
40 Jahre, das ist eine verdammt lange Zeit. Noch etwas länger Weile ich schon auf der Kartoffel, die sich um die Sonne bewegt. Und in der Zeit ist verdammt viel Wasser den Rand der Erdscheibe runter geflossen. Zeit mal zurück zu blicken auf The Legend of Zelda. Und zu ergründen, warum Die Spiele zuletzt bei mir nicht mehr so gezündet haben.
Es war an einem verregneten Donnerstag im Jahr 1994. Der kleine Sebastian ist bei einem Schulkameraden zu Besuch. Der hat einen Game Boy und dafür unter anderem ein graues Modul auf dem sich das Spiel The Legend of Zelda: Link´s Awakening befindet. Sofort war Sebastian in den Bann der piepsigen Musik, der pixeligen Monochrom-Grafik und der abenteurlichen Welt gezogen. Und dann gab es da auch noch das Super NES mit A Link to the Past. Kurz: zwei meienr frühesten Spieleerfahrungen waren zwei der besten Nintendo-Spiele aller Zeiten.
Und natürlich habe ich damals jeden noch so kleinen Schnipsel zur Nintendo Ultra 64 verschlungen, meistens in der Bravo Screenfun. Und als es 1998 dann so weit war, konnte Ocarina of Time Sebastian ebenfalls wieder begeistern. Fast schon ein Link´s Awakening in 3D wartete hier und wurde zurecht eines der best bewerteten Spiele überhaupt. Generell waren die späten 90er ein paradies für Gamer. Die erste PlayStation, das Nintendo 64, Sega´s Dreamcast (Rest in Peace, Hideki Sato) dazu der Game Boy, es war eine verrückte Zeit.
Ocarina of Time blieb für mich dann lange unerreicht, auch weil bei mir Majora´s Mask nicht zünden wollte. Wie bei so einem Musiker, der erst einen Millionen-Seller hat und dann kommt der Nachfolger, der irgendwo auf Platz 46 der Charts rumlungert. Majora´s Mask war für mich richtig enttäuschend damals, das weiß ich noch. Ich fand das Gameplay total nervig, Spaß hat daran nichts gemacht und verstanden habe ich auch nur die Hälfte. Da hatte mich die Serie das erste Mal verloren. Im Herzen blieben die schönen Erinnerungen an Link´s Awakening und A Link to the Past und Ocarina of Time trotzdem.
Und dann passierte etwas, mit dem ich gar nicht mehr gerechnet hätte: Nintendo hatte den Gamecube veröffentlicht und dafür kam 2003 The Legend of Zelda: The Wind Waker heraus. Ich dachte damals erst: „Naja, mal sehen, was sie da wieder gemacht haben.“ Also Spiel gekauft, eingelegt und:
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Und da war es auch schon fast um mich geschehen. Dieses Intro gehört für mich zu den legendärsten der Videospiel-Geschichte. Was dann folgte, waren Wochen voller Eskapismus, Insel-Erkundung und schließlich die Credits. Für mich bis heute der intensivste Trip, den ich mit der Zelda-Serie hatte. Kein anderes Spiel der Serie konnte mich so in seinen Bann ziehen, so sehr begeistern.
Nur ein Jahr später durfte dann The Minish Cap im GBA rotieren, auch hier wurde ich regelrecht hineingesogen.
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Die 2000er schienen diesbezüglich ein Neuanfang für mich und The Legend of Zelda zu werden. Ich freute mich darauf, was wohl als nächstes kommen würde. Nach dem Wind Waker und The Minish Cap meiner Meinung nach da angeknüpft haben, wo Ocarina of Time aufgehört hatte, sollte das nächste Spiel dann zwar sehr gut werden, aber die Tage vor dem Release waren kritisch. Für welche Plattform hole ich es mir? Mein Bruder hatte damals eine Wii, ich einen Game Cube. Ich habe mir auch eine Wii gekauft. Nun, es wurde dann bei mir die Game Cube Version. Ich wollte dieser tollen Konsole nochmal einen würdigen Abschluss gönnen. Und ja, den hat sie bekommen.
