Die schönsten Arcade-Spiele für die Switch

Die Weihnachtszeit ist bei mir immer die Zeit der nostalgischen Gefühle. Einer meiner Lieblingserinnerungen ist, als ich zu Weihnachten 1990 meine erste Konsole geschenkt bekommen habe: Das NES. Dabei war nicht nur Super Mario Bros., sondern auch die Titel Kickle Cubicle, Dig Dug und Clu Clu Land. Während ich die Vorzüge des Klempners erst später zu schätzen lernte, hatte ich anfangs vor allem Spaß mit den drei letztgenannten Spielen. Sie waren einfach zu lernen, schwierig zu meistern. Bestachen durch ein überaus simples Spielprinzip. Also genau die Tugenden, die klassische Geschicklichkeitsspiele aus der Spielhalle mitbringen mussten.


Heute sind Spiele komplex. Sie erfordern ein ungleich breiteres Aufmerksamkeitsspektrum. Sie wollen Geschichten erzählen oder erfordern vom Spieler ungleich komplexere Strategien oder Hand-Auge-Koordination. Diese einfach gehaltenen Spielkonzepte aus den goldenen Jahren der Spielhalle, gibt es diese überhaupt noch in der heutigen Welt der Games? Für mich war die Frage ein Grund mal wieder tiefer in die Spielekiste der Switch zu stöbern. Herausgekommen ist ein Potpourri eher obskurer Titel, die wahrscheinlich kaum jemand auf der Liste hat. Dabei war es mir wichtig Eigenentwicklungen und Fortsetzungen alter Reihen zu finden. Ich hätte an dieser Stelle natürlich auch die Highlights der Arcade Archives Reihe runterbeten können. Aber das wäre dann doch zu einfach.


b35853f0-bb7c-45b3-akwjwm.jpeg


Cubixx (2019)

Hierbei handelt es sich um ein Port eines Playstation 3 Spiels aus dem Jahr 2011. Besonders von Taitos Spielereihe Qix haben sich die Entwickler stark inspirieren lassen, stellt dieses Spiel eine Art 3D-Remake dessen dar. Als Spielfeld dient ein Würfel mit 6 Feldern. Das Ziel ist es diese Felder verschwinden zu lassen, in dem ihr mit einem Laser entsprechende Stellen abtrennt. Dabei sollt euer Laser nicht von den sich bewegenden geometrischen Formen auf den Feldern berührt werden, andernfalls verliert ihr ein Leben. Außerdem solltet ihr den Lichtern an den Seiten ausweichen. Liegt innerhalb der Fläche, die ihr vom Feld trennt, ein Power-Up, dann wird dieser wirksam. Das können negative Power-Ups wie Umkehr der Steuerung oder positive Power-Ups wie Schutzschild oder schnellere Bewegung sein. Ein Level habt ihr geschafft, wenn ihr genügend Flächen abgetrennt habt. Neben den 50 Levels im Arcade-Modus gibt es noch Multiplayer-Modi wie Zeitangriff, Linienangriff oder Deathmatch. Insgesamt ein sehr hübsches Spiel, dessen einfache Grafik sehr zur Lesbarkeit beiträgt.



b6a4e2b9-41c2-4fd4-90xji8.jpeg


Pix The Cat (2019)

Ursprünglich erschien das Spiel 2014 für die Playstation Systeme und den PC. Pix The Cat könnte man am besten mit Snake auf Speed umschreiben. Herzstück ist der Arcade Mode. Um in diesem Mode so viele Punkte wie möglich zu sammeln (und damit weitere Modis freizuschalten), gilt es erst alle Eier einzusammeln und die geschlüpften Küken danach in einer Sicherheitszone zu führen. Dabei solltet ihr nicht gegen Wände oder den eigenen Enten krachen. Habt ihr ein Feld abgeräumt, öffnet sich der Eingang in das nächste Feld. Ziel ist es innerhalb eines Zeitlimits so viele Punkte wie möglich zu generieren. Dabei werdet ihr durch die Combos immer schneller, werdet irgendwann unverwundbar und könnt Gegner eliminieren, die nochmal extra viele Punkte bringen. Dafür müsst ihr jedoch so schnell und effizient wie möglich spielen.


