Belgische Kommission deklariert Lootboxen als Glücksspiel

  • Egal, wie entscheidend oder trivial der Inhalt ist, den man in einem Spiel für eine "Mikro"transaktion bekommt.
    Wenn man ein Spiel erwirbt, soll es so sein, dass man mit der Bezahlung des Spiels Zugriff auf den kompletten Inhalt hat inkl. aller Gegenstände, Waffen, Fähigkeiten usw.
    Ein DLC mit einem in sich abgeschlossenen kompletten Zusatzinhalt ist noch etwas ganz anderes und grundsätzlich nichts negatives.


    Man stelle sich nur vor, wenn so etwas auf amfere Bereiche übergeht. Filme oder so. Man kauft einen Film, dort werden aber einige Bereiche unkenntlich gemacht oder Szenen ausgeschnitten und nur gegen zusätzliche Zahlungen zu sehen sein...


    Verbieten und gut ist.


    Wobei ich eh niemals ein Spiel kaufen und spielen würde, wo so etwas vorkommt.

  • @Steeled Demon Es betrifft nicht nur EA. Auf der Switch wäre NBA2k18 auch betroffen, genauso wie sehr viele Blockbuster AAA Spiele der letzten Monate.


    Das mit dem Matchmaking hat nichts mit bezahlen oder nicht bezahlen zu tun. Matchmaking hat den Sinn das Spieler nach Möglichkeit mit anderen Spielern gleichen "Levels" spielen.
    Wenn also jemand einen voll ausgeleveltetn Darth Vader hat sollte er nicht mit einem Neuling zusammenkommen, egal ob er den Vader gekauft hat oder stundenlang gegrindet.
    Das sich dies in zukunft bei den großen ändern könnte zeigt das Patent von ActivisionBlizzar, dass in Zukunft Leute ohne Microtransactions gezielt in Matches mit Leuten die bezahlen geworfen werden sollen damit man deren tolle Fähigkeiten und Ausrüstung sieht.


    Weiterhin geht es nicht nur um Kinderschutz. Es gibt Erwachsene und nicht grade wenig, die ein Glücksspielproblem haben. Ich rede nicht von denen die das in krankhafter Ausprägung haben und sich völlig Bankrot spielen, sondern die vom Risiko Belohnungszyklus so eingenommen sind, dass sie hunderte Euro für sowas ausgeben und nachher erst realisieren das sie die Kontrolle verloren haben.
    Klar, selber Schuld sind Erwachsene Menschen (Edit: könnte man sagen, was aber auch zynisch ist). Trotzdem kann man schlechter Meinung über einen Entwickler sein, der auf das Ausnutzen und gezielte Manipulieren solcher Schwächen abziehlt.
    Wer denkt, das ist nicht gezielt sollte mal googeln was Whales und Dolphins in der Publisherbranche bedeuten...


    Und ja, es ist Kapitalismus. Aber das schöne daran ist, auch im Kapitalismus muss ich das nicht schlucken wenns mir nicht schmekct. Ich verzichte und habe auch das Recht meine Gründe anderen gegenüber zu äußern. Schließlich stelle ich die Nachfrage und wenn die sich bei genug nicht mit dem Angebot deckt ändert der Anbierter das Angebot, oder verzichtet halt auf den Umsatz dieser Leute. Beides ist mir recht.


    Das allerwichtigste ist aber: Die Lootboxen sind nicht "einfach da und schaden nicht". Der ganze Multiplayer wurde grundsätzlich um die Loot Boxen designet und soll möglichst dazu animieren welche zu kaufen. Das Spiel gibt per Design als nicht Dazubezahler eine schlechtere Erfahrung. Man kann das schön reden, man kann es als Herausforderung sehen, man kann es ignorieren. Bitte schön. Ändert nichts daran, dass jemand von EA bei DICE klar gesagt hat dass Spieler ohne extra Loot Boxen weniger Spass haben sollen als die die bezahlen.


