Nintendo Switch-Spieletest: Super Mario Odyssey

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    • @DekuDude
      Naja, naja...
      Du bist an Breath of the Wild offensichtlich mit der Erwartungshaltung an ein Zelda-Spiel rangegangen wie man es seit Ocarina of Time kennt. Bei mir sieht es ein wenig anders aus und die Macken an Breath of the Wild sehe ich an komplett anderen Stellen als du.

      Erst einmal ist es wichtig “Missionsdesign“ nicht damit zu verwechseln, wie Quests in einem Spiel aufgebaut sind. Das sind zwei Paar Schuhe. Missionsdesign beschreibt den allgemeinen Spielablauf bzw. die dir vom Spiel gestellten Aufgaben und wie du diese bewältigen kannst – und hier bietet Breath of the Wild sehr viel und vor allem lässt es dir eine immense Entscheidungsfreiheit. Als Beispiel das Plateau: Deine Aufgabe ist es, vier Schreine zu bewältigen – wie du das angehst, von der Reihenfolge, über den Weg, den du dir zu den Schreinen bahnst bis hin zu den Schreinen selbst bietet dir das Spiel enorme Abwechslung.

      Wenig Charaktere, die in Erinnerung bleiben, ok, doch Tetris bietet das auch nicht, und das ist auch ein spitzen Spiel. Das ist für mich kein Kritikpunkt, denn Breath of the Wild legt auf erinnerungswürdige Charaktere schlicht keinen Fokus – ebenso wenig übrigens wie Mario Odyssey. Im zweifelsfall sind Mipha, Daruk und Co jedenfalls durchaus erinnerungswürdiger als Mario, Peach oder Cappy.

      Das, was du als magere musikalische Untermalung beschreibst, ist für mich ein Teil der dichtesten und stimmigsten Atmosphäre, die ein Zelda-Titel je geboten hat. Und Atmosphäre erreicht man nicht alleine dadurch, dass ununterbrochen ein episches Orchester am herumdudeln ist. Abgesehen davon ist die Liste an Breath of the Wild-Tracks, die ich abgöttisch liebe, länger, als bei allen anderen Zeldas – doch das bleibt natürlich eine Geschmacksfrage. Weniger neue Themes als alle Zeldas seit Ocarina of Time davor bietet BotW jedenfalls nicht.

      Technische Probleme – von mir aus. Ja, sie sind vorhanden, mich haben sie in meiner Spielerfahrung aber nicht beeinträchtigt. Super Mario Odyssey läuft maximal in 900p und Objekte ploppen die ganze Zeit auf/verschwinden in der Ferne (am besten sieht man das bei NPCs in New Donk City) – das ist für mich absolut kein Grund, weshalb keine 10 infrage kommen sollte.

      Die Minitempel und Titanen sind zu einfach? Was ist dann Mario Odyssey? Einfach mag sein, doch die Physikrätsel in den Minitempeln sind einfach derart genial gut durchdacht und insbesondere zwei der Titanen haben mich mit ihren cleveren Mechaniken mehr als beeindruckt (Vah Ruta und Vah Naboris). Zu kurz waren diese ebenfalls nicht. Und zu kurz? In Zelda habe ich 3x so viel Spielzeit wie in Mario Odyssey verbracht, und das ohne 100% - also ist Mario Odyssey ja wohl deutlich zu kurz...?

      Die Prämisse von Breath of the Wild ist nicht nur für das Open World-Genre ein komplett neuer und genialer Ansatz, mich konnte es auch enorm motivieren. Es sorgte dafür, dass es keine künstlichen Grenzen in der Spielwelt gibt – gehe dahin, wo du willst, vorausgesetzt, du hast den nötigen Skill.

      Der Kampf gegen Ganon mag wirklich schlecht sein, aber angesichts von Odyssey muss man da echt nichts zu sagen.

      Kochbuch-Funktion? Wtf, warum? Sobald man die Koch-Mechaniken verstanden hatte, wäre ein Kochbuch sowas von obsolet.

      Ständiges Inventar-Management... Wenn die Waffen so schnell zerbrechen, sollte es streng genommen nichts zu managen geben, oder nicht? Aber ja, ein Tastendruck auf die “sortieren“-Taste alle 30-60 Minuten kann durchaus ermüden...?

