Ace Attorney: Laut ehemaligem Entwickler hätte die IP heutzutage möglicherweise keine Chance gehabt

  • Das Ace Attorney-Franchise hat auch in unseren Gefilden viele Fans, doch nicht jeder Ableger darf in Europa vor dem virtuellen Gericht aussagen, zumindest nicht in Form des Originals. Dass aus dem ursprünglichen Spiel eine ganze Serie geworden ist, wäre laut einem ehemaligen Entwickler bei Capcom in der heutigen Zeit undenkbar. Masakazu Sugimori komponierte den Soundtrack für den ersten Teil und lieh Manfred von Karma in der japanischen Fassung seine Stimme.

    In den sozialen Medien antwortete er auf einen Post von Bandai Namco-Entwickler Taira Nakamura, welcher der Meinung ist, dass neue und gleichzeitig erfolglose Spiele heutzutage keine Chance haben, sich über die Zeit hinweg weiterzuentwickeln. In solchen Misserfolgen würden Entwickler keine Zukunft sehen, da die Produktionskosten einfach zu hoch geworden sind, erst recht für neue Marken. Sugimori ergänzte, dass populäre IPs erst im Laufe der Zeit mit jedem weiteren Ableger des Franchise wachsen und sich entfalten, so wie es mit Pokémon oder Monster Hunter geschehen ist.

    Hohe Entwicklungskosten reduzieren die Risikobereitschaft

    Aber selbst wenn das erste Spiel einer neuen IP gut bei den Spielern ankommt, so ist das noch lange kein Garant für Fortsetzungen. Denn aufgrund der gestiegenen Entwicklungskosten könnte es dennoch als Misserfolg abgestempelt werden und würde nie die Chance erhalten zu wachsen und zu reifen. Nakamura ergänzte, dass es wichtig ist, langfristig zu denken und nicht nur die Leistung des Debüt-Spiels zu betrachten.

    Daraufhin antwortete Sugimori, dass er dieser Aussage zustimmt und führte den ersten Teil von Ace Attorney als Beispiel an. Dieses Spiel war damals nicht erfolgreich, bekam aber dennoch die Chance, das Blatt noch zu wenden. Laut seiner Aussage soll sich die GBA-Version zwischen 70 000 und 80 000 Mal verkauft haben. Zwar sei wohl die Gewinnschwelle erreicht worden, bei Capcom war man sich aber einig, dass sich die Gerichtsverhandlung im Hosentaschenformat nicht gut verkauft hat.

    Doch der Schöpfer von Ace Attorney, Shu Takumi, gab nicht auf und es erschienen noch zwei weitere Teile. Die Fan-Gemeinde wuchs an, es wurde ein Anime produziert, es gab eine Verfilmung und schlussendlich erreichte die Marke eine noch größere Popularität. Sugimoris Fazit lautet, dass nur aufgrund der harten Arbeit von Shu Takumi und Capcom aus der IP doch noch ein Erfolg geworden ist. Ob auch die Nintendo Switch 2 mit neuen Teilen versorgt wird, bleibt abzuwarten. Wir halten euch selbstverständlich auf dem Laufenden.

    Glaubt ihr, dass es neue IPs in der heutigen Zeit schwieriger haben als damals?

    Quellenangabe: VGC, X (m_sugimori)
  • Eine IP muss man eben aufbauen und etablieren. Animal Crossing hat in Europa als für die allermeisten Kunden völlig uninteressante IP angefangen. Metroid hatte immer relativ schwache Verkaufszahlen. Auch Pikmin hat sich schleppend verkauft. Nintendo hat aber bewiesen, dass sie aus diesen IPs, wie auch Luigi's Mansion und dem letzten Kirby sehr verkaufsstarke IPs generieren können.

    Manchmal stimmt auch das Grundkonzept, wie bei Pikmin 1, aber den Leuten gefallen bestimmte Entscheidungen nicht (Zeitlimit, schlauchige Welt). Mit einer anwechslungsreicheren, offenen Welt, einem geänderten Zeitlimit-System und anderen Entscheidungen ist Pikmin 4 zu einem großen Verkaufserfolg geworden.

    Auch ein Okami könnte starke Verkaufszahlen haben, das Grundinteresse scheint da zu sein. Der Erstling hatte aber Elemente, die die Kundschaft nicht angesprochen haben.

