Vorläufer von Splatoon – Nintendo soll mit High Voltage Software an einer Shooter-IP gearbeitet haben

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    • Vorläufer von Splatoon – Nintendo soll mit High Voltage Software an einer Shooter-IP gearbeitet haben

      Vor wenigen Tagen publizierte Branchen-Insider und Videospieljournalist Liam Robertson auf dem populären YouTube-Kanal "DidYouKnowGaming?" eine weitere Ausgabe seiner Videoreihe namens Game History Secrets. In dieser geht der freiberufliche Redakteur auf verschollene Videospieltitel sowie abgebrochene Projekte ein, basierend auf Informationen, die er durch seine eigenen Kontakte und Recherchearbeiten zusammengetragen hat. Thema dieses Mal ist eine zuvor unbekannt gewesene, enge Kooperation zwischen Nintendo und dem amerikanischen Entwicklerstudio High Voltage Software. Wir haben die wichtigsten Informationen aus dem Video für euch zusammengefasst.

      Um die Zeit von 2011 arbeitete Nintendo hart daran, ein ordentliches Spiele-Line-up für ihre bald erscheinende Konsole, die Wii U, sicherzustellen. Dazu wollte man nicht nur auf altbekannte Marken vertrauen, sondern auch Neues wagen. Da die Wii U-Konsole vor allem den "U"-Aspekt hervorheben, also auch an den einzelnen Core-Gamer zugeschnitten sein sollte, war man bei Nintendo bemüht, in neue Bereiche einzutauchen. Eine dieser Bemühungen war auf das Shooter-Genre gerichtet. Zu der Zeit allerdings waren keine aktiven Shooter-Marken wie Metroid Prime möglich gewesen, weshalb man sich anderweitig umgesehen hat.

      High Voltage Software, ein Entwicklerteam aus dem amerikanischen Illinois, war zur Wii-Zeit für seine Action-Shooter wie The Conduit bekannt und großer Anhänger der Wii-Plattform. Tatsächlich wollte man auch eine weitere Marke unter dem Namen The Grinder auf die Konsole bringen, stieß aber nur auf wenig Interesse seitens der Publisher, weshalb das Spiel in seiner originalen Fassung nie veröffentlicht wurde. Eine Handvoll gescheiterte Experimente mit dem Projekt entpuppten sich als enorm kostspielig und bedeuteten keine gute Zukunft für das Studio. Auch der Nachfolgetitel The Conduit 2 wurde nicht wie erwartet aufgenommen.

      Ein Lichtblick: Im März 2011 meldete sich Nintendo bei High Voltage Software. Die Bemühungen des Studios, erwachsene Spiele auf die Wii zu bringen, wurde von Nintendo nicht übersehen und so teilte man sein Interesse mit, zusammen an einer neuen First-Party-IP arbeiten zu wollen. Die mögliche Partnerschaft war das Ergebnis einer langjährigen guten Beziehung zwischen den beiden Unternehmen. Schon während der Entwicklung von The Conduit stattete Nintendo das amerikanische Team mit frühen Prototypen neuer Wii-Technologie wie das Wii Motion Plus aus. Es war vorgesehen, dass das Hauptspiel unter dem eigenen Dach von High Voltage Software entwickelt wird, während Nintendo die Qualitätskontrolle oder auch Beratung und Finanzierung übernimmt.

      Für das Projekt erstellte Nintendo einen losen Plan: Ein Shooter-Spiel sollte es sein und ein familienfreundliches noch dazu. Personen, die damit zu tun hatten, vermuten, dass Nintendo eine Lücke in ihrem Line-up entdeckt hat und diese mit der Expertise von High Voltage Software schließen wollte. Dabei gab es eine weitere unkonventionelle Forderung. Nintendo verlangte, dass Wasserpistolen anstelle gewöhnlicher Waffen verwendet würden, um auf Familien weniger bedrohlich zu wirken. Ein Team von zehn Personen bei High Voltage Software wurde auserkoren, um sich dem kreativen Problem zu stellen. Wieso schießt man mit Wasserpistolen? Und wer benutzt diese?

      Schnell kam man auf den Gedanken, Roboter gegeneinander antreten zu lassen, da diese Wasser nicht gut vertragen können und sich damit gegenseitig zerstören würden. Dabei entstanden einige Konzeptzeichnungen verschiedener Roboter, wobei das Design stark an Mega Man-Figuren erinnert. Im Zuge des Videos stellte einer der damaligen Artists einige dieser nach. Das Setting wiederum erinnerte stark an das Level "Parco Fortuna" aus Super Mario Sunshine. Das kreative Team strebte eine Freizeitpark-Umgebung an, in welcher Natur und Maschine nah beieinander waren. Wasser spielte dabei eine zentrale Rolle, nicht nur als regelrechte Kriegswaffe, sondern auch als Quell allen Lebens. In der nachgestellten Konzeptzeichnung sind allerlei Wasserbahnen zu sehen, in denen das Wasser durchgepumpt wird.