      900 Krogs mit den immergleichen Mechaniken/Aufgaben? Tja, scheiße, in Super Mario Odyssey gibt‘s mehr als 900 davon :D
      900 Krog-Samen gibt es deshalb, damit man mit einem normalen Spielstil genügend findet. Man braucht nicht einmal annähernd alle, um sein Inventar zu maximieren – und noch deutlich, deutlich weniger, um seinem Inventar eine angemessene Größe zu verleihen. So könnte man in Mario auch argumentieren, nur gibt’s dort abseits der Monde nichts zu tun. Abgesehen davon könnte ich hier auch sagen, dass ich das nicht so kritisch sehe, weil diese eine Belohnung für das Erkunden darstellen sollen – ebenso, wie du bei den Monden argumentierst.

      Und tja, wie ich sagte: Während es in Zelda neben dem, was du als Grinding bezeichnest, auch normale Aufgaben gibt, besteht Mario im Kern aus nichts anderem. Ich musste übrigens nie grinden, um meine 4-5 Lieblingssets hochzuleveln – das Zeug hab ich einfach beim Vorbeigehen mitgenommen.

      So viel zu dieser etwas seltsamen Auflistung. Die 10 in Breath of the Wild gibt es, weil das Spiel eine völlig neue Erfahrung geschaffen hat. Eine Open World mit mehr Interaktionsfreude, als irgendein anderes Spiel jemals zuvor. Im Gegensatz zu Mario, das zwar vieles sehr gut macht, hat Zelda den Mut bewiesen, einige Dinge herausragend zu gestalten, was unter anderem dadurch erreicht wurde, dass Koventionen gebrochen wurden. Aber die Zelda-Diskussion gehört wahrlich nicht hier her und ich spreche hier jetzt auch nur für mich, und nicht für unsere Redaktionswertung. Zelda hat mich beim Spielen über einen längeren Zeitraum als hundert Stunden ununterbrochen beeindruckt – in Mario war das höchste der Gefühle, dass ich viel Spaß hatte.
    • @David Pettau
      "Naja, naja...
      Du bist an Breath of the Wild offensichtlich mit der Erwartungshaltung
      an ein Zelda-Spiel rangegangen wie man es seit Ocarina of Time kennt.
      Bei mir sieht es ein wenig anders aus und die Macken an Breath of the
      Wild sehe ich an komplett anderen Stellen als du."

      -Nein, schlichte Behauptung. Ich habe die Aussagen von Nintendo vorher sehr genau aufgefasst und mich liebend gerne mit Freunden darüber ausgetauscht. Dass ein Open World-Ansatz verfolgt wird und mit Konventionen gebrochen wird war vorher klar, nicht nur allgemein, sondern auch mir.

      "Erst einmal ist es wichtig “Missionsdesign“ nicht damit zu verwechseln, wie Quests in einem Spiel aufgebaut sind. Das sind zwei Paar Schuhe. Missionsdesign beschreibt den allgemeinen Spielablauf bzw. die dir vom Spiel gestellten Aufgaben und wie du diese bewältigen kannst – und hier bietet Breath of the Wild sehr viel und vor allem lässt es dir eine immense Entscheidungsfreiheit. Als Beispiel das Plateau: Deine Aufgabe ist es, vier Schreine zu bewältigen – wie du das angehst, von der Reihenfolge, über den Weg, den du dir zu den Schreinen bahnst bis hin zu den Schreinen selbst bietet dir das Spiel enorme Abwechslung."

      Stimmt, und die Quests in diesem Spiel sind altbacken. Noch mal: gehe dorthin, sammle so viel von X, komme zurück, dann gibt es Rubine. Zig mal.
      Entscheidungsfreiheit in einem Open World Spiel, bei welchem vorher mit Entscheidungsfreiheit geworben wurde. Das sollte ein Game like Zelda unter dieser Prämisse auch haben oder findest du nicht? Das auf einen Plattformer zu übertragen, ist ein unwürdiger Vergleich. Die Essenz eines Mariospiels ist das Gameplay. In diesem gibt es genügend Variationen, um Kurse auf seine eigene Art zu beschreiten, indem man waghalsig oder vorsichtig vorgeht. Moves miteinander kombiniert oder langsam simplere vorsichtig hintereinander ausführt. Auch die Wege, wie du an Orte gelangst, variieren durchaus.