    Ubisoft hat u.A. mit Watch Dogs, EA mit Battlefield, Dragon Age sowie Mass Effect und Bethesda mit Fallout 76 und Microsoft mit Halo 5 sowie Infonite bewiesen, dass man eine Verkaufsstarke IP durch massive Fehlentscheidungen auch bis in den Ruin treiben kann.

    Entwickler ziehen aus schwachen Verkaufszahlen leider oftmals die falschen Schlüsse. Von Fehlentscheidungen im Spieldesign bis hin zu einem ungünstig gewählten Veröffentlichungstermin, zu wenig oder schlechte Werbung oder einem zu hohen Verkaufspreis gibt es viele Gründe, warum sich selbst ein Spiel, das den Nerv der Kundschaft treffen würde, nicht verkauft.

    Leider konzentrieren sich viele Publisher nur noch darauf, ihre großen IPs zu melken, bis es nicht mehr funktioniert. Ich sehe das als das viel größere Risiko, als ein paar Spiele mit kleinem Entwicklungsbudget durchzuwinken.

  • Ja logisch, weil die Videospielbranche mittlerweile das erfahren hat, was jeden aufstrebenden Markt ereilt: Kommerzialisierung wie ein Krebsgeschwür.

    Statt:

    WIr bekommen großartige, spaßige Spiele, die den Menschein ein Lächeln auf die Lippen zaubern und dabei den Entwicklern nebenbei noch den Lebensunterhalt finanzieren, haben wir Unternehmen die nur auf Gewinnmaximierung aus sind, und Spiele deshalb nur als Mittel zum Zweck sehen.

    Die Anzugträger sind wie eine Heuschreckenplage, die nur verbrannte Erde zurücklassen

  • Die Switch hatte aber erstaunlich viele Adventures, die ja sonst als tot gelten. Die scheinen auch alle relativ gut angekommen zu sein, sonst hätte Capcom sicherlich nicht jeden Teil der Ace Attorney Reihe auf die Switch gebracht und Teilweise sogar endlich auf Deutsch übersetzt. Schade ist eigentlich nur, dass die Switch keinen neuen Teil spendiert bekommen hat. Auch bei anderen Adventure Herstellern hört man ja, dass sie mit den Verkäufen auf der Switch sehr zufrieden sind. Da scheint also Potential vorhanden zu sein.

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    Mit dummen Menschen zu streiten, ist wie mit einer Taube Schach zu spielen. Egal, wie gut du Schach spielst, die Taube wird alle Figuren umwerfen, auf das Brett kacken und herumstolzieren, als hätte sie gewonnen.

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  • ShatPlay EA ist wirklich eines der ersten Untermehmen, wenn es darum geht, Spiele zu canceln oder die Entwicklung erst gar nicht zu beginnen. Und auch, die Spiele zu kommerzialisieren und sich dann zu wundern, dass die Verkaufszahlen mies ausfallen (Anthem, Dragon Age, Mass Effect, SSX, NBA Street usw.).

    Leider funktioniert das ab und zu (FIFA). Das ist wohl der Grund, warum die ganzen Manager diesem dummen Geld hinterher sind.

  • Es ist echt ein Glück, dass Capcom die Reihe nie aufgegeben hat. Und ich freu mich so, dass jedes Ace Attorney Spiel nun auf der Switch und anderen aktuellen Systemen spielbar ist. Auch wenn ich mich 2019 zunächst über den erneuten Port der ersten Trilogie geärgert habe, war das wohl das Beste, was der Reihe je passiert ist – die extrem guten Verkaufszahlen haben dafür gesorgt, dass Capcom wieder mehr Vertrauen ins Franchise gefasst und bisher japanexklusive Spiele in den Westen gebracht hat.

    ...Und jetzt wär's wirklich mal Zeit für ein neues Spiel! :D

  • Glaubt ihr, dass es neue IPs in der heutigen Zeit schwieriger haben als damals?

    Naja in den meisten Genres gibt es mittlerweile schon viel Konkurrenz, da muss das erste Spiel einer neuen IP schon ein sehr gutes Spiel sein. Einem Clair Obscur Expedition 33 scheint dies ja gerade zu gelingen. Ace Attorney habe ich jetzt lange nicht mehr gespielt, aber allzu viel Konkurrenz sollte das in dem Genre jetzt auch nicht haben, da es dann doch recht einzigartig ist. Finde es auch gut, dass Capcom die meisten seiner recht vielfältigen IPs nicht fallen lässt, würde ich mir z. B. bei einem SEGA ebenfalls wünschen.

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