Teil 1: Meine Gründe für einen Wechsel von physischen zu digitalen Spielen

Preis

Nintendo First-Party Spiele sind in der Regel vor einem Release zu einem geringeren Preis, als die angegebene UVP, zu finden. Diesen Preisunterschied kann man jedoch durch den 99 € Coupon ausgleichen. Ich gehe fest davon aus, dass diese Coupons von Nintendo fortgeführt werden und erwarte auch, dass es in Zukunft mehr 70 € Spiele von Nintendo geben wird. Durch einen Coupon kann man also bis zu 41 € beim Kauf von 2 Spielen sparen. Third-Party Spiele sind relativ schnell in einem Sale zu finden und dabei auch oft günstiger zu bekommen als die physischen Versionen. Besonders bei limitierten Spielen, oder bei Spielen, die als physische Version nur noch auf dem Gebrauchtmarkt erhältlich sind, kann der Preisunterschied gewaltig sein. Ich habe beispielsweise vor einigen Wochen „One Piece: Unlimited World Red“ in einem Sale für unter 10 € bekommen. Zu einem solchen Preis ist eine physische Kopie nicht zu bekommen.


Vollständigkeit

Die Zeit, in der der gesamte Inhalt eines Spiels vollständig auf einer Karte/Disc verfügbar ist, ist lange vorbei. Day One Patches, Content Updates und DLCs sind zum Standard geworden. Ich sehe dabei kaum noch einen Vorteil einer physischen Kopie. Selbst bei Nintendo ist es häufig der Fall, dass Spiele nicht vollständig auf einer Karte zu finden sind. Meine physischen "1.0" Versionen von "The Legend of Zelda: Tears of the Kingdom" oder "Pokémon Strahlender Diamant" kann ich ohne die Patches nur schwerlich als "spielbar" bezeichnen. Es mag zwar Spiele geben, die später mit dem gesamten Inhalt neuveröffentlicht werden, aber warum soll ich für den Inhalt, den ich bereits bezahlt habe, erneut bezahlen?


Besitz

Die Aussage, dass man ein physisches Spiel "besitzt", ist in der Regel eins der ersten Argumente für physische Spiele. Letztendlich ist ein physisches Spiel aber nur ein Datenträger. Als Käufer besitzt man keine Rechte an der Software. Mir selbst ist dies und auch die Möglichkeit ein Spiel "in den Händen halten" oder "ins Regal stellen" gar nicht so wichtig. Ich lebe relativ minimalistisch und das Anschauen eines Regals bereitet mir keine Freude. Ich möchte Spiele spielen und nicht hegen und pflegen, damit sie irgendwann mal im Wert steigen.


Verfügbarkeit

Digitale Spiele sind rund um die Uhr verfügbar. Ich muss nicht erst in ein Geschäft gehen oder auf eine Lieferung warten. Sehr viele Spiele sind grundsätzlich nur digital verfügbar. Natürlich werden einige Spiele später als physische Versionen erneut veröffentlicht, aber diese haben dabei teilweise auch einen höheren Preis. Ich sehe keinen Sinn darin, ein Vielfaches für eine physische Version eines Indee-Spiels von "Limited Run Games" zu bezahlen, wenn die digitale Version für wenige Euro erhältlich ist. Es mag jetzt natürlich das Argument von Lizenzspielen geben, die nach einer gewissen Zeit nicht mehr digital erhältlich sind. Hier muss ich allerdings sagen, dass ich noch nie ein solches Spiel gekauft habe, da diese Spiele in der Regel von IPs aus der Unterhaltungsindustrie stammen, an denen ich kein Interesse an einem Spiel habe.


Unterstützung der Entwickler

Dieser Punkt könnte uns Spielern egal sein, sollte es aber nicht. Es macht für ein Unternehmen wie Nintendo vielleicht keinen großen Unterschied, ob die Gewinnmarge pro verkaufter Kopie ein paar Euro höher ist, bei kleineren Unternehmen ist dies aber der Fall. In Zeiten von Massenentlassungen, die durch zu geringe Einnahmen verursacht werden, sollten Spieler nicht immer nur das Wort "Solidarität" schreiben. Ohne Einnahmen können Spiele nicht produziert werden. Spiele sind für mich ein Hobby, daher habe ich auch kein Problem damit, für dieses Hobby Geld auszugeben.