      "Wenig Charaktere, die in Erinnerung bleiben, ok, doch Tetris bietet das
      auch nicht, und das ist auch ein spitzen Spiel. Das ist für mich kein
      Kritikpunkt, denn Breath of the Wild legt auf erinnerungswürdige
      Charaktere schlicht keinen Fokus – ebenso wenig übrigens wie Mario
      Odyssey. Im zweifelsfall sind Mipha, Daruk und Co jedenfalls durchaus
      erinnerungswürdiger als Mario, Peach oder Cappy."

      Tetris. Tetris ist ein Denkspiel. Puzzle.
      Zelda ist ein Abenteuer, in welchem man mit vielen Charakteren interargiert, längere Gespräche führt und Tipps bekommt.
      Charaktere in Zelda waren immer äußerst prägnant und hatten hohen Wiedererkennungswert oder streitest du das ab?
      Viele Charaktere hier sind nicht nur optisch glatt, sondern auch in deren Inszenierung.
      Auch hier ist der Vergleich zwischen einem Storygame und einem Platformer völlig deplatziert.

      Zur Geschichte:

      "Dabei bliebe eins im Groben dasselbe: die Rahmenhandlung. Diese führe bei jedem Mario-Spiel der Serie stets auf den ersten Teil zurück: Die Entführung von Prinzessin Peach durch Bowser und die Rettungsaktion durch Mario. Und Koizumi glaubt, dass wegen diesem emotionalen Aspekt der Spieler den Wunsch hege, das Spiel zu komplettieren. Und in jedem neuen Spiel werden die Schwierigkeiten mit der Erschaffung einer Handlung gelöst, laut Koizumi. Ein Beispiel dafür sei Super Mario Galaxy, wo Mario sich im All wiederfindet. Dieses Szenario wäre ohne Kontext für den Spieler befremdlich. Durch den Handlungskontext waren Super Mario Galaxys einzigartige Gravitations-Mechaniken möglich. Koizumi empfindet die Handlung nicht als einen zentralen Fokuspunkt der Super Mario-Spiele, aber sie nehme zwei wichtige Rollen ein. Erstens die Schaffung einer Motivation und einer emotional-treibenden Kraft, damit der Spieler den Anreiz hat, das Spiel zu beenden. Und zweitens wäre es die Bildung des Kontextes für die Spielmechaniken und den möglichen Aktionen im Spiel. Koizumi denkt, dass Spieler sich ihre eigenen Geschichten in Videospielen erfinden und so wäre die Schaffung einer Handlung nicht unbedingt die Hauptaufgabe des Entwicklers."

      Bei der Art Videospiel geht es nicht darum, Charaktertiefe zu zeichnen, sondern diese so charismatisch zu präsentieren, dass sie hohen Wiedererkennungswert haben. Dort stehen die Figuren weniger im Fokus als bei Zelda, einem Storygame samt längeren Dialogen und emotionale Bindungen an die Geschehnisse.

      "Technische Probleme – von mir aus. Ja, sie sind vorhanden, mich haben sie in meiner Spielerfahrung aber nicht beeinträchtigt. Super Mario Odyssey läuft maximal in 900p und Objekte ploppen die ganze Zeit auf/verschwinden in der Ferne (am besten sieht man das bei NPCs in New Donk City) – das ist für mich absolut kein Grund, weshalb keine 10 infrage kommen sollte."

      Zunächst einmal nenne ich nicht den einen Grund, sondern viele Punkte, die mich eine Höchstwertung nicht verstehen lassen. Dies gilt es zu berücksichtigen, wenn du auf meinen Beitrag eingehst.
      Bei Zelda fallen die aufploppenden Objekte stärker ins Gewicht allein schon wenn man einen Gleitflug anlegt und am laufenden Band Bäume etc. aufploppen. Mich reißt das stark aus der Atmosphäre eines malerischen Abenteuers raus. Zudem die Framedrops, die in Zelda unbestreitbar gravierender sind als in Super Mario Odyssey. Ja, SMO hat ebenfalls technische Macken, dennoch fallen diese nicht so stark ins Gewicht. Man sollte nicht ausklammern, dass Zelda nicht ohne Grund gepatcht wurde. Seitdem läuft es besser, ja - aber nicht rund. SMO läuft butterweich. 900p vs 1080p-Debatten sind wirklich frustrierend.

