Spiele und ihre Wirkung auf das Gemüt

Inspiriert durch mein eigenes Gemüt sowie ein wenig durch das interessante Foren-Thema Keine Freude mehr am Zocken. Werde ich zu alt? bin ich auf die Idee zu diesem Blog gekommen.


Ich bin aktuell 36 Jahre alt, voll berufstätig, habe Frau und Kinder. Als Familienvater verfolge ich das Weltgeschehen noch aufmerksamer als ohnehin schon und mit Klimakrise, Covid und all den sonstigen geopolitischen Spannungen bis hin zu den jüngsten Ereignissen in Afghanistan schlägt mir all das doch sehr aufs Gemüt. Um den Bogen nun zu unserem liebsten Hobby zu spannen: Seit Veröffentlichung der PS5 habe ich bis vor kurzem fast exklusiv auf dieser gespielt und da primär Titel wie The Last of Us + Part II, Demon's Souls, RE VIII, Returnal, Observer System Redux oder Oddworld New 'n Tasty. Alles klasse Spiele, doch allesamt düster, brutal, dreckig und mit mehr oder weniger dystopischen oder apokalyptischen Spielwelten. All das hat mich, so sehr mich die Spiele an sich unterhalten haben, nach monatelangem Konsum selbiger erst unterbewusst und zuletzt bewusst einfach zusätzlich belastet. Insbesondere The Last of Us II.


Versteht mich an der Stelle aber bitte nicht falsch, auch wenn der Blog das vielleicht suggeriert: Ich bin kein depressiver Mensch oder leide gar unter einer Depression (zu recht eine anerkannte psychische Erkrankung!), sondern bin im Gegenteil ein lebensfroher Optimist. Auch ist mir klar, dass die o.g. Spieleauswahl wohl unglücklich war, auch wenn ich diese getroffen hatte, weil ich halt einfach Lust auf diese Spiele hatte. Ohne mir deren möglicherweise negativer Auswirkungen auf mein Befinden bewusst zu sein oder diese überhaupt in Betracht zu ziehen. Sind ja nur "Spiele", oder?


Und was hat das aus meiner Sicht mit Nintendo zu tun?

Nachdem ich nach o.g. Zeit mit der PS5 meine Switch wieder angeschalten und Titel wie New Pokémon Snap, Super Mario 3D World oder aktuell The Legend of Zelda: Skyward Sword spiele, hebt sich meine Grundstimmung spürbar. Selbst ein Famicom Detective Club: The Missing Heir, obwohl es hier um einen Mord geht, trägt mit seiner bunten, hellen Präsentation und der, bis auf wenige Ausnahmen, nicht expliziten Darstellung dazu bei. Dann ist mir klar geworden, das viele AA- und AAA-Spiele sich nach wie vor primär über Gewalt und deren (möglichst realistischer) Darstellung profilieren. So mutig ein Spiel wie TLoU II in seiner Inszenierung und Charakterzeichnung ist, so dermaßen stumpfsinnig und mitunter unterträglich ist es in seiner Gewaltdarstellung. Das war von Entwickler Naughty Dog zwar so gewollt, aber ob es auch notwendig war? Muss oder will ich mir so etwas denn eigentlich geben, frage ich mich? Gerade in Bezug auf TLoU bin ich nicht die einzige Person, welcher das "Spiel" emotional stark zu schaffen gemacht hat.


Hierzu möchte ich eine namentlich nicht genannte Nintendo-Führungskraft zitieren, welche folgenden meiner Ansicht nach denkwürdigen Satz bereits zu GameCube-Zeiten (und als einen der Gründe für dessen scheitern) zum Besten gab:

Zitat

Consumers don’t want fun anymore; they just want to kill people… in HD.

Diese Aussage trifft auch heute den Nagel auf den Kopf, vielleicht sogar mehr denn je.


