Zensur in Videospielen - und was ihr davon haltet

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    • Zensur in Videospielen - und was ihr davon haltet

      Ein fröhliches ,,Hallo" an alle Interessierten!

      Dieses Thema soll die Frage beleuchten, wie ihr zu Spielen steht, die inhaltlich geändert werden (mussten), um in manchen Ländern überhaupt legal verkauft werden zu dürfen.

      Ein (zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Themas) aktuelles Beispiel, ist der Shooter ,,Wolfenstein 2", der Ende März 2018 für die Nintendo Switch erscheinenen wird.

      Interessante links zum Thema:
      pcgames.de/Spielemarkt-Thema-1…len-Videospielen-1112076/

      gamestar.de/artikel/wolfenstei…in-irrglaube,3322561.html

      taz.de/Ego-Shooter-Wolfenstein-II-erscheint/!5453466/

      taz.de/!5459464/

      4players.de/4players.php/tvpla…olossus/Video-Epilog.html
      (Das Videospiel als Kunst)

      bundespruefstelle.de/

      gesetze-im-internet.de/stgb/__86a.html

      gesetze-im-internet.de/juschg/__14.html

      JuSchG
      USK




      Viel Spaß beim Diskutieren!
      Dein freundlicher Moderationsleiter aus der Nachbarschaft. :)

      ,,Was darf die Satire?
      Alles."
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      Dieser Beitrag wurde bereits 8 mal editiert, zuletzt von Hans Wafzig () aus folgendem Grund: diverse links hinzugefügt

    • Also dann müssen wir auch unterscheiden in Zensur und Selbstzensur. Bei Wolfenstein hat man ja offensichtlich vorsichtshalber selbst zensiert, bevor man durch eine ewig lange Prüfung des Spiels geht.

      Selbstzensur ist für mich vertretbar, da der Entwickler selbst in seinem Werk rumpfuscht. Bei Zensur muss man aber immer von Fall zu Fall schauen, ob es angebracht ist oder nur Hysterie. Allgemein kann man das gar nicht wirklich beantworten.
      And the Gen 1 circlejerk continues ...
      #notmypokemon
    • Ich finde die Selbstzensur* in Deutschland "bescheiden", aber auf Grund von §14 JuSchG bleibt den Publishern nichts anderes übrig, als ihre Spiele der USK vorzulegen, da diese eine Freigabe (0,6,12,16,18) erteilt. Ohne diese Freigabe dürfen die Spiele nicht in Verkaufsregalen liegen oder gar beworben werden. Es ist also völlig nachvollziehbar, dass die Hersteller ihr Produkt im Laden sehen möchten und auch Werbung dafür schalten wollen.

      Als Erwachsener fühlt man sich dennoch bevormundet, aber es gibt ja Dank dem Internet genügend Quellen, um an die Originalversion zu gelangen.

      Infomaterial:
      JuSchG
      USK

      *weder USK noch FSK schneiden oder entfernen Dinge aus Spielen oder Filmen - wie es genau abläuft erfahrt ihr hier.
      Nintendo Switch: SW-2469-5673-2400
    • @Dirk Apitz
      Hatte eigentlich den thread noch gar nicht eröffnen wollen...
      war gerade beim Link-Kopieren, als ich "abgelenkt" wurde...
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    • Es kommt immer darauf an, normalerweise bevorzuge ich Uncut, bei Filmen ebenfalls.
      Bei bestimmten Spielen wie Resident Evil 3 anstelle vom roten Blut plötzlich grauer Nebel ist und die Gegner sich einfach auflösen, dann geht mir das mit der Zensur schon viel zu weit, da ein wichtiger Atmosphäre-Aspekt verloren geht, das ist doch kein bisschen mehr gruselig, wenn die Gegner nicht mehr liegen bleiben und dich im vorbeigehen packen können. Ein Erwachsener sollte meiner Meinung nach selbst entscheiden dürfen, daher wäre ich im Regelfall für Uncut. Gottseidank kann man in der Gamecube-Version von Resident Evil 3 selbst einstellen ob man Englisch oder Deutsch nimmt und Englisch ist dann komplett Uncut.