      "Die Minitempel und Titanen sind zu einfach? Was ist dann Mario Odyssey? Einfach mag sein, doch die Physikrätsel in den Minitempeln sind einfach derart genial gut durchdacht und insbesondere zwei der Titanen haben mich mit ihren cleveren Mechaniken mehr als beeindruckt (Vah Ruta und Vah Naboris). Zu kurz waren diese ebenfalls nicht. Und zu kurz? In Zelda habe ich 3x so viel Spielzeit wie in Mario Odyssey verbracht, und das ohne 100% - also ist Mario Odyssey ja wohl deutlich zu kurz...?"

      Ja, Minitempel und Titanen sind zu einfach und zu kurz. Es beraubt der Geschichte und dem gesamten Setting Glaubhaftigkeit, wenn man ohne etwas Hirnschmalz oder Skill überall durchlaufen kann. Episches Abenteuer? Wo denn?
      20 Minitempel brauchst du nur betreten und bekommst ein Geschenk.
      Die 100 restlichen Tempel sind dermaßen simpel gestrickt, dass ich keine Kompensation darin sehe, dass Physikrätsel implementiert sind. In keinem Tempel steigt man wirklich ein, weil man zuvor schon durch ist.
      Wenn du mal in den SMO Thread blickst, wirst du sehen, dass einer meiner Kritikpunkte daran eben genau dieser ist: Mir ist SMO zu einfach. Doch tut es dem Setting und der Aufmachung absolut keinen Abbruch, anders als bei Zelda. Ich verstehe Nintendo's Motivation dahinter und würde aus objektiver Sicht dahingehend nichts ankreiden, sehr wohl aber aus subjektiver. Mario ist Mainstream und soll jeden ansprechen. Das war Zelda nie (was man schon an einer anderen Alterseinstufung sieht), doch transformiert man das Ganze dahingehend krampfhaft um.
      Zu schreiben, dass du in Zelda 3x so viel Spielzeit als in SMO verbracht hast, ist ein Eigentor. Zelda ist einfach nur mehr gestreckt. Egal ob die große, weitläufige Spielwelt, in welcher auf breiten Flächen nichts ist und nichts passiert, ob die 120 Tempel oder 900 Krogs, mit den immerselben Aufgaben. Die ca. 70? Quests, die so eintönig designt sind, dass es schmerzt, das ewige Grinding, um alle Gegenstände hochzuleveln usw.
      SMO ist ganz anders gestrickt. Da kannst du kurz reinspringen, paar Level machen und verlierst dennoch nicht die Orientierung. Genug Spielzeit habe ich bereits allemal. Wobei man Mariogames aufgrund ihrer Struktur nie so lange gezockt hat wie Zeldagames.

      "Die Prämisse von Breath of the Wild ist nicht nur für das Open
      World-Genre ein komplett neuer und genialer Ansatz, mich konnte es auch
      enorm motivieren. Es sorgte dafür, dass es keine künstlichen Grenzen in
      der Spielwelt gibt – gehe dahin, wo du willst, vorausgesetzt, du hast
      den nötigen Skill."

      Was genau ist daran neu und genial? Nintendo selbst hat Inspirationsquellen genannt. Schön, dass es dich motivieren konnte, das freut mich wirklich. Klar, man bricht mit einigen Konventionen, aber so komplett neu und genial wie du es beschreibst, finde ich das nicht.
      Skill.. hehe..

      "Der Kampf gegen Ganon mag wirklich schlecht sein, aber angesichts von Odyssey muss man da echt nichts zu sagen."

      Kontext. "Episches" Abenteuer, Held rettet die Welt, Dramaturgie im Überfluss, Storygame, Gameplay-Mechaniken schlecht genutzt.
      Daneben ein sich selbst nicht ernstnehmender Plattformer, mit der immergleichen Story - Funktion steht oben - nur charmanter präsentiert, indem das neue Feature in den Vordergrund gerückt wurde. Aufgabe erfüllt.

