DS-Blog-Spieletest: Inazuma Eleven

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  • Was kommt dabei heraus, wenn man ein gewöhnliches Fußballspiel mit Spezialattacken und RPG-Elementen vermischt? Richtig, das Resultat wäre wohl ein Titel wie Inazuma Eleven von Level-5. Knapp 2,5 Jahre nach der japanischen Veröffentlichung fasste sich Nintendo of Europe ein Herz und brachte den Titel vollständig lokalisiert in unsere Gefilde. Wir haben uns für euch aufs Spielfeld gewagt und geschaut, ob der Genre-Mix der Layton-Entwickler vollständig überzeugen kann oder doch lieber im Land der aufgehenden Sonne hätte bleiben sollen.

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    In Inazuma Eleven verfolgt ihr die Geschichte des jungen Mark Evans, seines Zeichens Torhüter und Kapitän des Fußballclubs der Raimon Jr. High. Die anderen Mitglieder sind aber leider alles andere als sportbegeistert und spielen lieber mit ihrem Nintendo DS oder lesen Manga. Selbst der Rektor der Schule sieht in dem Club keine Chance mehr und ist kurz davor, diesen aufzulösen. Über das Schicksal des Clubs soll nun ein Freundschaftsspiel entscheiden, welches zu allem Überfluss gegen die Royal Academy, die derzeit stärkste Mannschaft und Sieger des letzten Football-Frontier-Turniers, laufen wird. Verständlich, dass sich Mark riesig darauf freut, während sich die anderen schon von vornherein als Verlierer sehen. Damit es aber überhaupt zum Freundschaftsspiel kommt, müsst ihr zunächst vier neue Mitglieder finden, da euer Club derzeit aus nur sieben Sportlern besteht.

    Und hier zeigt sich auch schon die erste Besonderheit des Spiels, denn ihr könnt während des Spielverkaufs bis zu 1000 verschiedene Menschen finden, welche ihr in euren Club aufnehmen könnt. Gleichzeitig kann er aber nur aus 100 verschiedenen Mitgliedern bestehen. Dabei haben alle ihr eigenes, mal mehr mal weniger individuelles Aussehen und Stärken. So ist der eine besonders schnell, während jemand anderes eine besonders gute Ballbeherrschung vorweisen kann. Klar, dass da nicht jeder sofort eurem kleinen Fußballclub beitritt. Um neue Spieler zu finden, habt ihr verschiedene Möglichkeiten. In eurem kleinen Clubhaus könnt ihr mit eurer Managerin Celia sprechen, die sich nach potenziellen Mitgliedern umschauen wird. Dabei könnt ihr einen Spieler suchen, dessen Namen ihr bereits kennt oder bestimmte Eigenschaften festlegen. Ihr könnt genau bestimmen, ob ihr einen Torhüter, Stürmer, Mittelfeldspieler oder Verteidiger haben wollt und worin er besonders gut sein soll. Braucht ihr gerade einen starken Verteidiger? Oder doch lieber einen schnellen Stürmer? Habt ihr die Spezifikationen festgelegt, macht sich Celia sofort auf die Suche und ruft euch an, sobald sie jemanden ausfindig gemacht hat. Eine weitere Möglichkeit besteht über eine Art soziales Netzwerk, aus dem ihr auch Spieler auswählen könnt. Dieses wird im Laufe des Spiels immer weitläufiger, sodass ihr immer mehr Menschen kennenlernt, die sich euch anschließen könnten. Doch das soll noch nicht alles gewesen sein. Denn Nelly, die Tochter des Schuldirektors, kann für euch Spieler aus anderen Mannschaften abwerben, gegen die ihr bereits gespielt habt. Reichen euch diese 1000 Spieler noch nicht aus, könnt ihr euch über die Nintendo Wi-Fi Connection nochmals 50 Spieler herunterladen, was eigentlich anhand der bereits möglichen Mitglieder ziemlich sinnlos wirkt. Aber einem geschenkten Gaul soll man ja… ihr wisst schon. Habt ihr euch euer Team zusammengesucht, geht es auch schon direkt los. Eurer Ziel ist nicht nur der Fortbestand eures Fußballclubs, ihr wollt die Champions der Football-Frontier werden!

