
Kaum Texte, die ich in dieser Blogreihe veröffentlicht habe, sind in den eigenen vier Wänden entstanden. Inmitten eines ansonsten oftmals mit Arbeit und Aktivitäten vollgepackten Alltags – was keineswegs negativ gemeint ist – bieten mir die Momente unterwegs Möglichkeiten der Reflektion über mich und mein Leben. Und da seit dem Einzug der Nintendo Switch 2 im vergangenen Kalenderjahr Videospiele wieder eine wenngleich untergeordnete Rolle darin spielen, darf ich die heutigen Zeilen und Erkenntnisse bei schönem Wetter in einem Schnellzug nach Wien tippen und mit euch – der deutschsprachigen Nintendo-Community - teilen.
Verzeiht mir diese für meine Artikel ungewöhnliche Einleitung und lasst mich zu meinem heutigen Thema kommen. Die vergangenen Monate mit der neuen Konsole waren für mich persönlich eine spannende Reise auf der Suche nach dem richtigen Umgang mit dem Medium digitaler Spiele. So musste ich mir eingestehen, dass das wirklich fabelhafte Open-World-Rollenspiel The Legend of Zelda: Tears of the Kingdom zwischen Karriereambitionen, Sport und Beziehung nicht mehr in mein Leben passt, obwohl ich solche Titel in meiner Jugend geliebt habe. Gleichzeitig hat mir Mario Kart World eine völlig neue, auf reinen Spielspaß fokussierte Erfahrung beschert. Das chaotische Rennspiel hat sogar meine Lebensgefährtin an den Controller gelockt und für geniale Momente auf dem Sofa gesorgt.
Letztendlich haben zwei Fehlkäufe in den zurückliegenden Wochen dafür gesorgt, dass ich meine Spieleauswahl (vorerst) nochmals radikal einschränken werde. Krass!
Der erste Fehlgriff führte mich in die (Achtung: Wortspiel) zauberhafte Welt von Harry Potter. Mit Hogwarts Legacy hatte ich mir ein im Vergleich zum bereits genannten Zelda-Titel überschaubareres Rollenspiel mit offener Spielwelt und Erkundung erhofft. Ich musste aber resigniert feststellen, dass die auch hier komplexen Mechaniken und meist sehr langen Dialoge meine Bedürfnisse nicht erfüllen konnten. Gerade nach längeren Abständen zwischen dem Daddeln musste ich mich in den ersten zehn Minuten zunächst wieder mit der Steuerung vertraut machen und überlegen, an welchem Punkt ich zuletzt gespeichert hatte. Kurzweilige, positive Erlebnisse scheinen mir inzwischen deutlich wichtiger geworden zu sein, als das Eintauchen in eine fremde Welt. (Daher nochmal eine klare Botschaft an mein zukünftiges Ich: Kaufe keine Open-World-Rollenspiele mehr!)
Spätestens nach meinem Artikel über den Klötzchen-Hit Minecraft dürfte jeder Leser wissen, dass ich viele Stunden meines Lebens mit dem Stapeln von Blöcken verbracht habe. Auf Basis dieser Erfahrungen habe ich mir Minecraft erneut gekauft – diesmal für die Nintendo-Konsole. Aber statt an die alten Erinnerungen anzuknüpfen, wurde ich bitter enttäuscht. Nicht, weil das Spiel mich nicht mehr ansprechen würde, sondern weil die Steuerung auf der Konsole eine Katastrophe ist. Das feinjustierte Platzieren von Blöcken, das Sortieren von Gegenständen im Inventar und selbst das Kämpfen fühlt sich mit dem Joystick schwerfällig und träge an. Den Kaufpreis in Höhe von etwa 30 Euro verbuche ich als Lehrgeld. Dabei hätte ich es von Anfang an besser wissen müssen. Ich habe sogar in einem eigenen Blogartikel geschrieben, dass ich es nicht für notwendig ansehe, dass Spiele auf allen Plattformen veröffentlicht werden. Die Entwickler sollten sich lieber auf die Stärken ihrer Kernplattform – in diesem Fall den Computer – fokussieren, um ein möglichst rundes Spielerlebnis zu erschaffen.
Übrigens hatte ich versucht, Minecraft zurückzugeben, da weniger als zwei Spielstunden zusammengekommen sind. Ich hatte auf eine Kulanz des Nintendo-Supports gehofft, aber die Japaner blieben hart. Also verbleibt Minecraft neben Hogwarts Legacy als mahnende Erinnerung vor neuen Einkäufen in meiner Spielebibliothek.
Als Resultat – und das ist der eigentliche Anlass für diesen ganzen Beitrag – darf ich festhalten, dass ich mich künftig auf jene Exklusivtitel aus dem Hause Nintendo, welche in ihrer ganzen Aufmachung hauptsächlich Spielspaß versprechen zu scheinen beschränken werde. Derzeit steht beispielsweise Donkey Kong Bananza im Fokus meiner Aufmerksamkeit. Mir bringt es schlicht gute Laune, mich mit dem flauschigen Gorilla und seiner zierlichen Begleiterin durch die verschiedenen Areale zu kloppen. Ich muss mich nicht an Spielmechaniken gewöhnen oder einer tiefgründigen Geschichte folgen. Ich klicke einfach auf Start und ich spiele. Darum geht es mir! Spielen! Spaß haben! Immer mal wieder. Und dann wieder nicht.
Ich mache mir auch keine Sorgen darum, dass mir die Spiele aus diesem speziellen Segment ausgehen könnten. Ich bin Gelegenheitsspieler. Ein Spiel wie Donkey Kong Bananza beschäftigt mich über viele Monate hinweg. Da reicht es mir völlig, wenn Nintendo ein bis zwei neue Veröffentlichungen für meinen Geschmack pro Jahr präsentiert. Mit den verbesserten Versionen von Super Mario Bros. Wonder und Kirby und das vergessene Land (plus die Sternensplitter-Welt) stehen ohnehin schon zwei Optionen auf meiner Beobachtungsliste. Ansonsten würde ich auch auf ältere Spiele, wie Super Mario Odyssey oder Luigi`s Mansion 3 zurückgreifen. Hast du weitere Spieletipps für mich?
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