Wrestling Empire - Where the Big Boys play!

16e495f3-7f53-4ca5-8jvjlq.jpegEndlich: Mat Dickie ist zurück! Und er hat seinen Traum verwirklicht - ein Wrestling-Spiel auf einer Konsole von Nintendo zu veröffentlichen. Denn immerhin waren es die Wrestlingspiele von AKI auf den N64, die den damals blutjungen Mat dazu animierten selbst Spiele zu entwickeln. Und so erschien 2008 das damals extrem beliebte Wrestling Mpire für den PC - in einer Zeit wo es sonst keine Wrestlingspiele auf dieser Plattform gab. Besonders durch die leichte Modbarkeit entwickelte sich das Spiel zu einem Klassiker unter Wrestlingfans jener Zeit. In den 2010er Jahren folgten dann das 2D Spiel Wrestling Revolution und der 3D Ableger gleichen Namens.


Grundlegend sei gesagt, dass diese Spiele von lediglich einen einzigen Menschen programmiert wurden und werden: Mat. Dabei fußt alles auf eine ähnliche Engine wie die 2000er Spiele, auch der neueste Teil Wrestling Empire für die Switch. Manchmal agiert die KI unlogisch (was jedoch für irrwitzige Momente sorgt), die Physik-Engine ist nicht immer optimal. Aber an sich funktioniert alles ganz gut. Man darf das nicht unterschätzen wie komplex es ist ein 3D-Wrestlingspiel auf die Beine zu stellen. Besonders wenn es Spaß machen soll.


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Wie bereits erwähnt orientiert sich das Gameplay sehr stark an alte N64 Spiele wie WCW/nWo Revenge oder WWF No Mercy. Im Mittelpunkt steht ein simples Grapplingsystem aus denen ihr 12 unterschiedliche Moves ausführen könnt wenn ihr den Gegner von vorn greift und nochmal 6 andere Moves, wenn ihr den Gegner von hinten greift. Darüberhinaus kann alles mögliche gemacht werden: Von waghalsigen Dives über die Seile bis hin zu Konstruktionen aus mehreren Tischen und Leitern, die man aufstellen und erklimmen kann. Jeder Wrestler hat zudem einige Submission Holds parat, je nachdem ob ihr einen liegenden Gegner am Kopf, am Körper oder an den Beinen greift. Es empfiehlt sich zu beginn das sehr unterhaltsame Tutorial zu spielen. Dabei handelt es sich um eine Trainingseinheit mit Coach Emerson, der Euch die Steuerung bis ins kleinste Detail erklärt.


Eine Besonderheit die in Wrestling Revolution 3D enthalten war ist auch hier drin: Es gibt im Exhibition Mode keine wirklich vorgefertigten Matcharten. Ihr könnt jeden Aspekt selbst einstellen. Wollt ihr ein klassisches Royal Rumble Match mit 30 Wrestlern und man wird eliminiert sobald man übers Seil fliegt? Kein Problem! Ihr könnt solch eine Matchart aber auch mit Pinfall oder gar mit einer Last Man Standing Regel erstellen. Oder wollt ihr ein klassisches 5 vs. 5 Survivor Series Match erstellen? Vielleicht aber auch ein 10 vs. 10 Match? Und so weiter und sofort. Es macht schon riesigen Spaß mit den verschiedensten Regeln zu experimentieren. Aber das ist nicht alles! Ihr könnt sogar die Größe des Rings bestimmen. Oder wollt ihr lieber einen Massenbrawl im Backstagebereich abhalten? Alles das ist möglich. Besonders im lokalen Mutiplayer mit mehreren Freunden macht das großen Spaß. Dazu sei erwähnt, dass es auch hier wieder möglich ist in die Rolle des Referees zu schlüpfen. Eine riesige Gaudi zwischen drei Spielern!


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Das eigentliche Herzstück ist jedoch der Karriere-Modus. Ihr fangt mit einem Wrestler in einer Wrestlingschule an und werdet nach einigen Matches von einer der neun verschiedenen Ligen angeheuert. Dabei gilt es in den Verträge auf die Klauseln zu achten. So wird es Euch am Anfang definitiv passieren, dass der Promoter es für eine gute Idee hält Eure Moves auszutauschen oder Euch sogar in ein lächerliches Gimmick zu stecken. Ohne Creative Control Klausel könnt ihr dagegen nichts ausrichten. Im Karriere-Modus kommt der eigentliche Charakter der Parodie zum tragen. Denn um nichts anderes handelt es sich bei den Spielen von Mat Dickie: Parodien mit etlichen Insiderjokes. Seine Spiele richten sich vor allem an die sogenannten „Smart Marks“, die auch den Backstage-Klatsch hinter den eigentlichen Shows verfolgen. So auch Wrestling Empire.


