Kurz-Review: Beach Buggy Racing 2 (Switch)

e2aeaf01-baec-46d6-9tqj70.jpegDas Indie-Studio Vector Unit gibt es bereits seit 2007 und im letzten Jahrzehnt hat das fünfköpfige Team um Ralf Knoesel und Matt Small - zwei Veteranen die sich in den 90ern bei den Stormfront Studios kennenlernten - regelmäßig für positives Echo gesorgt. Sei es durch die Riptide Serie oder den ersten Beach Buggy Racing Titel. Mit Beach Buggy Racing 2 liegt nun der Nachfolger des Fun-Racers vor.



Unterschiede zum Vorgänger


Kommen wir ohne lange Umschweife und Floskeln zum Kern des Spiels. Mario Kart stand auch dieses Mal überdeutlich Pate. Ihr fahrt Rennen durch sehr unterschiedliche Umgebungen, sammelt diverse Waffen und Power-Ups ein, die ihr euren Gegnern sogleich um die Ohren knallt. Von einfachen Raketen über Schwerelosigkeit bis hin zu Geschwindigkeitsbremsen. Insgesamt gibt es 44 Waffen und Power-Ups. Ansonsten versucht das Spiel garnicht erst sein Vorbild zu kaschieren.


Wie der Vorgänger stammt auch Beach Buggy Racing 2 vom Smartphone. Aber: Anders als beim Vorgänger gibt es in der PC- und Konsolenversion keinerlei Währungen mehr - im Mittelpunkt steht sehr viel mehr eine große Einspieler-Kampagne in der man auf einer Weltkarte von einem Rennen zum nächsten rückt. Es gibt nicht nur klassische Fun-Racer-Regeln, sondern beispielsweise auch Drift-Challenges oder Rennen mit Fokus aufs Zeitfahren. Neue Charaktere für den Storymode werden in Turnieren freigeschaltet. Darüber hinaus gibt es vier unterschiedliche Schwierigkeitsstufen, die jederzeit geändert werden können. Insgesamt weiß die Kampagne durchaus zu motivieren. Es ist eben ein Unterschied, ob man Fahrzeuge, Upgrades oder neue Fahrer normal durch Rennen freischaltet oder ob ein undurchsichtiges Free to Play Konzept den ganzen Spaß verhagelt. Durch den Verzicht auf jegliche Währung entfällt übrigens auch das aus den Vorgänger bekannte Grinding. Insgesamt gibt es 23 Strecken im Spiel. Was natürlich in der etwas zu lang geradenen Einzelspieler-Kampagne für Wiederholungen sorgt. Dosiert man diese Kampagne jedoch in kurzen Sessions, kommt man immer wieder gern zurück. Daher fühlt sich das Spiel auf der Switch am besten an, weil es dazu einlädt hier und da mal ein Rennen zu spielen. Sei es an der Haltestelle oder im Wartezimmer.



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Multiplayer - Die eigentliche Spaßgranate


Positiv erwähnen sollte man jedoch: Wollt ihr vorrangig den Multiplayer-Mode spielen, braucht ihr entsprechende Strecken und Fahrer nicht erst mühsam in der Kampagne freizuschalten. Diese sind für den Multiplayer von vornherein frei zugänglich! Lediglich verschiedene Autos mit unterschiedlichen Werten sind hinter diversen Aufgaben versteckt. Auf der Switch können insgesamt vier Spieler Splitscreen gegeneinander spielen. Dabei sei die enorme Konfigurationstiefe unbedingt zu erwähnen. Ihr könnt nicht nur die Rundenzahl auswählen, sondern auch ob und welche der 44 Waffen im Rennen vorkommen sollen. Zudem gibt es hinzuschaltbare Effekte wie Erdbeben.


Insgesamt macht mir das Zusammenspiel mit anderen menschliche Mitspielern deutlich mehr Spaß als die Rennen gegen die KI. Was vor allem daran liegt, dass die Ereignisse arg vom Glück abhängen. Es passiert beispielsweise nicht selten, dass ich in der letzten Runde gleich von 2, 3 Waffen hintereinander getroffen werde und vom ersten Platz in die hintere Region durchgereicht werde, ohne das ich irgendwas dagegen machen kann. Das ist nicht nur nervig, sondern vor allem frustig! Der eigene Skill spielt da leider nur eine unwesentliche Rolle. Das ist aber auch etwas, was mich bei Mario Kart massiv nervt und wohl zu den Genre-Konventionen dazu gehört. Daher ist es für mich ein Segen im Multiplayer-Modus überstarke Waffen abschalten zu können.


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Für Switch-Verhältnisse richtig hübsch


Kommen wir zur Technik: Da gibt es wenig zu sagen. Sieht genau so aus wie der Vorgänger. Was positiv ist, überzeugte dieser doch schon mit charmanten Comic-Grafiken. Auch hier: Tolle Animationen und eine meist butterweiche Framerate sorgen für Freude. Man kann das auf Screenshots nicht so erkennen, doch in Bewegung ist es für mich eines der hübschesten Racer auf der Switch. Egal ob nun Lichtspielereien am Strand oder das staubige Feeling im Wilden Westen. Die Strecken sind abwechslungsreich designt und musikalisch passend untermalt. Aber da ein Video eh mehr sagt als tausend Worte, hier eines mit Switch-Gameplay:




Grüne-Wiese-Wertung*: 69%


Wäre der enorme Glücksfaktor in den Rennen gegen die KI nicht, würde es eine weitaus höhere Wertung geben! Denn an sich handelt es sich bei Beach Buggy Racing 2 um einen tollen Fun-Racer, der sein Geld definitiv wert ist - vor allem, wenn man mal wieder einen frischen Racer für gemeinsame Spieleabende sucht und man den ollen Mario nicht mehr sehen kann. Auch die Kampagne motiviert durchaus, wenn man sich mit den Glücksfaktor gegen die KI arrangieren kann. Und die audiovisuelle Präsentation ist ebenfalls sehr hübsch. Insbesondere wenn man bedenkt, dass das Studio Vector Unit nur aus fünf Leuten besteht: Da sagt noch mal jemand, dass kleine Indies keine hübschen Spiele auf die Beine stellen können. Genre-Fans greifen definitiv zu!


* Mit der "Grünen-Wiese-Wertung" wird mein Wertungskonzept verfolgt, welches die Wertungsinflation der letzten 20 Jahre konsequent ausblendet, Spiele nicht mit anderen Spielen vergleicht werden und wo das gesamte Wertungsspektrum von 1 bis 100% ausgenutzt wird. Dementsprechend muss beispielsweise ein Spiel im 60er Bereich noch lange keine Gurke sein.