Egoismus in seiner gefährlichen Form // Ein Appell

Es war heute ein relativ gewöhnlicher Tag. Und eigentlich hätte ich keine Zeit gehabt. Weder zum Aufregen über die Leute, die aus Bequemlichkeit keine Maske tragen, noch über das Nachdenken, was ich in einen Appell bezüglich der Corona-Maßnahmen schreiben möchte. Doch dann meinte mein Vater, dass eine WhatsApp-Nachricht gekommen sei. Und nicht von irgendwem, sondern vom Schulleiter, verteilt durch die Elternpflegschaft. Nun kann man sich denken, was passiert ist; Ein Schüler der 12.Klasse, also dem Abiturjahrgang, hat sich wahrscheinlich mit dem Coronavirus infiziert.


Dieser Vorfall trifft unsere Schule. Denn eigentlich wären Donnerstag und Freitag wichtige Tage geworden. Die Oberstufen hätten, diesmal per Zettelwahl, die Schülervertreter gewählt, danach wäre zum ersten Mal die wichtigste Institution unserer Schule zusammengekommen: Die Schulkonferenz, die zu gleichen Teilen aus Lehrern, Schülern und Eltern besteht. Der/die frisch gewählte Schülersprecher*in hätte somit seine erste ,,Amtshandlung“ vollzogen.


Doch warum erzähle ich Euch das? Ihr könnt diesen Blog einfach schließen, Euch mit anderen Dingen beschäftigen und meine kleine Geschichte hier einfach vergessen. Oder besser gesagt: Missachten, ignorieren, vernachlässigen. Es gibt viele Wörter dafür, allerdings nur zwei darauffolgende Möglichkeiten; Nämlich, dass Corona Euch wirklich nicht näher, als in sozialen Medien, Nachrichten und Beschränkungen kommt. Oder Ihr werdet direkt getroffen - infiziert also.


Und hier kommen ich und mein Blog wieder ins‘ Spiel. Denn ich musste in den letzten Tagen feststellen, dass viele Menschen eine gefährliche Mischung aus Egoismus und einem komischen Humor haben. Das ging so weit, dass ich schon komisch angeschaut wurde, wenn ich Abstand hielt und noch komischer, als ich sagte, dass ich mich an die Regeln halten werde.

Ohne Maske und genüsslich essend kamen manche Schüler zum Unterricht, denn die Maßnahmen gelten ja schließlich auch nur bis zum Tor des Schulhofs, nicht wahr?


Doch solche Fälle zeigen: Es kann schnell gehen, es kann verheerend sein und es kann ärgerlich sein. Tragt Eure Maske, haltet Euch an die Abstands-Regeln.


Ich kann nicht nachvollziehen, warum manche Leute aus Bequemlichkeit, wegen ihrem Egoismus, das nicht tun. Was ist so witzig daran, eine Pandemie zu haben? Was ist so schlimm daran, Regeln zu befolgen? Was ist so einschränkend daran, eine Maske zu tragen? Mir ist bewusst, dass die Maskenpflicht im Unterricht weg ist, aber davon verschwindet doch keine Pandemie.

Wir haben immer noch ältere Menschen, gefährdete Patienten und durch Corona todkranke Pandemieopfer.

Dazu gefährden diejenigen, die die Maske nicht tragen, unsere Schulabschlüsse und damit unsere Zukunft, vielleicht sogar unser Leben.


Am Ende des Tages bleibe ich nur eine Person aus dem Internet. Aber vielleicht können diese Worte helfen. Helfen, eine Pandemie globalen Ausmaßes zu bekämpfen. Und wenn es nur ein minimalsten Teil dazu beiträgt, wird es sich gelohnt haben.


Hinweis: Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen keine Masken tragen können, oder anderweitig Regeln daher nicht einhalten können, sollten sich natürlich nicht angesprochen fühlen. Doch gerade wegen diesen Mitbürgern ist es wichtig, die Maßnahmen zu beachten.


Vielen Dank fürs‘ Lesen.

Kommentare 11

  • Ja das Debakel.


    Leider ist das Thema MNS sehr schwierig, wie kämpfen gegen einen Unsichtbaren Feind.


    Mit einer sehr geringen Anzahl an schwer betroffenen, gemessen an unserer Einwohnerzahl. Die Chance jemanden wirklich zu kennen und zu sprechen, der intensivmedizinisch betreut wurde ist gering.


    Dazu kommen ständig widersprüchliche Aussagen und Handlungen, sowie Regeln. Im Unterricht keine Maske aber in der Aula? Im Sportunterricht nicht, aber sonst schon? naja während Firmen mit Möglichkeiten für Home Office sehr vorbildlich handeln, sind

    Schulen meistens die Vollkatastrophe.


    So und da befinden wir uns - und dann, mal fernab von Egoismus, erkläre mal „coolen“ und jungen Menschen wieso sie da mitziehen sollen. Kinder sind selten dumm - sie reagieren auf Ungerechtigkeiten oder Widersprüche bei Regeln meisten stark... und die Lehrer haben keine Argumente. Die Politik entscheidet und das teilweise sehr fragwürdig.