Erhaltung der Spiele

Vermutlich sitzen jetzt einige Leser mit einer hochgezogenen Augenbraue vor dem Bildschirm. Ich sehe es für mich allerdings so, dass digitale Spiele langfristig besser verfügbar sein werden. Es ist richtig, dass Nintendo die Shops für den 3DS und die Wii U geschlossen hat (gekaufte Spiele können weiterhin heruntergeladen werden). Dies ist mit der Switch aber nicht vergleichbar. Die Switch ist aktuell die einzige aktive Plattform von Nintendo. Da die Switch nicht abwärtskompatibel zum 3DS oder zur Wii U ist und diese beiden Geräte seit Jahren nicht mehr hergestellt werden, kann deren Nutzerbasis nicht mehr wachsen. Es gibt also keine potenziellen neuen Kunden für diese beiden Plattformen. Die Switch 2 wird (mit hoher Wahrscheinlichkeit) abwärtskompatibel zur Switch sein. Nintendo hat bereits vor Jahren bekannt gegeben, dass man das Nintendo-Account-System der Switch in der Zukunft behalten und auch ausbauen wird. Zudem wurde auch gesagt, dass Nintendo eine hohe Summe (mehrere Hundert Millionen Euro) in die Verbesserung der Onlineinfrastruktur investieren möchte. Die Switch 2 kann und wird neue Kunden (damit auch Accounts) generieren. Durch die Abwärtskompatibilität besteht daher die Möglichkeit, neuen Kunden alte Spiele zu verkaufen. Ich sehe daher keine Gefahr für die Verfügbarkeit von digitalen Switch-Spielen.


Zukunft

Die Switch 2 wird physische Spiele unterstützen. Bei einer potenziellen Switch 3, die vielleicht irgendwann im Jahr 203X erscheint, bin ich mir nicht mehr sicher. Natürlich machen physische Spiele noch einen Großteil des Umsatzes von Nintendo aus, der Anteil an digitalen Spielen wird aber immer weiter wachsen. Dies war bzw. ist auch bei der PlayStation und der Xbox der Fall. In den 7, 8 oder vielleicht auch mehr Jahren bis zur Switch 3 kann sehr viel passieren. Sollte die Switch 3 tatsächlich nicht mehr physische Medien unterstützen, so wäre es theoretisch noch möglich, digitale Spiele der Switch und Switch 2 durch die Abwärtskompatibilität zu spielen. Da ich kein Spieler bin, der Ewigkeiten an den alten Konsolen hängen möchte, ist es für mich durchaus wichtig, meine Spiele auf neuen Konsolen spielen zu können.


Domino-Effekt

Irgendwann wird der Tag kommen, an dem ein großer Third-Party Publisher (ich tippe hier auf EA) den Verkauf von physischen Spielen vollständig einstellen wird. Es wird anschließend nur eine Frage der Zeit sein, bis die anderen Publisher nachziehen. Dadurch ist es nur eine Frage der Zeit, bis es keine Konsolen mehr mit einer Unterstützung für physische Spiele geben wird. Unternehmen wie GameStop oder Limited Run Games werden letztendlich dadurch irgendwann verschwinden.


Mir ist klar, dass dieses Thema nicht einfach ist und grundsätzlich immer zu hitzigen Diskussionen führen wird. Letztendlich muss jeder diese Entscheidung für sich selbst treffen. Ich wollte aber mal ein paar Eindrücke aus der Sicht eines „Wechslers“ vermitteln.

Kommentare 15

  • Ich sag es mal so..

    Ich fahre nicht deshalb 100% physisch, weil ich zwanghaft etwas im Regal haben muss.

    Ich bin 100% physisch, weil es 99.99% aller Spiele nicht DRM-frei gibt.

    Sobald ich Spiele DRM-frei erwerben kann, wäre auch digital eine Option für mich.

    Aber das wird wohl eher nichts, weshalb ich auf unabsehbare Zeit rein physisch bleibe.

  • Danke für deinen ausführlichen Blog.

    Ich habe mich da noch nicht entscheiden können, welchen Weg ich da gehen möchte...


    Eine Erfahrung hindert noch sehr stark dran, den digitalen Weg zu gehen:

    Ich hatte das Glück, innerhalb der ersten Monate (nach gefühlt unendlichen Versuchen) eine PS5 bestellen zu können. Diese habe ich dann natürlich genutzt und mir auch einige digitale Spiele gekauft - ein paar hatte ich schon von meiner PS4...

    Dann habe ich gemerkt, dass ich die PS5 wirklich selten nutze und das dann auch nur für Plattformübergreifende Spiele.

    Habe die PS5 dann verkauft und mir die Series S geholt, weil diese Konsole für den Moment völlig ausgereicht hat.

    Hatte die Xbox dann einige Zeit und Ende letzten Jahres wollte ich wieder zur Playstation wechseln.

