Warum Spiele heute „länger leben“

Denkt man zurück an die 90er bis zu den 2000ern, dann fällt auf, dass die Gamingwelt sich im Vergleich zum jeweiligen Jahrzehnt davor rasant verändert hat. Heute tritt bei vielen Spielern ein Sättigungsgefühl im Bezug auf viele Genres auf. Woran liegt das? Hier ein paar Gründe.


1. Kleinere Grafik-Sprünge


Das beste Beispiel hier ist Minecraft. Ein technisch nicht wirklich anspruchsvolles Spiel, dass es seit 2009 auf fast jeder Plattform gibt. Derzeit ist es nicht tot zu bekommen. Oder anders gesagt: Waren andere Klassiker, wie Super Mario Bros 3 und Super Mario 64 11 Jahre später auch noch so erfolgreich in ihrer fast ursprünglichen Fassung? Nein, eben nicht. Die Spiele werden auch deswegen langlebiger, weil mit Blick auf die Indieszene heute auch grafisch-nicht anspruchsvolle Spiele eher akzeptiert werden. Dies kommt auch von Nintendos Abkehr von einer leistungsstarken Konkurrenz-Konsole, hin, zu einem innovativem Produkt. Und dieser Trend ist nicht nur bei (ehemaligen) Indie-Titeln zu erkennen. Auch das AAA-Spiel „The Last of Us“ veränderte sich von der PS3 bis zur PS5 im Vergleich zur möglichen Entwicklung in den 90ern kaum:


2. Die Entwicklungen liegen in anderen Bereichen


Wie schon im Bezug auf Nintendo angekündigt, entwickelt sich die Spieleindustrie dafür in anderen Bereichen weiter. Dank leistungsstarker Hardware werden Bewegungssteuerung, VR-Spiele, Cloud-Streaming und weitere Projekte ermöglicht. Vergleichbar bedeutende Visionen mag es auch früher gegeben haben. Damals war vieles technisch allerdings nicht ausgereift umsetzbar und heute dreht sich auch vieles um das Spielerlebnis und das Zubehör. Dies geht so weit, dass die Zukunft von stationären Konsolen ungewiss ist. Auch die Digitalisierung setzt Sammlern wie Laufwerken zu.


3. Längerer Support


Spiele werden heutzutage auch länger supportet. Um auf das Spiel vom Anfang zurückzukommen: Rund um Minecraft finden Events, Online-Fangemeinschaften und Marktplatzentwickler ihren Platz. Ein Grund ist, dass dank des Internets eine Verbindung viel besser gegeben ist. Das beste Beispiel: GTA V. Kehrseite der Medaille kann sein, dass der Entwickler dies mit Microtransactions nutzt, um weiterhin ein profitables Geschäft zu haben. Dadurch fallen Spiele ohne diese Microtransactions eher auf.


4. Abwärtskompatiblität


Auch dieses Thema spielte zwischenzeitlich kaum eine Rolle (zumindest für Sony & Microsoft). Anfang der 8.Generation sah es hier sogar nach einem Wegfall aus. Anfang der 2000er war das noch anders. Viele Konsolen waren hier zum jeweiligen Vorgänger abwärtskompatibel. Heute spielt das Thema im Bezug auf die Xbox Series und die PlayStation 5 wieder eine Rolle. Daraus resultiert, dass älterer Titel viel länger gespielt und genutzt werden.

Kommentare 3

  • Volle Zustimmung. Mit der nächsten Generation mobiler Konsolen / Geräte, dürfte das Thema technische Herausforderung (Grafik / Framerate / ...) praktisch gelöst sein. Wir werden in der Lage sein, auf Kinoniveau Spiele zu erleben. Da wird dann nicht mehr viel kommen. Das bedeutet aber im Umkehrschluss, dass die Immersion und das Ökosystem noch wichtiger wird: VR, 3D, dynamische Beeinflussung der Handlung mit mehreren möglichen Enden, gar keine lineare Handlung mehr, sondern eher eine Interaktion mit einer Onlinecommunity etc.


    So gesehen ist mir um Nintendo nicht bange. Das Switch-Konzept passt in viele Haushalte - ich könnte mit einer stationären Konsole z.B. gar nicht spielen. Wo sollte die denn stehen? Wie kann ich die nutzen? Ich spiele auch viel unterwegs, weil dann die Familie nicht dabei ist, nichts besseres zu tun ist. Das ist ein Verkaufsargument das bleibt und vor allem ist das Spielgefühl mit Joycons und Schultertasten viel besser und kreativer einsetzbar als an einem Handy oder Tablet.


    Mit der nächsten Switch-Generation wird technisch ein Niveau erreicht werden, dass grafisch und performancemäßig eigentlich alles erreichbar ist. 8K macht auf dem Handheld keinen Sinn, selbst am stationären Bildschirm wird der Unterschied nicht wirklich sichtbar werden bzw. ist für das Spielerlebnis irrelevant.

    Yeah! 1
  • Schöner Artikel.

    Speziell dem Grafikargument kann ich Beipflichten.

    Wir haben den Punkt schon lange überschritten, wo man noch "raten" musste was den nun der Pixelhaufen XY darstellen soll.


    Und da die Switch PS3nahe Grafik gut darstellen kann,

    wirds mal Zeit das die auch jemand ausreizt.

    • Danke für Deinen Kommentar.


      Nintendo reizt die Switch-Hardware ja ganz gut aus.

      Man stelle sich aber vor, was in 10 Jahren mit diesem Konzept möglich ist.

      Vielleicht sogar mobiles 8K oder 4K mit 120FPS. :)