Unter den Opfern befinden sich keine Deutschen

Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

  • In Japan herrscht Atom-Alarm, riesige Tsunamis überschwemmen den Osten des Landes, Tausende von Menschen sind in U-Bahnen eingeschlossen und flüchten unter anderem auf das Dach eines Flughafens, Brände in den Städten etc. pp.

    Den Menschen in den betroffenen Gebieten geht es also sichtlich schlecht, wenn ich das mal untertrieben ausdrücken darf. Die Bilder auf N24 etc. vermitteln einen Ausschnitt aus der Katastrophe, die sich in Japan zugetragen hat und immer noch anhält, sich aber auch auf andere Staaten wie die USA auswirkt. Aber wir können aufatmen: Laut Außenminister Guido Westerwelle gibt es bislang keine Deutschen unter den Opfern!

    Jaha, da kann man sich doch direkt beruhigt zurücklehnen und den Tsunami an sich vorbeifließen lassen. Was interessiert mich eine Katastrophe, wenn keiner meiner Landsleute betroffen ist? Sollen die Japsen doch absaufen, solange sich kein deutsches Blut mit dem Wasser vermischt oder in eingestürzten Gebäuden versickert.

    Sicherlich, so wird es Westerwelle nicht gemeint haben und ich hoffe doch stark, dass solche Aussagen - die es innerhalb bestimmter "deutscher Volksgruppen" bestimmt gibt - eben auch in diesen bleiben und sie an ihnen ersticken. Das ändert aber nichts daran, dass es sowohl in der Politik als auch in den Medien Standard ist, dass nach einem Ereignis immer gleich nachgeforscht wird, ob sich nicht vielleicht auch deutsche Staatsbürger unter den Betroffenen befinden könnten. Dabei ist es völlig egal, ob es sich um eine Flugzeugentführung, einen Tsunami, einen Terroranschlag, ein Erdbeben, ein Hochhauseinsturz oder eine Geiselnahme handelt.

    Und so darf ich mich jedes Mal darüber ärgern, dass immer wieder explizit darauf hingewiesen wird. Ist es nicht schon schlimm genug, dass Menschen gestorben sind oder Fürchterliches durchmachen mussten?

    Mit der expliziten Nennung von deutschen Opfern bzw. Betroffenen wird das Leid der anderen "überstrahlt". "Heute sind ganz viele Japaner gestorben. Das ist schlimm. Aber schaut mal: DARUNTER BEFAND SICH AUCH EIN DEUTSCHER!!!" Ich will die deutschen Opfer (wenn es sie denn gibt) damit nicht geringer setzen als die japanischen. Vielmehr sollten die Toten beider Völker auf eine Stufe gestellt werden, was mit der Hervorhebung der Nationalität aber verhindert wird. Ich habe immer das Gefühl, wir Deutschen müssen/sollen um einen deutschen Toten mehr trauern als um einen anderer Volkszugehörigkeit.

    Und das finde ich pervers.

    Mit Dank an Terror-Pinguin!

    440 mal gelesen

Kommentare 27

  • Cobra Khan -

    Man kann es auch übertreiben. Es ist die Pflicht der deutschen Journalisten noch gesondert auf eventuelle Opfer des eigenen Landes einzugehen.
    Das hat doch nichts mit einer Wertigkeit zu tun. Man muss schon sehr dämlich sein,daraus rechtsradikale Tendenzen herauszulesen.
    Und das man stark Anteil nimmt an das Schicksal der japanischen Bevölkerung wurde wohl deutlich formuliert und gezeigt.

  • Dirk -

    Ok Haiti war mit den deutschen wirklich extrem hehe.

    Aber hier finde ich es nicht so schlimm aber ich kann ja morgen mir mal die Bild angucken. Bin ja dann in Germany hehe.

  • Gringo -

    Keine Angst Dirk. Die Bild wird von mir nur zur allgemeinen Belustigung gelesen.

    Meldungen über deutsche "nicht"-Opfer gingen zu Beginn des Unglücks überall über den Äther. Und das bevor überhaupt Opferzahlen allgemein bekannt waren (sind ja immernoch nahezu ungenau und nur Schätzungen).

    Es ist nicht unbedingt die Nachricht an sich die mir gegen den Strich geht, sondern das hervorheben, dass keine Deutschen umgekommen sind (bis jetzt).

    Ich bin da eben empfindlich. Bei der Katastrophe in Haiti waren zB. auch fast nur noch von "deutschen Urlaubern" die Rede und entsprechend präsent in den Medien. Ist bestimmt nicht lustig für Familien die dort angehörige verloren haben, während Karl-Heiz stolz von seinen Beobachtungen vom Hoteldach berichten darf.