Dabei ist mir klar, dass es auch auf allen anderen Plattformen nicht gewalttätige oder brutale, dafür aber fröhliche, helle und kinderfreundliche Titel gibt. Nur haben diese es nie geschafft mich persönlich abzuholen und so zu berühren, wie es die Titel von Nintendo machen. Ob es nun ein Mario, Zelda, Pikmin oder Kirby ist, für mich persönlich kommen da keine Crashs, Spyros oder wie sie sonst alle heißen ran. Vermutlich trägt ein großer Teil zu meinem Empfinden bei, dass ich mit all jenen Nintendo-Titeln, wie wohl viele von uns hier auf ntower, aufgewachsen und von diesen maßgeblich geprägt wurde. So hat mir bereits als Kind die Flucht in die charmanten Welten von Nintendo dabei geholfen, so manch schwere Situation emotional wie seelisch einigermaßen stabil zu überstehen. Das gilt für mich auch heute noch, über 30 Jahre später. Nicht nur das, dank der familienfreundlichen Ausrichtung kann ich diese fröhlichen Figuren und Welten mittlerweile auch mit meinen Kindern teilen. Und für all das bin ich Nintendo zutiefst dankbar.


Wie seht ihr das? Erzählt mir doch bitte von euren Erfahrungen und Emotionen mit Spielen :)

Kommentare 25

  • Sehr gut geschriebener Blog. Manchmal spiele ich Videospiele um Spaß zu haben aber es gibt auch Videospiele, die mich emotional sehr berührt haben, dazu zählt Last Of Us. Da gibt es manchmal Situationen in denen ich erstmal eine Pause brauche oder durchatmen muss, weil mich die Szene sehr mitnimmt. Zum Beispiel das was mit Joels Tochter im ersten Teil geschieht. Ich musste erstmal schlucken und konnte zuerst kaum glauben was ich da sah.


    Nintendo liegt für mich bei den Plattformern sehr weit vorne, enttäuschen aber im Bezug auf Rollenspiele oder Action Adventures, denn da finde ich ist man je nach Genre bei Sony oder Microsoft besser bedient. Nintendo bietet dafür aber die schönsten bunten Spielwelten, die einem sofort ein schönes Gefühl geben. Sowas kann Nintendo wie kein anderer und solche Spiele findet man bei Sony und Microsoft nicht. Dafür kann Nintendo leider keine aufwendigen Geschichten erzählen wie zum Beispiel God Of War, Uncharted oder Last Of Us, somit macht es Sinn zwei unterschiedliche Konsolen zu besitzen. Eine von Nintendo und die andere von Sony oder Microsoft, weil der eine Konsolenhersteller etwas hat was dem anderen fehlt und sich beide Konsolen zu einem ganzen zusammenfügen.


    Ich mag sowohl realistische Spiele als auch die bunteren und ich wechsel auch zwischendurch komplett das Genre, denn wenn ich etwas wie Last Of Us 2 gespielt habe brauche ich etwas leichtere Kost oder etwas völlig anderes um den Kopf wieder frei zu bekommen.

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    • Danke für deinen Kommentar. Ich stimme dir zu, das es oft stimmungsabhängig ist, welche Art Spiel gerade zum eigenen Gemüt passt.

      Yeah! 1
  • Also bei mir war und ist es so, dass mich realistische Spiele bzw. Settings null interessieren. Ich bin in meiner Kindheit und Teenie-Zeit nur mit Nintendo und maximal noch die Sims am PC durch gekommen.

    Das realistischste, was is bis heute gezockt habe, ist Watch Dogs und da gab es ein paar Szenen, die mir nicht so gefallen hatten. Wohl auch der Grund, warum ich die Story nur einmal durch gespielt habe. Ansonsten habe ich mehrmals Mass Effect gespielt und da ballert man auch. Aber das Setting ist Sci-Fi und man rettet quasi die gesamte Galaxie vor einer Bedrohung. Die Gegner sind entweder hirnlose Zombieähnliche Wesen oder sonstige bösartige Leute oder gar Kriminelle. Da hat mich eher die Story angesprochen als das Geballere. Ich setze sogar lieber die Biotik-Fähigkeiten ein, was in einem Fantasy-Spiel Magie-Angriffe wären.

