Politik, Gott und die Welt

  • Bei uns hatten Patenschaften meist nur den Sinn, das es Weihnachten, zu Geburtstag und zu den Zeugnissen einen Schein extra von denen gab.

    Das hatte ich nie gehabt. ^^'

    Letztendlich ist meine Patentante tot und mein Patenonkel irgendwo hin verschwunden. Daher sehe ich in der Sache auch keinen wirklichen Sinn dahinter.

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  • Danach hat er es wohl bewusst unter den Teppich gekehrt und nie wieder angesprochen und ich konnte regulär als konfessionsfreie Person dennoch Taufpate meines Neffens werden.

    Ich vermute da hat er so einiges dann ruhen gelassen damit das funktioniert hat :D


    In meinen Augen ist das größte Problem der Kirche, die Kirche selbst.

    Es ist eine heuchlerische Institution die nur so vor Doppelmoral trieft!


    Vor Gott sind alle gleich?

    Na klar... außer Homosexuelle und und und 8X


    Der Mensch soll bescheiden und nicht habgierig sein?

    Ja das soll er... aber in der Kirche muss bitte alles vergoldet sein und glänzen :/ (vom Reichtum den die Kirche anhäuft ganz zu Schweigen...)


    Nächstenliebe ist eines der wichtigsten Güter?

    Jaja... vor allem zwischen Pastören und Chorknaben... aber die Sachen aufklären möchten wir nicht so gerne <X

  • Vor Gott sind alle gleich?

    Na klar... außer Homosexuelle und und und

    Hatte mal kurz mit einem Israeli geschrieben und er meinte diese Stelle wäre in der Bibel falsch übersetzt worden. Im Hebräischen heißt es wohl "kein Mann soll Beischlaf mit einem Jungen vollführen", er hatte es auch geschichtlich begründet. Als das Buch geschrieben wurde hatten die Hebräer kontakt zum Antiken Griechenland wo Pädophilie normal war und das fanden die Hebräer nicht gut.

    Überprüfen kann ich die Aussage nicht ich kann kein Hebräisch ^^'

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  • KaTeaChan


    Das ist tatsächlich ein Problem davon. Bei der katholischen Kirche wird pauschal gesagt, vom Papst vorgegeben, was Sache ist und was nicht. Da kann man sich danach richten und hat was Handfestes, wo man sich orientieren kann und was man als offizielle Linie eben gut oder schlecht finden kann.

    Bei den Protestanten ist das nicht so. Zuerst wird die heilige Schrift selbst als das einzige und unabdingbar wahre gesehen. Das sorgt im Zweifel aber da schon, dass man davon eigentlich nicht abweichen kann, was bei den Katholiken schon möglich ist. Das ist aber soweit ich weiß heutzutage nicht mehr durchgängig so. Es ist ja auch, dass im Endeffekt die weltliche Autorität insgesamt fehlt und man daher seine Auslegung selbst machen kann und das lädt natürlich zu den Unterscheidungen ein.


    Aber es ist halt nicht nur, dass die Verschiedenheit, eben gutes und schlechtes erlaubt. Vieles aus dem Protestantismus kommt ja aus der Ablehnung der katholischen Kirche und damit geht oft auch einher, dass viele protestantische Kirchen massenhaft, die guten Sachen ablehnen.

    Namentlich ist zumindest in der Theorie die katholische Soziallehre sowie gerade in der Dritten Welt die Theologie der Befreiung ein Grund, warum die katholische Kirche ein bedeutender Faktor war, um soziale Einrichtungen zu gewährleisten. Vor allem da, wo es das staatlich nicht gibt. Und daher war das Protestantentum schon immer ein Ort für Leute, die christlich und unsozial sein wollten. Also nicht nur individuell, sondern auch vom Glauben her. Daher ist die Wohlstandstheologie ja explizit protestantisch. Gerade in Südamerika spielt das eine riesengroße Rolle, wo die katholische Kirche ein wichtiger sozialer Player ist. Da wird explizit daran forciert, das Protestantum durchzusetzen, um soziale Bewegungen damit zu vernichten.

    Der zweite Faktor ist der in Sachen prüderie und Konservatismus. Im Endeffekt sind ja die Puritaner ne explizite aus ner Ablehnung des Katholizismus entstanden. Die wollten ja auch ne Reinigung von alle dem was sie in der praktizierten katholischen Kirche verurteilten. Und da auch das heuchlerische, weil die Sexualmoral etc. in ihren Augen zu lasch war. Sie waren dann die Ultrakonservativen. Und auch, wenn es die Puritaner nicht mehr gibt. Ist das was sie angetrieben hat, bei vielen Protestanten gerade in Amerika (Nord und Süd) immer noch vorherrschend.