    Das ganze Thema und die Praktiken der Publisher (EA, ActivisionBlizzard usw.) sind einfach nur eine Enttäuschung für jeden der Spiele als Hobby oder Leidenschaft hat.
    Wenn sogar Disney bei EA anruft und sagt die sollen sich mal zügeln weiß man das man etwas übertrieben hat.

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  • Ich bin wohl eine der wenigen, die das Urteil nicht so gut findet. Fernab von EA und co gibt es Spiele, die diese Boxen absolut fair gestalten, ihre Spiele ansonsten mit kostenlosem Content versorgen und alle zufrieden damit sind. Diesen Spielen schadet man damit. Das führt doch nur dazu, dass es dann eben andere Mikrotransaktionen geben wird, oder mehr DLC, für alle bei Onlinespielen verpflichtend.
    Ich bin mir sicher, dass die Preisgestaltung ohne lootboxen eben anders aussehen wird, die Kuh wird schon gemolken, die Publisher sind ja nicht dumm.
    Zudem fühle ich mich bevormundet, ich werde mit meinen 27 Jahren schon wissen, was ich mit meinem Geld anstelle.


    Wieso nicht sowas wie in China? Dort ist es Pflicht die Gewinnchancen bekannt zu geben (wie beim Lotto).
    Noch dazu kann dies ja durch neue Jugendschutz Richtlinien eingeschränkt werden. Publisher überlegen dann mehrfach ob sie das Spiel ab 18 raushauen, oder etwas ändern.


    Das Verbot wird jedenfalls Glücksspielsüchtige nicht retten, genau so wenig wie wie Raucher durch Schockbilder.

  • @Lillyth Das ist eigentlich auch das worum es in Belgien geht. Es wird angestrebt, dass diese Praktiken als Glückspiel eingestuft werden. Das ist kein automatisches Verbot sondern bedeutet das was du ungefähr vorschlägst, nämlich das es Regulierungen geben muss. In China machen das die Anbieter auch nicht aus gutem Willen sondern wegen entsprechenden gesetzlichen Rahmen.

  • @Lillyth Dann werden die Gamer eben diese Spiele nicht mehr kaufen wenn EA und Konsorten meint das auf den Preis drauf zu schlagen. Der Markt Reguliert sich irgendwann schon von selbst. Entweder die Publisher besinnen sich dann wieder aufs wesentliche oder sie verschwinden eben irgendwann von der Bildfläche.

  • Ist das nicht irgendwie auch analog übertragbar auf Sammelkartenspiele? Dort sind ja auch zufällig "generierte" Inhalte drin, die zu übermässigem Geldausgeben und Suchtpotenzial anregen. Ich hoffe, solche Regeln werden nicht immer weiter gezogen, auch wenn ich sie in diesem Fall willkommen heisse...

  • @Big Shaq


    O.k. die Meinung kann man natürlich vertreten (auch wenn es wie gesagt ein anderes Thema ist), aber ich selbst stimme da nicht zu. Sehe persöhnlich auch nicht wie man es einem Hersteller verbieten will zusätzliche Inhalte zu verkaufen (ob die nun tatsächlich schon "auf der Disk" waren oder tatsächlich später entwickelt wurde.)


    Witzigerweise würde ich dir sogar bei deinem Filmbeispiel widersprechen. Denn das man für Extraszenen bezahlen muss gibt es ja schon längst. Bisher kommt dann halt ein halbes Jahr später die "Mega-Director'sCut-Special-Edition mit 3min bisher nie gezeigten Szenen", die ich mir dann nochmal als Vollpreisfilm kaufen darf. Eigentlich fänd ichs in solchen Fällen garnicht schlecht, wenn ich mir dann nur die neuen Szenen billig dazukaufen könnte. ;)

  • @Marceldumble Genau das habe ich mich auch schon gefragt. Ich spiele ab und an Hearthstone und habe dort bisher weder einen Cent bezahlt, noch plane ich das in abehbarer Zeit.
    Ich spiele meistens Arena und hatte bevor ich für mehrere Monate gar nicht gespielt hab so eine ganz okaye Sammlung zusammenbekommen.
    Das ganze Spiel ist ja als F2P auf den Kartenkauf ausgelegt (anders als Battlefront, welches 60€ kostet).
    Trading Card Games wären je nachdem damit am PC massiv betroffen.