    Vielleicht liegt es daran, dass ich eine Frau bin. Meine einziger männlicher Kumpel damals war etwas jünger als ich und die Mädels waren, wenn sie was gespielt hatten, eher an Pokémon interessiert, was zu der Zeit ja auch jeder auf dem Game Boy gespielt hatte. Somit kam ich nie in die Versuchung mir eins von den blutigen Spielen zu holen, geschweige denn jemandem beim Zocken eines solchen Spiels zuzusehen. Die waren ja normal eh ab 18 und ich war was Altersgrenzen anging immer brav. Glaube das "gewaltigste" war mit meiner damals besten Freundin hatten wir Dragon Ball Z gesuchtet. Zwar nicht in Spielform, aber die Serie hatte ja auch fast nur stupides Geprügel (und trotzdem mag ich die Serie noch). Beim Spielen waren es einfach Mario, Zelda und Pokémon. Was anderes interessierte mich nicht. Ich war wohl einfach auch zu ängstlich für realistischeres oder "gruseliges". Deswegen kam ich mit Banjo & Kazooie nie weit.

    Ich erinnere mich an eine kurze Phase, so zwischen 16 und 20 Jahre, da habe ich gerne blutige Filme geschaut, solche Monster/Splatter-Filme. Aber in Spielen hätte mich das nie gereizt. Bei den Filmen wars ja dann oft so, dass das Böse am Ende besiegt war. 2009 hatte dann bei mir einiges privat ins Rütteln gebracht, dass ich solche Filme gar nicht mehr schauen konnte und auch erst Jahre später wieder gar einen Thriller schauen konnte. Inzwischen geht das schon wieder, aber ich schau dann lieber andere, etwas normalere Sachen.

    Ab 2012 (das war schon paar Jährchen nach meinem 18.) bis heute war es Spieletechnisch nur mehrmals Mass Effect und einmal Watch Dogs. Zwischendurch (schon einige Jahre her) sogar mal auf einem Minecraft-Server mit anderen zusammen gespielt oder gebaut, aber ich spiele lieber für mich um richtig abschalten zu können.

    Ich denke, dass es mir hier wie vielen anderen so geht, dass ich über die Abwechslung froh bin, nach der Arbeit je nach Hirnmatschlevel was kleines Nettes (Sudoku, Tetris, Animal Crossing, Mario Kart) zu spielen oder in eine bunte und/oder unrealistische Welt abzutauchen (Mario, Zelda, RPGs / VNs).

    Herz 1
    • Danke für deinen Beitrag. Sehr schön geschrieben und ich verstehe dich sehr gut. Mir geht es auch oft nach einem langen, anstrengenden Arbeitstag so wie du beschreibst. Manchmal reicht eine Runde Tetris o.ä., an anderen Tagen darf es wie aktuell gerne ein Skyward Sword sein :)

      Herz 1
  • Vielen Dank für diesen herausragenden Blogartikel. Ich habe diesen sogar mit meiner Frau nochmals durchgelesen und über die Thematik diskutiert. Du sprichst uns beiden aus der Seele!

    Ich habe echt Mühe, wenn Spiele in ihrer Gewaltdarstellung zu explizit sind, dies war interessanterweise als Kind bzw. in meiner frühen Jugend überhaupt kein Problem. Deshalb werde ich zu gewalttätige Spiele nicht zocken, auch wenn mir das Genre zusagt.

    Yeah! 1
  • Interessanter Blog-Artikel!
    Wenn ich Feierabend habe und Zeit finde, die Konsole anzuwerfen, dann möchte ich gerne in eine möglichst phantastische, bunte, unrealistische Welt eintauchen dürfen. Ob das eine Art "Erholung" von der manchmal harten, trüben Realität ist, ein Gegenwirken bzgl. eines eher depressiven Gemüts oder einfach eine Vorliebe, ich kann's nicht deuten. Jedenfalls will ich nach einem harten Arbeitstag gern ein Lächeln auf dem Gesicht haben, wenn ich mal ein paar Stunden zocke.
    Mitunter spielt auch die Vergangenheit eine Rolle: im Kindesalter habe ich viele Stunden NES/SNES/N64 mit Kindern aus meiner Straße gespielt. Manche sind weggezogen, manche sehr früh verstorben. Manchmal, gerade wenn ich in Mario Kart eine Retro-Strecke spiele, ist es wie ein Flashback in die Vergangenheit und ich erinnere mich an die lokalen Sessions, die wir miteinander hatten...
    Gewalt in Spielen sollte für mich möglichst abstrakt und kreativ dargestellt werden, mit einer realistischen Darstellung kann ich überhaupt nix anfangen. So ist z.B. Splatoon für mich der mit Abstand beste Shooter. Mit den ganzen Shootern auf den Konkurrenzkonsolen kann ich null anfangen. Früher waren Spiele wie Dark Forces, Quake oder Doom noch aufgrund der Grafik eher abstrakt, mit zunehmendem Realismus turnen mich solche Spiele eher ab.
    In der Tat hat es Nintendo schon immer gut verstanden, mit ihren Spielen für positive Vibes bei den Spielern zu sorgen. Drum bin ich da auch hängen geblieben. Und seit SEGA kein Konsolenhersteller mehr ist, liebäugle ich auch nicht mehr mit einer Konkurrenzkonsole. Sony und Microsoft haben leistungsstarke Konsolen und tun viel für die Branche, aber insgesamt sprechen mich leider kaum Titel aus ihrem Spiele-Lineup an.