    Die extrem gläubige Wohlstandsrechte ist die Zuspitzung von allen dessen. Egal ob in Südamerika, ob bei den Neocons in den USA oder auch Leuten wie Beatrix von Storch und ihren Netzwerken hier in Deutschland und Europa.


    Hier liegt ja schon der Denkfehler den viele haben, denn staatlich, also möglicherweise auch rechtlich bindend, ist Patenschaft völlig bedeutungslos und geht weder mit irgendwelchen Rechten noch Pflichten einher. Im Grunde ist das ein rein symbolischer Akt. Nur innerhalb der entsprechenden Glaubensgemeinschaft geht man theoretisch eine Verantwortung ein, die aber auch nur diese betrifft.

    Dass da juristisch heutzutage nichts mehr dahinter steckt, ist mir vollkommen klar. Hatte ich ja selbst erläutert, dass das dieser Glaube ein Relikt aus der Vergangenheit ist.


    Wenn die Eltern aber keine Vormundschaft vor ihrem Tod bestimmt haben und keine sorgeberechtigte Person mehr lebt, muss ja das Jugendamt/Familienbericht bestimmen, wer das Sorgerecht bekommt. In der Regel werden das Oma/Opa, Onkel/Tante... des Kindes sein. Wenn es diese aber nicht gibt, dann stellt sich die Frage, wer dann genommen wird, sofern es dann noch Leute gibt, die das übernehmen wollen. Und da kann ich mir schon vorstellen, dass das bei der Entscheidungshilfe des Jugendamtes/Familiengerichtes eine Rolle spielen kann, weil es schon zeigt, dass bei den Eltern ein Wille da war, dass die Person in der Erziehung des Kindes eine Rolle spielt.

    In meinen Augen ist das größte Problem der Kirche, die Kirche selbst.

    Es ist eine heuchlerische Institution die nur so vor Doppelmoral trieft!

    Ja die Kirche als Institution (die ja noch nichtmal bei den Katholiken in der Realität ein monolitischer Block ist) ist voller Probleme.


    Meines Erachtens ist sie aber nicht das größte Problem. Meines Erachtens ist das größte Problem, dass solche Religionen vorgeben, dass es eine richtige Auslegung gibt, was gut und schlecht. Demnach wird zentral vorgegeben, wie man zu leben hat und Abweichung davon ist Sünde und böse. In einer pluralistischen Gesellschaft ist es an sich schon problematisch, dass es ultimative unumstößliche Wahrheiten gibt, vor allem wenn diese auch Dinge betreffen, die abseits der Gesetze sind und intimste Bereiche betreffen, wo man eigentlich ne individuelle Freiheit.


    Darüber hinaus sind diese Vorsätze und Vorgaben von natürlich von Menschen gemacht. Aber von Menschen, die vor über tausend und teilweise über zweitausend Jahren gelebt haben. Deren Wertvorstellungen sind natürlich mit den heutigen nicht vereinbar.


    Eine Institution, die darauf aufbaut kann so gut und so sauber sein wie sie will, problematisch wird es immer sein, weil das Fundament schon problematisch ist.

    „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten!“ – Bob der Baumeister

    Einmal editiert, zuletzt von Antiheld ()

  • Hatte mal kurz mit einem Israeli geschrieben und er meinte diese Stelle wäre in der Bibel falsch übersetzt worden.

    Es geht mir gar nicht mal um die Bibel als solche sondern darum wie die Kirche handelt.

    Homosexuelle Paare werden in der Kirche nicht gesegnet... aber die fühlen sich ja bestimmt trotzdem gleichgestellt... (Sarkasmus)

  • Witzig, ich habe grade dieses Video gesehen. Warum wir trotzdem alle unsere Kirchen unterstützen (was ich nicht schlimm finde...) :D

    Ich finds super was die Diakonie bei uns leistet.

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  • KaTeaChan


    Das ist aus dem 3. Buch Mose - "Strafbestimmungen". Die Thora- Heilige Schrift des Judentums - besteht aus fünf Büchern. Die sind hebräisch und wurden ins altgriechische Übersetzt. Das die alten Griechen es wild trieben ist bekannt (und tun es vermutlich immer noch ;) ) - die hatten und haben aber keinerlei Einfluss auf das Judentum.