    ——


    Ich will das Verhalten aber keineswegs verteidigen. Jedem der Zweifel hat, aber „noch“ interessiert ist sollte sich mit den Folgen des Virus beschäftigen.


    Gerade in der Neurologie zeigen sich vermehrt stärker ausgeprägte Schäden nach Schlaganfällen. Oder schwere Verläufe bei Erkrankungen, die die Nerven betreffen. Also bei den Patienten, die Corona hatten. Das Virus zerstört weit mehr, als dass man bisschen Grippe hat oder ne Woche beatmet werden muss.


    Noch ist nicht klar ob diese Schäden nur Monate danach anhalten oder für immer bleiben.


    Daher sollte jeder mal darüber nachdenken, wie er sich gegenüber anderen Menschen verhält. Niemand kann darüber sauer sein, weil jemand der alleine an der Bushaltestelle hockt seine Maske runterzieht.


    Aber bei Kontakt mit anderen - auch Freunden sollte man halt die Regeln beachten. Viele, gerade junge, haben ältere Omas/Opas oder Eltern, die sie hoffentlich lieb haben. Und niemand sollte das Risiko eingehen, diesen zu schaden. Auch wenn die Chance dafür nur gering sein mag.


    Es ist eine bescheidene Zeit, aber noch sind doch unsere „Opfer“ in Form von Abstand und Maske, sowie einigen geschlossenen Geschäften eher zu verkraften...

  • Leider sind sich viele der Ernst der Lage zu wenig bewusst. Ich bin ehrlich mit dir, als der Virus in China ausgebrochen ist, habe ich auch nicht daran geglaubt, dass dieser die Welt so treffen würde, wie dies dann passiert ist. Im Februar habe ich dann meine Meinung dazu geändert.


    In meinem Beruf arbeite ich mit Jugendlichen und sah es in meiner Verantwortung, sie über die gravierende Situation aufzuklären, nachdem sie viele Witze darüber gemacht haben und teilweise bewusst, gegen die vom Staat auferlegten Regeln/Empfehlungen verstoßen haben.


    In der Zwischenzeit haben sie sich gefügt und verhalten sich korrekt in der Öffentlichkeit.

    Yeah! 2
    • Denke das niemand gedacht oder geahnt hat wie schlimm Corona wirklich ist! Viele sind auch lange davon ausgegangen das sich das ganze bis im Sommer vorbei ist.


      Selbst jetzt kann man die genauen Folgen durch Corona noch nicht abschätzen, da keiner die längeren Gesundheitlichen Schäden hier absehen kann. Aber auch Wirtschaftlich wird das ganze ein Riesiges Problem; auch deshalb da viele Berufsgruppen nicht mehr arbeiten dürfen aufgrund der Schutzmaßnahmen.


      Deshalb hoffe ich das jeder einzelne Gesund bleibt, dies ist jetzt erst mal das wichtigste in dieser schwierigen Zeit. Alles andere wird sich für jedem einzelnen hoffentlich auch wieder zum besseren wenden.


      Daher bleibt alle Gesund, Euer ntower User Haby.

      Herz 1
  • Ich glaube tatsächlich, und da möchte ich dir, als ebenfalls in diese Altersgruppe Gehörendem, nicht zu nahe treten, dass so etwas, gerade in der Schule, wo man eh ständig einen Kampf der Coolness zu führen hat, leicht unterschätzt wird und viele Leute sowas sagen wie, was soll der ganze Quatsch. Ich kann deinen Unmut darüber vollständig nachvollziehen, denke aber, der Großteil der Leute wird dem noch "entwachsen", wenn man es denn so formulieren möchte. Es fehlt ggf. auch einfach die Weitsicht.

    Ich kann da eventuell ein wenig mehr zu sagen, mein Mitbewohner ist Arzt und hat sich über die Corona-Intensivstation, die im Krankenhaus, in dem er arbeitet, direkt eingerichtet wurde, relativ zu Beginn dieses ganzen Chaos' infiziert und mich dann über Umwege ebenfalls; lässt sich glaube ich nicht vermeiden, wenn man in einer WG lebt. Dem folgten gut 2,5 Wochen Quarantäne, ich hatte 1,5 Wochen Fieber und damit hatte sich das Thema eigentlich für mich auch erledigt.

    Ich hatte allerdings währenddessen schon relativ große Panik. Gerade, weil man noch so wenig über das Virus weiß. Dass es für mich vergleichsweise glimpflich ausgegangen ist, liegt wohl daran, dass ich noch nicht so alt bin, aber meine Eltern fallen beide in die Risikogruppe, weil die schon über 65 sind. Und das war für mich tatsächlich das größte Problem an der ganzen Geschichte, diese Frage für mich selbst zu beantworten, wann kann ich mit mir selbst ins Reine kommen, meine Eltern mal wieder zu besuchen, nachdem ich sie ewig nicht gesehen hatte und sicher zu sein, sie doch nicht vielleicht über kontaminierte Gegenstände o.Ä. anzustecken? Und naja, damit haben sich die sonst monatlichen Besuche doch auf einen Zeitraum von fast einem halben Jahr gestreckt, was für mich eigentlich ziemlich ungewöhnlich ist. Aber damit einher ging einfach die Angst, ich könnte sie anstecken und sie würden das nicht überleben.

