Warum eigentlich dieser Hype um Monster Hunter? Eine (sehr) persönliche Einordnung.

Mit der Ankündigung von Monster Hunter Rise ist wieder einmal der Hype ausgebrochen. Viele Gamer überschlagen sich voller Vorfreude und sofort beginnen kontroverse Diskussionen um die Serie an sich, die vergangenen Ableger, "World" vs. "klassisch" und so weiter.

Veteranen verlieren sich über DIskussionen über Waffen, Spielmechaniken und darüber, wie viele hundert Stunden sie mit dem letzten Ableger verbracht haben...


Als Uneingeweihter kann das wohl ziemlich grotesk wirken und man fragt sich "was haben die denn alle?". Schließlich bahnt sich mit einem neuen Monster Hunter wohl keine Revolution des Gamings an.:D

Tatsächlich fühlt sich für mich Monster Hunter immer sehr besonders an. Es ist eine Spielereihe, die (mit Ausnahme des aktuellsten Teils Monster Hunter World) noch ziemlich in seinen Wurzeln steckt und den Spieler nicht an die Hand nimmt. Das Spielprinzip wirkt simpel und mechanisch, man jagt sehr große Monster und sammelt was das Zeug hält. Prinzipiell lässt sich das ganze Spiel so beschreiben, aber es steckt eben noch viel mehr darin. Die genaue Planung einer Jagd, das (mit den passenden Mitspielern) sehr starke kooperative Element im Mehrspielermodus, die sehr elaborierte Progression durch Waffen und Rüstungen, die extrem komplexen Waffengattungen, die man wirklich "erlernen" und "meistern" muss, um im Spiel wirklich weit voran zu kommen und vor allem, die unglaubliche Menge an Content.


Man muss sicherlich eine gewisse Entdeckernatur haben und eine ordentliche Portion Geduld mitbringen, um diese Spiele genießen zu können. Da ist dann bei einem Großteil der Spielerinnen und Spieler sicher auch schon Schluss, denn diese Eigenschaften sind bekanntlich nicht (mehr?) besonders verbreitet unter uns.

Andererseits gibt es in der gesamten Gamingcommunity eben auch die Leute, die Herausforderungen suchen, die sich selber einarbeiten wollen in ein Spielkonzept und erst ein Gefühl von Zufriedenheit entwickeln, wenn sie merken, dass nicht nur ihr Level im Spiel steigt, sondern eben auch der eigene Skill als Spielerin oder Spieler. Nicht umsonst sind auch Spiele wie Dark Souls und die unzähligen Rogue-Lites und -Likes fest etablierte Genres mit großer Fanbasis.


Vor etwas über 10 Jahren war mir auch nicht klar, was es mit Monster Hunter auf sich hatte. Ich probierte mich auf der Wii, die für meinen persönlichen Spielegeschmack nicht besonders viel zu bieten hatte, an Monster Hunter Tri.

Wie es meinem Naturell entspricht, startete ich einfach das Spiel in der Annahme, ich würde das schon irgendwie alles hinbekommen. Aber nanu, die Steuerung ist aber träge...:| und die Waffenanimationen so schwergängig... wie soll man denn so irgendetwas treffen? Und man braucht bestimmte Materialien für neue Waffen... woher kriege ich die denn? Sammeln und jagen, ok... aber woher soll ich denn wissen, wo ich suchen muss?? Und wo sind eigetlich die Tutorials, die mir das Spiel erklären sollten?? Kann das sein, dass ich für den Kampf gegen ein mittelgroßes Monster 30 Minuten brauche? Uff.

Ja, ich war überfordert. Ich sah den Reiz des Spiels schon in Ansätzen, aber es war mir einfach zu anstrengend. Und war es die Anstrengung wert? Das konnte ich zu dem Zeitpunkt noch nicht erahnen. Schließlich gibt es stets eine Menge Spiele, die man stattdessen spielen könnte, die nicht so anstrengend sind.

So ließ ich das Spiel ruhen.


Drei Jahre später sollte sich das jedoch ändern. Die Nachfolgerkonsole Wii U glänzte ebenfalls nicht gerade mit einer Vielzahl an Spielen, mit denen ich viel anfangen konnte, der 3DS wollte für mich persönlich auch nicht so recht durchstarten. Anderen Konsolen hatte ich zu dem Zeitpunkt schon mehr oder weniger abgeschworen. Der PC war schon lange nicht mehr für Gaming in Gebrauch genommen geworden.