    Also Xbox verkauft, PS5 gebraucht gekauft und eingerichtet bis zur 2-Faktor-Authentifizierung.
    Hatte meine alte Handynummer nicht mehr, da ich schon länger eine neue hatte.
    Habe ich zu dem Zeitpunkt des Wechsels daran gedacht, dass ich die Nummer auch in meinem PS-Account wechseln sollte? - Natürlich nicht!

    Jetzt bloß keine Panik, das bekommt der Support schon hin, habe ich gedacht.
    Support angeschrieben - Ewigkeiten gewartet, bis ich endlich dran war.
    Habe also mein Problem erläutert, sollte ein paar Daten nennen und auch die letzte Rechnungsnummer meiner letzten Bestellung. Alles rausgesucht - als Antwort bekomme ich, dass die Rechnungsnummer zu alt sei, damit kann er mich nicht verifizieren.
    Klar war die Rechnungsnummer alt. Habe seit bestimmt 2 Jahren nichts mehr dort gekauft, weil ich keine Playstation in dem Zeitraum hatte...

    Dann sollte ich ihm die Seriennummer der Konsole nennen, mit der ich meinen PS Account erstellt hatte - das war eine PS4 Pro, die ich schon längst verkauft hatte und leider habe ich vergessen mir die Seriennummer auf die Stirn zu tätowieren...

    Support kann nicht helfen - Chat wurde geschlossen.


    Das war ein riesiger Schock für mich. Die ganzen digitalen Käufe wären damit hin.

    Also bei in meinen Mails den Kleinanzeigen-Chat rausgesucht, wem ich meine PS4 Pro verkauft hatte und ne Mail verschickt in der ich meine Situation erkläre und nach der Seriennummer frage. Leider keine Antwort erhalten.


    War dann schon so weit, mir nen neuen Account zu erstellen.

    Aber - weshalb auch immer - habe ich doch noch einmal den Support angechattet.

    Der wollte genau die gleichen Daten haben.
    Ich habe ihm noch geschrieben, dass die Rechnungsnummer aber logischerweise schon alt sei. Egal, trotzdem geschickt.
    Die Antwort war: 2-Faktor-Authentifizierung wurde zurückgesetzt. Kann ich dir sonst irgendwie helfen?


    Man war ich froh.
    Aber da habe ich mir schon angefangen meine Gedanken zu machen.

    Und bis jetzt habe ich ein mulmiges Gefühl bei digitalen Spielen...

    Ist der Account einmal weg, sind auch alle Spiele weg...

    Yeah! 1
    • Man muss sich natürlich sicher sein, dass man auch auf der Plattform bleiben wird. Ich habe für mich die Entscheidung getroffen, ein "Nintendo only" Spieler zu bleiben. Vor einigen Jahren hatte ich mal ein PS4 und Anfang dieses Jahres eine Xbox Series X. Ich werde aber mit nicht Nintendo Konsolen einfach nicht "warm". Selbst für den Fall, dass ich irgendwann wieder eine nicht Nintendo Konsole kaufe, werde ich Nintendo Konsolen nicht verlassen.

      Yeah! 1
  • Hier in der Schweiz ist der Preis ein grosser Minuspunkt.

    Die 2 Coupons kosten 129 CHF, ein Vollpreis-Spiel geht aber in der Regel für maximal 65CHF über die Ladentheke (BotW z.B.), 59.- ist aber weitaus üblicher. Ich zahle also selbst mit den Coupons einen 10er drauf oder spare im Idealfall einen popligen Franken.

    Einzeln kostet ein Spiel 77.90 (BotW 89.90) auch das ist 20-25% mehr als im Handel.

    Da ich an einer physischen Kopie auch mehr Rechte habe, ich kann das Modul verkaufen oder verleihen, sehe ich einfach nicht ein für eine Digitale Kopie mehr zu zahlen. Dazu kommen natürlich auch noch die Preise für den Speicher, will ich alle Spiele auf der Konsole haben, komme ich nicht um eine oder mehrere SD-Karten rum.

    Würden die Spiele im eShop zu einem angemessenen Preis angeboten, ich würde wohl auch öfters digital kaufen. Selbst DLCs hole ich mir eigentlich immer nur im Sale, weil ich sonst einfach das Gefühl habe abgezockt zu werden. Der Mario Kart 8 DLC kostete im Paket mit Sammelkarten und Pins 28.- im eShop zahle ich 35.-, meist zahle ich bei Nintendos Sales etwa das, was die Euro-Länder ohne Sale zahlen würden.

    Inzwischen halten sich € und CHF ja seit vielen Jahren etwa die Waage, der von Nintendo verwendete Kurs wurde nur mal zu deren Gunsten angepasst, als der Euro mal eine kurze Krise hatte.