  • @Lillyth Du hast da schon recht nur es wird durchaus unterschieden.
    Von Belgien wird ganz klar P2W kritisiert, also Systeme bei dem man durch die Lootboxen einen Vorteil gegen andere Spieler erhalten kann. Das wird als problematisch angesehen.
    Ein Overwatch zb wurde auch geprüft aber da keiner der Inhalte ins Gameplay eingreift sondern diese nur kosmetisch sind ist das nicht so tragisch.


    Also ich kann mich täuschen aber hierbei geht es nicht darum Lootboxen komplett zu verbieten sondern eben nur darum diverse P2W Mechaniken zu unterbinden.

  • Der Stein kommt endlich ins Rollen. Da kann man EA ja schon fast dankbar sein, dass sie nicht nur die Hand sondern sofort mit dem ganzen Oberkörper in die Keksdose abgetaucht sind und so viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen haben. Hätten sie es weiter Stück für Stück gemacht, wie die letzten Jahre, wären es wohl weiterhin nur wir wenige geblieben, die sich darüber aufregen.


    Ich hoffe sie ersticken an ihrer Gier. ^^

  • Einerseits freut mich die Entscheidung in der aktuellen Situation sehr, da es ein eindeutiges Signal an die Entwickler und vor allem an die Publisher sendet (Nein, man kann mit Spielern eben nicht alles machen). Sicherlich war das ein einkalkuliertes Risiko, da mir die schleichende Entwicklung über die letzten Jahre sehr stark wie ein Abtasten der Toleranz-Grenzen sowohl bei Spielern als auch der Gesetzgebung vorkamen.
    Allerdings gehe ich auch stark davon aus, dass den üblichen Verdächtigen andere Wege einfallen werden, um eventuelle Komplikationen (wie in Belgien) geschickt zu umgehen und ihre dubiosen Praktiken weiter in Spiele zu integrieren.


    Bin aber mal gespannt, ob die Entscheidung der belgischen Kommission Signalcharakter für andere Länder hat.

  • Auch wenn es nur kosmetische Items sind, die das eigentliche Gameplay nicht beeinflussen, aber jemand gibt mehrere tausend Euro aus um ein bestimmtes Item zu bekommen und gerät dadurch in eine finanzielle Schieflage, dann gibt es einen Schaden durch diese Lootboxen.


    Wenn abschaffen, dann generell, für F2P und Vollpreisspiele. Und generell sollten Mikrotransaktionen geprüft werden, ob diese in Spielen mit < USK18 überhaupt zulässig sind.

  • @Steeled Demon


    Wie willst du dann bei Kindern den Spagat zwischen Eigenständigkeit lernen und Kontrolle hin bekommen? Das mit den Eltern sind zuständig ist immer so einfach gesagt.


    @all


    Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass es Menschen gibt die zur Sucht neigen und hier soll verhindert werden das solche Menschen in den Kreislauf geraten. Diese Menschen können Kinder oder Eltern sein. Und das mit dem Erwachsen sein ist auch immer so leicht gesagt. Diese Menschen machen das ja nicht mit Absicht.


    Jemand schrieb das ihm damit die Wahl abgenommen wird diese zu nutzen. Wenn man mal anders herum denkt haben die Leute die sowas nicht nutzen keine Wahl, ob sie nun mit Cheatern spielen oder nicht.


    Und ich bin mir sicher die Balanceregeln des Sytems werden nicht alles regeln können.

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