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    • Danke für deinen wertvollen Kommentar! Den kann ich so nur direkt unterschreiben. Insbesondere auch diesen Satz:

      Zitat

      Manchmal, gerade wenn ich in Mario Kart eine Retro-Strecke spiele, ist es wie ein Flashback in die Vergangenheit und ich erinnere mich an die lokalen Sessions, die wir miteinander hatten...

      Und was Shooter anbelangt, stimme ich dir demzufolge ebenfalls zu. Erst neulich habe ich mir Quake für die Switch geholt und obwohl es düster und brutal ist, wirkt das Gezeigte aufgrund seiner Simplizität so abstrakt, das ich es nicht ernst nehmen kann. So habe ich auch mit diesem Spiel meinen Spaß, ganz im Gegensatz zu gewaltlastigen Spielen wie CoD oder TLoU heutzutage.

      Herz 1
  • Ich bin auch schon Ü30 und sehe es teilweise ähnlich. Also ich habe jetzt per se kein Problem mit Gewalt in Videospielen. Jedoch muss ich sagen, dass solche Spiele in meiner Teenager-Zeit sehr viel Faszination auf mich ausgeübt haben. Da war Gewalt alleine schon ein Kaufargument. Dem ist heute ganz und gar nicht mehr so. Das Spiel muss schon mehr bieten. Ein GTA V ist ein super cooles Open World-Spiel was mir auch abseits der Gewalt viel bietet. Ein First Person Shooter im Multiplayer ist für mich eher ein Sport-Spiel, da könnte man die Gewalt auch entfernen. Singleplayer-Shooter spiele ich nur noch, wenn Setting, Story... darüber hinaus ansprechend sind.


    Ich spiele zwar immer noch düstere Spiele mit Gewaltinhalt, aber die machen grob 1/3 meiner Spiele aus, je nachdem wo man die Grenze zieht. Bunte Spiele haben bei mir auch oft die Überhand.


    Das liegt aber auch an einem Nebeneffekt dieser Spiele. Ich bin oft kein Fan von Stories in Videospielen und bunte Spiele legen oft mehr wert auf Gameplay als auf Story und daher spiele ich diese mehr.


    Ich glaube übrigens auch, dass Nintendo bei solchen Spielen die Nase vorn hat. Einerseits ist es der Nostalgiefaktor. Andererseits verkaufen sich solche Spiele aber auf der Konkurrenz bei weitem nicht so gut. Ein Spyro oder Crash hat nur den Bruchtei der Verkäufe eines Marios. Demnach kann Nintendo mehr Ressourcen in die Entwicklung stecken. Bei einem 2D Plattformer wie Rayman kann man auch mit wenig Geld mit Nintendo mithalten oder ihnen sogar was vor machen. Bei 3D Plattformenr ist das nicht so einfach, da muss der Entwickler als Prestige-Objekt schon extra mehr Geld reinstecken obwohl es sich nicht so sehr lohnt.

    Yeah! 1
  • Interessanter Blog.


    Habe ich noch nie so richtig drüber nachgedacht.


    Mein letztes Single Player Spiel war A Plaque Tale (auch sehr düsteres Setting).