      "Kochbuch-Funktion? Wtf, warum? Sobald man die Koch-Mechaniken verstanden hatte, wäre ein Kochbuch sowas von obsolet."

      Seltsam. Mehrfach als Kritikpunkt wahrgenommen und es als umständlich empfunden, gewisse Kombinationen wieder ausprobieren zu müssen.
      Gehört, wenn man schon ein breiteres Publikum ansprechen mag, schlichtweg dazu. SMO bietet dir auch sämtliche Listen zum Nachschauen, einfach der Orientierung für Jeden wegen.


      "Ständiges Inventar-Management... Wenn die Waffen so schnell zerbrechen, sollte es streng genommen nichts zu managen geben, oder nicht? Aber ja, ein Tastendruck auf die “sortieren“-Taste alle 30-60 Minuten kann durchaus ermüden...?"

      Auch diese Kritik hast du nie vernommen? Oft findest du Waffen, die du haben magst und musst dafür erstmal eine wegschmeißen. Die, die du haben magst, setzt du ein. Was passiert extrem schnell? Sie geht kaputt. Ich kaufe dir nicht ab, dass das an dir vorbeigezogen ist.

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    • "900 Krogs mit den immergleichen Mechaniken/Aufgaben? Tja, scheiße, in Super Mario Odyssey gibt‘s mehr als 900 davon
      900 Krog-Samen gibt es deshalb, damit man mit einem normalen Spielstil
      genügend findet. Man braucht nicht einmal annähernd alle, um sein
      Inventar zu maximieren – und noch deutlich, deutlich weniger, um seinem
      Inventar eine angemessene Größe zu verleihen. So könnte man in Mario
      auch argumentieren, nur gibt’s dort abseits der Monde nichts zu tun.
      Abgesehen davon könnte ich hier auch sagen, dass ich das nicht so
      kritisch sehe, weil diese eine Belohnung für das Erkunden darstellen
      sollen – ebenso, wie du bei den Monden argumentierst."

      In SMO kann man 999 Monde haben, wovon man aber viele kaufen muss, um an diese Anzahl zu kommen. Allerdings braucht man diese Anzahl nicht. Als Spieler kannst du bis 560 Monden Dinge freischalten. Magst du einige Monde nicht über die Missionen ergattern, kannst du dir diese kaufen, falls dir welche für deinen Anspruch fehlen. Doch gibt es hier deutlich mehr Variation in den Aufgaben als bei den Krogs oder bestreitest du das nun ernsthaft? Du brauchst ebenso nicht annähernd alle Monde, um sämtliche Dinge freizuschalten. Damit dein Inventar bei Zelda eine angemessene Größe erreicht (am besten alle Slots) machst du aber oft exakt dasselbe. Allerdings sind diese Aufgaben stupider als die schönen Gameplayeinlagen in SMO: In Wasserblumenkreis springen.. wow.. Stein hochheben.. wow.. mitm Pfeil auf Ballons schießen.. wow.. Steinwürfel"rätsel".. wow.. immer und immer und immer wieder. Das mit den Aufgaben in SMO gleichzusetzen, wo die verschiedenen Welten verschiedene Settings mit verschiedenen Verwandlungen beinhalten, finde ich wenig fair.
      Nope, bei den Monden habe ich das mit dem Erkunden nur in Bezug auf Samen- und Gumbinen-Missionen eingebracht, betrachte das bitte differenziert und so, wie ich es geschrieben habe.
      Noch mal: Mario ist ein Plattformer. Du jumpst, verwandelst dich, rätselst. Es ist ein komplett anderes Genre.. ich verstehe da deine Vergleiche nicht. Natürlich sammelt man nur Monde, dafür allerdings muss man viele verschiedene Dinge tun oder selbst wenn sich Strukturen wiederholen, sind diese stets anders verpackt. Bei Zelda eben nicht, was die Krogs und viele Quests angeht.


      "Und tja, wie ich sagte: Während es in Zelda neben dem, was du als Grinding bezeichnest, auch normale Aufgaben gibt, besteht Mario im Kern aus nichts anderem. Ich musste übrigens nie grinden, um meine 4-5 Lieblingssets hochzuleveln – das Zeug hab ich einfach beim Vorbeigehen mitgenommen."