    Yeah! 1
  • Interessante Thematik. Du sprichst da ein paar gute Punkte an.

    Ich würde den Umweltaspekt noch dazu nehmen, weil keine Plastik mehr entsorgt werden muss, keine Lagerbestände mehr gehalten werden müssen (also auch kein Betonklotz mit Lagerfläche mehr gebaut werden muss) und weil keine alte Druckerfarbe mehr ins Abwasser gelangt wegen der nicht vorhandenen Anleitungen.


    Allerdings halte ich absolut nichts von Abos und dergleichen. Spiel runter laden, spielen, fertig. Kein Online-Zwang, keine Account-Bindung, keine Plattform-Bindung. Und wenn schon CD, dann ohne Installation. Ich lade mir Indie-Spiel der runter, aber ich habe viele nur einmal angespielt, weil sie im PS Plus waren und nur verfügbar sind, wenn man bezahlt.


    Daher habe ich nichts gegen einen Download und digital only, kaufe das Spiel aber lieber einzeln (es gibt ja auch immer wieder diverse Sales), als bei ausgefallenem Internet oder eben mal nicht Bezahlung (weil mich der Rest des Angebotes nicht juckt) nicht spielen zu können.


    Schön finde ich auch, wenn man den Soundtrack einzeln bekommt, damit man sich den auch unabhängig vom Spiel anhören kann. Digital hat viele Vorteile, aber Abos und Online-Zwang gehören für mich nicht dazu.

    Yeah! 3
    • Da sprichst du einen sehr wichtigen Punkt an. Nämlich dass digital ≠ digital ist.


      Ich finde, dass es da wirklich gehörige Unterschiede gibt. Die Königsklasse ist in meinen Augen der DRM-freie und plattformunabhängige digitale Download. Die Spiele kann ich nach dem Kauf auch runterladen und selbst auf Festplatten lagern, auf allen kompatiblen Plattformen meiner Wahl spielen und bin da in meiner Nutzung uneingeschränkt. Daher kaufe ich gerne bei GOG. Wenn ich mir dort beispielsweise Monkey Island 3 kaufe, kann ich es direkt am PC mit ScummVM spielen, es aber auch auf mein Handy, meinen Homebrew-Handheld oder wo auch immer hin schieben und dort ebenfalls spielen. Ich kann es immer wieder vom Server runterladen, mir aber auch ne drm-freie Kopie auf ner externen Festplatte aufheben, falls es GOG irgendwann mal nicht mehr geben wird.


      Danach kommen Modelle wie Steam für mich, wo ich nicht so frei bin, die jedoch trotzdem längerfristig am PC sind, der auch länger lebt.


      Dann kommen Käufe für Konsole, wo man nur auf den Konsolen selbst spielen kann.


      Ganz hinten sind für mich Abos, weil man nach dem Abo keinen Zugriff mehr hat. Preis/Leistung ist da eigentlich super, weil man für relativ wenig Geld mehr Spiele bekommt, als man jemals Zeit zum spielen hat. Jedoch nur so lange man zahlt. Ich finde Abos okay, sofern sie nicht die einzige Methode sind. Das ist z. B. auch meine Kritik an den Retro-Spielen im NSO. Dass man die im Abo anbietet ist okay, ich würde gerne aber parallel noch ne Möglichkeit zum Kauf haben, wie SEGA es z. B. macht.

      Yeah! 2
  • Vielen Dank für deinen schlüssigen Blogartikel.


    Auf dem PC nutze ich sehr gerne Steam und habe überhaupt keine Probleme damit, dass meine Spiele nur digital sind, da ich diese auch noch in der Zukunft jederzeit zocken kann. Zudem kann ich diese zu vernünftigen Preise erwerben, wenn ich auf gute Angebote warten kann.


    Damit ich digital die Spiele auf Nintendos Systeme erwerben würde, sollte sich doch folgendes ändern:

    1. Die Spiele dürfen nicht teurer sein, als wenn ich sie physisch erwerben.

    2. Spiele müssen auch noch in künftigen Konsolgenerationen spielbar sein.

    3. Der eingebauter Speicherplatz des Systems sollte deutlich höher liegen (muss nicht sein, wäre aber nice).

    Yeah! 3 Herz 2
    • Kann zu @XenoDude's Kommentar nichts hinzufügen.

      Bin eigentlich seit 2010 primär Digital Only; und habe jetzt nur Switch Games physisch gekauft, da mir auch der Speicherplatz zu gering war um mir hier sie Digital zu kaufen. - Sobald dieses Problem nicht mehr existiert, würde ich auch komplett auf Digital umsteigen.


