Politik-/Gott und die Welt-Thread

  • Was heißt Agenda? Er ist selbst sowohl Volks- als auch Betriebswirt und Anhänger der "Modern Monetary Theory" (kannst dich ja mal reinlesen) und erklärt diese auf dem Kanal.

    Lazarus

    Wirtschaftlich gesehen sind Schulden auch nur bilanzielle Passiva und so lange gut, wie ich mehr Fremdkapitalrendite als -kosten habe. Da erstere abnimmt - ein in der Tat sehr globales, volkswirtschaftliches Prinzip - und letzere steigen, je mehr Fremdkapital ich habe, gibt es theoretisch gesehen ein Optimum. Theoretisch gesehen deshalb, weil das verdammte System zu komplex ist, um die Rendite aus Sicht des Staates sicher zu bestimmen.

    Der erste Halbsatz ist richtig. Du vergisst beim Rest aber dass eine Volkswirtschaft unter völlig anderen Voraussetzungen agiert als ein Unternehmen. Neues Geld wird ja erst überhaupt dadurch, geschöpft, dass der Staat Geld ausgibt (die Staatsschulden sind im Prinzip unser aller Vermögen). Ein Staat benötigt daher keine Rendite oder dergleichen. Der Unternehmer kann immer nur das Geld ausgeben das er vorher eingenommen hat, der Staat hingegen bringt das Geld ja überhaupt erst durch seine Ausgaben in den Wirtschaftskreislauf. Soll heißen der Staat muss um Geld in Form von Steuern einnehmen zu können, erst einmal Geld ausgeben. Für einen Staat kommt die Ausgabe also immer vor der Einnahme.

    Der Staat ist dem Allgemeinwohl verpflichtet und nicht der Kapitalaquise (was ja auch überhaupt keinen Sinn macht). Soll heißen ein Staat muss immer Makroökonomisch denken wohingegen eine Firma und auch die Privatperson immer nur Mikroökonomisch denkt.

  • Was heißt Agenda? Er ist selbst sowohl Volks- als auch Betriebswirt und Anhänger der "Modern Monetary Theory" (kannst dich ja mal reinlesen) und erklärt diese auf dem Kanal.

    Agenda: Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter eines Abgeordneten der Linken. Seine "Kritik" an der wirtschaftspolitischen Kompetenz der FDP - über die eher unsachliche Verkürzung schrieb ich schon - muss daher immer auch im Kontext gesehen werden.


    Und die MMT ist nichts Neues, sie ist aber eben auch nur eine Theorie von mehreren. Dass sie dabei mit verschiedenen Grundpfeilern anderer Theorien wie etwa dem Metallismus oder des Prinzips von Giralgeld bricht (letzteres hast du in deinem letzten Post zu dem Thema selbst zitiert), ist der Kontroverse aber nicht der allgemeingültigen Akzeptanz förderlich.


    Da mein Studium ebenfalls volkswirtschaftliche Inhalte hatte, halte ich mich durchaus für befähigt, verschiedene Wirtschaftstheorien zu verstehen und als solche zu akzeptieren. Wenn ich also deine Argumente ablehne, dann geschieht das nicht aus Unwissenheit/Unverständnis, wie du durch die Blumen hast ausdrücken wollen.

  • simply mod


    Stimmt, er arbeitet im Büro von Fabio DeMasi als wissenschaftlicher Berater. Das zeigt sicherlich seine politische Orientierung. Gleichzeitig hat er aber auch schon öfters Die Linke finanzpolitisch kritisiert. Wobei das an der Richtigkeit seiner Aussagen im Video nichts ändert.

    Mit seiner Einschätzung steht er ja auch nicht allein. Im Podcast "Wohlstand für Alle" wurde das Wahlprogramm der FDP auch ziemlich zerlegt und selbst der Wirtschaftsweise Achim Truger bezeichnete das FDP Programm als "FDP auf dem Weg ins finanzpolitische Wolkenkuckucksheim".


    Ja und es stimmt, dass die MMT sich sehr stark z.B. am Keynsianismus orientiert und auch einige Dinge die dort analysiert werden sagte bereits der Ökonom Georg Friedrich Knapp Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts. Das ist korrekt. Schade dass diese Erkenntnisse scheinbar in den letzten Jahrzehnten scheinbar vergessen wurden bis die MMT diese unter Anderem Anfang der 90'er wieder aufgriff. Das Ding ist halt dass die MMT im Gegensatz zu vielen anderen Geldtheorien sich erst einmal ganz pragmatisch ansieht wie das Geldsystem überhaupt funktioniert. Sprich "Was passiert wenn ein Staat Geld ausgibt" "Wie werden Steuern verbucht", "wie entsteht neues Geld" ect.pp. Daraus werden dann halt logische Schlüsse gezogen. Der wissenschaftliche Dienst des Bundestages hat die MMT im Hinblick auf die Emmission von Bundeswertpapieren (und dadurch die Entstehung neuen Geldes) im Prinzip auch bestätigt.