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    In der Spielwelt bewegt ihr euch mittels Stylus oder der herkömmlichen Button-Steuerung. Beide Varianten funktionieren sehr gut. Es gilt nun, eure Mannschaft ausreichend zu trainieren, damit ihr auch für die vielen weiteren Matches gewappnet seid. Hierzu dienen vor allem die häufig auftretenden Zufallskämpfe, in denen ihr euch in einem 4 vs. 4-Match mit verschiedenen Clubs eurer Schule messt. So müsst ihr meist als Erster ein Tor erzielen, dem Gegner den Ball abnehmen oder ein gegnerisches Tor verhindern. Die Zufallskämpfe dauern nur wenige Sekunden und sind daher sehr kurzweilig. Anders sieht es da schon bei den 11 vs. 11-Spielen aus, in denen ihr gegen die verschiedensten Mannschaften wie zum Beispiel der animalischen Wild Junior High oder der mystischen Occult Junior High antretet. Diese laufen schon einige Minuten lang, eingeteilt in zwei Halbzeiten.

    Die Fußballmatches bestreitet ihr übrigens nur mit dem Stylus. Mithilfe des Steuerkreuzes steuert ihr aber die Kamera, damit ihr das Spielfeld jederzeit im Überblick habt. Vor Spielanpfiff könnt ihr die Startaufstellung euer Spieler festlegen und während des laufenden Spiels in Echtzeit bestimmen, was euer Team tun soll. Hierfür könnt ihr den Spielern Wege vorzeichnen, welche sie dann auch ablaufen. Tippt ihr eine Stelle oder einen Mitspieler an, passt der Spieler den Ball weiter. Kommt es zu einem Zweikampf zwischen zwei Spielern, pausiert das Spiel und ihr könnt aus verschiedenen Aktionen wählen. Je nachdem, ob ihr im Ballbesitz seid, könnt ihr eure Spieler Finten, Grätschen und weitere Aktionen ausführen lassen. Bisher verläuft alles noch recht normal, aber jetzt kommen die Spezialattacken ins Spiel.

    Jeder Spieler kann bis zu sechs verschiedene Spezialangriffe erlernen, welche in eindrucksvollen 3D-Sequenzen dargestellt werden. So überwindet ihr den Gegner mit Hilfe von „Illusionsball“, in dem ihr so schnell dribbelt, dass der Gegner den richtigen Ball nicht mehr orten kann. Oder ihr drescht ihn mit Hilfe von „Feuertornado“ mit einer gewaltigen Feuerattacke in das gegnerische Tor. Aber ihr solltet diese Angriffe mit Bedacht einsetzen, denn jede verbraucht eine bestimmte Anzahl an Technikpunkten, die während eines Matchs nicht wieder aufgefrischt werden können. Da kann es euch schon einmal passieren, dass ihr kurz vor Ende eines Spiels noch einen Treffer einstecken müsst, da euch die Technikpunkte für eine starke Abwehrattacke fehlen. Wird es für euch mal brenzlig, könnt ihr einmal pro Spiel die sogenannte „Heiße Phase“ aktivieren. In dieser kosten euch die Spezialangriffe nur noch die Hälfte an Technikpunkten, ebenso steigt die Erfolgschance eurer Spieler an. Ihr solltet aber darauf achten, dass sie nur eine begrenzte Zeit anhält und euer Gegner natürlich dieselbe Möglichkeit hat. Ob eure Attacken bzw. eure Verteidigungsmanöver letztendlich gelingen, hängt auch von den Elementen der Spieler ab. Jeder Spieler ist einem von vier Elementen (Feuer, Erde, Wind oder Holz) zugeordnet. Wind ist stärker als Erde, Erde stärker als Feuer, Feuer stärker als Holz und Holz ist stärker als Wind. Wem es am Anfang besonders in den 11 gegen 11-Partien noch zu hektisch zur Sache geht, kann das Spiel durch die Auszeit-Funktion pausieren und seine weiteren taktischen Züge in Ruhe planen. Nach ein wenig Eingewöhnungszeit geht die Steuerung aber vollkommen in Fleisch und Blut über und ihr wollt den DS gar nicht mehr aus der Hand legen, um gleich den nächsten Gegner herauszufordern. Nach jedem erfolgreichen Spiel bekommt eure Mannschaft wie in einem Rollenspiel Erfahrungspunkte, mit denen jedes Mitglied im Level steigt und seine Fähigkeiten verbessert. Um eure Spieler zusätzlich zu stärken, könnt ihr ihnen neue Schuhe, Handschuhe oder weitere Accessoires anlegen, die zum Beispiel ihre Motivation oder ihren Kampfgeist steigern.