      Empfinde Digital schon allein aus Platzgründen wesentlich besser!

      Und somit muss auch nicht immer das Modul gewechselt werden!


      Daher bin ich ein großer Freund von Digital Only.

      Yeah! 2
  • Du hast einige valide Argumente genannt, die für Digital sprechen wie Verfügbarkeit und Angebote der Third Party Spiele, denn diese Spiele sind sehr häufig reduziert. Was für Retail spricht ist die Tatsache, dass Nintendos eigene Spiele im eshop nur sehr selten im Angebot sind und da ist dann Retail preiswerter, vorallem wenn man gebraucht kauft. Auch ist das Spiel immer spielbar, denn ein Onlineshop kann abgeschaltet werden. So kaufte ich Super Mario 3D World für 30 Euro Retail, denn im eshop kostet es meistens 60 Euro, derzeit ist es aber für 40 Euro im Angebot, das ist aber schon die absolute Ausnahme. Was ich ebenfalls so toll an Retail finde ist das haptische Gefühl etwas in der Hand zu haben, mir anzuschauen und ins Regal zu stellen und wenn es mir nicht gefällt wieder zu verkaufen. Auch hat man bei Nintendo stets das komplette Spiel auf dem Modul, was bei vielen Thirds Party Entwicklern nicht der Fall ist, da muss erst ein umfangreicher Day One Patch her um das Spiel überhaupt erst spielen zu können. Digitale Spiele können leider nicht wieder verkauft werden und daher sollte man einen Kauf vorher sehr gut überlegen. Der Vorteil bei Digital ist, dass es viel mehr Spiele von Thirds und indies gibt, die nie Retail für die Switch veröffentlicht wurden. Beides hat seine Vor und Nachteile und ich nutze um ehrlich zu sein sogar beide Vertriebsmodelle, je nach Situation und Bedarf.

    Yeah! 2
    • Für die Personen (heutzutage ne Minderheit) die noch gebraucht kauft und/oder Spiele verkauft und auch die Personen, die sich noch Spiele ausleihen, hat Retail wirklich Vorteile, die nicht von dr Hand zu weisen sind.

      Wenn man gerne Spiele in der Hand hat und sie gerne im Regal sammelt und neben dem Spaß am eigentlichen Spiel auch Freude an der Haptik hat, dann spricht das auch für Retail.


      Beim Preis von Nintendo-Spielen ist es, wie @MartinM_91 schon richtig angemerkt hat, nicht so einfach. Wenn ich Monate oder Jahre später kaufe oder auch etwas später gebraucht, dann bekomme ich oft günstigere Preise als digital. Wenn man aber zu Release (und auch die ersten 2 - 3 Monate danach) kauft, sieht es bei First Party-Titeln anders aus. Digital kann man die "Zwei für 99 Euro" Coupons kaufen und zahlt dann pro Spiel 49,50€. Spiele die ne UVP von 59,99€ haben, wirst du in den ersten Wochen auch immer mal für 50€ im Angebot finden. Aber unter 50€ da musst du sehr viel Glück haben. Auch bei den Gebrauchtpreisen sieht es in den ersten Wochen nach Release oft nicht anders aus. Tears of the Kingdom, welches einen UVP von 69,99€ hatte, hat man in der Anfangszeit nach Release weder gebraucht noch neu im Sale für unter 50€ finden können. Wenn ich jetzt gerade nach den Preisen schaue, finde ich es neu immer noch nicht unter 50€. Gebraucht kann man es inzwischen für 35€ bis 45€ bekommen, was nochmal deutlich unter den 49,50€ ist, aber dafür musste man eben lange warten. Und da in Zukunft wohl eher mehr Spiele neu 69,99€ kossten werden, wird sich der Trend daher noch verstärken, dass man zu Release digital sogar günstiger fährt.


      __


      Persönlich bin ich ja zwischen den Stühlen.


      Die erste Videospielkonsole in meinem Besitz war das NES. Über die Jahre hatte ich NES, SNES, N64, Gamecube, Wii, Wii U, Switch, PS1, PS2, PS3, PS4, GB, GBC, GBA, DS, 3DS und PSP. Das sind ungefähr gleich viel Plattformen mit Modulen/Cartridges als auch welche mit Discs. Und natürlich auch PC. Da ich das NES nur im Nachhinein erlebt habe, das SNES auch verspätet und das N64 auch kaum und ab da eher im Playstation-Lager war und da PS1, PS2, PS3 und die PC-Zeit der 00er Jahre meine Kindheit und Jugend waren, habe ich in meiner aktivsten Zeit eher Discs als Module erlebt. Dennoch habe ich irgendwie mehr Nostalgie für Cartridges und Module. Egal ob SNES, GB, GBA und Switch, irgendwie finde ich das physisch bereichender als PS1, PS2 oder auch Wii und Wii U. Keine Ahnung warum.