    Aktuell spiele ich Hades und Nioh (Auch sehr düster?!) :-D


    Gewalt ist für mich in Spielen kein Problem, das sehe ich einfach nur als Gameplaytätigkeit und sehe gar nicht die Brutalität.


    Wenn wir mal das immer mal wieder auftauchende Thema nehmen:

    EgOsHoOtEr diE KiLLeRSpiEle.


    Bei Counter Strike ist ja das Ziel die Geisel zu befreien, oder die Bombe zu entschärfen.

    Für mich steht das persönlich nur der Sieg im Sinn, gar nicht "Boah jetzt mit der AWP dem Typen in den Kopf schießen".


    Ansonsten habe ich generell halt nach Ende eines Spiels noch ein paar Tage damit im Kopf zutun, aber das legt sich sehr schnell und ich habe da irgendwie eine sehr starke emotionale Distanz.


    Außer damals bei Final Fantasy X, als ich das als 14 Jähriger durchgespielt habe, das hat mich echt lange beschäftigt.

    Yeah! 1
    • Mit düsteren und/oder gewalthaltigen bzw. brutalen Spielen habe ich ja nicht per se ein Problem, wie man ja eben auch der im Blogartikel genannten Spielehistorie erkennen kann. Trotzdem hat sich mit Fokus auf eben solche Titel bei mir persönlich eine doch deutlich spürbare, negative Auswirkung auf mein Gemüt bemerkbar gemacht. Beim Reflektieren des Ganzen ist mir dann auch erstmal aufgefallen und bewusst geworden, wie stark viele (AAA-)Titel auf Gewalt, Blut, Düsternis und eine dystopische bzw. apokalyptische Spielwelt setzen. Die Lösung der Probleme in diesen Spielwelten ist fast ausschließlich stumpfe oder durch Bleispucker verstärkte Gewalt...


      Wäre schön, wenn es mehr Spiele gäbe, welche eben nicht die Gewalt dermaßen in den Vordergrund rücken würden oder zur Lösung der Probleme gar gänzlich auf diese verzichten würden. Ich denke es ließe sich auch ein Spiel erschaffen, welches in einer apokalyptischen Welt spielt, ohne das dort einzig Fäuste und Schießprügel das Mittel der Wahl wären.

  • Ein wirklich toller Beitrag. Danke dafür.

    Herz 1 Yeah! 1
  • Im Gegensatz zu einigen der anderen Herren hier bin ich zwar kein Familienvater und auch nicht in einer Beziehung, aber ich teile das sehr. Gewalt hat mich tatsächlich noch nie sonderlich interessiert.


    Bei Filmen und Serien interessierten mich zum Beispiel Star Trek und The Next Generation mehr als Star Wars oder dergleichen. Bei Spielen ist es ähnlich. Ich spiele lieber mal ne Runde Kirby, als in COD vom US-Militär finanzierte von Activision völlig unabhängig entwickelte virtuelle Kriege zu führen. Ein Super Mario Odyssey hat mich mehr abgeholt, als ein Crash 4. Ein Mario Kart 8 macht mir mehr Spaß als Forza Horizon, wobei letzteres einfach traumhaft aussieht.


    Ein weiterer Bereich, in dem ich sehr schöne Spiele gefunden habe, sind Indies. Viele davon haben meiner Meinung nach auch mittlerweile deutlich die AAs und vor allem AAAs überholt, was kreative Elemente, Story und Gameplay angeht. Mittlerweile interessiert es mich einfach nicht, ob das x-te Assassins Creed, Tomb Raideroder COD kommt. Stattdessen fiebere ich Spielen wie Kena and the Bridge of Spirits, Stray und Omno entgegen (welches ich nun angespielt habe und sehr mag).


    Gewalt vermisse ich dabei nie, denn die kann ja vorhanden sein, allerdings subtil verschleiert oder auch nur angedeutet. In eine bunte Welt zu entfliehen ist seit beinahe 25 Jahren so mit das Hauptding, was mich ablenkt vom ganzen Mist, der so täglich passiert, sonst wäre ich wahrscheinlich schon durchgedreht.