Langeweile machte sich breit. nicht nur bei mir, sondern auch bei zwei damaligen Freunden von mir. Lange rätselten wir, in welches Spiel man sich mal wieder richtig vertiefen könnte, am besten gemeinsam. Aus irgendeinem mir unbekannten Impuls kauften beide sich eine Wii U (beides eigentlich keine besonderen Nintendo-Fans) und hatten ebenfalls nicht wirklich was zu spielen. Trotz meiner durchwachsenen ersten Erfahrung schlug ich vor, man könnte die aufgemöbelte Version von Monster Hunter Tri (nun Monster Hunter 3 Ultimate) ausprobieren. Schließlich war mir die Serie immer noch als angepriesenes Mehrspieler- und Koop-Erlebnis im Gedächtnis.

Zu Beginn stellte sich bei uns allen die gleiche Erfahrung ein wie bei meinem vorherigen Versuch auf der Wii. Irgendwie alles träge und es dauert alles so lang. So viele sammeln und keine Ahnung wonach man eigentlich sucht. Und dann kamen die ersten größeren Monster. Wir verzweifelten bereits an den ersten paar Viechern und Frust stellte sich ein. "Wie soll man da denn ausweichen?", "Wie viele tausend Schläge verträgt das Vieh?"||, "Ich bin halt direkt mit einem Schlag fast tot!?"X(, "Wir sitzen übermorgen noch hier und sind nicht weiter..." waren Sätze, die regelmäßig durch die Headsets erklangen.


Aber wir waren zu stur und zu angeödet von der restlichen Spieleauswahl, um aufzugeben. Also überlegten wir von neuem. Bis dahin rannten wir alle mit Groß- und Langschwertern durch die Gegend und irgendwelchen Rüstungen, die halt von den Verteidigungswerten am besten aussahen. Jetzt stellten wir uns die Fragen, die wir uns stellen mussten. "Wäre es nicht sinnvoll, wenn einer von uns ne Lanze nimmt, so als Tank oder so?" "Ja, kann ich machen, ich bin eh zu blöd zum ausweichen, da kommt so ein riesen Schild gelegen" "Kann einer nen Hammer nehmen, damit wir die Viecher K.O. schlagen können? Dann treffe ich auch mal was.". "Das Monster macht immer so Feuerangriffe... vielleicht brauchen wir Wasser..." "Oder wir probieren es mal mit Gift oder Paralyse... Lass mich mal in die Wiki gucken..." :/

Und so begannen mehrere hundert Stunden aus viel gemeinsamer Planung, epischen Kämpfen, unvergesslichen Momenten des Triumphs und der Frustration, vielen entspannten gemeinsamen Sammeltouren und insgesamt einer der besten Zeiten, in all den Jahren, die ich mit diesem Hobby verbracht habe.

Alle Elemente passten auf einmal zusammen, wahrscheinlich waren wir alle ein bisschen süchtig nach dem Spiel. Wir verabredeten uns beinah jeden Abend (oder auch mal einen halben oder ganzen Tag) zu großen Monsterjagden, manchmal aber auch einfach zu ganz relaxten Sammeltouren, um eigentlich hauptsächlich miteinander zu quatschen. Nicht selten trafen wir uns auch einfach nur, um die nächste Jagd zu planen oder abzuchecken, wer noch welche Materialien benötigt und wie man das alles gemeinsam unter einen Hut kriegen könnte.

Ich startete manchmal auch einfach alleine zu kleinen Jagden oder Sammeltouren und fand auch solo Gefallen am generellen Spielzyklus. Denn obwohl alles sehr mechanisch funktioniert und mittlerweile schon etwas angestaubt wirkt, ist das Spielprinzip von Monster Hunter wohl eines der ausgefeiltesten und belohnenden, die ich jemals für mich entdeckt habe.




Was haltet ihr von Monster Hunter generell als Serie und von Rise?

Ich für meinen Teil habe jetzt aus purer Vorfreude auf den neuen Ableger nächstes Jahr das bereits vor zwei Jahren erschienene Monster Hunter Generations Ultimate auf der Switch angefangen, was ich mir vorher immer nur vorgenommen, aber aus Zeitmangel und fehlenden Mitspielern nicht durchgezogen hatte. ^^

Kommentare 17

  • Ich hatte es damals auf dem 3DS, aber leider kein XL - daher war das Spieleerlebnis eher meehhhh...


    Witziger Funfact:

    Hatte an dem Tag sogar noch mit dem Kollegen, welcher mich auf die Idee brachte das Spiel zu spielen (während ich am Auto fahren war) telefoniert.

    Rechts stand dann die Polizei und nahm mir 60€ ab und gab mir als Kirschchen auf der Torte noch nen Punkt mit :-)


    Ich hab es dann glaube um die 10-15 Stunden mit dem Kollegen zusammengespielt, der sich in dem Universum gut auskannte.

