Glyde the Dragon - Eine neue Drachenspiel Hoffnung

Da die sehr umfangreiche Demo zu Glyde the Dagon, mit einer Spielzeit im zweistelligen Bereich, endlich vollwertig auf Steam nach 7 Jahren Entwicklung erschienen und auch die Kickstarter Kampagne dazu live gegangen ist, will ich im folgenden Beitrag dieses Projekt gerne vorstellen.


Schon seit 1,5 Jahrzehnten warten Drachenfans auf einen neuen Spyro Ableger, leider ohne Erfolg. Auch Drachenspiele allgemein sind sehr rar und wenn doch mal welche kommen, sind sie eher mittelmäßig bis schlecht oder die Drachen sind nur Mittel zu Zweck wie in Age of Ashes. Nun wagt sich ein Neuling in der Spieleentwicklung, mit dem Künstlernamen Valefor, sowohl ein solides Drachenspiel zu liefern, als auch Spyro zu übertreffen oder gar sein Erbe fortzuführen, falls diese Reihe keine Zukunft mehr haben sollte. Natürlich sind dies sehr große Vorsätze, besonders für das aller erste Spiel, aber des Öfteren haben schon Einzelgänger bewiesen, was man mit viel Leidenschaft fürs Gaming erreichen kann, wenn man nicht nur hinter dem großen Geld her ist. Somit gibt es zumindest Hoffnung.


Was ironischerweise mit einem kleinen Hobbyprojekt zur ersten Hub-World von Spyro the Dragon begann, führte zu der Idee hinter einem eigenen Spiel unter dem Namen Glyde the Dragon. Allerdings sollte es kein Spyro Klon werden, sondern was ganz Eigenständiges, das Elemente aus Spyro, Devil May Cry, bisschen Dark Souls und anderen kleineren Einflüssen in sich vereint. Das Projekt hat im Jahre 2017 angefangen und wurde größtenteils nur von 2 Personen entwickelt, eine Handvoll mehr traten im Laufe der Jahre bei, aber eher im Bereich Voice-Acting, Storywriting und Animation.


Das erste Ziel ist es, eine eigenständige kostenlose Demo rauszubringen, um die Idee dahinter zu zeigen als auch bereits eine Art Einstieg in die Welt zu ermöglichen. Über die Jahre wurde dies zudem stark von der Discord Community unterstützt und gefördert, bis diese sogar eine unfertige Variante der Demo selbst spielen dürften (zumindest die Patreon Unterstützer) und somit durch ihr Feedback viel beigetragen haben. Und wenn man einen leidenschaftlichen Gamer mit solch einer Community zusammenbringt, neigt man schnell dazu, zu übertreiben. Mittlerweile ist die „Demo“ so groß wie ein eigenständiges Spiel (was einen wirklich für 7-20 Stunden je nach Spielweise beschäftigen kann) und könnte theoretisch sogar verkauft werden. Aber Valefor hält sein Versprechen, dass es kostenlos bleibt. Die Demo selbst wird nur die Sprache Englisch unterstützen, allerdings sollte sie auch gut spielbar sein ohne große Englischkenntnisse, da vieles recht selbsterklärend ist. Vielleicht werden nach Release sich welche auch damit befassen, Übersetzungen nachträglich einzureichen. Schließlich hat das Spiel nicht wirklich viel Text.


Ziel ist mit der Demo möglichst viele zu begeistern und die finanzielle Förderung über Kickstarter zu sichern. Ziel ist natürlich auch, das eigentliche Spiel auf mehreren Plattformen zu bringen je nach Kickstarter-Erfolg. Die Demo ist für Controller optimiert, man kann aber auch für Xbox oder PC die Inputs im Spiel einstellen.


Gameplay


Glyde the Dragon ist ein Story-orientiertes Action-Adventure.