      Ich bin heutzutage aber auch bei Modulen zwiegespalten. Ich habe auch noch die positiven Einstellungen aufgrund des haptischen Ergebnisse. Aber bei nem digitalen Spiel ist es mir ja alles digital. Wenn ich aber ne physische Version habe, ärgert es mich, wenn das Spiel nicht 100% auf der Cartridge ist. Und ich meine wirklich 100%. Auch keine Mini-Patches. Und das trifft auch bei Nintendo auf vielleicht 50% ihrer Spiele zu. Und gleichzeitig stört es mich, dass man immer mehr nur noch als limitierte Retail-Spiele bekommt. Nicht nur Indies, inzwischen auch immer mehr Spiele von regulären Publishern. Das heißt, man muss Monate lang nach Release warten und dann noch deutlich mehr zahlen als digital. Und sehr oft muss man auch direkt zum Retail-Release kaufen oder sogar vorbestellen, entdeckt man ein Spiel erst im Nachhinein und will es physisch haben, muss man Mondpreise für gebrauchte Module zahlen. Und selbst da hat man in sehr vielen Fällen nicht 100% auf dem Modul, obwohl die Module oft erst sehr viel später nach Release gepresst werden wurden und man erwarten kann, dass die frühen Patches daher enthalten sind. Gerade, weil sie ja extra für Hardcore-Retail-Fans gemacht werden. Die Switch ist die letzte Konsole, bei der ich noch viel Wert auf Retail lege doch all das raubt mir die Freude daran. Dann denke ich mir immer wieder, dass ich dann auch gleich digital kaufen kann und dann muss ich nicht immer das Modul wechseln und bin unterm Strich doch günstiger dran, weil ich eben selten gebraucht kaufe und wenn ich nicht zum Release kaufe, auch bei digital auf nen Sale warten kann.


      Am liebsten sind mir inzwischen drm-freie Versionen für PC. Daher werde ich in Zukunft um ein Gerät wie ein Steam Deck nicht herumkommen. Dann kann ich mir bei GOG o. ä. ne DRM-freie digitale Version kaufen. Die ist komplett unabhängig von der Plattform und vom Hersteller und die kann ich auf Ewigkeit auf jedem kompatiblen Gerät spielen, was ich will und sorgt für ne dauerhafte Erhaltung. Wenn ich in Zukunft so ein Gerät habe, werde ich mir für Switch bzw. bald Switch 2 nur noch die Spiele kaufen, die es nicht drm-frei für PC gibt.

      Yeah! 2
  • retail only, sonst nix💪

    Yeah! 3 Herz 1
  • Ich selbst kaufe auf der Switch noch Retail, kann die meisten Punkten hier jedoch so unterschreiben und sehe diese ähnlich.


    Jedoch würde ich bei der Erhaltung der Spiele widersprechen. Ob Retail-Spiele wirklich langfristig für ne Erhaltung sorgen, sei dahingestellt. Wie du richtig sagst, gibt es immer weniger Spiele, wo man 100% auf der Disc hat. Selten sind die Spiele ohne Zusatzdownload gar nicht spielbar. Manchmal fehlt Content und fast immer gibt es Updates und Patches. Und all diese Inhalte sind auch bei Retail nicht erhalten, weil die auf dem Datenträger fehlen. Deswegen ist ein Retail-Spiel für Switch im Jahre 2024 nicht vergleichbar mit nem SNES-Spiel aus den 90ern wo man wirklich das komplette Spiel hat.


    Auch würde ich dir in der Einschätzung zustimmen, dass Switch-Spiele länger erhältlich sein werden als 3DS oder Wii U. Genau aus dem gleichen Grund. Das Accountsystem wird jetzt hardwareübergreifend und die Switch 2 wird abwärtskompatibel. Wie Steam am PC aber auch Microsoft und Sony wird man daher einfach das Online-System und die Spiele auf die nächste Generation mitnehmen können. Und wenn Wii U und 3DS schon bis in die 2020er gelebt haben, dann wird Switch noch viel länger leben, denn nicht bis 10-15 Jahre nach der Switch, sondern mindestens 10 - 15 Jahre nach der Switch 2 und wenn die Switch 3 das gleiche System hat 10 - 15 Jahre nach dieser. Also wird die Erhaltbarkeit viel länger sein als bei 3DS und Wii U.


