Spiele der letzten Monate

Sind das wirklich wieder knapp 11 Monate? Ja, schon im Dezember habe ich hier den letzten Artikel veröffentlicht. Seitdem ist viel mist im Privatleben passiert. Wir haben eine Pandemie und allgemein war das Jahr 2020 dann doch zum vergessen, oder? Selbst auf der Switch kamen keine guten Spiele heraus. Okay, letzteres ist glatt gelogen! Anders als von vielen behauptet, konnte zumindest ich mich nicht vor guten Spielen retten! Quasi jeden Monat kam irgendwas cooles. Und da ich der Nischenliebhaber bin, werde ich jetzt auf die Mainstream Spiele a la Streets of Rage 4 natürlich nicht weiter eingehen, sondern lieber die Geheimtipps der letzten Monate vorstellen. Erwartet dabei keine tiefgründigen Reviews, sondern lediglich kurze Vorstellungen von Spielen, von denen die meisten bestimmt noch nie was gehört haben. Von wegen schwaches Switch-Jahr...



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Quell (Fallen Tree Games)

Seit rund 10 Jahren gehören die vier Quell Spiele von Fallen Tree Games in die Bibliothek eines jeden iOS-Spielers mit einer Vorliebe für hübsch designte Puzzle-Spiele. Gut, dass drei der vier Spiele es dieses Jahr auch endlich auf die Switch geschafft haben! Das Ziel ist es, einen kleinen Tropfen durch ein Level zu navigieren, Fallen auszuweichen und alle Perlen innerhalb von so wenig Zügen wie möglich einzusammeln. Beinhaltet das erste Spiel „nur“ 80 Levels, gibt es bei Quell Memento schon 150 Levels und bei Quell Zen 200 Levels zu entdecken. Dabei gibt es Bonuslevels, wenn man Geheimnisse auf den einzelnen Spielfeldern entdeckt. Grafisch wie auch von der Soundkulisse sind diese Spiele wunderschön gestaltet.



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Circuit Dude (Jonathan Holmes)

Wer noch Chip‘s Challenge für den Atari Lynx oder für Windows 3.11 kennt, der wird dieses kleine Spiel lieben! Das Ziel ist es, alle schwarz gestrichelten Felder eines Levels mit Microchips zu bestücken. Danach kann Eure Figur dieses Feld nicht mehr passieren. Der Ausgang eines Levels öffnet sich erst, wenn alle gekennzeichneten Felder mit Chips ausgestattet wurden. Dazu gibt es eine ganze Reihe unterschiedlichster Puzzle-Mechaniken: von vertrackten Schalterrätsel bis hin zu komplexen Schieberätsel reicht die Palette. Insgesamt gibt es 120 clevere, teilweise schwierige Levels. Umso mehr gibt es die Erfolgserlebnisse, wenn man erstmal auf die Lösung eines Levels gekommen ist. Und wer selbst Hand anlegen will: Einen Level-Editor mit Online-Anbindung gibt es obendrauf!



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Lonely Mountains: Downhill (Thunderful)
Für mich eines der beeindruckendsten Bike-Spiele der letzten Jahre. Wie der Name schon sagt gilt es hier verschiedene Berge abzufahren. Dabei gibt es keine zwingenden Ziele, sondern nur optionale Ziele wie der Abschluss eines Levels innerhalb einer bestimmten Zeit. Begeistert bin ich wegen der offenen Struktur: Ihr könnt gemütlich den vorgegebenen Weg entlang radeln und Euch an den kreativen Leveldesigns erfreuen, ihr könnt versuchen mit Hilfe von kleinen Abkürzungen so schnell wie möglich zu fahren oder ihr geht vom eigentlichen Weg ab und versucht vorsichtig Bergwände hinabzufahren. Wie ihr die Strecken angeht, ist ganz Euch überlassen. Und das macht den Titel so interessant. Es eignet sich zum entspannen gleichermaßen wie zur verbissenen Jagd nach der Bestzeit.