    Die Geschichten und Erzählungen im Alten wie im Neuen Testament sind auch immer Zeitdokumente und auch durch die Zeit beeinflusst. Herrschte ein Krieg oder war Frieden - Unterdrückung oder Freiheit.


    Lecce


    Deine Kritik finde ich berechtigt. Sie klingt allerdings ein bisschen pauschal. Es gibt wesentlich mehr Menschen in der Kirche die Gutes tun, Freude und Zuversicht spenden als andersrum. Was allerdings nicht geht sind die teils laschen Konsequenzen für die Menschen, die der Kirche schaden.


    ------------------------------------------------------


    Die Kirchensteuer wird übrigens neben Verwaltung für genau die Dinge ausgegeben, die genannt werden: Krankenhäuser, Kindergärten, Frauenhäuser, Gemeindearbeit, Flüchtlingshilfe etc.


    Zu meinem Sohn habe ich gesagt, dass er sich nur konfirmieren soll, wenn er glaubt.

    Wenn es ihm nur um Geld geht, dann gebe ich es ihm auch so.

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  • Beitrag von wddddddddafve ()

    Dieser Beitrag wurde vom Autor gelöscht ().
  • Sein Weltbild auf Glauben und nicht Wissen aufzubauen, finde ich allgemein ziemlich dämlich. Ich war nie in der Kirche und als ich mich vor einigen Jahren taufen lassen sollte, um meinen damaligen Job zu behalten, habe ich mir einen neuen gesucht.

    Unter dem Deckmantel, des Glaubens ist soviel Unheil geschehen, dass ich nicht verstehe wie man dieses veraltete Konstrukt der Religionen unterstützen kann. Es hat sicher mal Sinn gemacht, aber Gott ist schon lange tot.

  • Meinen ersten Konflikt mit der Kirche hatte ich während meiner Konfirmationszeit. Meine Schule war in einem anderen Ort als meine Schule und meine Religionslehrer keine Pfarrer. Ich wollte aus dem Religionsunterricht austreten, um zusammen mit den nicht-christlichen Mitschülern ne Freistunde zu haben. Als ich den Antrag eingereicht habe, sagte mein Pfarrer im Konfirmationsunterricht, dass ich keine Konfirmation erhalte, wenn ich das mache. Noch heute frage ich mich, wie er das erfahren hat und ob das datenschutzrechtlich legal war.

    Ich habe es nie verstanden warum der Religionsunterricht konfessionsgebunden sein sollte. Ich lernte da ja nicht nur den katholischen Glauben, sondern lernte auch was über Buddhismus, Hinduismus, Islam, Judentum etc. Also schon irgendwie Allgemeinwissen, was mir als Kind auch half, mein islamischer Nachbar zu verstehen.


    Zudem war, obwohl mein Lehrer ein Pfarrer war, das Fach eine geschenkte eins. Der hat das locker gesehen: Heft geführt: Note 1, Heft nicht geführt: Note 2.


    Was den Taufpaten angeht, nach dem katholischen Glauben, übernimmt der Taufpate tatsächlich das Sorgerecht, wenn den Eltern was zustößt. Tatsächlich aber hat das wenig mit dem staatlichen Recht zu tun. Aber wenn sich die Familie einig ist, steht nichts im Wege, dass der Taufpate das Sorgerecht übernimmt. Das hat dann aber nichts mit dem "Status" Taufpate der Kirche zu tun.



    Unter dem Deckmantel, des Glaubens ist soviel Unheil geschehen, dass ich nicht verstehe wie man dieses veraltete Konstrukt der Religionen unterstützen kann. Es hat sicher mal Sinn gemacht, aber Gott ist schon lange tot

    Das Unheil hat wenig mit der Religion zu tun. Dahinter steckt meist nur Macht und Geld. Das Unheil wäre auch ohne Religion geschehen.

    Ich soll erwachsen werden?


    Hahaha


    Nö!

  • Beitrag von wddddddddafve ()

    Dieser Beitrag wurde vom Autor gelöscht ().
  • Deine Kritik finde ich berechtigt. Sie klingt allerdings ein bisschen pauschal. Es gibt wesentlich mehr Menschen in der Kirche die Gutes tun, Freude und Zuversicht spenden als andersrum. Was allerdings nicht geht sind die teils laschen Konsequenzen für die Menschen, die der Kirche schaden.

    Ich prangere auch nicht die einzelnen Menschen innerhalb der Kirche an, sondern die Kirche an sich!

