Weshalb habe ich mich doch noch in Xenoblade Chronicles 2 verliebt?

Wen mögt ihr lieber? 31

  1. Pyra (14) 45 %
  2. Mythra (17) 55 %

Hoi Zäme


Willkommen zu meiner neuen Blogreihe.


In dieser halte ich meine Eindrücke fest, wie sich das Spielerlebnis beim 2. Mal durchzocken verändert hat.


Dies ist keine regelmäßige Reihe, da ich nur Einträge erstelle, wenn ich effektiv ein Spiel ein zweites Mal spiele.


Ich beginne diese mit Xenoblade Chronicles 2.


Vor einigen Monaten habe ich einen ziemlich kritischen Blog bezüglich der Entwicklung der Xenoblade Reihe verfasst. Zudem habe ich nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass ich den 1. Teil deutlich besser finde als XC2.



In diesem Blog möchte ich meine Meinung zu einem gewissen Mass revidieren. Ich habe mich in den letzten Monaten intensiver mit XC2 auseinandergesetzt und das Spiel beinahe zu 100 % durchgezockt. Meine Meinung, welches der beiden Spiele das bessere sei, hat sich nur in dem Aspekt verändert, dass es für mich wenig Sinn macht, die beiden Spiele überhaupt miteinander zu vergleichen. Es ist für mich, wie wenn ich zwei Hobbys miteinander vergleiche. Beispielsweise, ob es mir mehr Spaß macht, Videospiele zu zocken oder Fleisch zu zubereiten. Beides sind zwar Tätigkeiten, die ich gerne in der Freizeit treibe, jedoch ist für mich das eine Hobby nicht besser als das andere bzw. ich möchte keines der beiden missen.




Genau gleich verhält es sich für mich mit XC1 und XC2. Beide teilen sich zwar den gleichen Namen und gewisse Elemente, dennoch sehe ich die beiden Spiele heute total verschieden.


Einer meiner Hauptkritikpunkte wegen XC2 war der langsame Verlauf der Geschichte zu Beginn des Spiels. Als ich es wiedergespielt und mich stärker auf die Geschichte konzentriert habe, ist mir aufgefallen, dass doch mehr zu Beginn geschieht, als ich es bei meinem ersten Durchspielen wahrgenommen habe. Hätte ich beim ersten Mal nicht den Fehler gemacht und das Spiel in der Hinsicht mit XC1 verglichen, wäre mir dies gar nicht aufgefallen.


Ein weiterer Kritikpunkt war der seichte Humor. Ich stehe weiterhin zu meiner Meinung, dass der Humor von XC2 immer noch eher oberflächlich ist, jedoch wenn man sich darauf einlässt, gibt es doch einige Momente, in denen man herzhaft lachen kann. Das Spiel trifft nicht immer meinen Humor, dennoch wurde ich phasenweise sehr gut unterhalten. Zudem kommt der seichte Humor deutlich seltener vor, als ich es in Erinnerung hatte.


Beispiel für eine dieser witzigen Szenen, die etwas seicht ist (erste zwei Minuten des Videos).



Der Kritikpunkt, in dem ich mich wohl am meisten geirrt habe, war der fehlende Tiefgang einiger spielbaren Charakteren. Da habe ich mich wirklich sehr getäuscht. Wie bei XC1 hat wirklich jeder Meister und seine Hauptklingen Momente in denen man sie näher kennenlernt und wo sie glänzen. Diese Tiefe hat mich nicht nur befriedigt, sondern teilweise berührt. Ich bin erstaunt, dass mir dies nicht bereits im ersten Durchspielen aufgefallen ist.


Gutes Beispiel mit Mòrag, Nia, Dromarch (Achtung Spoiler)



Ich möchte noch ein Punkt aufbringen, der mir beim zweiten Durchzocken positiv aufgefallen ist. Das sind die Klingenquests (eine besondere Form von Sidequests). Diese haben mir teilweise richtig gut gefallen, ich war beeindruckt, dass diese zu einem gewissen Mass sogar vertont waren.


Was mir hingegen weiterhin gar nicht gefällt, ist der Einsatz der "Field Skills", um mit Objekten oder Situationen in der Welt zu interagieren. Ich finde es echt mühsam, dass ich meine Gruppenzusammenstellung anpassen muss, damit diese aktiviert werden können. Ich wünschte, man hätte folgende Varianten dafür gewählt:


Alle seltenen Klingen, die man besitzt, würden automatisch ihre Field Skills verwenden, wenn man in der Welt mit einem Objekt oder Situation interagiert. Die anderen Klingen würden gar keine solche Skills überhaupt besitzen oder man hätte grundsätzlich auf diese und das Resonieren verzichtet. Stattdessen würde man die Klingen durch Quests erhalten.