      Zu einfach gedacht. In Zelda brauchst du von gewissen Materialien eine gewisse Anzahl. Diese zu besorgen ist gameplaytechnisch oder rätseltechnisch nicht abwechslungsreich, in SMO, auch wenn es dort einfach ist, eben schon. Ständig auf die Drachen zu schießen, um deren Items zu bekommen, ist immer exakt dasselbe. Wohingegen zum Beispiel die TickTack-Turniere immer andere Kurse mit anderen Herausforderungen bieten. Oder eben die geheimen Kurse, oder die Verwandlungen, oder die Kunstbilder.


      "So viel zu dieser etwas seltsamen Auflistung. Die 10 in Breath of the Wild gibt es, weil das Spiel eine völlig neue Erfahrung geschaffen hat. Eine Open World mit mehr Interaktionsfreude, als irgendein anderes Spiel jemals zuvor. Im Gegensatz zu Mario, das zwar vieles sehr gut macht, hat Zelda den Mut bewiesen, einige Dinge herausragend zu gestalten, was unter anderem dadurch erreicht wurde, dass Koventionen gebrochen wurden. Aber die Zelda-Diskussion gehört wahrlich nicht hier her und ich spreche hier jetzt auch nur für mich, und nicht für unsere Redaktionswertung. Zelda hat mich beim Spielen über einen längeren Zeitraum als hundert Stunden ununterbrochen beeindruckt – in Mario war das höchste der Gefühle, dass ich viel Spaß hatte."

      Verstehe mich bitte richtig: Ich halte Zelda nicht für ein schlechtes Spiel und ich sehe da sehr viel Potenzial und begrüße einige Neuerungen durchaus.
      Doch die Art und Weise, wie du diese beiden Genre vergleichst, halte ich für undifferenziert.
      Okay, dasselbe wirst du über meinen Beitrag eventuell denken xD
      Fakt ist: In Zelda machst du oft exakt das Gleiche. So viel Abwechslung bietet es nicht. Es ist groß, ja. Und die Itemkombinationen sind cool, ja. Dennoch hat es viele Macken, die ich angesprochen haben mag. Ich verstehe deine Argumentation bei einigen deiner Kritikpunkte bezüglich SMO nicht in Bezug auf die Wertung 8/9 SMO dafür aber 10 (uneingeschränkt) Zelda BotW.

      Nintendo hatte vor allem eines gebrochen: Versprechen. 2 Mal wurde sehr sicher von Nintendo bestätigt, dass Zelda BotW in bestimmten Zeiträumen erscheint und 2 Mal wurde es verschoben. Dann portiert, um mit einem "Last Gen" Titel groß Werbung für 'nen Konsolenlaunch zu machen, welcher auch noch in seinen Funktionen limitiert (Touchscreen) wurde, um Spielerfahrungen anzugleichen. Man hat das Game gestreckt, um einen gewissen Zeitraum zu füllen.
      Ich finde, oft ist weniger mehr. Verstehe nicht, warum Areale so weitläufig sind, warum es 120 Minitempel geben muss oder der Endkampf so sinnbefreit ist. Immer wieder diese Gegnerlager, immer wieder die gleichen Gegner in anderen Skins usw usf.

      Eines kannste mir glauben: Ich freue mich für dich, dass du so viel Spaß mit dem Titel hast. Habe auch nur den Beitrag verfasst, um zu zeigen, in welchem einen Punkt ich dich nicht verstehe und nicht um das Game schlecht zu reden. Die guten Seiten hatte ich ja nur minimal angeschnitten.
      Die Wertung 9 für SMO finde ich okay, auch aber eine 10.
      Bei BotW sehe ich eher eine 8-9.

      Aber gut.. jedem das Seine.

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    • @DekuDude
      Naja, ich kann mich nur wiederholen: Ein Großteil von dem, was du als Kritikpunkt anbringst, fußt nur auf deiner Erwartungshaltung - auf dieser Art Spiel, das du willst, das Zelda ist. In Wirklichkeit ist es aber so, dass sich BotW und Odyssey gar nicht allzu sehr voneinander unterscheiden, was die Struktur angeht, und da sind einige wage Vergleiche durchaus angebracht. Es kam aber offenbar nicht so ganz rüber, weshalb speziell ich in meinem letzten Post diese Vergleiche angestellt habe.

