• Bezüglich der neuen Seiten wäre ich mir gar nicht mal so sicher, dass es eine Fortsetzung geben wird.


  • 7om


    Das was du alles ansprichst, hab ich auch schon gelesen, und ich finde ja die generellen Themen um die es im Ende geht nicht schlecht, nur ich finde halt, dass sie deutlich besser hätten umgesetzt und vor allem erklärt werden müssen. So viel Interpretationsspielraum zu haben tut der Geschichte nicht unbedingt gut finde ich, vor allem weil die Fans dem Autor diesbezüglich eventuell mehr Genialität zumuten als er sich vielleicht bei diesem Ende gedacht hat. Für mich ist das Writing zumindest deutlich schwächer als in den ganzen vorherigen Kapiteln.


    Was mich halt am meisten stört ist, dass es zu viel Spekulationsraum gibt und wenig konkretes selbst. Etwa wann denn nun die Szene mit dem Jungen am Ende spielt. An Orten wie Tschernobyl sieht man schon, dass sich die Natur recht schnell wieder ihren ursprünglichen Platz zurückholen kann und die Gegend überwuchern kann, es muss also nicht unbedingt tausende von Jahren dauern bis dies passiert. Und auch wenn mir diese Themen wie "Kinder sind unsere Zukunft" und "der Zyklus des Hasses wird nie verschwinden" zwar gefallen, und diese auch welche sind die schon oft vorher angedeutet wurden wie etwa mit Falco und Gabi, so hätten diese deutlich besser umgesetzt werden müssen, ich finde es vor allem sehr unzufriedenstellend, dass die Titanenkräfte nun doch noch existieren, obwohl Mikasas Entscheidung ja eigentlich dazu führte, dass die Titanen vom Angesicht der Erde verschwinden. Den Kreislauf des Hasses hätte man auch ohne Titanenkräfte hervorzeigen können, wie etwa im offenen Ende des originalen Kapitel 139, wo Eldia und der Rest der Welt sich auf einen Krieg vorbereiten. Da Erens Ziel aber ja eigentlich war, diesen Kreislauf des Hasses endgültig zu zerbrechen und er so viel geopfert hat, und es trotzdem nicht (oder höchstens nur temporal) geschafft hat, empfinde ich das als höchst unzufriedenstellend.


    Zu Ymir hatte ich mich ja schon geäußert, mir gefällt deine Interpretation, aber hier stört es mich auch wieder dass es nur Spekulation ist, wie du ja schon sagtest, sonst hat Isayama immer alles ausführlich erklärt, und jetzt wird alles so dahin gerushed. Ich hoffe, dass wir am 9. Juni wenn ja das komplette Kapitel offiziell rauskommt, ebenfalls das Interview mit Isayama und das Guide Book, dass wir dann etwas Aufklärung bezüglich des Endes bekommen werden.

    El Psy Kongroo!

  • Ich habe Berserk bisher leider noch nicht gelesen, hab aber immer gehört was für ein Meisterwerk es ist! Sein Artwork sieht phänomenal aus und die Story soll auch fantastisch sein! Es schockiert mich sehr, dass Miura so jung gestorben ist :( Rest in Peace 🙏

    El Psy Kongroo!

  • Ich möchte mich nochmal zu Miuras so frühen Lebensende äußern. Als ich die Nachricht von Juan gelesen habe, war ich auf der Arbeit. In dem Moment konnte ich nicht glauben, was ich da las - ich hielt es für einen schlechten Witz. Habe dann innerhalb von Sekunden nachgegoogelt und da stand es - die Bestätigung der traurigen Nachricht. Den restlichen Arbeitstag war ich sprachlos und konnte mich kaum konzentrieren. Erst am Nachhauseweg auf dem Rad konnte ich meine Gedanken wieder sammeln.

    Berserk hat mich etwa sieben Jahre meines Lebens begleitet. Wenn ich mich recht erinnere, habe ich mit dem Manga 2014 begonnen. Grund dafür war eigentlich ziemlich banal: Ich fand nämlich heraus, dass ich noch nie einen "Seinen" gelesen habe und wollte das sofort nachholen. Zu dem Zeitpunkt dürfte ich bereits 18 gewesen sein. Warum habe ich mich ausgerechnet für Berserk entschieden? Es gab da mal ein Meme zum Manga Bleach, das ich leider nicht mehr finde. Tite Kubo, der Macher von Bleach, war dafür bekannt, sich den Hintergrund in vielen wichtigen Panels zu sparen und mehr wert auf die Gestaltung der Charaktere zu legen. Und dann gab es halt dieses Meme, auf dem der Kampf zwischen Griffith und Guts zu sehen war, als er die Falkenbande verließ. Ihr wisst schon, das ikonische Bild auf dem Hügel vor der verschneiten Hauptstadt. Der Witz war, dass Kubo Miura folgendes sagt: "Du machst es falsch. Lass mir dir helfen!" Und danach sieht man halt dasselbe Bild vom Kampf nochmal - allerdings ohne Hintergrund, aber mit dem Schriftzug "The Heart" zwischendrin.