Schade, dass die Modis Labor und Nostalgie nicht sofort freigeschaltet sind, spielen diese sich doch sehr unterschiedlich zum etwas stressigen Arcade Modus. Im Labor puzzelt ihr Euch gemütlich durch kreative Levels, während der Nostalgie-Modus eher an das klassische Snake erinnert wo es gilt so viele Eier wie möglich in einer bestimmten Zeit zu sammeln. Abgerundet wird das alles noch durch einen sehr spaßigen Multiplayer-Modus.


Insgesamt ist Pix The Cat ein sehr poliertes, aber auch forderndes Arcade-Spiel, dessen andere Modis mir mehr gefallen als der Hauptmodus. Dafür gibt es für den Preis einen ordentlichen Umfang zu entdecken. Schade, dass die Entwickler Pastagames seit Jahren mit den Mobile Ablegern der Rayman-Reihe beschäftigt sind. Würde gerne mehr unabhängige Spiele von ihnen sehen wollen.



ff4450d0-2044-478b-b0nko2.jpeg


Strikey Sisters (2019)

Das Genre des Brick Breakers ist so alt wie das Medium selbst. Angefangen hat alles 1976 mit Ataris Breakout. Seit dem gab es nur wenige Spiele, die dem Genre etwas neues, spannendes hinzugefügt haben. Taitos Arkanoid, HALs Kirby‘s Block Ball, Donglewares Bolo und natürlich eines meiner Lieblingsspiele aller Zeiten: Nervous Brickdown für den Nintendo DS - kennt das noch jemand?


Einfach nur Schläger, Ball und Blöcke - damit lockt man selbst Retrospieler nicht mehr hinterm Ofen vor. Das wussten auch die spanischen Brüder Alberto und Dini und entwickelten vor wenigen Jahren als DYA Games Strikey Sisters. Hier spielen wir zwei mit Schwertern bewaffnete Mädels, die sich durch eine bunte Fantasy-Welt schnetzeln. Mit dem Schwert wird nicht nur die Kugel auf das Spielfeld geschmettert, gleichzeitig zerstören wir damit auch Projektile und kämpfen gegen die zahlreichen Gegner. Besiegte Gegner hinterlassen dabei diverse Zaubersprüche, die man mit einem extra Knopfdruck jederzeit aktivieren kann.


Theoretisch lässt sich das Spiel zwar auch allein spielen, echter Spielspaß kommt aber nur kooperativ mit einem guten Kumpel oder einer Kumpeline auf der Couch auf.



ea26d5c5-47ce-4cb9-bprjb9.jpeg


Tamiku (2020)

Tamiku ist ein relativ neues Spiel, welches jedoch definitiv nicht so aussieht. In der Tat wurde hier der Stil früher Arcade-Spiele fantastisch getroffen. Sei es grafisch, aber vor allem auch was das Gameplay betrifft. Auf 7 Ebenen liegen zahlreiche Ballons. Helle Ballons platzen bei Berührung, rote Ballons müssen erst zum platzen gebracht werden. Die Aufgabe besteht nun darin alle Ballons zum platzen zu bringen und nebenbei den zahlreichen Gegnern auszuweichen. Nicht mehr, nicht weniger. Regelmäßig erscheinende Früchte geben Bonuspunkte und wenn man die roten Ballons im Panik-Modus in einer bestimmten Reihenfolgen zum platzen bringt, gibt es ebenfalls viele Punkte. Extraleben bekommt man nur, wenn man eine bestimmte Zahl an Punkten erreicht hat. Ansonsten heißt es ganz klassisch Game Over, wenn alle Leben dahin sind.


Aus dem einfachen Prinzip wurden überraschend kreative Levels gestrickt. Und so wie früher ist das Spiel nach maximal einer Stunde durchgespielt. Es weiß eben, wann es aufhören muss. Leider gibt es keine Multiplayer-Option.