      Ich wollte mich deinen Kritikpunkten mithilfe dieser Vergleiche nicht stellen, sondern vielmehr aufzeigen, dass all diese Kritikpunkte in meißt exakt selber Form auch auf Odyssey übertragbar sind, und diese dennoch völlig obsolet sind, weil es eben zum Großteil reine Kritikpunkte basierend auf einer gewissen Erwartungshaltung sind. Wenn ich in Mario spektakuläre Charaktere erwarte, dann finde ich es natürlich nicht gut und sehe es als Kritikpunkt, wenn das nicht der Fall ist, ebenso wie bei Zelda. Denn ich widerspreche dir klar und deutlich: Die Zelda-Reihe war noch nie für ihre krassen Charaktere bekannt. Dass man sich an sie erinnert liegt an vielen anderen Faktoren – denn auch die Zelda-Reihe zieht ihre Erinnerungswürdigkeit aus dem Gameplay. Und an spiele wie Wind Waker und damit einhergehend an Charaktere wie Tetra erinnere ich mich nicht, weil Tetra so unheimlich vielschichtig war, sondern darum, was das Spiel im Laufe des Abenteuers alles gemacht hat. Der einzige Unterschied bei Breath of the Wild ist nun, dass man im Laufe des Abenteuers generell viel weniger mit anderen Charakteren zu tun hat, da das “alleine in der Wildnis“ ein essenzieller Teil der Erfahrung ist (darum beispielsweise auch keinen Begleiter).

      Der Großteil der von dir genannten Gründe trifft auf beide Spiele zu – und in beiden Spielen sind das für mich schlicht keine ernstzunehmenden Kritikpunkte an den Spielen, die BotW und SMO letzten Endes sind. Ich lege keine Erwartungen-Schablone an ein Spiel, um zu messen, wie gut es letztlich ist. Wenn Metroid Prime 4 keinen Scan-Visor mit zig Informationen zur Lore bieten wird, wie sich das für ein Metroid Prime gehört, dann ist das noch kein Kritikpunkt, sondern ich lass mich erst einmal darauf ein, was es stattdessen macht. Diese Genrebezogenen Kritikpunkte sin völlig überholt, da es diese klassische Genreunterteilung schlicht nicht mehr gibt. Ansonsten müsste man wohl Spiele wie Splatoon dafür kritisieren, dass es keine brachialen ingame-Zwischensequenzen gibt, die einer Hollywood-Produktion gleichkommen, wie es im Shooter-Genre mittlerweile Standard ist. Es wäre schlicht Unsinn – wie auch Zelda oder Mario für etwas zu kritisieren, das im Genre eigentlich üblich ist, das aber speziell diese Spiele zu keinem Zeitpunkt machen wollten.

      Weshalb Super Mario Odyssey für mich zwischen einer 8 und einer 9 schwankt, hab ich in meinem Post auf der letzten Seite beschrieben. Das ist der primäre Grund und ja, dieser eine Grund genügt in dem Fall, da er alle anderen Aspekte des Spiels massiv entwertet, beispielsweise die Gestaltung der Gebiete, die von einem durchdachteren Missionsdesign sehr profitieren und noch einmal hervorstechen könnten, wie mein Positiv-Beispiel mit den Samen was New Donk City angeht zeigt. Wenn du dabei stupides Geradeauslaufen als nette Abwechslung und Belohnung empfindest, dann ist das deine Sache – du kannst das aber nicht ernsthaft objektiv betrachtet als gut bezeichnen? Kann dir wenn du willst auch noch gerne nennen, wo ich die Probleme von Breath of the Wild sehe, aber dann verschieben wir das an einen passenderen Platz.

      Um einen kleinen Schlussstrich zu ziehen: Im Grunde ist es doch eigentlich etwas Gutes, dass man ziemlich ausgiebig darüber diskutiert, ob Odyssey nun “grandios“ oder “sehr gut“ ist. Der Meinung, dass das Spiel nicht gut oder nur mittelmäßig sei, ist (zumindest hier) wohl offensichtlich niemand, und das ist immerhin schon einmal etwas wunderbares. Im Laufe des Wochenendes werden übrigens ein paar Gedanken meinerseits in Form eines Textes veröffentlicht, die auf einen bestimmten Aspekt des Spiels eingehen, der mich einerseits begeistert, andererseits aber auch enttäuscht hat – mehr will ich dazu noch nicht verraten :P

      Wenn das so weit ist, kannst du mir ja auch deine Meinung diesbezüglich dalassen :D
    • Es war spannend euren Diskurs hier zu lesen und finde jedem steht da seine Meinung auch zu. Nur weil Jemand schreibt: "Für mich ist es eine 8" kann es für Jemanden Anderen weiterhin eine 10 sein.

