Qualität des Vorgängers infrage stellen, sondern die Vorzüge des Nachfolgers und seinem einzigartigen Konzept von Welten näher erläutern.

    Banjo-Tooie ist der bis heute einzige dreidimensionale Metroidvania-Platformer. Was verrückt klingt, ist bei näherer Betrachtung gar nicht so abwegig, schaut man sich nur die generelle Vorgehensweise des Spiels an. Alle Welten sind auf clevere Wege miteinander verbunden, bestimmte Bereiche können nur erreicht werden, sobald spezielle Moves erlernt sind; und Backtracking ist ein integraler Bestandteil, falls man die 100 % erreichen möchte. Selbst gewisse Rätsel verknüpfen teilweise bis zu drei Welten untereinander und können nur durch zusammenhängendes Denken gelöst werden. In keinem anderen 3D-Platformer ist es möglich, so nahtlos zwischen Welten zu wechseln, ohne die Oberwelt aufsuchen zu müssen, was das Spiel bis heute zu einem einzigartigen Vertreter macht. Für manche mag das alles zu aufgebläht sein, ich hatte allerdings niemals ein Problem damit und liebe komplexes, oder gar kompliziertes Leveldesign, bei dem ich ordentlich mitdenken muss, um nichts zu verpassen. Die Inklusion von erstklassigen Bossgegnern, den besten Grant Kirkhope-Soundtrack und einem absolut würdigen Finale, sind nur die Kirsche auf der Torte und machen Banjo-Tooie zu Rares Höhepunkt.



    1. A Hat in Time [Nintendo Switch, PC, Xbox One, PlayStastion 4, 2017] – Seinen Vorbildern voraus

    Wer sich unseren umfangreichen Spieletest letztes Jahr anschaute, weiß, in welchen hohen Tönen ich vom Indie-Hit sprach. Und bis heute hält sich dieser Ansatz: A Hat in Time ist die noch immer beeindruckendste Rückkehr zum Genre und geht über seine Vorbilder hinaus. Anstatt seine Inspirationen aus der Nintendo 64-Ära zu ziehen, orientiert sich das Spiel hauptsächlich an GameCube-Klassikern und macht daraus kein Geheimnis. Der Humor erinnert an Paper Mario 2 und setzt gleichermaßen eigene Akzente, der Grafikstil ist ebenso malerisch wie The Wind Wakers Optik und füllt ihn mit eigenem Charme; und bestimmte Ideen erinnern stark an Super Mario Sunshine, ohne völlig zu kopieren. Vielleicht ist es aufgefallen, doch gibt sich A Hat in Time stets Mühe niemals inspirationslos abzukupfern – auf jede Anlehnung folgt ein individueller Einfall, der sich von Genrekollegen abhebt oder diese gar übertrifft.

    So besitzen alle Welten einen klimaktischen Aufbau, wo Missionen stets aufeinander aufbauen und in absolut fantastischen Bosskämpfen enden, die selbst über das Genre hinaus ihres Gleichen suchen. Während eine Welt ein lineareres Design aufweist und mehr Storyelemente bereithält, wirft euch eine andere in eine völlig offene, weitläufige Bergkette, wo ihr komplett eigenständig erkunden dürft und die Reihenfolge der Ziele selbst bestimmt. Nehmen wir Super Mario Odyssey kurz aus der Liste, gab mir A Hat in Time ein Spielgefühl im Bereich der 3D-Platformer, dass ich seit Jahren zu vergessen wusste und deswegen das Spiel zu einer Wundertüte voller erinnerungswürdiger Musikstücke, Charaktere und verrückten Ideen macht.



    Was sagt ihr zur Liste? Fallen euch noch andere Ableger ein, die einen Platz verdient hätten und welche 3D-Platformer gehören zu euren absoluten Favoriten? Lasst es mich in den Kommentaren wissen und teilt mir mit, welches BestOf-Thema ihr gerne in Zukunft sehen möchtet oder ob ihr Verbesserungsvorschläge besitzt. Bis zum nächsten Mal!

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Kommentare 5

  • XenoDude -

    Freue mich schon auf diese neue Blogreihe.

    Ich muss ein unbeliebtes Geständnis ablegen: Donkey Kong 64 ist mein Lieblings 3D-Plattform Spiel und ich mag es mehr als jedes andere Spiel der Reihe.

    Nachdem ich mich von dieser Last befreit habe, hätte ich noch ein Verbesserungsvorschlag: Du könntest bei zukünftigen Blogartikel der Reihe, jeweils eine Umfrage anfügen, um zu erfragen, welches unser Lieblingsspiel des jeweils behandelten Genres ist.

    • bubisaurus -

      Es ist gut, sich solche Sachen von der Seele zu sprechen.

    • Kevin Becker -

      Keine Bange, DK64 ist bei mir, wenn es allgemein um Donkey Kong geht, auch auf Platz 1. Ist das gleiche wie bei Banjo-Tooie: Gefühlt ist es erst in den letzten Jahren cool geworden, das Spiel nicht zu mögen – ich liebe aber die riesigen Welten und unterschiedlichen Kongs.

  • Haby -

    Diese Liste ist wirklich sehr subjektiv! Den Super Mario 3D Land als Marios Übergang in die 3 Dimensionen zu bezeichnen halte ich für gewagt. / 3D Land würde ich eher als 2,5 D Mario gruppieren. Wobei ich mir hier ein neues für die Switch wünschen würde. Könnt man Super Mario 3D Universum nennen. | Schreib aber weitere Best Of, denn erst nach ein paar Artikel kann man sagen ob die Reihe einen anspricht.

  • Terranigma -

    Schon klar, das ist deine Wahl, wie du auch eingangs erwähnst, aber ich persönlich stimme nicht mit dieser Liste überein. Banjo Kazooie finde ich besser als Tooie (zu viele große Flächen, auf denen nix ist). Sunshine über 64 zu stellen..., ich hab ja auch Nostalgie für Sunshine, aber diese Yoshi Passagen und dieses eine Level, wo man warten muss, bis die Maschine die richtige Frucht ausspuckt, nein Danke! Ich hätte mir auch ein Sonic Generations, oder auch ein Sonic Battle Adventure 2 in der Liste gewünscht. Eine BestOf 5 zu Zelda Spielen würde ich noch sehr interessant finden.