88aaf038-b889-4448-92qjua.jpeg


Pang Adventures (2019)

Kinder der 90er sehen diesen Screenshot und wissen sofort, um welche Reihe es sich hierbei handelt: Pang. Anfangs auch unter Buster Bros. vermarktet. Die Reihe war vor allem in den Spielhallen ein großer Erfolg, wobei auch die Portierungen für sämtliche Konsolen und Heimcomputer durchaus zu gefallen wussten. Während der 90er erschienen einige Teile der Reihe. 2010 gab es dann ein leider wenig beachtetes Comeback für den Nintendo DS. Wenig später ging Mitchell Corporation, der Developer der Pang Reihe, pleite. Wenige Jahre später sicherte sich der französische Publisher DotEmu die Lizenz und Pastagames entwickelten Pang Adventures, welches erstmals 2016 veröffentlicht wurde.


Wie auch in den Vorgängern ist es die Aufgabe die umherspringenden und fliegenden Blasen zum platzen zu bringen. Eine große Blase teilt sich anschließend in zwei weniger große Blasen. Dieser wiederum teilen sich bei einem Treffer bis die Blasen irgendwann verschwinden. Innerhalb eines zumeist kurzen Zeitlimits soll das Spielfeld von allen Blasen gesäubert werden. Dafür stehen verschiedene Power-Ups und Waffen zur Verfügung. Meistens kommt man nur mit einer bestimmten Taktik zum Erfolg, etwa indem man umherlaufende Krabben mit einbezieht oder eine Spezialwaffe wie den Flammenwerfer zum richtigen Zeitpunkt einsetzt um effektiv viele Blasen zerplatzen zu lassen.


Herzstück des Spiels ist der Tourmodus. In diesem Modus gibt es keine Leben, man kann so oft die Levels versuchen wie man möchte. Einzeln aber auch kooperativ mit einem weiteren Spieler. Dazu gesellen sich noch zwei Highscore-Modis. In dem einen muss man das Spiel mit nur drei Leben bestehen in dem anderen gibt es 99 aufeinanderfolgende Gegnerwellen die man überstehen muss.


Insgesamt ein sehr schönes Spiel, welches aber nicht ganz die Pfiffigkeit früherer Teile erreicht wenn es um das Leveldesign geht.



27e53892-ddf9-4189-9p1j4c.jpeg


Pushy & Pully In Blockland (2020)

Dieses feine Spiel orientiert sich ebenfalls an alten japanische Spieleautomaten der 90er. Das Ziel ist einfach wie simpel: Alle Gegner im Level besiegen. Dies erreicht man, in dem man die verschiedenen Blöcke gegen die Gegner schlittern lässt. Kombiniert man zudem drei gleichfarbige Blöcke entstehen Items wie Bomben oder Diamanten. Allein ist das Spiel bereits ganz gut spielbar, richtig Spaß macht es aber natürlich im kooperativen Zwei-Spieler-Modus.


Die Grafik ist knallbunt, die Musik fröhlich und die Soundkulisse atmet ebenfalls die 90er in Reinkultur. Kurz: Kaum ein Spiel fängt die alte Zeit so gekonnt ein wie dieser Titel. Auch wenn die Levels schnell sehr schwer werden. Aber auch das gehört ja irgendwie dazu.



25ccd0df-c4d8-4be3-b99k4c.jpeg


Don‘t Die, Mr. Robot! DX (2018)

Ursprünglich erschien das Spiel 2014 für die PS4. Das Ziel: Einfach den zahlreichen Gegnern ausweichen. Wehren kann man sich, in dem man die Früchte sammelt. Denn diese lösen eine Explosionswelle aus. Und man kann Kettenreaktionen erzeugen, denn trifft eine Welle auf eine andere Frucht explodiert auch diese. Mit der Zeit werden die Gegner immer zahlreicher, die Spielgeschwindigkeit immer schneller. Im Hauptmodus gibt es 50 Levels mit überraschen abwechslungsreichen Aufgaben, in den anderen Modis geht man klassisch auf Highscore-Jagd.