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Over The Alps (Stave Studios)

Hierbei handelt es sich um das neueste Werk von 80 Days Autor Jon Ingold. Im Jahr 1939 spielt ihr einen Undercover Agenten aus England, der in Italien einen Kontaktmann treffen soll. Doch schon auf der Reise dahin trifft er seine Gegenspielerin: Fräulein Wolff. Fortan entspinnt sich eine Jagd quer durch die Alpen während des zweiten Weltkriegs, in der ihr nicht nur den Nazis entkommen müsst, sondern auch der Schweizer Polizei. Dabei trefft ihr zahlreiche Charaktere und immer wieder gilt es zu entscheiden: Wem kann man trauen? Die Geschichte wird vorrangig per Postkarten erzählt und ihr wählt nur ab und an aus, welche Entscheidung ihr trefft. Es handelt sich im wesentlichen also um eine Art Spielbuch, wie sie in den 70ern und 80ern populär waren. Teilweise werdet ihr ein wenig von dem vielen Text erschlagen. Wer aber gern liest, greift zu!



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House of Da Vinci 2 (Blue Brain Games)

Dieses Jahr erschien endlich der langerwartete zweite Teil von House of Da Vinci für Mobile und Switch. Hierbei handelt es sich um ein First Person Adventure a la Myst oder The Room. Ihr entdeckt eine hübsch gestaltete 3D Welt und löst dabei zahlreiche Rätsel. Eingebettet wird das in eine unterhaltsame Geschichte rund um Zeitreisen, Geheimbünde und korrupte Adelige. Im Vordergrund steht aber in verschiedensten Räumen die Mechanismen zu entschlüsseln und so neue Hinweise zum Voranbringen des Spielverlaufs zu finden. Teilweise können die einzelnen Rätsel sehr schwer sein, ein Hilfesystem sorgt bei Bedarf aber dafür, dass kein Frust aufkommt.



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Mousecraft (Crunching Koalas)

Stellt Euch eine Mischung aus Lemmings und Tetris vor, schon habt ihr das Gameplay von Mousecraft, ein Spiel welches vor Jahren ursprünglich mal für die PS Vita erschien. Ihr lotst die Mäuse von links nach rechts zum Käse, sammelt zwischendurch optional noch ein paar Kristalle und passt auf, dass die Mäuse auf den Weg nicht zermatscht werden. So simpel wie genial können Spielkonzepte sein! Eingerahmt ist das Spiel in einer tolle Präsentation mit zahlreichen Animationen. So muss das sein!



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Murder By Numbers (Mediatonic)

Definitiv das Spiel des Jahres für mich! In dieser Mischung aus Visual Novel und Picross Rätsel folgt ihr der Geschichte einer jungen Schauspielerin in den 90ern. Als ihr Chef eines Tages tot aufgefunden wird, gerät sie unter Mordverdacht und versucht nun mit Hilfe des Roboter Scout ihre Unschuld zu beweisen. Der Visual Novel Teil ist wie in den Phoenix Wright Spielen straight forward, es gibt also keine Abzweigungen innerhalb der Story. Dafür ist diese saukomisch und enorm unterhaltsam! Unterbrochen wird die Geschichte durch gelegentliche Picross-Rätsel, die aber nie über die Größe von 15x20 hinaus gehen. Also eher für Anfänger und somit nicht für Picross-Profis gedacht.

Kommentare 2

  • Freut mich das du wieder da bist @Nischenliebhaber!

    Deine Artikel haben mir von Anfang an sehr gut gefallen, freut mich das du weiterhin zum Zocken geckommen bist.

    Sehr schöne Titel die du hier vorstellst.

  • Sehr schön. Kann für mich auch nicht behaupten, dass es ein schwaches Jahr war. Zumal es mein erstes war, und auch das nur halb, da es ja den bekannten Engpass mit den Konsolen gab xD Lonely Mountain Downhill ist wirklich ein großartiges Spiel. Die von dir genannten Punkte kann ich so unterschreiben. Von meiner Seite ergänzen kann ich noch die Atmosphäre, die vor allem durch das Weglassen von Musik und Hervorheben der Naturgeräusche stark umgesetzt ist.


    Mir hat es zuletzt noch Hades angetan. Ob man hier noch von Nische sprechen kann...? Keine Ahnung, aber es macht auf jeden Fall Laune :)