  • Ich habe es nie verstanden warum der Religionsunterricht konfessionsgebunden sein sollte. Ich lernte da ja nicht nur den katholischen Glauben, sondern lernte auch was über Buddhismus, Hinduismus, Islam, Judentum etc. Also schon irgendwie Allgemeinwissen, was mir als Kind auch half, mein islamischer Nachbar zu verstehen.


    Zudem war, obwohl mein Lehrer ein Pfarrer war, das Fach eine geschenkte eins. Der hat das locker gesehen: Heft geführt: Note 1, Heft nicht geführt: Note 2.

    Dass du im Religionsunterricht auch über andere Religionen lernst, das wird heute so praktiziert. So ist das aber nie gedacht gewesen. Der konfessionelle Religionsunterricht ist dazu da, um die konfessionelle Erziehung zu gewährleisten. Daher ist es auch so, dass die katholische Landeskirche die Schirmherrschaft über den katholischen Unterricht hat und die evangelische über den evangelischen (wäre bei anderen Fächern undenkbar). Der Unterricht ist dazu da, um katholisch getaufte Kinder katholisch zu erziehen und evangelische Kinder evangelisch zu erziehen.

    Dass das Fach so locker gehandhabt wird und man inzwischen oft eher über Religion lernt (und nicht nur über die eigene) anstatt konfessionell erzogen zu werden, das ist auf der einen Seite wohl individuelle Auslegung. Die Kirche könnte das auch wieder anders handhaben. Wird sie aber nicht machen, dann wird der Protest gegen den Unterricht noch größer.


    Und dass man das so handhabt, war bewusst gewollt. Daher ist der Religionsunterricht auch das einzige Schulfach, welches in Verfassung verankert ist. Das hat noch mit der Nachkriegszeit und der Entnazifizierung zu tun. Um diese durchzusetzen, muss ja auch das Wertesystem des Nationalsozialismus weichen und die Idee war es dies auch bei den nachwachsenden Generationen dadurch zu gewährleisten, dass das kirchliche Wertesystem und die Institution Kirche wieder eine größere Rolle spielt.


    Ist alles veraltet. Und aus vielen Gründen problematisch. In staatlichen Schulen verfassungsrechtlich einen Glauben zu indoktrinieren, finde ich höchst problematisch. Leider sieht jede Partei, dass man da nur verlieren kann, wenn man das auf die Agenda bringt, daher kümmert sich keiner drum.

    Darüber hinaus haben wir immer weniger Christen. Von daher ist es auch anachronistisch und auch diskriminierend anderen Glaubensrichtungen gegenüber. Und da hier eigentlich keine religiöse Diskriminierung seitens des Staates herrschen darf, müsste es eigentlich auch einen konfessionellen islamischen Religionsunterricht geben, bei dem konfessionell islamisch erzogen wird. Und jeder der den konfessionellen christlichen Religionsunterricht behalten will, müsste eigentlich dafür einstehen (was die christlichen Kirchen auch folgerichtig machen, weil sie nicht am eigenen Stuhl sägen wollen).


    Daber ist die Lösung meines Erachtens, den konfessionellen Religionsunterricht komplett abzuschaffen. Die dadurch gewonnene Zeit im Stundenplan kann man mit Fächern wie Ethik, Philosophie und Geschichte füllen. Geschichte um den geschlichten Religionswissenschaftlichen Part zu übernehmen. Ethik und Philosophie ist ja klar warum.

    Was den Taufpaten angeht, nach dem katholischen Glauben, übernimmt der Taufpate tatsächlich das Sorgerecht, wenn den Eltern was zustößt. Tatsächlich aber hat das wenig mit dem staatlichen Recht zu tun. Aber wenn sich die Familie einig ist, steht nichts im Wege, dass der Taufpate das Sorgerecht übernimmt. Das hat dann aber nichts mit dem "Status" Taufpate der Kirche zu tun.

    Wenn die Eltern das geregelt haben, was passieren soll, wenn ihnen was zustößt, dann ist das geklärt. Ist das nicht der Fall, hat die Familie nichts zu melden. Dann übernimmt dies das Jugendamt sowie das Familiengericht.


    Natürlich werden die ja versuchen im Interesse des Kindes zu entscheiden und da wird man Angehörige befragen, was ja im Regelfall vor allem die Familie ist. Das heißt, sie können da natürlich entweder ein gutes Wort einlegen oder auch blockieren, wenn sie das Sorgerecht stattdessen selbst wollen. Aber sie haben da nichts zu entscheiden.