      Das Charakterdesign fiel ebenso sehr unterschiedlich aus. Manche Roboter konnten sich durch Räder fortbewegen, andere hatten Wasserpistolen an ihren Armen befestigt. Einige Roboter nutzten sogar Regenmäntel und ähnliches als Schutz gegen gegnerische Attacken. Dabei war nicht nur geplant, reines Wasser als Waffe zu verwenden, auch andere Flüssigkeiten wurden bedacht. So hätte es Waffen mit giftigen Chemiekalien oder elektrisch geladenem Wasser geben sollen.

      Personen von High Voltage Software sprechen davon, dass das Projekt einen guten Lauf nahm und Nintendo großes Interesse zeigte. Doch nach weniger als nur einem Monat kippte die Partnerschaft komplett. Im April 2011 landeten Berichte darüber online, dass Nintendo und High Voltage Software Assets für Wasser(effekte) teilen würden – auch wir berichteten damals darüber. Während manche Hoffnungen auf einen neuen WaveRace-Ableger hatten, sahen andere darin nichts weiter als ein zweifelhaftes Gerücht. Bei High Voltage Software brach hingegen Panik aus. Einer aus dem Team musste der Leaker sein, doch konnte nicht herausgefunden werden, wer es war.

      Um das Projekt voranzubringen, entließ man sogar unschuldige Mitarbeiter, doch es war vergebens. Solange man keine sichere Zusammenarbeit bieten könne, würde Nintendo nicht weiter mit High Voltage Software zusammenarbeiten können, hieß es. Im Gespräch mit dem vermeintlichen Leaker und zusammenhängenden Personen erfuhr Robertson, dass das Projekt böswillig verraten wurde. Die betroffene Person scheint mit den Arbeitsbedingungen im Studio unglücklich gewesen zu sein. Das bedeutete das Aus für das, was eine neue Nintendo-IP hätte sein können. Es wird vermutet, dass Nintendo das Konzept jedoch nicht gänzlich aufgegeben hat und fortan selbst einen Wasserpistolen-basierten Shooter entwickelt hat, den wir heute als Splatoon kennen.

      Das ganze Video zum Thema inklusive der Konzeptzeichnungen könnt ihr euch hier ansehen:



      Was meint ihr? Hätte die neue Marke Potenzial gehabt? Oder seid ihr zufrieden, dass Nintendo daraus später die Splatoon-Marke erdacht hat?

      Quelle: YouTube (DidYouKnowGaming?)
    • Danke für die ausführliche Zusammenfassung!

      Schade, dass dieses Projekt eingestellt wurde. Splatoon spricht mich u.a. wegen seines Artstyles überhaupt nicht an, das im Bericht beschriebene Projekt mit den Robotern klingt dagegen sehr interessant.

      Erstaunlich aber auch verständlich, dass Nintendo bei Leaks so rigoros vorgeht. Bitte nicht Star Fox GP einstampfen ;(

      P.S.: Nintendo, ihr habt in anderen Genres auch Lücken, bitte auch daran arbeiten :D
      Nintendos Millionen-Seller und ein Verkaufszahlen-Vergleich zwischen der Switch und der PS4:

      Guide zum Klingen-Erhalt in Xenoblade 2:
    • Warum jetzt Leute mit "Star Fox Grand Prix" anfangen, weiß ich nicht. Wer sagt denn, dass es sich nicht jemand ausgedacht hat und ein anderer das dann in einen anderen Leak aufgenommen hat, um seinen Leak realistischer wirken zu lassen? Ich verstehe auch nicht, was die Leute daran finden würden. Mario Kart wird schon mit Charakteren aus dem ganzen Nintendo-Universum angereichert, vielleicht bald auch aus Star Fox. Außerdem gibt es noch die Marke F-Zero, welche sich Fans sehnlichst zurückwünschen. Auch sehr erwünscht ist ein richtiges neues Star Fox. Und, ganz ehrlich, was soll denn ein "Star Fox Grand Prix" so viel anders machen als ein Mario Kart oder F-Zero? Ich würde es ja verstehen, wenn Nintendo gerne noch eine Art Open World Racer wie Forza Horizon machen möchte, aber das wäre ein "Star Fox Grand Prix" garantiert nicht. Es ist einfach nicht sinnvoll. Und warum sollte Nintendo die Retro Studios so etwas machen lassen, wenn die doch viel besseres könnten?
    • Na ganz toll...Leuten den Job durch solch einen Leak zerstören etc
      Es klang sehr interessant. Aber anders hätten wir wohl nie Splatoon bekommen. Das war doch richtig teuer...aber jetzt mal zum Ende: Nintendo hat doch genau erklärt, wie Splatoon entstanden ist, siehe anrotzende Tofublöcke.
      Die Sache, dass Wasser schadet kann daher gekommen sein, mehr aber auch nicht.
    • Ich erinnere mich an eine News/Info, in der erläutert wurde, wie Splatoon seinen Anfang nahm. Dabei wurde über einen Prototypen berichtet, der in dem Testerteam viel Spaß brachte. Da wurden Blöcke bewegt (erinnert mich an die Roboter) und man musste sich gegenseitig abschießen. An weitere Details erinnere ich mich leider nicht mehr. Allerdings hört sich diese News so an, als ob das iwie mit der in meiner Erinnerung zusammenpasst.