    Aber irgendwie wollte der Funke nicht überspringen..


    Mein Schwager hatte mir dann das Monster Hunter für die PS4 geschenkt, und ich gab der Reihe nochmal einen neuen Versuch.

    Diesmal sollten über 50 Stunden reinfließen...

    Aaaaaber auch nicht meins. Ich habs einfach mitgespielt Abends mit 3 weiteren, haben echt alles gekillt was es zu dem Stand in dem Spiel gab. Auch die black etc.


    Ist aber kurz und knapp einfach nicht mein Spiel.

    • Mit World bin ich auch nie warm geworden so wirklich. Gerade dieses klassische nicht an der Hand halten macht die Reihe für mich aus und das fehlt da etwas.


      EInfach mitgespielt mit Leuten, die es eh schon kannten und höher im Rang unterwegs waren als du?

      Damit habe ich auch schon eher dröge Erfahrungen gemacht.

    • Dann hattest du definitiv einfach die falschen Voraussetzungen, um überhaupt gefallen daran zu finden. Vorallem sollte man alleine in die Reihe einsteigen, heißt ohne das jemand einem hilft, höchstens vielleicht hier und da einen hinweis lässt, aber sonst ins kalte Wasser wirft und schaut wie gut man klarkommt. Zu Beginn für jeden Jäger Anwärter ist es ein Trial and Error. Solange versuchen und versagen und daraus lernen und besser werden. Fast wie ein Rogue Like nur besser, da man ja nichts verliert. Dann bist du blöderweise direkt vom klassischen MH zum modernem casual MH umgestiegen, sodass da ein unsanfter Wechsel stattfand. Wenn du aber mit MHW (PS4) als Neuling nicht klarkamst, kanns das nur 2 Dinge bedeuten:

      Entweder dir liegt MH, aber nur das klassische, sofern du dich durchbeißen willst oder es liegt dir überhaupt nicht. Denn wenn einem MHW nicht liegt heißt das nicht automatisch dass dir die Reihe nicht liegt, umgekehrt kann es natürlich sein dass MHW der einzige Teil der Reihe ist, mit dem man klarkommen würde. Das ist ja auch der Grund wieso MHW überhaupt so erfolgreich war, weil eben viele "plötzlich" mit der Reihe klarkamen. Viele realisieren garnicht welche Welten zwischen MHW und der Vorgängern liegen.

    • Also sowohl am DS, als auch an der PS4 habe ich mit Leuten, die aber schon etliche Stunden in alten Teilen verbracht haben, zusammen gespielt.


      Zusammen von 0 an halt.


      Aber ich bin da mehr oder weniger mitgelaufen und hab einfach DMG gemacht.
      Bau X, bau Y, wir müssen noch da hin. Dann da hin etc. pp.


      Aber es gibt genug Alternativen, man muss ja nicht alles feiern.

      Und nach ca. 60 Stunden played in 2 Spielen der Reihe, muss ich für mich sagen, dass ich mit der Reihe durch bin :-p

    • Das ist natürlich auch eine ernüchternde Art das Spiel zu entdecken, wenn man die ganze Zeit gesagt bekommt, was man machen soll.


      Ich habe 3 Ultimate mit zwei Freunden entdeckt, die auch keine Ahnung von dem Spiel hatten und das war einfach wunderbar.

      Ich hab auch gar kein Interesse daran mit Leuten zu spielen, die das Spiel schon 1000 gespielt haben oder so. Komme mir dann nur vor, als würde ich nach Anleitung mitgeschleift werden.

  • Monster Hunter klang für mich schon immer ansprechend. Problem war nur, dass ich keine Freunde zum Spielen hatte (Zumindest keine, die ansatzweise für sowas zu begeistern wären... 😅). Und solo entfalten die Spiele sicherlich nicht ihr volles Potenzial.

    • Das geht mir im Moment so, aber ich habe trotzdem mit Generations Ultimate angefangen, um mal reinzuschauen und in der Hoffnung, dass vielleicht jemand mit machen. :D

      Wenn du Interesse hast... ;)


      Aber ja, alleine geht schon einiges verloren und online mit irgendwelchen Leuten ist es auch nicht das Wahre.

    • Klar ist es mit Freunden besser aber man kann auch sehr viel Spaß online haben. Natürlich muss und sollte man sich aber erst alleine durchfuchsen um alles zu lernen ehe man sich online behauptet. Zwar sind einige Spieler gegenüber Anfängern recht offen, aber manche schmeißen einen gleich raus, wenn man entweder am Rang seine Unerfahrenheit beweißt oder am Verhalten während der Jagd. Ein erfahrener Jäger stellt das schnell fest. Und hier gibts ja auch noch einige Jäger die gern bereit wären mitzumischen, darunter auch einige Anfänger noch.