Mich würde interessieren, wie ihr diesen Punkt seht. Was haltet ihr vom Einsatz der Field Skills und dem Resonieren? Wünscht ihr euch, dass dies anders umgesetzt worden wäre?


Schliesslich muss ich mich bei Mythra entschuldigen. Ich habe beim ersten Durchspielen ganz klar Pyra Mythra vorgezogen. Für mich war Mythra einfach nur arrogant, während ich Pyra deutlich sympathischer fand. Beim 2. Durchgang fand ich die Persönlichkeit von Mythra deutlich vielfältiger als von Pyra. Dies bedeutet jedoch nicht, dass ich Pyra nicht mag.



Ich bin sehr froh, dass ich nochmals XC2 durchgespielt habe. Es half mir das Spiel deutlich objektiver zu beurteilen, da ich es losgelöst von XC1 gezockt habe. Dadurch habe ich es deutlich mehr schätzen gelernt und habe es bestimmt nicht das letzte Mal in meinem Leben gezockt.


In einige Wochen werde ich im Zuge dieser Reihe einen Artikel zu Xenoblade Chronicles 2: Torna The Golden Country verfassen. Ich habe auf Empfehlung von Tetsuya Takahashi von Monolith Soft diesen Teil zwischen dem 7. und 8. Kapitel durchgespielt (danke Cristiano für deinen Hinweis auf diese News). Dies ist sehr empfehlenswert, wenn man die Geschichte vom Grundspiel besser verstehen möchte. Man merkt, dass dies ursprünglich der Plan des Spiels war.



Vielen Dank fürs Lesen und Sali Zäme.



Fragen:

  • Was waren eure Höhepunkte in Xenoblade Chronicles 2
  • Worüber wart ihr am meisten enttäuscht?
  • Was haltet ihr vom Einsatz der Field Skills (Aspekt, dass man die Klingen immer wieder anpassen musste) und dem Resonieren? Wünscht ihr euch, dass dies anders umgesetzt worden wäre? Wie hätte dies aus eurer Sicht aussehen sollen?

Kommentare 16

  • Ich habe selbst bereits zwei Versuche hinter mir, das Spiel zu mögen. Das erste Mal bin ich nicht wirklich in das Kampfsystem reingekommen. Beim zweiten Mal, ein Jahr später oder so, habe ich mich reingefuchst und konnte ihm zumindest ein bisschen was abgewinnen. Dass selbst Kämpfe gegen kleinste Gegner unnötig lange dauern, mag ich zwar immer noch nicht, aber es ist okay und ich habe es dann im Laufe des zweiten Versuchs auch hinbekommen, mich in die Welt zu verlieben. Das Worldbuilding ist für mich die größte Stärke des Spiels. Die Welt, die da erschaffen wurde, ist beinahe greifbar und mit (Hintergrund-)Geschichten gefüllt. Die Spielwelt ist wunderschön. Das ist wirklich großartig. Am Ende habe ich ironischerweise wegen dieser Szene, die du als Video verlinkt hast, den zweiten Versuch abgebrochen. Hab das Gefühl, mehr oder minder dieselbe Szene aus jedem anderthalbten Anime zu kennen. Jemand stolpert (oder in dem Fall: schlafwandelt) in wen anders und die unschuldige Person kriegt dafür auf den Deckel, weil eine Brust einen Unterarm berührt... Ich kann mit diesem sexualisierten Humor irgendwie nichts anfangen. Das Gespräch direkt im Anschluss zwischen Dromarch und Rex' Opa (dessen Namen Azurda ich echt erst mal ergoogeln musste) finde ich dafür tatsächlich sehr, sehr lustig.


    Jedenfalls will ich dieses Jahr voraussichtlich meinen dritten Versuch starten, weil ich sehe, wie viel Gutes in dem Spiel steckt und ich will mehr davon sehen (wenn auch gern weniger von anderen Dingen). Musste nach der Szene aber erst einmal was anderes spielen, leider. Ich will's so gern mögen, das ist echt abgefahren. Ich war bis vor wenigen Monaten aber auch noch kein großer Fan von Breath of the Wild. Manchmal gibt es für bestimmte Spiele einfach einen richtigen Zeitpunkt und ich suche noch nach dem für Xenoblade Chronicles 2.

    Yeah! 1
    • Nun weißt du ja bei welcher Szene, du beim dritten Versuch die Ohren und die Augen verschließen und immer wieder A drücken musst ;-) Dann sollte es mit dem Durchspielen des Spiels klappen.


      Ich wäre gespannt zu wissen, wie dir das Spiel insgesamt gefallen hat, wenn es einmal tatsächlich beendet hast. Alleine für die letzten Kapitel ist es Wert, sich durch das Spiel durchzubeißen.