    Aber viel länger ist auch nicht ewig. Bei 3DS und Wii U kann man jetzt schon keine Spiele mehr kaufen. Wenn man sie damals nicht gekauft hat, sind die Spiele für einen nicht zugänglich. Und irgendwann werden auch die Server für Bestandskunden abgeschaltet. Hat man es nicht auf der Platte, sind sie dann sogar weg, wenn man es gekauft hat. Bei Retail ist man da unabhängig vom Hersteller. - Wie gesagt nur teilweise, weil die Module heutzutage ja nur selten vollständig sind.


    Und bei dem Argument muss man finde ich aus zwei Blickwinkeln schauen. Aus der Sicht des einzelnen Nutzers und aus der Sicht der Erhaltung von Videospielen als Kulturgut.


    Aus der Sicht des Nutzers ist das mit der Erhaltung in meinen Augen völlig problemfrei. Wenn die Switch 2 das gleiche Accountsystem hat und abwärtskompatibel ist, kann man davon ausgehen, dass man bis weit in die 2030er, wenn nicht sogar 2040er Zugriff auf die Spiele hat und dieser erhalten bleiben. Bleibt Nintendo für weitere Generationen bei dem Modell dann noch länger. In der Realität wird es wohl so gut wie nie dazu kommen, dass Leute wirklich negativ davon betroffen sind, wenn die Spiele dann einmal in der Zukunft nicht mehr käuflich sind. Ich glaube das wird da von Retail-Verfechtern an der Stelle etwas überhöht.


    Ganz anders sieht es jedoch aus der Sicht der kulturellen Erhaltung aus. Da ist es wichtig, dass es Wege gibt, dass ein Werk dauerhaft zugänglich ist. Da ist es in meinen Augen ein riesengroßes Problem. Wie schon gesagt ist Retail da nur zum Teil eine bessere Alternative, weil das ja in den seltensten Fällen ne 100% komplette Version des Spiels auf dem Modul ist. Aber es ist dennoch die weitaus bessere Variante, weil es dennoch eine vom Hersteller unabhängige Variante des Spiels ist, auch wenn sie nicht komplett ist. Früher war das anders. Als die Spiele noch komplett auf dem Modul waren. Die ganzen Retro-Spiele gibt es sehr oft nicht digital. Viele Spiele gibt es heutzutage nicht mehr zu kaufen. Und dass Dumpsder Retail-Spiele ins Netz gestellt wurden, ist der Grund, warum vieles nicht verloren ging.


    Am Ende des Tages brauch es meiner Meinung nach Gesetze um die Erhaltung der Videospiele zu sichern. Solange es nicht so ist, ist die Raubkopierszene der Grund, warum vieles nicht für immer verloren ist. Wenn man gegen die Szene und dennoch für die Erhaltung von Videospielen ist, sollte man daher für Gesetze und Institutionen sein, sodass die Erhaltung von offizieller Stelle übernommen wird.


    Für das Individuum ist Retail wohl eher ne Geschmackssache. Es gibt Leute, die noch verkaufen und verleihen und für die hat es natürlich noch die Vorteile. Die meisten machen noch nichtmal das. Da ist es wohl eher ne Geschmacksacke. Beispeilsweise die Vorliebe was in der Hand oder im Regal zu haben.


    Ich habe ein Faible für Archivierung, Bibliotheken... kommt wohl aus meinem Geschichtsstudium. Von daher bevorzuge ich vom Hersteller unabhängige komplette Versionen. Am PC gibt es da DRM-freie digitale Version. Für mich das Beste aus allem. Auf der Konsole gibt es das nicht. Bei Retro-Konsolen ist Retail daher, das beste was es für ne Erhaltung gibt und wie man ne langfristige unabhängige Version haben kann.


    Ich kaufe bei der Switch noch Retail. Wenn das Spiel mal komplett ist finde ich das super. Bei den meisten Fällen ist es das nicht. Eigentlich denke ich mir da dann immer wieder, dass digital es auch tun könnte, wiel die Gründe für Retail ja nicht vorhanden sind. Irgendwie ist es bei der Switch daher wohl noch Gewöhnung, dass ich lieber Retail nutze.

    Yeah! 3
    • Ein Account-System und Abwärtskompatibilität werden natürlich keine ewige Verfügbarkeit von Spielen garantieren. Das sollte jedem klar sein. Ob gesetzliche Veränderungen hier wirklich eine dauerhafte Lösung sein können, kann man auch nicht so einfach sagen. Unternehmen könnten die Standorte ihrer Server in ein Land verschieben, in dem es solche Gesetze nicht gibt und den gesamten Transaktionsverlauf dort durchführen.