    Sorry wenn ich jemanden auf den Schlips getreten bin. Diese Art der Berichterstattung geht mir nicht erst seit heute auf den Sack...

  • Dirk -

    Ich möchte an dieser Stelle mal Fragen welche Medien du verfolgst Gringo. Denn wenn deutsche erwähnt werden dann nur von Guido (in meinen Medien^^). Und um (ich machs ungern^^) Guido mal zu verteidigen. Ich glaube es ist irgendwo auch seine Aufgabe den deutschen Betroffenen zu sagen wie es den Freunden, Familie ect. in Japan gehen könnte. Für mich macht es das ganze auch nicht tragischer wenn da deutsche oder sonst wer dort umkommt. Doch das im eigenen Land zu erwähnen finde ich nicht so verkehrt.

    Wenn du natürlich selbst die Bild verfolgen solltest. Da kann ich mir vorstellen das man es dort mit den deutschen übertreibt hehe. Kann auch daran liegen das ich in der Schweiz nur N-Tv gucke (Pro 7, RTL tue ich mir lieber nicht an^^)

  • Gringo -

    Ja klar, weil es alle anderen auch machen, ist es in Ordnung, wenn man es hier auch macht.

    Wenn alle von der Brücke springen...


    @D.M Warrior
    Und selbst WENN ich ein extremer Linker WÄRE, geht Dich das gelinde gesagt einen Scheissdreck an.

    Jedenfalls finde ich ein Unglück nicht tragischer, wenn deutsche Opfer zu beklagen sind.
    Es interessiert mich einfach nicht, ob da ein Pole, Türke, Japaner oder sonstwer umgekommen ist. Es sind Menschen, scheissegal welchen Pass man da aus den Trümmern pflückt.

    Es ist einfach nur abartig, dass man bei tausenden von Toten/Vermissten und 500.000 Obdachlosen, explizit erwähnen muss, dass keine Deutschen umgekommen sind oder vermisst werden. Es hat einfach einen faden Beigeschmack.
    Und weil es wie gesagt alle machen, muss es trotzdem nicht richtig sein.

  • D.M.Warrior -

    Ich finde es zwar auch nervig, aber das ist so, da gibts andere Dinger die ich gern ändern würde.
    @Gringo Klar wir Deutschen sind immer noch die Überrasse und ownen alles! Du verwechselst da was: That's America ;) Und nur weil Deutschland das, wie jedes andere Land auch, macht heißt das nicht das hier wieder Hitler-Zeiten aufkommen GOTT, wie dumm muss man sein -.-* Extremer Linker oder was?
    @topic Mich nervt es auch, aber daran wird sich erstma nichts ändern, Pustekuchen!

  • Brokenhead -

    @Pascal
    so ein quatsch deutsche werden als deutsche indentifiziert wen sie als deutsche indentifiziert werden! egal ob schwarz, geld, grün braun rot oder sonst eine hautfarbe... oder glaubst du sobald man tot ist und man findet die leiche sagen die finder... tja das war wohl ein deutscher ! oder ersagt: italiener, norweger, finne oder dänne. es geht alles oben den pass... denk mal nach was du schreibst... ohne pass oder ausweiss wird die person als anaonym gezählt!!!! aber das spielt ja keine rolle du siehst ja nur die narzistische interpretation in dieser "BOTSCHAFT"
    ich bin halb pole und weiss das zB in polen genau das selbe ist wenn nachrichten sind. meine freundin hat 2 jahre in norwegen gelebt und sie sagte das dort ebenfalls über nur über opfer der eigenen nationalität gesprochen wird... das ist in jedenland so...

    muss irgendwie die ganze zeit an diesen beitrag hier denken:
    emok.tv/videos/wo-sind-die-leg…e-gleichberechtigung.html

  • Dirk -

    Wo habe ich gesagt das ich das so will?

    Ich bin der Meinung das man für alle Japaner hoffen sollte usw. Aber was ist daran falsch das Volk zu informieren wie es dem einen oder anderen deutschen dort geht. Das interessiert dich vielleicht nicht aber für die Leute die dort bekannte haben ist das vielleicht hilfreich.

    Aber ist halt so das man heute sich wegen jedem Furz so aufregen muss. Die Leute interpretieren zu viel rein oder legen jedes Wort auf die Goldwaage. Wir haben keine Probleme wenn wir uns über solche Sachen aufregen...

  • Gringo -

    Einigen wir uns einfach darauf, dass bei zukünftigen Katastrophen NUR noch die deutschen Opfer erwähnt werden.