      Übrigens bin ich auch nicht Fan von BotW. Jedoch habe ich geplant, irgendwann in diesem Jahr das Spiel nochmals zu zocken, losgelöst vom Gedanken, dass es ein Zelda-Spiel ist. Darüber werde ich dann einen Blogeintrag schreiben, wie ich es zu XC2 hier gemacht habe.

      Yeah! 1
    • Wenn ich das Spiel fertig gespielt habe, werde ich mich an dich erinnern und nochmal ein Update geben! Ich weiß nicht, warum, aber ich bin mir aus irgendeinem Grund sicher, dass ich es mögen können werde. Bei Breath of the Wild hat es, wie gesagt, auch geklappt. Da musste ich mich zu einem zweiten Anlauf tatsächlich zwingen, aber nachdem ich beim ersten Titan ein Aha-Erlebnis hatte, ist der Knoten geplatzt. Vielleicht hilft es dir tatsächlich, das Spiel etwas losgelöster zu spielen. Ich war vor dem Spiel ironischerweise sogar der Ansicht, dass die Reihe eine kleine Frischzellenkur vertragen könnte. Letztendlich hätte Breath of the Wild mit anderen Namen und Charaktermodellen aber tatsächlich auch einfach The Adventure of Steven heißen können und wäre genauso gut gewesen. Ich bin ebenfalls der Meinung, dass da ziemlich wenig The Legend of Zelda drinsteckt.

      Yeah! 1
    • Freue mich auf deinen Kommentar zu XC2, auch wenn dies bestimmt noch eine lange Weile dauern wird.


      Du wiedergibt exakt meine Meinung bezüglich BotW. Für mich ist dies kein Zelda-Spiel, sondern ein Open World Spiel in der man Figuren aus dem Zelda-Universum eingebaut hat. Man hätte genau so gut, eine neue IP mit dem Spiel starten können und genau deswegen werde ich BotW nochmals spielen und es nicht als Zeldaspiel behandeln.

      Herz 1
  • Bin ich der einzige, der alle drei Xenoblade-Titel von Anfang an mochte? xD Ich hatte aber auch eine komische Reihenfolge, viele haben ja mit dem ersten oder zweiten Teil angefangen, mein erster Xenoblade-Titel war aber tatsächlich Xenoblade Chronicles X. Daher konnte ich auch nicht von der Story enttäuscht werden xD Schwach fand ich sie aber trotzdem :'D Dafür war das Erkunden der Open World phänomenal! Danach hab ich Teil 1 und dann Xenoblade 2 gespielt.

    Xenoblade 2 hab ich bisher nur einmal durchgespielt, aber mir hatte es sehr gefallen, auch wenn ich Teil 1 nochmal deutlich besser finde. Den "anime-mäßigen" Humor fand ich persönlich nicht so schlimm und die englische Synchro fand ich wie beim ersten Teil deutlich besser als die japanische! Allen voran Malos ist quasi das Äquivalent zu Shulk im ersten Teil, was das Talent des englischen Sprechers betrifft. Die ersten paar Kapitel fand ich noch ziemlich unterhaltsam, danach ging es aber für eine Weile bis etwa Kapitel 7 etwas unter bei mir. Vielleicht geht es mir ja bei einem zweiten Durchgang wie bei dir dann auch anders :) Die letzten paar Kapitel besonders Kapitel 10 sind aber fantastisch!

    Die Field Skills haben mir auch eher nicht gefallen, genauso wie das ganze Gacha-System (und das obwohl ich KOS-MOS bekommen hab! :P). Ich hoffe, dass sie im nächsten Teil davon weggehen. Generell war die Navigation der Karte ein deutlicher Rückschritt im Vergleich zum vorherigen Teil.

    Mythra ist zwar objektiv der bessere und interessantere Charakter, aber ich mag einfach nicht ihre Tsundere-Attitüde xD Daher hab ich für Pyra gestimmt, ich mag Rothaarige und sie ist sehr süß :3

    Yeah! 1
    • Ich habe leider X nie gespielt, da ich keine Wii U besessen habe. Leider sieht es nicht so aus, dass das Spiel je auf die Switch geportet wird :-( Jedoch stirbt bekanntlich die Hoffnung zuletzt.

      Yeah! 1
    • Ich mochte auch alle drei.

      Hab auch in richtiger Reihenfolge gespielt. Hoffe immernoch darauf das X geportet und wie ein MMO erweitert wird.

      Yeah! 2
  • Das mit den Field skills fand ich teilweise lästig.


    Das Resonieren fand ich gut. Meine Exfreundin hatte dadurch andere Klingen wie ich beim durch spielen und wir haben uns darüber unterhalten, wie unsere Klingen sind. War echt schön.