    Zu meinem Sohn habe ich gesagt, dass er sich nur konfirmieren soll, wenn er glaubt.

    Wenn es ihm nur um Geld geht, dann gebe ich es ihm auch so.

    Das finde ich gut. :thumbup:


    Es ist gut, dass dein Kind sich selbst frei entscheiden kann, den Glauben anzunehmen, weil es das auch selbst für sich will und nicht weil es muss. Das sorgt ja auch dafür, dass wenn es sich dafür selbst entscheidet, dass die Bindung dazu auch weitaus höher ist.


    Die Kirchensteuer wird übrigens neben Verwaltung für genau die Dinge ausgegeben, die genannt werden: Krankenhäuser, Kindergärten, Frauenhäuser, Gemeindearbeit, Flüchtlingshilfe etc.

    Das mag vielleicht sein. Aber die Krankenhäuser, Kindergärten, Frauenhäuser, Schulen... werden halt zu über 90% vom Staat bezahlt. Und im Endeffekt wäre es besser, wenn der Staat das zu 100% bezahlt und die Kirche davon raushält. Denn damit gehen ja oft viele Probleme einher. Kirchliches Arbeitsrecht z. B. ist höchst problematisch und diskriminierend.


    Es gibt Orte wo staatliche Kindergärten auf einmal kirchliche Träger bekommen, weil es für den armen Ort steuerlich günstiger ist und Kommunen und Gemeinden halt sparen müssen, wo es nur geht. Da kommt es dann einmal vor, dass die Leitung des Kindergartens, die das seit Jahren bzw. Jahrzehnten macht, unter dem neuen Träger gefeuert wird, weil sie geschieden ist. Und dabei wurde der Kindergarten nur aus Kostengründen kirchlich. Genauso gibt es Krankenhäuser, die vergewaltigten Frauen die Pille danach verwehren. Kein staatliches Krankenhaus könnte einem IT-ler offiziell die Einstellung verwehren, weil er schwul ist. Ein kirchliches (aber zu über 90% staatlich finanziertes) Krankenhaus darf das und das ist ein Skandal.

    Dass die Kirche da bei solch wichtigen Institutionen ihre Privatvorstellungen durchdrückt, obwohl es zu über 90% vom Staat finanziert ist, finde ich wirklich extrem problematisch. Dann lieber die Kirche herausschmeißen, und das ganze finanziell zu 100% staatlich finanzieren. Unter anderem kann man es damit gegenfinanzieren, dass man Dinge streicht, wo die Kirche staatliche Zuwendungen bekommt, zum Beispiel bei der Bezahlung der Gehälter von höheren Würdenträgern, den Energiekosten der Kirchen...


    Wenn die Kirche dann noch zusätzliche gemeinnützige Arbeit aus Eigenmotivation und auf eigene Kosten machen will, dann gerne. Ich finde es aber problematisch, dass ihr Dinge ans Revert geheftet werden, bei denen sie nur einen Bruchteil finanziert und bei denen die Ausübung an sich problemematisch ist.


    ___


    Heutzutage finde ich, dass die institutionelle Kirche ein Relikt der Vergangenheit ist. Glaube sollte ja Privatsache sein. Das war früher anders. Gerade in Europa der späten Antike und des Mittelalters sind ja Staaten gekommen und gegangen und Grenzen haben sich verändert. Und vor allem hat man sich da oft bis zur Vernichtung feindlich gegenüber gestanden.


    Da hatte die Kirche eine so wichtige Funktion. Sie hat nämlich vieles übernommen, was Staaten so oft vernachlässigt haben. Damals waren Medizin, Wissenssammlung (Bibliotheken...) und soziale Institutionen fast komplett kirchlich. Ohne die Kirche hätte es daher so viel mehr Leid, verlorenes Wissen etc. gegeben.

    Und als man sich noch gegenseitig den Kopf eingeschlagen hat und nicht einsehen wollte, warum man das nicht einfach machen sollte, um dem Anderen das was man will abzunehmen, da war es gelinde gesagt ein extremer zivilisatorischer Fortschritt zu sagen, dass man das nicht machen soll, weil der unsichtbare Mann im Himmel einen dann ins Fegefeuer schickt. Heutezutage reicht es aber aus, dass auch ohne Fegefeuer ethisch zu verurteilen und staatlich zu bestrafen.

    „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten!“ – Bob der Baumeister

    7 Mal editiert, zuletzt von Antiheld ()

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