    Auisserdem ist die Schlagzahl der Veröffentlichung von Spielen von Nintendo selbst mittlerweile so niedrig (ich mag nicht jedes Genre), dass die Indies da sehr gut helfen.

    Herz 2 Yeah! 2
    • Danke für deinen Kommentar. Natürlich bezieht sich mein Blogartikel nicht exklusiv auf Eltern. Es ist nur so, das mir persönlich aufgefallen ist, dass seit ich Papa geworden bin, viel emotionaler und auch sentimental(er) reagiere. Das find ich auch gut so. Kinder verändern einen bzw. mich :)

      Yeah! 3
  • Gewalt in Spielen/Filmen belastet mich kaum, gibt ein paar Dinge die ich nicht so gut ab kann aber das meiste ist für mich nicht wirklich schwierig und kann auch zur Stimmung des Spiels/Films beitragen.

    Das ein großer Teil des Erfolgs der PS gerade diesen Titeln zu verdanken ist ist mMn sicher.


    "Ob es nun ein Mario, Zelda, Pikmin oder Kirby ist, für mich persönlich kommen da keine Crashs, Spyros oder wie sie sonst alle heißen ran."

    Dem Punkt kann ich nur zustimmen, habe schon viele bunte/fröhliche Spiele auf PS etc ausprobiert und sie kommen einfach nicht an die Nintendo Titel ran - einige können durchaus Spaß machen aber spielen halt einfach nicht in der gleichen Liga.

    Yeah! 2
    • Ja, mich bisher ja auch nicht oder nur bedingt. Dieses Jahr hat aber wohl die Fülle an den im Blog genannten Spielen, welche ich noch dazu Schulter an Schulter gespielt hatte, wohl meine persönliche Schmerzgrenze (in Kombination mit den Geschehnissen des RL) überschritten...

      Yeah! 1
    • ja im RL häufen sich leider die Katastrophen und andere Leiden immer mehr... da können buntere Spiele sicher eher helfen als düstere, gerade wenn die sehr realistisch sind.

      Herz 2
  • Gutes Thema. Muss da mal in mich gehen und ja, auch bei mir hat sich das geändert. Für mich sind Videospiele schon immer ein Mittel zum Eskapismus gewesen, mit denen ich in andere Welten abtauchen kann. Gerne mal in Richtung Science Fiction oder auch in Fantasy. Das Setting Realität hat mich in den seltensten Fällen abgeholt. Das habe ich vor der Haustür (GTA mochte ich nur auf dem DS). Ich mag es halt gerne, fremde Welten zu erforschen. Gewalt spielt da eine eher untergeordnete Rolle, und brutal muss es schon mal gar nicht sein. Das letzte wirklich brutale Spiel war MK11 und davon hatte ich nach der Story auch genug. Auch God of War III hatte ich an einer speziellen Stelle genug von und seit dem auch mit der Serie für immer abgeschlossen. Gerade fällt mir noch Doom Eternal ein. Das hatte ich der alten Zeiten gezockt. Da es hier aber gegen Monster, Dämonen und Zeuch ging, war das aber irgendwie okay für mich. Reicht mir jetzt aber auch wieder. Ich weiß nicht, ob es an dem Alter liegt (40), an der Geburt des Sohnes (1) oder an der Welt insgesamt, auf die ich immer weniger klar komme, aber ich denke auch, dass sich mein Spielverhalten da geändert hat. Na ja, düster darf es ja schon sein, auf Dark Souls lass ich nichts kommen. Was ich aber auch nicht so mag, ist Gewalt in bunt verpackt. Irgendwie reizt mich ja Advance Wars, aber ich finde dieses "Krieg in Anime-Look" doch mehr als fragwürdig. So langsam verlier ich hier den Faden und hör mal besser auf :)

    Yeah! 5
    • Ja, wenn düstere und/oder auf Gewalt fokussierte Spiele sich selbst nicht zu ernst nehmen, habe ich damit viel weniger (wenn überhaupt) ein Problem. Doom oder auch Duke Nukem 3D wären bspw. solche Kandidaten :D Mortal Kombat eigentlich auch, aber spätestens ab Teil 9 ist mir das Ganze dann doch zu heftig geworden. Es sollen ja sogar Entwickler von NetherRealm psychische Schäden davongetragen haben, als sie für all die Fatalities reale Gewaltszenen recherchiert haben (oder mussten...).