      Bei Wolfenstein 2 finde ich das sehr schade, da es in anderen Ländern (USA) Uncut erscheint und ich finde, das jeder Erwachsene da selbst entscheiden sollte, wie er mit diesem Thema umgeht, natürlich gehört solch ein Spiel nicht in Kinderhände und natürlich ist das Thema mit dem Nationalsozialismus sehr heikel, aber es ist leider ein Teil unserer Geschichte und das zu zensieren ist so als würde man einen Teil der Geschichte leugnen.
    • Spannend ist natürlich auch immer die ,,Sinn-Frage" zu stellen:
      Muss da jetzt wirklich eine Blutfontäne aus dem Gegner schießen (Doom)?
      Sollen die weiblichen Charaktere mit riesiger Oberweite ausgestattet sein, doch sonst physiognomisch eher einer Zwölfjährigen entsprechen (Xenoblade)?

      Wann fangen wir an, Videospiele als Kunst anzusehen und diesen eine ähnliche ,,Nichtantastbarkeit" angedeihen zu lassen? Oder wäre genau das der gänzlich falsche Weg?

      Muss der Staat uns vor bestimmten Videospielen (be)schützen?
      Sollte die Deutungshoheit, ob ein Spiel altersgerecht ist, nicht bei den (volljährigen) Eltern liegen?
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    • @WiiSwitchU Sollte die Deutungshoheit, ob ein Spiel altersgerecht ist, nicht bei den (volljährigen) Eltern liegen?
      Das wäre am besten, funktioniert aber leider nicht wenn ich mitbekomme, dass Klassenkameraden von meiner Tochter letztes Jahr in der 3. Klasse bereits GTA 5 spielen durften und die Eltern nichts dagegen hatten. Da kann man nur den Kopf schütteln. Deshalb ist meiner Meinung nach die Prüfstelle wichtig und eine Zensur leider manchmal unvermeidbar. Ich als KInd habe das damals auch verflucht, aber die Zeiten und Ansichten ändern sich und als Erwachsener mit eigenen Kindern sieht man das nun halt anders.
    • Zensur ist weder schlimm noch gut. Es kommt auf den Einzelfall an. Auch ist nicht alles geschnittene gleich Zensur.

      Einen Jugendschutz finde ich richtig und wichtig.

      Die Frage, die WiiSwitchU aufgreift, ob es denn überhaupt sein muss, finde ich dagegen viel interessanter. Auch hier, so fragwürdig und sinnlos ich manche Sachen finde, bin ich nicht gleich für ein verbot. Nur denke ich darüber nach und kaufe es mir eventuell nicht, weil ich so etwas nicht unterstützen will.


      :mushroom:
      SW-0260-9796-0419
      Xbox Gamertag: cule0809
      Twitter: @Dirk0809

    • Meiner Meining nach muß es manchmal sein. Weil es z. B. einfach zu viele kulturelle Unterschiede gibt. Und nicht nur deshalb, manche Spiele sind derart brutal, daß das für mich schon weit darüber hinausgeht, was Kunst und/oder ein Spiel ist und/oder ein Spiel ausmacht.

      Selbstzensur wie bei Wolfenstein finde ich indes komplett sinnbefreit, da sowas rein garnichts mit NS-Verherrlichung zu tun hat, sondern sogar das Gegenteil ist.
    • @rongar
      Ein kleiner Schwank aus meiner Jugend:
      Ein Freund und ich sitzen auf der Couch und spielen Street Fighter auf dem Super Nintendo. Seine Mutter kommt herein, um uns Wissen zu lassen, dass sie kurz einkaufen geht. Sobald wir das Zufallen der Haustür vernehmen, läuft mein Freund zum Fernsehschrank, durchsucht ein paar SNES-Hüllen, holt die von "Super Mario Brothers" hervor und zeigt mir kurz darauf, dass es Vorteile haben kann, wenn der Cousin bei einem Spiele An- und Verkaufgeschäft arbeitet.
      Die nächste halbe Stunde haben die beiden Viertklässler Punica trinkend und Kekse mampfend ,,Doom" gespielt. ^^
      Selbst wenn Eltern darauf bedacht sind dem Kind nur Spiele zu kaufen, die sie als adäquat für ihren Sprössling ansehen - wie es bei mir der Fall war - gab es damals schon Mittel und Wege an die verbotenen Machwerke zu kommen. Dass es heute wohl um ein vielfaches leichter ist, muss ich dir als spieleinteressiertem Vater wohl kaum erklären. ^^

      Meine persönliche Meinung lässt sich relativ einfach zusammenfassen:
      Eine zentrale, unabhängige Behörde, die Spiele kritisch darauf prüft, ob diese kindgerecht sind, ist absolut notwendig, reicht aber nicht aus. Die Eltern / Erziehungsberechtigten haben die verdammte Pflicht sich genau anzuschauen, was ihr Nachwuchs spielt, wissen in den meisten Fällen aber auch weitaus besser, ob die auf dem Bildschirm gezeigten Bilder schädlich für ihr Kind sind.