      Ein Spiel muss doch irgendwas richtig machen, wenn man sich dazu hinreißen lässt, es noch ausgiebig weiterzuspielen, selbst als man bereits damit durch ist. Ich strebe auch die 100 % an und habe daran sehr viel Freude, das passiert bei mir selten, dass Spiele mich weiter beschäftigen, obwohl ich gefühlt schon lange durch bin.

      Die Freude überwiegt einfach und es ist mir persönlich relativ egal, ob da Potenzial drin steckt, das steckt in jedem Spiel noch drin. Man könnte noch so viel machen und Jeder würde wahrscheinlich fünfzig andere Ideen finden, die er selber noch so cool gefunden hätte.

      Das Spiel ist für mich rund, runder als viele andere Games und im Bereich Platformer sowieso sehr weit vorne dabei. Ich hoffe sehr auf guten fairen DLC oder einen zweiten Teil und noch viel mehr hoffe ich auf weitere gute 3D Platformer, denn davon haben wir generell nie genug. :D
      And the Gen 1 circlejerk continues ...
      #notmypokemon
    • @Splatterwolf
      So sehe ich das auch. Ich habe meine Meinung diesbezüglich der Switch geändert, da ich bei meinem Schwager Super Mario Odyssey anspielen durfte ich ich war sehr begeistert, das hätte ich nach den ersten Trailern wirklich nicht gedacht, aber da steckt so viel Liebe drin und es sieht unfassbar gut aus, ich habe mich damals echt schwer in diesem Spiel getäuscht. Es könnte auch meinen bisherigen Spitzenreiter Super Mario Galaxy vom Thron stoßen, da Odyssey irgendwie wie ein schöneres Sunshine aussieht, sich aber eher wie ein Galaxy spielt und die Idee mit der Cappy finde ich großartig.
      Dann sind mir die Einflüsse anderer Spiele wie die Vorgänger, Paper Mario und sogar Dark Souls aufgefallen, also dieses Spiel ist echt viel besser als ich angenommen hatte und ich muss mich echt für meine damalige Aussage entschuldigen, da ich echt komplett daneben lag.
      Auch finde ich die Spielwelten und Level bedeutend größer als in Galaxy und somit auch weitläufiger und das Erkunden steht wieder im Vordergrund, hier hat Nintendo definitiv alles richtig gemacht meiner Meinung nach.

      Was Zelda Breath Of The Wild anbelangt finde ich die Open World und die Grafik zwar sehr ansprechend, aber das Gameplay reizt mich persönlich leider nicht so. Mir persönlich fehlen da die großen klassischen Dungeons und dass die Ausrüstungsgegenstände zerbrechen können spricht mich leider auch nicht so an, zumal ich gelesen habe, dass man diese im Gegensatz zu Dark Souls zum Beispiel wohl nicht reparieren kann und diese auch deutlich schneller zerbrechen soll.

      Bei Mario Kart 8 Deluxe wurde fast alles korrigiert, was mir in der Wii U-Version sauer aufgestoßen ist, lediglich die Münze kommt mir noch zu oft, wenn man auf dem 1. Platz fährt, aber das ist meckern auf extrem hohem Niveau, denn der Rest vom Spiel passt und bisher fehlende Charaktere wie Boo Hoo wurden ebenfalls integriert, sogar am Battle-Modus wurde gedacht und alle DLCs sind von Anfang an verfügbar.

      Was das Potential anbelangt, könnte man das auf fast jedes Spiel ummünzen, aber würde das dann noch so vielen Leuten gefallen?
      Vielleicht nicht, es ist schon gut so wie es ist, denn diese Odyssey sollte man definitiv mal gespielt haben, auch wenn man wie ich bisher noch Skeptisch ist.