    Während die Spielfiguren in einfacher 2D-Grafik dargestellt werden, wissen besonders die liebevoll gestalteten 3D-Areale zu überzeugen. So besucht ihr im Laufe des Spiels die verschiedensten Orte wie die Einkaufspassage, welche zum Beispiel mit Nudelbar und Anime-Café aufwartet, das Flussufer, an dem ihr einen weiteren Trainingsplatz findet, oder den Bahnhof, von dem aus ihr euch auf den Weg zu den vielzähligen Gegnern macht. Auch in den Fußballspielen selbst werden eure Augen verwöhnt, denn jedes Mal, wenn ihr einen Zweikampf bestreitet, eine Ballannahme verhindert oder aufs Tor schießt, werden diese Aktionen in kurzen 3D-Sequenzen dargestellt. Besonders die vielen verschiedenen und sehr ausgeklügelten Spezialangriffe sind ein Augenschmaus und wissen immer wieder zu überzeugen. Setzt ihr zum Beispiel das „Blitztrampolin“ ein, springt einer eurer Spieler auf dem Bauch eines etwas fülligeren Mitspielers ab, um dann von hoch oben aus der Luft anzugreifen. Auch wenn es dabei manchmal ein wenig pixelig wird, tut das der ganzen Sache keinen Abbruch und es macht immer wieder Spaß zuzusehen, wie der Ball mit einer gehörigen Portion Pfeffer auf den Gegner losgelassen wird. Ganz wie in den Professor Layton-Titeln hat es sich Level-5 nicht nehmen lassen, auch in Inazuma Eleven einige Zwischensequenzen im Anime-Stil unterzubringen. Leider tauchen diese nur am Anfang häufiger auf, erst gegen Ende des Spiels gibt es dann mal wieder die eine oder andere Sequenz zu sehen.

    Dass sich die lange Wartezeit auf den Titel gelohnt hat, werdet ihr schon merken, sobald ihr das Intro-Video zu sehen bekommt. Nintendo hat es sich nämlich nicht nehmen lassen, den Intro-Song sowie die Anime-Szenen deutsch zu synchronisieren! Die deutschen Sprecher machen ihre Arbeit recht gut. Es ist nur schade, dass ihr nicht allzu oft etwas davon zu hören bekommt. Die Musik im Spiel reißt zwar keine Bäume aus und ist auch nicht wirklich vielfältig, hält aber dennoch einige Ohrwürmer bereit. Zumindest beim Opening werdet ihr euch beim Mitsingen erwischen, versprochen.

    Fazit (8):
    Ich für meinen Teil bin sehr glücklich darüber, dass Nintendo Inazuma Eleven endlich nach Europa geholt hat. Für die lange Wartezeit entschädigt man uns mit einer sehr guten deutschen Lokalisierung sowie mit einem erfrischenden Genre-Mix, den man so bisher noch nicht gesehen hat. Die Matches sind kurzweilig und bieten jede Menge Spielspaß. Nachdem ihr die Steuerung perfekt beherrscht, geht es ordentlich zur Sache. Habt ihr einmal mit dem Spiel begonnen, werdet ihr den DS so schnell nicht mehr aus der Hand legen. Ich wünsche mir sehr, dass Nintendo auch die anderen Inazuma Eleven-Teile nach Europa bringen wird, denn ich bin nun vollends im Fußball-RPG-Fieber. Bleibt nur zu hoffen, dass wir nicht weitere zwei Jahre auf den Nachfolger warten müssen.

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    Autor: Benjamin Böttcher

    Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung von Inazuma Eleven!

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    1.403 mal gelesen

Kommentare 3

  • Benjamin -

    Wir stellen einfach ein Reviw online, sobald es korrigiert wurde. Dabei ist ganz egal, von wem es gepostet wird ;) Aber schön das ihr so aufmerksam seid xD

  • simply mod -

    Dafür hat Benjamin den Ghost Trick Test von Kevin gebloggt... aber ich glaub, ich will gar nicht wissen, wie das da alles zusammenhängt ~.~

  • Pinguin Joe -

    Eine Frage:

    Wieso bloggst [B]du[/B] den Review von Benjamin? Er will bestimmt seine Reviews in seinem eigenen Profil posten... auch wenn du Geburtstag hast D: :ugly