Sony schließt die Tore des Portierungs-Spezialisten Bluepoint Games

  • Das US-amerikanische Entwicklungsstudio Bluepoint Games galt als Spezialist für Portierungen und Remaster von älteren Videospielen und machte unter anderem durch ein Remake von Demon's Souls für die PlayStation 5 auf sich aufmerksam. Kurze Zeit nach der Veröffentlichung der Neuauflage des Souls-like-Genrebegründers wurde das Team von Sony Interactive Entertainment übernommen und damit ein Teil der PlayStation Studios-Familie. Das war vor fünf Jahren; nun schließt Sony die Tore von Bluepoint Games allerdings für immer.

    Die genauen Gründe für die Studioschließung bleiben vage. So spricht Hermen Hulst, Geschäftsführer der Sony Interactive Entertainment Studio Business Group, von einem „zunehmend schwierigen Branchenumfeld“, in dem man agieren würde. „Steigende Entwicklungskosten, verlangsamtes Branchenwachstum, verändertes Spielerverhalten und allgemeine wirtschaftliche Gegenwinde erschweren die nachhaltige Entwicklung von Spielen“, so der CEO in einer internen E-Mail an seine Mitarbeitenden.

    Zum Meistern dieser Realität sei Anpassung und Weiterentwicklung notwendig. Es sei daher das eigene Geschäft genau unter die Lupe genommen worden, um sicherzustellen, dass man nicht nur heute erfolgreich, sondern auch für die Zukunft gut aufgestellt sei.

    Diese Zukunft wird nun ohne Bluepoint Games geplant. Das Studio hat in seiner Zeit unter der Flagge von Sony kein eigenes neues Spiel veröffentlicht. Stattdessen war das Team an der Entwicklung von God of War Ragnarök beteiligt und es rumorte lange Zeit, dass an einem Live-Service-Game zum God of War-Universum gewerkelt wurde – das Projekt soll aber Anfang 2025 eingestellt worden sein.

    Wir wünschen den betroffenen Entwicklerinnen und Entwicklern in dieser schweren Zeit viel Kraft und hoffen, dass diese ihr Talent schnell wieder in anderen Teams zeigen können!

    Quellenangabe: ResetEra
  • Anstatt eines solches Studios sollte Sony eher die Entwicklung von "Marathon", "Fairgames" und "Horizon Hunter Gathering" einstellen. Nach dem gewaltigen Flop von "Concord" sollte man doch erkannt haben, was die Spieler nicht wollen.

  • Denen ist auch nicht mehr zu helfen. Ich dachte nur EA kauft Studios, um sie dann gegen die Wand zu fahren. Ewig schade um Bluepoint! Da wäre noch so viel möglich gewesen. Aber Bloober Team war sicher billiger, als es um Silent Hill 2 Remake ging. Vielleicht werden die jetzt zu Sonys neuem Porting-Liebling...

  • Hatte erst nicht verstanden was das bedeutet, aber es scheint, dass es ein Symptom der schlechten Führung bei Sony ist.


    Der Fokus auf die angepeilten 12 Live-Service Spiele in 2021 hat da einiges durcheinander gebracht. Man wird sehen inwieweit daraus gelernt wurde und ob man da schnell die Kurve bekommt.

    Ein renommiertes Remake Studio zu kaufen, es nicht wirklich zu nutzen und dann zu schließen ist echt ein Wahnsinn. Da können einem die Leute, die ihr Arbeit gern zusammen gemacht haben und die sich was aufgebaut haben nur leid tun. Das macht die Branche langfristig kaputt und niemand hat was davon.


    Die ursprüngliche Quelle für den Text ist übrigens ein Bloomberg News Artikel von Jason Schreier und nicht Resetera. Das könnte man mal korrigieren oder ergänzen.

    https://www.bloomberg.com/news/articles/…tudio-bluepoint

    Einmal editiert, zuletzt von Bim (20. Februar 2026 um 10:21)

  • Die großen Konzerne sitzen auf viel zu vielen Studios und IPs – und wissen oft gar nicht, was sie damit eigentlich anfangen sollen.

  • Die großen Konzerne sitzen auf viel zu vielen Studios und IPs – und wissen oft gar nicht, was sie damit eigentlich anfangen sollen.

    Haben ist besser als brauchen, ist da wohl das Motto. :D Geb dir recht. Viele Indie Studios würden sich darum reißen was für große Marken zu entwickeln, die lange nicht wiederbelebt wurden. Aber alles „wichtige“ Business-Entscheidungen und da wird wahrscheinlich immer eher abgewogen, ob sich das finanziell lohnt.

  • Fire12


    Jim Ryan, der die Live-Service Initiative eingeleitet hatte, ist ja seit April 2024 nicht mehr PlayStation Chef.

    Also kann es sein, dass intern längst Konsequenzen gezogen wurden. Das Umsteuern solcher Prozesse dauert allerdings und wahrscheinlich sind das jetzt alles noch nachträgliche Auswirkungen dieser Fehlentscheidungen.

  • Tja, wie immer müssen die normalen Arbeiter für schlechte Strategien des Managements büßen. Dabei würde beim Wegfallen eines dort oben doch sicherlich mehr Geld eingespart als durch das Schließen des Studios...

    GuardianStalker das Problem ist vermutlich, dass nur ein Erfolg alle Flops rechtfertigt, weil dieser dann mehr als genug Geld einspielt. Ist wie beim Lotto, nur einmal Glück haben und den Jackpot knacken und all das ausgegebene Geld hat sich gelohnt.

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