Anders als in modernen WWE Games sind die Storylines zufallsbasiert. So ein wenig wie in Smackdown 2 auf der ersten Playstation. Ein Beispiel: Tommy Dreamer fragte mich eines Tages, ob ich mit ihm ein Team bilden wollte. Ich habe zugesagt. Nach den ersten Tag Team Matches bekamen wir ein Match um den Number-One-Contender-Shot um den Tag Team Title. Doch während des Matches turnte Tommy gegen mich und es wurde plötzlich ein 3 vs 1. Handicap Match. Daraus folgte eine erbitterte Fehde mit Tommy inklusive brutalen Backstagebrawls. Es hätte aber auch anders kommen können: Er wäre nicht geturnt und wir hätten einen Title-Shot erkämpft. Es sind lauter kleiner Szenen, im Ring wie im Backstagebereich, welche die Reise eures Wrestlers an die Spitze begleiten. Dabei kann es nach einer Zeit natürlich auch vorkommen, dass sich Szenen wiederholen.


Oder aber: Ihr werdet irgendwann verletzt und müsst die Karriere beenden! Verletzungen passieren in der Regel während des Matches und wie im echten Wrestling muss das nicht unbedingt bei einem High Risk Move geschehen, sondern vielleicht bei einem scheinbar „harmlosen“ Move. Das kann böse Folgen haben, etwa das ihr einen großen Teil eurer Kraft dauerhaft verliert. Oder sogar das Karriereende. Das macht den Karrieremodus auch so interessant: Man weiß nie was als nächstes kommt. In einem Monat noch der coole Hardcore-Wrestler, im nächsten Monat vom Promoter in ein lächerlichen Clown-Kostüm gesteckt. In einem Moment mit einen coolen Partner die Tag Team Champions der Promotion, im nächsten Moment wird jener Partner von der Promotion gefeuert. Auch das passiert: Wrestler wechseln die Promotions. So bleibt die Spielwelt mit seinen 350 verschiedenen Charakteren lebendig und unvorhersehbar.


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Wrestling Empire besitzt natürlich keinerlei Lizenz. Aber: Die meisten Wrestler sind erkennbare Parodien auf reale Wrestler der 80er, 90er und aus diesem Jahrtausend. Zum Glück gibt es einen Editor, der es Euch erlaubt die Fantasienamen durch reale Namen zu ersetzen. Oder auch eigene Wrestler zu erschaffen. Der Editor ist sehr umfangreich und man kann sämtliche realen Wrestler irgendwie nachbauen. Ein wenig Fantasie ist da natürlich gefragt. Ihr könnt Euer Roster sogar extern sichern. Ich gehe daher fest davon aus, dass es bald entsprechende Real World Backups im Netz geben wird.


Ansonsten überzeugt die Präsentation weitgehend: Besonders die verschiedensten und komplett frei einstellbaren Kamerawinkel wissen zu begeistern. Mögt Ihr eher die Hard Cam Einstellung aus den alten N64 Games? Oder wollt ihr eine diagonale Darstellung wie in den Fire Pro Wrestling Spielen? Hey, es gibt sogar eine Vogelperspektive!



Wie ihr im Gameplay-Trailer sehen könnt, ist Wrestling Empire keine ernste Simulation und das will es auch garnicht sein. Es ist die Vision eines verrückten und leidenschaftlichen Wrestlingfans für ebensolche Fans, die über den Wrestlingsport auch lachen können. Die Spaß daran haben in verrückten Storylines geworfen zu werden oder verrückte Matches zu spielen. Das Spiel nimmt sich an den richtigen Stellen überhaupt nicht ernst, doch die Vision hinter dem Spiel bleibt respektabel. Ich persönlich habe eine fantastische Zeit mit Wrestling Empire und werde es noch über viele Monate spielen.


Am 26. Februar erscheint übrigens auch RetroMania Wrestling. Darauf bin ich ebenfalls sehr gespannt und werde zeitnah über meine Eindrücke berichten!

Kommentare 4

  • hab mir das Game jetzt tatsächlich gestern gekauft, macht einfach soooooo Bock :)

    • Ha ha, habe ich ja gesagt. 😉

      Was gefällt Dir denn am besten?

    • ich mag irgendwie die Steuerung, erinnert mich an die N64-Wrestlinggames, spielt sich irgendwie so "smooth"... bei den ganz aktuellen PS4/WWe2K Spielen ist mir das alles zu überladen, und der Karrieremodus ist irgendwie genial, der hat mich bisschen an Smackdown 2 auf der PS1 erinnert, das ich damals zig Stunden gespielt habe

      der Editor ist auch nett, man kann viel machen aber es ist nicht so mega überladen wie bei den Smckdownspielen

  • bin nach der Demo positiv überrascht, hätte nicht gedacht dass es so viel Spass macht :)

    Yeah! 1