      Schockiert 1
    • Wow, okay. Also bei mir hörte es tatsächlich mit diesen Moves auf, die man schon vor den Fatalitys machen konnte. Das grenzte teilweise schon an Perversion und hat mir dann auch den Spielspaß verdorben. Klar, ist ja alles absichtlich übertrieben, aber an meinem Geschmack ging es dann doch vorbei.

    • Die Fatalities sind ja noch um ein vielfaches abartiger. In den alten Mortal Kombat-Teilen konnte ich noch herzlich drüber lachen, einfach weil alles so dermaßen Over-the-top und eher unrealistisch aussah. Ab MK9 ist das ganze aber ein perverser Goreporn geworden...


      Hier übrigens eine Quelle zum Thema psychische Schäden durch die Entwicklung von MK...

      Yeah! 1
  • Kann ich Zustimmen. Ich spiele der Unterhaltung wegen und mittlerweile (mit 39 Jahren) ist für mich Gewalt (zumindest dumme + stupide Gewalt gegen Menschen) keine Unterhaltung mehr. (Ego) Shooter spiele ich eigentlich gar keine mehr - ein Last Of Us 2 interessiert mich zwar schon (aufgrund der Grafik / Storytelling / Technik), aber das düstere Setting mit stumpfer Gewalt und vorallem diversen menschlichen Abgründen holt mich einfach nicht mehr ab - das hab ich Tag für Tag in den Nachrichten, das brauche ich nicht mehr in der Freizeit in einem 30 Stunden+ Spiel.
    Bei Nintendo ist es imer eine Flucht in die Kindheit mit einer heilen Welt und guter Laune.
    Als ich das letzte mal noch Zeit hatte für ein größeres Game (bin Vater geworden) habe ich mich deshalb auch bewusst zu Paper Mario Origami King entschieden und eben nicht für TLOU2. Ich habs bis heute nicht bereut :-)

    Das Gleiche gilt übrigens für Serien. An Tschernobyl habe ich mich lange nicht dran getraut...

    Ich denke aber, das liegt schon etwas am Alter... Mit 16-30 hab ich jedes Spiel mit einem düsteren Setting und Gewalt und menschlichen Abgründen gefeiert... naja..

    Yeah! 4 Herz 2
    • Oh ja, die HBO-Serie zu Tschernobyl ist zwar großartig, aber ähnlich wie TLOU II nur sehr, sehr schwer verdauliches Material. Gerade auch weil sie den realen Ereignissen folgt und in der Darstellung der Folgen des Unfalls drastisch und explizit ist...

  • Tja gehöre auch langsam zum Alten Eisen mit 37 Jahren 😄.

    Wie du schon geschrieben hast,wegen den Ps Spielen ( Besitze auch die Ps5 ),sind mir die meisten Spiele dafür aus meiner Sicht-Düster,zum Teil mit hohem Gewalt.

    Hab auch Resident Evil 8,Assassins Creed Valhalla,Last of Us,Days Gone und mehr gezockt in den letzten Monaten.

    Das kann ich für zwischendurch,aber nicht dauerhaft.


    Da fehlt es mir sehr leicht zu Nintendo SWITCH zurück zukommen um einfach abzuschalten und Bunte,Frohe ohne Gewalt Spiele zu zocken.

    So wie M3dWorld+BF

    Monster Hunter Stories 2

    Zelda Skyward Sword usw.als Beispiele.


    Mag ja viele Genre,aber ich denke das ich in einem Alter gekommen bin,wo ich es doch ruhiger mit dem zocken von Spielen haben möchte.

    Bin ja auch Eheman und Vater und das sollte auch nicht zu kurz kommen,sogar eher an erster Stelle.

    Herz 2 Yeah! 2
    • Danke für deinen Kommentar. Kann dem nichts hinzufügen, außer das es mir ganz ähnlich geht, aber das war ja schon durch meinen Blogartikel klar ;)

      Yeah! 2
    • Ja das ist sehr gut geschrieben

      Herz 1 Yeah! 1