    Langer Rede kurzer Sinn, ich glaube, viele Leute, die noch in die Schule gehen, und da möchte ich nicht generalisieren, sondern es ist eher meine subjektive Erfahrung aus meiner Schulzeit, überschätzen sich selbst und unterschätzen oftmals potenzielle Gefahren, gerade für andere. Würde ich noch zur Schule gehen, hätte ich Angst, meine Eltern zu infizieren und wäre vorsichtig. Und diejenigen, die das jetzt nicht sind, müssen das auf die eine oder andere Weise lernen.

    Wir können von Glück reden, dass es uns nicht einmal annähernd so hart getroffen hat wie bspw. die USA, aber dieses Glück bringt seine Kehrseite mit, nämlich das wachsende Gefühl der Sicherheit, während die reale Gefahr, die dieses Virus mit sich bringt, dadurch, dass es sich bei uns so verhältnismäßig schwach zeigt und die schlimmsten Situationen so weit von uns entfernt sind, unterschätzt wird.

    Und ich saß selbst schon einige Male mit Menschen im selben U-Bahn-Abteil, die keine Maske trugen und verstehe da einfach nicht, wie man so egoistisch sein kann, da pflichte ich dir voll bei. Aber das ist einer schon länger laufenden Entwicklung unserer Gesellschaft geschuldet, die uns ja gerade beibringt, dass nur du selbst, nur das Individuum, wichtig ist und sonst niemand. Und diese Einstellung zeigt nun ihre Kehrseite. Andererseits ist gerade diese Situation auch eine Chance, zu zeigen, dass man doch noch ein Mensch ist.

    Dir wünsche ich alles Gute und hoffentlich keinen Kontakt zu Corona.

    Yeah! 1
    • Leider ist diese Verweigerungshaltung kein Phänomen das auf Jugendliche begrenzt ist; dies sieht man auf den Demobildern von Berlin!

    • So war das auch auf keinen Fall gemeint, sorry, ich wollte nicht pauschalisieren; Die Leugner in Berlin setzen dem ganzen die Krone auf

      Yeah! 1
  • Wie heißt es so schön: „Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit. Bei Ersterem bin ich mir aber nicht ganz so sicher.“


    Es gibt schließlich nicht umsonst und aus Jux und Spielerei eine Masken-, und Abstandspflicht. Ich wende auf jeden Fall beides an und hoffe, nein verlange, dass sich sich meine Mitmenschen genauso vernünftig verhalten!

    Yeah! 3
  • Danke dir für diesen Appell :thx:. Ich verstehe auch nicht wie Menschen Corona nicht ernst nehmen können und nur in ihrer Egoistischen Blase leben können. Sehen diese Leute nicht was auf der Welt vor sich geht!:!:

    Wir können doch froh sein, das es uns noch nicht so hart getroffen hat.

    Nur damit dies auch so bleibt müssen wir alle dafür was tun.


    Das heißt:: Abstand halten, Maske tragen, Händewaschen.

    Wenn dies jeder beachtet können wir alle Gesund bleiben.


    Diese Gesundheit wünsche ich allen, und rufe dazu auf euch gegenseitig zu unterstüzen und zu helfen. Hilft euren kranken Kammeraden, Mitschülern,

    Arbeitskollegen und älteren Mitmenschen. Lasst niemanden alleine!


    Bleibt alle Gesund, Euer ntower User Haby.

    Yeah! 4
  • Ich stimme dir zu, aus Bequemlichkeit keine Maske zu tragen, ist eine Form von unsolidarischem Verhalten, gegen die wir als Gesellschaft geschlossen vorgehen müssen.


    Nur die Geschichte mit dem komischen Humor mancher würde ich nicht so eng sehen, Humor in vielerlei Form ist auch ein Bewältigungsmechanismus um mit Sorgen umzugehen, auch mich kennzeichnet ein schräger Humor, den nicht jeder versteht-immer besser, wenn jemand lacht als wenn er es nicht tut. und manchmal darf Humor auch so sein, das einem das Lachen im Hals stecken bleibt, finde ich zu den heutigen Zeiten eigentlich sehr passend.

    Yeah! 4
    • Ich kann Dir nur zustimmen.


      Was mich allerdings ärgert, und auf was ich eigentlich hinaus wollte, ist, wenn jemand mit unangemessenen Humor versucht, sein eigenes Fehlverhalten zu überspielen, indem er sich über andere Menschen lustig macht, die die Regeln einhalten.

      Yeah! 2