Zwar reichte (und as sehe ich auch in der Rückschau so) Twilight Princess nicht ganz an Ocarina of Time und The Wind Waker heran, konnte mich aber trotzdem nochmal begeistern. Die Grafik fand ich damals toll und ich mochte den leicht mystischen Touch, damit kriegt man mich immer. Nun, nach dem ich Twilight Princess und später noch Link´s Crossbow Training durch hatte, ließ mein Interesse an der Serie wieder nach. Das lag nicht zuletzt daran, dass mich die beiden Ableger für den Nintendo DS nicht abgeholt haben. Irgendwie war die Luft raus und weder die Eisenbahn noch der Leuenkönig konnten mich in neue spannende Gefilde mitnehmen. Beendet habe ich Phantom Hourglass und Spirit Tracks trozdem.
Und dann kam der Bruch. Genauer gesagt, das zum Himmel gerichtete Schwert. Denn so sehr ich die Wii auch mochte, so sehr ich die Zelda-Reihe gemocht habe, hier hatte sich Nintendo meiner Meinung nach völlig vergallopiert. Skyward Sword war das erste Zelda seit Majoras Mask, wo ich nach 2 Stunden keine Lust mehr hatte. Zu oft wiederholte sich alles, zu oft wurde ich wieder woanders hin versetzt, zu wenig Zeit konnte ich an den wirklich interessanten Orten im Spiel verbringen. Allerdings gefällt mir der Artstyle bis heute sehr, hat was von einem Spielbaren Ölgemälde und die furchtbare Auflösung der Wii hat das noch verstärkt.![]()
Kurz: Ich habe Skyward Sword nicht beendet. (Oder doch, ich bin mir gerade nicht ganz sicher, ich hatte jedenfalls zwischendrin sehr lange Pausen) Und damit endete auch erstmal meine Zeit mit der Zelda-Reihe. Bis dann 2 Jahre später ein kleines Spiel für den Nintendo 3DS das ganze nochmal entfachen konnte. A Link between Worlds ist zwar meiner Meinung nach nicht ganz das Meisterwerk für das es viele halten, aber im Vergleich zu Skyward Sword ist es ein sehr gutes Spiel. Da war sie wieder, diese: Nur noch mal schnell ein paar Rubine Farmen-Stimmung und schwupps, 2 Stunden gespielt. ![]()
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Hurra, dachte ich, ein einmaliger Ausrutscher dieses Skyward Sword. Oh sweet Summer Child. Ich hatte ja keine Ahnung. Mal davon abgesehen, dass mir diese ganzen Trifoce-Heroes-Irgendwas-4 Swords- Ableger am Popo vorbeigingen, habe ich sehr viel Spaß mit Ocarina of Time 3D und natürlich Wind Waker HD gehabt, was in allen Belangen besser als die Gamecube-Variante ist. Doch nach dem Absturz der WiiU, dem Tod von Satoru Iwata und dem Verschieben des nächsten Zelda erwartete ich großes. Dieses neue Zelda musste gewaltig werden.
Nun, wurde es auch, nur eben nicht für mich. Die erste Stunde war ganz gut, doch dann brachen alle Majoras Masks, Skyward Swords und Triforce Heroes auf einmal aus. Nein, dass war nicht mehr dieses Zelda-Gefühl ein gewaltiges Adventure mit dichter Atmosphäre zu spielen mit einzigartigen Plätzen, die man sofort wiedererkennt. Nein, mein geliebtes Hyrules war einer Pixelmatsch-Open World gewischen, in der alles gleich aussieht und nur mal hier und da ein paar andere Texturen rumlungerten. Ich weiß noch wie erschüttert ich damals war und mir dachte: DAS ist das worauf ich jetzt die ganzen Jahre gewartet habe?
Das Ende vom Lied: Ich habe beim dritten Titanen aufgehört. Die Luft war raus. Ich hatte keine Lust mehr. Habe es bis heute nicht beendet. Stattdessen habe ich mit Mario Odyssey eine grandiose Zeit gehabt. Und ab da ging es Bergab. Weder das meiner Meinung nach leicht verkorkste Link´s Awakening Remastered, noch Tears of the Kingdom konnten mich zurück zur Serie führen. Der Ofen war aus. Und das ist schade, denn da war mal ein Wind Waker, ein Minish Cap, ein Ocarina of Time, ein A Link to the Past, ein Twilight Princess und auch ein Link between Worlds. Vielelicht sollte ich mal Echoes of Wisdom eine Chance geben, vielelicht kann das ja in die Fußstapfen wenigstens eines Link between World treten.
Aber bis dahin: 40 Jahre The Legend of Zelda, man was für eine wilde Zeit. Und hoffentlich bald wieder eine, die mich wieder Wochenlang in Hyrule versinken lässt. ![]()
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