  • Dieser Blogartikel hat mir sehr gut gefallen. Danke fürs Teilen.


    Es ist spannend zu lesen, wie du trotz einigen Hindernissen zu dieser Reihe gefunden hast.


    Ich habe damals der Demo von Monster Hunter Generations Ultimate gemeinsam mit @fuma eine Chance gegeben. Leider konnte ich auch nach etwa 1.5 Stunden des Testens nichts mit dem Spiel abgewinnen. Dafür fehlt mir wohl, wie du erwähnt hast, die Geduld und die Zeit.


    Trotzdem gibt es Millionen von Japaner, die diese Reihe lieben.

  • Cooler Artikel. Les ich mir bei Gelegenheit nocheinmal genauer durch. Ich habe noch nie ein Monster Hunter gespielt. Rise möchte ich definitiv einmal probieren, das Spielprinzip spricht mich schon an!

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    • Danke dir.


      Ich kanns nur empfehlen. Der Einstieg ist meistens schwierig, außer du hast ein paar Leute, mit denen du gemeinsam anfängst oder die dich etwas anleiten.

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  • Also ich habe auch noch nie ein Monster Hunter länger als eine Stunde gespielt (3DS Demo von irgendeiner Version), aber generell nicht abgeneigt, vielleicht schaue ich mir Monster Hunter World im GamePass an. Dort kostet es mich nichts und ist vielleicht ein guter Einstieg ins Universum.


    Bei deiner Schilderung der ersten Begegnung musste ich echt schmunzeln, da es mich an meine Erfahrung mit Sekiro erinnert hat. Ich weiß noch wie ich reaktiv am Anfang in einem gewissen Traumgebiet verzweifelt bin und 2h fast einer Stelle hing und dachte wie soll da derer bei einem Boss werden. Später brauchte ich für die gleiche Stelle mit den gleichen Gegner keine zwei Minuten, nicht weil ich im Level aufgestiegen war (es gibt kein Levelsystem) sondern weil sich mein Skill am Pad weiterentwickelt hatte und ich die Gegner zu lesen gelernt hatte. Will sagen aller Anfang ist schwer, aber wenn es einen gepackt hat, ist der Sog umso größer egal wie schwer es zuvor sein gewesen mag. 😀

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    • Genau diese Erfahrung hatte ich bei monster Hunter auch ständig. Am Anfang verzweifelten man an jedem neuen großen Gegner und später ist das ganz normal und easy. Zwar auch wegen besserem Gear, aber hauptsächlich, weil man einfach ien besserer Spieler ist und besser mit Steuerung der eigenen Klasse umgehen kann.


      World ist bestimmt etwas einfacher im Einstieg als die alten Teile. Drücke dir die Daumen, dass es dich auch packt. :)

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  • Ich persönlich habe noch nie ein Monster Hunter gespielt, weil es mich bisher noch kaum interessiert hat, selbst MH World nicht.

    Ich werde glaube ich MH Rise mal eine Chance geben und schauen wie es mir gefällt

    Ansonsten ein sehr schöner Blog-Artikel wieder mal!

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    • Danke dir :)


      Ich drücke dir die Daumen, dass du was mit Rise anfangen kannst. Monster Hunter ist schon ein Erlebnis. Allerdings kann ich auch absolut nachvollziehen, wenn man nicht so recht reinkommt.

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  • Immer schön solche persönlichen Erfahrungen zu lesen. Ich habe meinen bruder zum Beispiel damit angesteckt, indem ich den einfach hab "für mich übernehmen lassen" weil ich unterbrochen wurde und online nicht gerade sowas wie eine Pause gibt und nach kurzer Zeit wurde er fan und wir haben zusammen MH3U (er auf 3DS) gespielt. Ich wünschte nur die Spiele würden einen Splitscreen anbieten, weil 2 Konsolen nur für ein Spiel zu kaufen eventuell sogar inklusive einem TV wäre einfach sinnlos.

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    • Ja, das mit dem 3DS und der Wii U war schon ganz cool. Das jetzige Konzept gefällt mir generell besser, aber es hat natürlich auch negative Aspekte. Ich bräuchte in meinem Haushalt für manche Dinge auch eigentlich zwei Switch-Konsolen, aber sehe es nicht ein und habe auch nur einen Fernseher, von daher... Ne Lite? Vielleicht... Mal sehen, ob nächstes Jahr wirklich ne Pro oder sowas kommt.

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