Gerade in Sachen Fortbewegung, Erkundung und Platforming erinnert es sehr stark an Spyro. Allerdings ist die Welt hier nicht in getrennte Welten/Level unterteilt, sondern ist eine zusammenhängende Welt, mit viel Freiraum zum Erkunden, aber weit vom Open World Niveau entfernt. Jeder Bereich ist einem anderen Biom zugeordnet, um Abwechslung zu bieten. Auch gibt es einen simplen Fotomodus für Hochauflösende Bilder.



Zudem gibt es hier anders als in Spyro keine festgelegte Anzahl an Sammelgegenständen sondern stattdessen Kristalle als Währung (verteilt in der Welt, aus Truhen und Beute von Gegnern), Einträge für das Compendium (Lexikon für Charaktere und Gegnertypen) und Rüstungsteile.


Glyde kann neben dem Laufen noch schwimmen, tauchen, einen Doppelsprung ausführen und gleiten (aber nicht fliegen, daher auch sein Name als Wortspiel. Wieso er nicht fliegen kann, hat tatsächlich in seinem Fall mit der Story zutun, die aber noch keinem außer dem Schöpfer selbst bekannt ist).


Neben dem Erkunden und Kämpfen gibt es zudem noch Rätsel und auch elementbasierte Herausforderungen, die entweder das Können in Kämpfen oder Geschicklichkeit bzw. Geschwindigkeit auf die Probe stellen.


Kampfsystem


Das Kampfsystem von Glyde the Dragon ist die größte Stärke des Spiels. Während andere Drachen nur einem Element zugehörig sind bzw. beherrschen, kann Glyde neben seiner Basisform bis zu 8 Elemente beherrschen. Dies erinnert stark an die Legend of Spyro Reihe oder an Avatar, auch wenn in beiden Fällen es nur 4 Elemente waren. Nicht nur ändert sich das Set der Techniken von Glyde je nach Element, sondern auch sein Aussehen komplett.



Wer schonmal Spiele von Platinum Games gespielt hat wie DMC oder Bayonetta, der weiß, wie heftig man bei den Kämpfen abgehen kann und hier ist es nicht anders.


Glyde kann sowohl am Boden als auch in der Luft leichte und schwere Angriffe ausführen und diese beliebig kombinieren. Diese sind auch nötig, um die Leiste für Techniken zu füllen (ich bin nicht sicher ob es einen aktuellen Namen hat, nenne ich es hier einfach Mana). Daher sollte man stehts in den Kämpfen und Combos eine gesunde Mischung aus normalen Angriffen und Techniken nutzen.


Jedes Element besitzt 3 einzigartige Techniken, die je nach Stärke unterschiedlich viel Mana kosten. Deren Ausführung kann sich unterscheiden je nachdem, ob man diese vom Boden oder der Luft aus ausführt. Manche haben sogar eine andere Wirkung, wenn diese mehrfach nacheinander eingesetzt werden. Zusätzlich hat jedes Element noch einen individuellen Atemangriff. Somit gibt es viele Variationen, wie man im Kampf vorgehen kann. Das Besondere dabei ist, dass der Wechsel zwischen Elementen sofort erfolgt, wodurch man mit allen Elementen spektakuläre Combos ausführen kann. Die Technik „Wind Vortex“, das einen kleinen Tornado auslöst, lässt sich sogar durch andere Elemente bei Kontakt beeinflussen. Damit kann man z.B. einen Feuertornado erschaffen. Naturelement hingegen heilt euch hingegen über Zeit automatisch und ist das Gegenmittel gegen die korrumpierten Gebiete des Spiels.


Achja und einen Ultimativen Angriff wie in Legend of Spyro besitzt Glyde für jedes Element ebenfalls, für das man die Ultimative Leiste füllen muss durch besiegte Gegner. Diese Angriffe haben zudem einen Einfluss auf die gesamte Umgebung um einen. Mit Eis verwandelt man z.B. das gesamte Gebiet in eine Schneelandschaft und es schmilzt dann von selbst. Die größte Ironie all dieser Legend of Spyro Ähnlichkeiten ist, dass Valefor noch nie diese Trilogie gespielt hat und somit nichts von dessen Features kennt.