    https://www.bundestag.de/resou…/WD-4-129-20-pdf-data.pdf


    Der Metallismus macht in Zeiten in denen nur noch ca 10% des sich im Umlauf befindlichen Geldes auch wirklich physisch vorhanden ist ja auch keinen Sinn mehr. Wir haben Fiatgeld (Geld aus dem Nichts bzw per Knopfdruck quasi). Bin daher durchaus großer Freund davon "Geld" neu zu denken. Laut MMT ist Geld vorrangig der Ausdruck von Schuldbeziehungen. Quasi eine Maßeinheit um Schulden zu Messen. Unintuitiv aber wenn man drüber nachdenkt durchaus logisch.


    Übrigens möchte ich an der Stelle sagen, dass ich dir definitiv NICHT " generelle Unwissenheit" unterstelle. Ich denke mal du bist stark neoklassisch und sicherlich auch neoliberal geprägt. Daher ist es für mich auch iwo verständlich, dass die Ansichten der MMT auf dich natürlich befremdlich und stark unintuitiv wirken. Wenngleich man sagen muss, dass auch neoklassische Ökonomen hier und da zugeben, dass die MMTler einen Punkt haben. Bei Deutschlandfunkkultur gab es mal eine sehr gute Debatte zwischen Dr. Dirk Enths und Jens Südekum. Auch die Ansichten von Paul Krugmann werden erwähnt.


    https://www.deutschlandfunkkul…ZZNhRhGQ2jpNK0oiMkkTWnXrU

  • Wer ist eigentlich dieser Scholz?

    Das Kalkül der SPD geht aktuell auf: Einfach nichts sagen und nichts machen, dann kann man auch nichts falsches sagen oder falsches machen.

    Nichts im Internet ist kostenlos. Es zahlen nur manchmal andere.

  • Kylar

    Das ist klar, wer Kameras komplett meidet, sich zu nichts und niemand äußert und in der Öffentlichkeit quasi gar nicht auftritt, der kann auch keinen Populismus betreiben. Wobei ich nun nicht weiß, wo Laschet oder Baerbock das machen. Man kann denen vieles vorwerfen, aber das eher nicht.

    Hat die SPD eigentlich irgendwelche eigenen Positionen zum Thema Klimaschutz, den Unwettern der letzten Wochen, Corona, Gott und die Welt? Bin mir da nicht so im Klaren, sie äußern sich ja kaum.

    Wie Gesagt, deren Strategie scheint "Wer nichts macht, kann nichts falsch machen" zu sein. Sollte das ein Ausblick darauf sein, wie eine Regierung unter der SPD funktionieren würde, kann ich da gut drauf verzichten. Das hatten wir unter Merkel lange genug.

    Nichts im Internet ist kostenlos. Es zahlen nur manchmal andere.

  • Scholzi war federführend bei dem Durchsetzen der Mindeststeuer in Europa.

    Ganz scheiße find ich ihn nicht, aber er ist schon hart langweilig und hat Amnesie bzgl. Wirecard / Cum Ex (und in Hamburg .... soziale Wohnungen auch schwierig bei ihm). Ja ich weiß das Gericht hat gesagt blablabla erzähl doch nix.


    Problem ist halt SPD und Grüne sind vom Parteiprogramm grob gesehen fast identisch, aber die SPD hat mich bei der letzten Wahl eben verloren und in den letzten Monaten wieder nur weiter Zeug gemacht, das mich von ihnen weghält (das mit Pride/Selbstbestimmungsgesetz, Staatstrojaner-Versprechen gebrochen usw) ... die würden ja so oder so nicht an erster Stelle regieren, würden sich also wieder bei allem bücken.

  • HAL 9000


    https://www.spd.de/zukunftsprogramm/uebersicht/


    Einfach nachlesen :)


    Und ja Scholz war doch erst in einer Talkshow und hat da Frage und Antwort gestanden.


    -> zum Interview -


    Nichtsdestotrotz sage ich weiterhin, sollen doch die anderen den Karren aus dem Dreck ziehen. Die SPD hat sich genug zum Affen gemacht und versucht die CDU/CSU zu bändigen. Sollen es doch diesmal die Grünen und gelben machen, Herr Lindner sieht sich ja schon als Finanzminister. Na da bin ich doch mal gespannt. Mehr Geld für die reichen und weniger Geld für die Armen, das wird sicher toll :D


    :triforce:Kylar:triforce:


    Nintendo Switch:


    SW-6109-4054-0722

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