    Yeah! 2
  • Ich habe zwar alle Klingen gezogen und habe auch alle DLC Klingen. Dennoch war das Gacha System für mich der größte Kritikpunkte. Ich mag es nicht vom Zufall abhängig zu sein und war zeitweise echt genervt.


    Mein absolutes Highlight waren die Klingenquests. Ansonsten hatte ich wenig zu meckern. Eines meiner absoluten Lieblingsspiele. Und für mich das bessere Final Fantasy, nachdem die Reihe spätestens mit Teil 15 eine Richtung eingeschlagen hat, die mir nicht gefällt.

    Yeah! 1
    • Mir geht es gleich, dass ich mit den neueren Final Fantasy Spielen nicht mehr zufrieden bin und denjenigen, die mit der Reihe ebenfalls mühe haben, der Xenoblade Serie eine Chance geben sollen.

  • Höhepunkte:

    • Die emotionaleren Momente des Spiels. Dinge wie die Geschichte von Nia, Vandham etc haben einen schon berührt und mitgenommen. Gerade nach Teil 1 hätte ich das Ende auf Uraya so nicht erwartet.


    • Anspielungen zum ersten Teil (Monado,Endkapitel)


    • Die Klingen und ihre einzigartigen Quests


    • mehrere Titanen


    Enttäuschungen:


    • Field Skills.. Die haben mich zur weißglut getrieben. Finde ich in Torna wesentlich besser gelöst!


    • Gacha System. Fand ich verschwendetes Potential. Jede Klinge aus irgendwelchen Kristallen ziehen zu können war irgendwie unpersönlich. Da hätte man so gute Quests für den Erhalt draus machen können. Das Gacha war auch so mega nervig. Habe immer noch nicht alle Klingen. Das hat mir nach einer Weile komplett den Spaß genommen.


    • Karte. Im ersten Teil so gut gemacht und hier eine Katastrophe..


    • Zekes Tollpatchigkeit/Humor war so gar nicht meins. Seine ernsten Momente fand ich wesentlich besser.

    Yeah! 3
    • Ja das Gacha System ist furchtbar. Mir fehlen noch zwei Klinge und diese werde ich noch versuchen zu ziehen. Aber grundsätzlich fand ich es unglaublich redundant.


      Auch ich fand die Karte ziemlich mühsam und in XC1 besser.


      Zekes Humor war auch nicht meins, es gibt jedoch solche, die das anspricht und witzig finden.


      Vielen Dank für deine Meinung zum Spiel.

  • Höhepunkte:

    • Die Zwischensequenzen, besonders zu Beginn und als Poppi sich zum ersten mal in der Fabrik verändert :D
    • Als man mit Jin kooperiert

    Enttäuscht:

    • Die Auflösung im Handheld

    Field Skills:

    • An sich mag ich die Idee, dass man an gewissen Punkten erst später weiterkommt, allerdings wurde hier deutlich übertrieben und es war teilweise einfach Random ob man die Skills hatte. Dazu kommt das ständige Umstellen des Teams. Das hätte man deutlich einfacher und unkomplizierter lösen können.
    • Torna hat es ja auch besser gemacht, wohlwissend, dass dort nur feste Blades dem Team angehören.
    Yeah! 1
    • Vielen Dank für deine Rückmeldung.


      Die Kooperation mit Jin kriegt eine ganz andere Bedeutung, wenn man Torna vorher gezockt hat (dazu mehr im nächsten Blog dieser Reihe).


      Ich habe das Spiel besonders für Sidequest im Handheldmode gezockt und es war für meine Augen furchbar anstrengend.


      Ich habe die Field Skills in Torna auch deutlich besser gefunden und fand es gut, dass die drei Klingen pro Meister vorgegeben waren.

  • Mein grösstes Highlight war auf jeden Fall

    Meine grösste Enttäuschung des Spiels ist definitiv das englische Voice Acting. Die Sprecher können hier nicht mal was dafür sondern eher die Voice Direction (laut Pyra's und Mythra's Sprecherin durften sie nicht mal die Szenen sehen die sie da gerade einsynchronisieren). Nichtsdestotrotz gabs trotzdem einige Charaktere bei denen ihr Acting die meiste Zeit über On point waren wie bspw. Malos.


    Und die Field Skills fand ich auch echt furchtbar nervig.

    Yeah! 1
    • Vielen Dank für deinen Kommentar.


      Ich habe mir gar nicht so auf das Voice Acting geachtet, aber ich kann nachvollziehen, dass dir dies nicht immer gefallen hat.

      Ja Malos war in der Hinsicht sehr gut.

      Yeah! 1