  • Dirk -

    Frage mich was das mit Bildleser zu tun haben soll wenn man sich Sorgen um ein paar Leute macht die dort sind und sie nicht erreichen kann. Da ist man einfach Froh wenn man ein ganz kleines wenig weiß wie es dem Menschen gehen könnte wenn man hört das Deutsche vermisst werden, keiner starb usw. Das es manche Medien übertreiben ist doch auch klar. Wenn wir jetzt hier jede Nationalität aufzählen werden wir auch nie fertig. So ist es doch optimal. Gibt auch andere Wege für Ausländer, Touristen ect sich zu informieren. Das man aus allen einen großen Wirbel machen muss und man gleich mit "nichtarisch" kommen muss oder man wird als Bild-Leser abgestempelt.

  • KIrbs -

    Tja, irgendwie müssen die Medien auch den Durchschnitts-Bild-Leser erreichen. Die tolle Mentalität, die die Massen eben haben. Ich störe mich auch eher daran, dass die meisten Menschen diese Art Schlagzeilen einfach akzeptieren. Und so nationsbezogen ist das nicht, oft ist auch von z.B. englischen Opfern etc. die Rede... imo auch nicht besser ...

  • Dirk -

    @gringo

    ehm macht die Niederlande auch nachrichten für die deutschen?

    Ich lese Spanische Zeitung, da laß ich auch nichts von...

    Die Niederländer die in Deutschland leben können sich doch im Internet erkundigen. Die Deutschen müssen das woanders auch. Bleibt mal auf dem Teppich...

  • Pascal -

    Da mein ursprünglicher Kommentar zu lang war, kommt jetzt der Rest:

    Und es stimmt natürlich, dass es in jedem Land auf der Welt genauso ist. Ob nun Frankreich, USA oder Brasilien, überall wird auf die Opfer der eigenen Nationalität hingewiesen. Aber das heißt doch noch lange nicht, dass das richtig ist oder ich keine Kritik daran üben darf, dass Deutschland das auch macht. Wäre doch mal ein mutiger Schritt, mit gutem Beispiel voranzugehen und nicht dem "Alle springen von der Brücke..." zu folgen.

    @Terror-Pinguin: Ja, es stimmt, dass es auf die Form der Mitteilung ankommt. Aber unter den Dingen, die meiner Meinung nach überhaupt nicht gehen, ist zum Beispiel auch eine Aussage über die möglichen deutschen Opfer, bevor noch überhaupt etwas zum Unglück selbst gesagt wird oder die Hilfsmaßnahmen anlaufen.

  • Pascal -

    @Blo0dy: Es ist natürlich völlig verständlich, dass man sich erst dann Sorgen über seine Freunde/Familie in den betroffenen Ländern macht, wenn es in den Nachrichten heißt: "10 Deutschen sind gestorben." Sich bereits vorher Sorgen zu machen ist doch nicht drin, wo wären wir denn da... siehe Gringo.
    Von daher zieht bei mir das nicht, was Klrbs als "Entwarnung" bezeichnet hat. Und überhaupt, wie wird denn der Deutsche in dem Fall charakterisiert? Ich könnte wetten, wenn sich Schwarze unter den Opfern finden, gelten diese erst einmal nicht als Deutsche, obwohl sie vielleicht in Deutschland geboren und aufgewachsen sind. Der deutsche Pass oder Ausweis ist in den Fluten verloren gegangen, und schon haben wir kein deutsches Opfer mehr.
    Gerade wegen dieser schwierigen Trennung sollte es die explizite Hinweisung nicht geben.

  • Gringo -

    @Dirk
    Und was ist mit den türkischen, italienischen, frazösischen, albanischen, russischen, polnischen, niederländischen (...) Familien die hier in Deutschland leben!?

    Ach ja, die sollen gefälligst ihre nichtarischen Medien benutzen. Da erfahren sie mehr über nichtdeutsche Menschen...

  • Brokenhead -

    @Pascal
    ich glaube man nennt die zahlt der deutschen opfer damit man zB angehörige hier in deutschland die sorge zu nehmen, bzw anzusprechen. wenn ein teil meiner familie zB jetzt in japan sein würde und ich hören würde das 20 deutsche gestorben bzw schwer verletzt worden sind würde ich alles tun um herrauszufinden ob sie dadrunter sind, besonders da ich mir vorstellen kann das fast das ganze komunikations netz zerstört wurde.

    hab mich auch früher dadrüber aufgeregt aber es ist ja wohl auch verständlich und man bekommt es schnell in den falschen hals, besonders da man ja mal sein gehirn erstmal einschalten muss ;) ausserdem ist es in jedem land so ihr schneemänner das hat nix mit deutschland zu tun sondern nur wegen dem wie ich beschrieben habe...