      Eines ist für mich allerdings ganz klar:
      Wenn Eltern ihrem vorpubertären Sohn erlauben, eine solche Gewaltorgie wie GTA5 zu spielen, haben sich diese an der jungen Seele versündigt. Oder mit etwas weniger Pathos: Dieses Verhalten geht gar nicht!
      Wobei es bei GTA 5 natürlich nicht (nur) um das Ausleben von Gewaltphantasien geht, die gesamte Erzählung strotz nur so von Themen, die Kinder verstören können.
      Wahrscheinlich würde ich soweit gehen und meinem Kind den außerschulischen Umgang mit dem armen Kerl verbieten bzw. nicht wollen, dass sich die beiden in seinem Zuhause treffen.
      Da kommen wir zum zweiten Aspekt der Sache: Der Junge, der vielleicht ganz lieb sein mag, wird durch das Verhalten der Eltern isoliert bzw. nur mit den Kindern zusammengebracht, deren Eltern ein ähnliches Laissez-Faire an den Tag legen, wie die "Eltern" des Jungen.
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    • Und nun zu etwas völlig anderem:
      Wenn ich mir einen Film anschauen möchte, in dem es nur darum geht, dass eine Frau auf bestialische Art und Weise malträtiert und vergewaltigt wird, sollte ich dies als erwachsener Mensch tun dürfen. Ich betone ausdrücklich, dass es sich in meinem Beispiel um Schauspieler handelt, die ihre Rollen nach Drehbuch spielen.
      Wenn ich gerne Videospiele spiele, in denen ich Menschen die Köpfe abschlagen und mit diesen Fußball spielen kann, sollte ich dies als erwachsener Mensch tun dürfen.
      Erwachsenen, die klar im Kopf bzw. emotional gefestigt sind, vorzuschreiben, welches unechte Zeug sie sich reinziehen dürfen, finde ich im Grunde völlig falsch! Ausnahmen wie etwa Verherrlichung von Krieg, Faschismus oder Totalitarismus bestätigen die Regel.
      Es geht mir hierbei zunächst einmal nicht um den Aspekt der Moral bzw. des eigenen Geschmacks, sondern rein um das Recht, diesen Inhalt zu konsumieren.

      Der Vollständigkeit halber:
      Sollte es sich um Dokumentationen oder real abgefilmtes Material handeln, bin ich hingegen sehr froh, dass das deutsche Recht klare Vorgaben gibt, was erlaubt ist und was nicht. Ich für meinen Teil verfahre dann nach dem Motto: Wird dort irgendwo die Menschenwürde verletzt? Falls ja, lasse ich die Finger von derlei Material.
      (Da wir uns hier im Bereich der Videospiele befinden, wird der Sektor der Dokumentation bzw. der Echtheit des Dargestellten gar nicht erst gestriffen, weswegen ich mich auch kurz fassen kann.)

      edit2: Fraglich ist natürlich, ob ein (dauerhaftes) Konsumieren von derartigem nicht doch etwas mit uns macht, was wir vielleicht gar nicht wünschen; ein Prozess der inneren Verrohung, dem die Kraft der Veränderung unserer Gesellschaft ins Negative innewohnt?
      Zweifelsohne wäre es dann nur gut und richtig, wenn wir Behörden wie die USK bzw. FSK hätten, die unsere Seelen vor allzu grausamen Bildern bewahren.


      Und zum Abschluss - Ein Lied über Zensur
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      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von Hans Wafzig () aus folgendem Grund: ,,Es geht mir hierbei ..." hinzugefügt edit2 vorgenommen

    • Ich finde, man sollte gar nichts zensieren und dann dafür die Altersgrenze massiv anheben. Dazu ist sie schließlich da. Eltern sind in der vollen Verantwortung was ihre Kinder konsumieren. Dann muss man den Internetzugang eben absichern, wenn man ihnen nicht trauen kann. Wenn das Einem noch zu wenig ist, kann man ja entsprechende Hinweise auf verstörende Inhalte wie z.B. abgetrennte Gliedmaßen in Star Wars auf der Rückseite der Verpackung verzeichnen.
      Ansonsten sehe ich das einfach nur als sinnlosen Eingriff in die künstlerische Freiheit. Jeder Konsument kann von Fiktion und Realität unterscheiden.

      I've seen the future. And you didn't make the cut!
      - Owain will return in The Avengers of Righteous Justice