Ehemaliger Designer Satoru Okada spricht im Interview über den Game & Watch, Game Boy und Nintendo DS

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    • Ehemaliger Designer Satoru Okada spricht im Interview über den Game & Watch, Game Boy und Nintendo DS

      Ein neues Stück Hardware zu entwickeln erfordert viele kreative Köpfe, die sinnvolle Ideen auf den Tisch legen und sich auf die besten einigen können. Darum gibt es in den meisten Firmen extra Abteilungen nur für Forschung und technische Entwicklung, umgesetzt werden die Ideen dann andernorts, wo dann auch erste Prototypen entstehen. Wie immer ist dies nicht so einfach wie man denkt, denn niemand kam aus heiterem Himmel auf die Idee der Nintendo Switch.

      In der aktuellen Ausgabe von Retro Gamer ist ein Interview mit dem ehemaligen Designer Satoru Okada enthalten, der stolze 40 Jahre bei Nintendo arbeitete und an der Entwicklung verschiedener Nintendo-Hardware beteiligt war. Hier spricht er über die Entwicklung der Konsolen Game & Watch, Game Boy und Nintendo DS:
      • Der Spieleentwickler Gunpei Yokoi wollte ein Spielzeug für Erwachsene kreieren, mit dem man die Zeit totschlagen kann, als er einen Mann im Zug mit seinem Taschenrechner spielen sah. Das, was den Game & Watch aber wirklich zum Leben brachte, war der MB Microvision, der ihnen die Inspiration dafür gab, jedoch bemängelten sie an ihm, dass er so groß sei. Darum wollten die beiden nun eine portable Konsole erschaffen, die Leute auch in ihrer Hosentasche verstauen können, doch beim ersten Versuch waren Auflösung und Grafik nicht gerade ansehnlich. Sie überlegten auch, ob man nicht auch Cartridges verwenden könnte, doch beim Microvision war es eben so, dass die Spiele sehr ähnlich in grafischer und Gameplay-technischer Sicht aussahen. Stattdessen sollte nun jedes Gerät ein Spiel haben, dass dann zumindest grafisch überzeugt, wodurch auch die Idee entstand, den Bildschirm eines Taschenrechners für die Konsole herzunehmen. Yokoi designte die Spiele und Okada war für die Elektronik und das Coden zuständig.
      • Yokoi wollte, dass der Game Boy ein direkter Nachfolger des Game & Watch wird, also ein recht billiges Spielzeug ohne ein wirkliches Geschäftsmodell und ohne langfristigen Ehrgeiz. Er wollte etwas Ähnliches wie den Microvision erschaffen, ein Gerät, das höchstens ein halbes Jahr hält und nur kurze Spiele erhält, die man schnell wieder vergisst und so scherte er sich nicht über Third-Party-Entwickler. Okada hingegen sah eine Konsole, die lange hält und eine Hardware besitzt, die gut genug für eine große Auswahl an qualitativ hochwertigen Spielen ist, als sinnvoll an. Er war Assistenzdirektor bei R&D1 (Nintendo Research & Development 1) und beide diskutierten oft über dieses Thema, worauf Yokoi schlussendlich sagte: "Okay, tu, was du willst!" und er gab Okada die gesamte Verantwortung für das Projekt. Somit war der Game Boy dem NES deutlich ähnlicher, weswegen sie auch Third-Party-Entwickler mit einem richtigen Development Kit, einem Anleitungsheft und echten Support begrüßten, womit Okadas Vorstellungen erfüllt wurden.
      • Nach dem Erscheinen des Game Boy Advance SP arbeiteten sie an einem neuen Game Boy, denn die Idee des Nintendo DS kam erst später. Der Codename lautete IRIS, da der fünfte Monat bei Hanafuda-Spielkarten durch die Iris symbolisiert wird und es die fünfte Generation des Game Boy werden sollte. Das Projekt verlief gut, bis Iwata Okada zu sich hereinbat, welcher ihm erzählte, dass Yamauchi ihm bei einem Telefonat sagte, er denke, die Konsole sollte zwei Bildschirme haben. Alle wussten davon, doch jeder hasste die Idee, selbst Iwata. Okada dachte, sie würde keinen Sinn machen, denn im Vergleich zum Game & Watch, wo die zwei Bildschirme das Spielfeld und die Anzahl der grafischen Elemente verdoppelten, sei das bei modernen Bildschirmen nicht nötig, da man die Größe ja beliebig wählen könne. Zusätzlich könne man ja nicht auf zwei Bildschirme gleichzeitig schauen. Darum verstand niemand Yamauchis Idee.
      Quelle: Nintendo Everything
    • Die erste Sache über G&W leuchtet noch sehr ein und ist nicht sehr überraschend, aber die anderen beiden Punkte haben mich gerade schon ziemlich umgehauen. =D

      Find ich faszinierend, dass die beiden Bildschirme von Yamauchi eingebracht wurden und es einfach erstmal niemand genau verstanden hat.
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    • @autor Das mit der ersten Aussage ist etwas unklar gefasst.
      Damals sah er im Zug, wie die Leute alle auf ihre Uhr blickten oder die Uhr auf dem Taschenrechner während sie sich versuchten damit irgendwie zu beschäftigen. Also wollte er was, wo man nebenbei auf die Uhr schaut und währenddessen anderweitig kostengünstig beschäftigt ist (Game & Watch).

      Schade aber dass Yokoi so früh gestorben ist und nicht diese Aussagen selbst heute noch einmal in einem Interview sagen kann.