    Das Originalbild blieb mir im Gedächtnis, aber ich wusste zu dem Zeitpunkt leider nicht, um welchen Manga es sich handelte. Rein zufällig wurde mir dann, als ich auf der Suche nach einem guten Seinen war, dieser Trailer von Universum Anime vorgeschlagen, in dem die ikonische Szene auch vorkommt:


    Nach dem Trailer wusste ich endlich den Namen des Mangas und begann schließlich zu lesen. Ab dem zweiten "Kapitel" hatte mich Berserk gefesselt. Die Geschichte startet mit Guts, der sich kalt und gefühllos benimmt. Doch dann gibt es die Szene, in der er sich übergeben muss, als einem Kind was zustößt. Die erste Arc endet sogar mit ihm in Tränen. Danach musste ich erfahren, was in seiner Vergangenheit vorgefallen ist. Ich konnte nicht mehr aufhören zu lesen und war glaube ich nach etwa 3 Wochen mit dem Manga durch. Etwa ein Jahr musste ich warten, bis ein neues Kapitel erschien. Jedes davon war schon aufgrund der phänomenalen Zeichnungen lesenswert. Berserk hat mich durch mein Studium begleitet und war/ist ein großer Einfluss für meine "künstlerischen Tätigkeiten". Es gibt nur zwei andere Werke, mit denen ich eine derartige Bindung aufbauen konnte - Xenogears und Attack on Titan.


    Berserk unterschied sich von den beiden allerdings in der Hinsicht, dass es unfertig war und dazu noch unregelmäßig erschien. Ein Ende war also nie wirklich in Sicht. Anfangs fand ich das schade, dann wiederum doch anregend. Es gibt doch nichts besseres für einen Künstler, wenn er sich die Zeit für sein Werk nehmen kann, die er für richtig hält. Außerdem hat es ja auch was Schönes an sich, wenn ein Werk jemanden über so lange Zeit begleitet. Mit Glück hätte ich das Ende vielleicht mit 40 gesehen.


    Aber jetzt ist es vorbei. Ohne richtigem Ende. So viele Handlungsstränge, die noch offen sind. Die Vergangenheit des Totenkopfritter; die Rivalität zwischen Guts und Zodd; Caskas Beziehung zu Guts; der Plan der God Hand; verdammt nochmal, das Finale zwischen Guts und Griffith ;( Und das ist nur ein Bruchteil von dem, das ich mit Freuden erwartete. Ich kann mir nicht vorstellen, wie es für Miura gewesen sein muss, als er erfuhr, dass er den Manga nicht abschließen kann. Berserk war immerhin sein Lebenswerk, sein Magnum Opus. Selbst falls seine Assistenten oder ein anderes Studio entscheiden sollten, den Manga eines Tages fortzusetzen, wären die neuen Kapitel nicht mehr "das echte Berserk". Zu gerne hätte ich gesehen, wie Miura diese Geschichte abgeschlossen hätte, die er über so viele Jahre aufgebaut hat. Es bricht mir wirklich das Herz, nie erfahren zu können, wie die Geschichte von Guts enden wird. Fühlt sich beinahe so an, als wäre mit Miura eine ganze Welt vielfältiger Charaktere gestorben. :(


    Nochmal danke für Alles, Miura. Du wirst auf ewig einer der ganz großen Manga-Autoren bleiben. Berserk war ein großer Einfluss für mich und wird es immer bleiben...

  • Naja, Miura hat selber gemeint das er nichts vorgeplant hat bei Berserk. Das ist zwar eine ältere Aussage und das hat sich mit der Zeit vielleicht geändert, aber ob es weitergeht ist halt tatsächlich unklar


    Aber selbst wenn nicht, Berserk ist auch unvollendet eines der größten Werke unserer Zeit


    Ich denke selber aktuell in erster Linie wirklich über Miura selbst und über seine Angehörigen nach. Er war ja noch sehr jung und sein Ableben war, sehr wahrscheinlich, unerwartet...

  • Ist es nicht häufiger so, dass man in Japan im jungen Alter stirbt, weil die Lebensbedingungen teilweise recht hart sind? Gerade was deren Arbeitsmoral angeht, Wohnmöglichkeiten, schlechte Luft in Städten und Überbevölkerung in diesen? Sind doch schon viele bekannte Japaner im 50-60er Bereich verstorben.

  • Ich hab gelesen, dass eine Aortendissektion wohl vor allem durch eine hohe Stressbelastung verursacht wird, angesichts dessen was für ein Knochenjob es ist ein Mangaka zu sein, in Miuras Falle umso mehr, findet sich darin wohl die Ursache :/ Ich hoffe, das sorgt mal für ein Wachrütteln in der japanischen Manga- und Animeindustrie, unter was für unmenschlichen Bedinungen die Leute arbeiten müssen. Ein Animator von Attack on Titan hat ja jetzt auch MAPPA verlassen, da die Arbeitsbedingungen einfach dermaßen schlecht waren und die Führungsetage einen Anime nach dem nächsten in Auftrag gibt und damit die Mitarbeiter komplett überfordert. Kyoto Animation ist dahingegen wirklich ein Vorzeigebeispiel eines Animestudios mit einer guten Arbeitsatmosphäre und -auslastung :)

    El Psy Kongroo!

  • War bei Berserk genauso! Mit Glück gab es ein Band pro Jahr. Der letzte erschien 2019. Über Miuras berufliches und Privatleben war zwar wenig bis gar nichts bekannt, aber wenn er sich überarbeitet hat, dann wahrscheinlich nicht an Berserk, sondern eher beim Managing seines Studios. Ich hoffe für ihn, dass die letzten Jahre stressfrei für ihn waren und er auch viel Zeit mit seiner Familie verbringen konnte :)

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