Die Elementarformen und Techniken dienen zudem auch der Fortbewegung. So habt ihr in der Wasserform keine Atemleiste mehr und bewegt euch besser und schneller unter Wasser und in der Feuerform könnt ihr sogar in Lava baden und durch einen der Techniken mehr an Höhe gewinnen, was gerade beim Platforming hilfreich ist. Zudem gibt’s paar nette Details, wenn ihr zum Beispiel in Feuerform ins Wasser springt.


Trainingsraum


Neben dem Abenteuerabschnitt besitzt das Spiel auch einen separaten Trainingsraum. In diesem kann man sich, wie der Name schon sagt, mit dem Kampfsystem austoben. Hier kann man den Gegnertyp einstellen, dessen Lebenspunkte, KI-Verhalten und die Gegneranzahl. Neben diesem gibt es zudem mehrere Rhythmus-Herausforderungen mit dem Erdelement, mehrere Arenen in denen man Gegnerwellen nacheinander bekämpfen muss (wovon die letzte bisher keiner spielen konnte und erst in der finalen Fassung zum ersten Mal betretbar ist), einen Musikplayer und andere kleine Geheimnisse zum Finden.




Multiplayer (experimentell)


Es gibt keinen bewusst eingeführten Multiplayer, aber man hat innerhalb von 10 Minuten einfach aus Spaß einen eingefügt. Mittels der 0-Taste auf der Tastatur kann man diesen aktivieren/deaktivieren, wodurch man zu zweit spielen kann. Dies geht sowohl im Abenteuermodus als auch Trainingsraum und man kann sich von dem anderen Spieler soweit entfernen wie man will. Mittels der 9-Taste kann man zudem friendly-fire aktivieren, wodurch gegeneinander kämpfen möglich ist und beim erneuten Drücken der 9 wieder abschalten. Mittels Programme wie z. B. Parsec kann man zudem auch aus großer Entfernung miteinander spielen. Stirbt einer der beiden Spieler, kommt es glaube ich zu einem Error, selbiges wenn man versucht eine Arena zu betreten während man sich im Multiplayer befindet. Auch sind andere Bugs möglich, da dieser Modus wie gesagt einfach aus Spaß eingeführt wurde und seitdem nicht optimiert wurde. Gerade was Musik, Fotomodus und diversen Grafikelementen angeht, können Fehler entstehen. Im richtigen Spiel wird es vielleicht ein fest etabliertes Feature sein. Spaß macht es auf jeden Fall.


Ich hoffe ich konnte zumindest hiermit jemandes Interesse wecken und Valefor dabei unterstützen, seinem Traum bzw. dem Traum von Drachenfans, ein würdiges Spiels zu erschaffen, näher zu kommen. Vieles von den Inhalten wird im richtigen Spiel, je nach Kickstarter Erfolg, natürlich anders sein. Zum Beispiel sind die Gegnerdesigns im Demo eher Platzhalter. Es gibt bereits Konzeptzeichnungen von den richtigen Designs. Auch wird bestimmt einiges am Kampfsystem überarbeitet, wie Synergien zwischen den Elementen und sonstige Herausforderungen und Features der Elemente betreffend. Wie gesagt, diese Demo ist ein eigenständiges Spiel und wird nicht Teil des eigentlichen Spiels seins, das darauf aufbauen wird. Und selbst wenn ihr nicht das Projekt via Kickstarter unterstützen wollt, habt dennoch Spaß mit der Demo soviel es geht (Bugs werden sicherlich auch nach jahrelangem Bugfixing vorkommen, aber sollten euch nicht demotivieren weiter zu spielen) und verbreitet die Kunde zum Spiel oder streamt es. Mundpropaganda hilft da wirklich viel.


Links werde ich auf Grund der Richtlinien sicherheitshalber nicht posten, aber ihr könnt mit dem Spieletitel an sich alles finden, sei es Steam, Kickstarter (hier findet man besonders viel visuelles und natürlich die zukünftigen Pläne zum Spiel) Tweitter oder YouTube.