Technisch simpel, spielerisch sehr simpel. Und dennoch entfaltet diese Simplizität eine Sogwirkung, dessen ich mich nicht entziehen kann. So kehre ich seit Jahren immer wieder zurück und mampfe weiter Obst.



31213154-94e0-4e16-bgyjia.jpeg


BurgerTime Party (2019)

Thematisch bleiben wir beim Essen. Ich hätte nie gedacht, dass ich mal eine Fortsetzung des Arcade Klassikers BurgerTime von 1982 brauche. Aber doch: Dieser Titel ist genial! Zum einen der Umfang: Weit über 100 Levels allein im Single-Player-Mode. Dazu gibt es zahlreiche Multiplayer-Varianten für bis zu vier Spieler. Inklusive der Möglichkeit die Monster zu spielen - das fehlt mir bei vergleichbaren Spielen leider häufig. Und als ob das nicht schon genug wäre, wurden auch die Original-Levels nachgebaut.


Das Spielprinzip ist zwar einfach, beinhaltet aber schöne Details bereit. Die Aufgabe besteht darin die Zutaten der Burger auf die unteren Teller zu bugsieren. Dies wird dadurch erreicht, in dem man über eine Zutat läuft und diese eine Ebene nach unten fällt. Die Gegner kann man entweder dadurch beseitigen, in dem man eine Zutat auf sie drauf fallen lässt oder mit einem der wenigen Attacken mit dem Pfefferstreuer. Man kann aber auch die Gegner nah an sich herankommen lassen und dann die Zutat samt den Gegner nach unten fallen lassen. Letztere Mechanik sorgt vor allem gegen menschliche Gegner für viel Spaß, weil man es hier natürlich nicht mit einer KI zu tun hat, die einen blind hinterher läuft.


Ansonsten ist die Aufmachung okay, würde ich sagen. Die Comic-Grafik erinnert an alte Cartoons, die Animationen sind ganz niedlich. Lediglich die Musik nervt vielleicht ein wenig. Aber besonders für einen Abend mit Freunden ist dieses Spiel ein echter Spielspaßgarant!



6c1b6a2e-0a11-44cf-8ihk4z.jpeg


Lode Runner Legacy (2018)

Preisfrage ohne das ihr jetzt nachschaut: Wie viele offizielle Lode Runner Spiele gab es in den letzten 40 Jahren? Mit dem Lode Runner Spiel welches nächstes Jahr für die Intellivision Amico erscheint, nähern wir uns der 40er Marke! Ich hätte auch nicht gedacht, dass es soooo viele Spiele gibt. Das liegt vor allem daran, dass Lode Runner in Japan extrem beliebt ist. Es gab seit den 80ern quasi auf jedem Nintendo System mindestens einen Ableger plus diverse Ausgaben für die Spielhalle. Im Westen blieb Lode Runner dagegen immer eine Domäne auf den frühen Heimcomputern. Lode Runner wurde 1983 vom leider viel zu früh verstorbenen Douglas E. Smith im Alleingang entwickelt. Das Ziel des Spiel ist es den Gegner auszuweichen und das Gold zu sammeln. Wichtige Mechanik stellt dabei die Schaufel dar: Mit dieser lassen sich zeitlich begrenzte Löcher in die Steine graben durch die man dann springen kann, während die Gegner darin festhängen. Hat man alles Gold gesammelt und man sich selbst nicht irgendwo in eine Sackgasse gegraben, kann man weiter ins nächste Level.


Legacy ist die bisher letzte Iteration der Reihe. Ich mag diese blockige 3D Grafik der Figuren nicht. Aber ansonsten bleibt das Spielprinzip unverwüstlich wie eh und je. Neben den 120 neuen Levels gibt es auch alle 150 Levels des Apple II Originals von 1983 und einen Level-Editor mit Online-Funktion! Seitens der Community wurden in den letzten Jahren hunderte, zum Teil sehr clevere Levels geschaffen! Dieser schier wahnsinnige Umfang tröstet dann auch über die nicht ganz so gelungene Präsentation weg. Wobei: Es soll ja Menschen geben, die mögen knallbunte Pixelgrafiken nicht so. Diese könnten sogar gefallen am Artstyle haben.