  • Dirk -

    @gringo

    mal dran gedacht das man manche gar nicht mehr erreichen kann? wenn man weiß es ist kein deutscher umgekommen beruhigt das ja erst einmal wenn man nichts weiß...

  • KIrbs -

    Wie gesagt habe ich mir das mit der "Entwarnung" nur selbst versucht zu erklären; anders kann man das auch wirklich nicht groß rechtfertigen. :facepalm:
    Mich wundert nur, dass niemand öffentlich dieses Prinzip bei Schlagzeilen hinterfragt...

  • Gringo -

    Ich hasse solche aussagen und Medlungen. Als wären wir immernoch die "Herrenrasse". Zum Kotzen.

    "Erdbeben in Japan. 3000 Tote, 2 Deutsche leicht verletzt."


    Und dieses "Entwarnung für Familien und Angehörige" kann ich auch nicht mehr hören.
    Was bringt es zu sagen, dass Deutsche umgekommen sind?
    Versuchen die Angehörigen in D'Land ERST DANN mit ihren Familien in Japan Kontakt aufzunehmen!?

    "Was, keine tote Deutsche? Puh, nochmal Glück gehabt. Dann gehts meinem Sohn bestimmt gut. Muss sich ja nicht melden, ist ja nicht tot."

    Widerlich!!!

  • BobQuentok -

    Ich reg mich da auch jedes Mal darüber auf, als ob die Deutschen eine höhere Rasse der Menschheit wären :troll:

    Aber was KIrbs gesagt hat, klingt plausibel, wegen "Entwarnung für Familie und Angehörige"

  • chef1973 -

    sehe ich auch so.opfer sind immer schlimm.egal welcher nationalität!
    mfg

  • Sanenzin -

    Danke Dirk, du sprichst mir aus der Seele.
    Ich lese diverse deutsche Anime Blogs und lese bei vielen plötzliche Blogeinträge über das Erdbeben in Japan. Wie wars mit Haiti, gabs denn dafür sowas? Nein, und jetzt lediglich, weil die japanische Ware dorther kommt?
    Diese Heuchelei einiger Leute ist schon wirklich..

    signed @ die Kommentare hier. Jedoch, ist Deutschland ja nicht das einzige Land, in dem es so ist, klingt etwas so als würde es hier als Sündenbock schlechthin dargestellt.

  • Dirk -

    Für Leute die vielleicht angehörige dort haben (urlaub ect) könnte es ja auch hilfreich sein zu wissen ob ein deutscher gestorben ist oder nicht.

    Viel schlimmer finde ich das manchen Leuten Haiti egal war als Beispiel, aber Japan auf einmal nicht. (Mangafans, Nintendofans ect ect...)

  • Pinguin Joe -

    Ich bin da eher geteilter Meinung. Klar entsteht zum Einen bei der Erwähnung der deutschen Opfer der Eindruck, dass man mehr um die deutschen Opfer trauert, als um die Restlichen. Allerdings kann man es, wie KIrbs es schon gesagt hat, auch als eine Entwarnung für Angehörige der Opfer sehen.

    Es kommt einfach darauf an, wer und wie man die Anzahl der deutschen Opfer vermittelt. Wenn die Bildzeitung ganz fett "Erdbeben in Japan..40Tote...[B]DARUNTER 10 DEUTSCHE!!!![/B]"schreibt, hat das, meiner Meinung nach, einen völlig anderen Stellenwert, als wenn ein Politiker in einer Pressekonferenz die Anzahl der deutschen Opfer erwähnt.

  • Big Al -

    Endlich mal jemand der meine Meinung teilt.
    Finde es immer wieder ärgerlich wenn bei Katastrophen explizit auf darauf hingewiesen wird das es (keine) deutsche(n) Opfer gibt. Solche Sachen werden dadurch nicht schlimmer / besser, dass sollte mal jemand den Medien / Politikern erklären.

  • ShadowXD001 -

    sowas kotzt mich auch einfach nur an
    genau wie damasl in indien mit dem tsunamie da hätte sich auch niemand um die toten gescherrt wenn nicht so viele deutsche touris umgekommen wären
    bitter einfach nur bitter ;(

  • KIrbs -

    Man kann es auch als "Entwarnung" für (Familien-) Angehörige der Opfer sehen, die nun mal eher dort leben, wo diese Nachrichten ausgestrahlt werden... so habe ich mir es zumindest zu erklären versucht, da ich andererseits auch einer derjenigen bin, die sich darüber ärgern, wenn es große Schlagzeilen über Deutsche oder auch einfach Europäer unter den Opfern gibt ...