      Ich hoffe, du hast Verständnis dafür, wenn ich mich nicht näher zu "politischen" Themen äußern möchte. Solche Diskussionen können sehr schnell abschweifen.


      Ich danke dir aber für deine Meinung. Ein "Like" von dir hatte ich aber auch nicht erwartet. :D

      Yeah! 2
    • Bei Blog-Beiträgen gebe ich alleine schon ein Like dafür, dass sich jemand die Mühe macht, so ausführlich ein Thema zu erörtern. Finde ich immer Klasse. Wenn die Argumentation gut ist würde ich das auch Liken, selbst wenn es nicht meine Meinung ist. :thumbup: Hier kann ich darüber hinaus aber zusätzlich ja bis auf das mit der Erhaltung auch alles unterschreiben. :) Und selbst da hatte ich eher ne Ergänzung als ne Gegenmeinung.


      Zum Thema: Ich sehe es auch so, dass es keine Ewigkeit garantiert.


      Ich will mich auch nicht über politische Meinungen weiter äußern, ob es richtig oder falsch ist. Da kann man auch aus guten Gründen unterschiedlicher Meinung sein.


      Zur Machbarkeit will ich mich dennoch äußern. Man sieht ja bei Text-Publikationen, dass es funktioniert. Egal ob gedruckt oder digital. Wenn ein Werk offiziell in Deutschland veröffentlicht ist und das gilt für Bücher, Magazine vom Kiosk, die eigene Doktorarbeit oder auch die Parteizeitschrift des Ortsverbands, dann ist es gesetzlich vorgeschrieben dass eine Kopie digital oder in mehrfacher Ausführung physisch an die Nationalbibliothek geht. Von dort aus kann jeder sich ne Kopie oder das Werk direkt bei der Nationalbibliothek oder von Unibibliotheken sowie Stadtbibliotheken mit Zugang zur Nationalbibliothek ausleihen. Jeder kann somit zum Lesen, Erforschen... an jede Publikation kommen, die mal in Deutschland veröffentlicht wurde.


      Das wäre auch für Spiele möglich. Klar kann jemand sein Werk auch sonst irgendwo auf der Welt veröffentlichen und verkaufen wo die Gesetze nicht gelten und wenn ich es dann digital online kaufe oder auch nur importiere, dann gelten die Gesetze nicht. Und da gibt es keine Handhabe.


      Aber wenn man in Deutschland verkaufen will, sprich wenn man im Handel liegen will, bei Amazon liegen will, das von Deutschland aus vertreiben will... dann kommt man darum nicht herum.


      Um solch ein Gesetz zu umgehen, hilft die Verschiebung von Servern nur bedingt. Wenn der Hersteller sein Produkt parallel Retail in Deutschland oder an in Deutschland ansässige Online-Händler vertreiben will, dann müsste er es dennoch an ein Archiv ausliefern. Gleiches auch, wenn man offiziell in Deutschland veröffentlichen ,verkaufen und auch bewerben will.


      Würde es so ein Gesetz beispielsweise EU-weit geben, dann müsste der Hersteller, um dem zu entgehen, jeden Vertrieb in der EU schließen und nur aus dem Ausland vertreiben ohne Lizenz in Deutschland. Und die Mehrheit der 0815-Normalkunden importiert nicht bei ausländischen Shops, die keinen deutschen oder europäischen Vertrieb haben. Da sind die Leute viel zu skeptisch.


      Wenn man jede Vermarktung und Vertrieb dann aus Deutschland oder der EU einstellen würde, würde somit nur noch ein Bruchteil kaufen. Nur um dieser Regelung zu entgehen, würde daher kein Unternehmen die Standorte verlagern. Genauso wie sie es auch nicht auf dem Print-Markt machen.


      Wieso sollten die es auch. Wenn es europaweites oder deutschlandweites Archiv für die Archivierung und Erhaltung der Videospiele gäbe, was auch öffentlich finanziert wird, ist es ja auch kein Schaden für die Unternehmen ne Kopie ihrer Spiele dorthin zu geben. Die haben ja keinen Schaden. Die Spiele sind sowieso ja alle im Netz, nur gäbe es hier noch ein legales Archiv, was für die Erhaltung sorgt. Das schadet den Unternehmen ja nicht wirklich wirtschaftlich.


      Nur haben die halt kein Interesse sowas auf eigene Fast auf die BEine zu stellen. Weil es ihnen auch nichts bringt und ne Menge Geld kosten würde.

      Yeah! 2
    • Test.. 1 2 3 !

      Haha 1