Shinya Takahashi und Shigeru Miyamoto über Nintendos Entwicklungsstrategie und die heutige Herangehensweise an Adventure-Spielen

    • Shinya Takahashi und Shigeru Miyamoto über Nintendos Entwicklungsstrategie und die heutige Herangehensweise an Adventure-Spielen

      Nintendos Investoren hatten vor kurzem die Gelegenheit, die Firmenleitung samt Shinya Takahashi, Director und Leiter der Entwicklungsabteilung Entertainment Planning & Development sowie Shigeru Miyamoto, Fellow und Representative Director, zu verschiedenen Themen zu befragen. Einer der Anteilseigner wollte wissen, ob Nintendo weiterhin in der Lage sei, Adventure-Spiele wie Famicom Tantei Club herzustellen. Doch auch wie Nintendos Herangehen bei der Entwicklung von den verschiedenen Spiele-Genres sei und wie die Kommunikation mit Entwicklern weltweit erfolge, wollte der Fragesteller wissen.

      Shinya Takahashi führte zunächst aus, dass bei Nintendo mehrere tausend Personen auf der Welt verteilt an der Softwareentwicklung beteiligt seien, zähle man die internen Entwickler sowie die Zweithersteller, die bei der Herstellung von Software helfen, zusammen. So würden Producer die Entwicklung der unterschiedlichsten Spiele koordinieren. Die meisten seien auf ein gewisses Gebiet spezialisiert und würden als Team bei mancher Gelegenheiten selber die Herausforderung annehmen, ein neues Genre, in denen sie keine Spezialisierung besitzen, anzugehen. Nintendo möchte, dass die Entwicklerteams jedes beliebige Genre umsetzen können. Natürlich sei geplant, dass die Entwickler sich weiterhin neuen Herausforderungen zur Erschaffung neuer Marken stellen, während sie bereits existierende Spielemarken weiterhin voranbringen und den Wert dieser steigern.

      Dazu käme laut Takahashi, dass in der Entwicklung viele Personen aus anderen Ländern arbeiten, die sowohl Japanisch sprechen können als auch bilingual agieren. An mancher Stelle werden auch Übersetzer eingesetzt, da die direkte Kommunikation von Angesicht zu Angesicht in Japanisch oder Englisch erfolge. Dies sei nicht nur in der Software-Entwicklung so, sondern auch bei den anderen Abteilungen Nintendos.

      Shigeru Miyamoto bedankte sich zunächst für die Frage und gab an, dass Nintendo gerne Titel erschaffen möchte, auf welche das Unternehmen noch nach 10 Jahren voller Stolz verweisen könne. Manchmal sei es erforderlich, mit bereits etablierten Marken zu arbeiten, aber viele der Spieleserien seien schon seit 30 Jahren aktiv und gehören nun zu Nintendo. Miyamoto habe früher oft an Adventure-Spielen gearbeitet, aber die Produktionsumgebung sei heute fordernder. Als Beispiel wurde die Lokalisierung eines Spiels in 10 oder mehr Sprachen genannt, welche kostenintensiv sei. Weiterhin würde diese Art von Spielen heute weniger Anklang bei den jungen Spielern finden. Es gäbe noch Adventure-Spiel-Mechaniken, die Spaß machen wie bei Capcoms Ace Attorney oder in LEVEL-5s Professor Layton-Serie, allerdings ist es heute viel schwieriger, Adventure-Spiele für den Mainstream-Markt zu entwickeln.

      Doch auch zur Entwicklungskollaboration außerhalb Japans verlor Shigeru Miyamoto ein paar Worte. So sei diese bereits 30 Jahre sehr gut und Nintendo habe Mitarbeiter, die die Kommunikation nach außen hin übernehmen. Miyamoto selber habe oft mit Unternehmen außerhalb Japans zusammen gearbeitet, wie beispielsweise bei Luigi's Mansion 3, welches größtenteils von Next Level Games entwickelt wird. Über die Jahre sei so ein globales Entwickler-Netzwerk aufgebaut worden. Die Anzahl an Mitarbeiter, die von außerhalb kämen, habe sich in den letzten Jahren stark erhöht, sodass Nintendo immer globaler wurde. Natürlich lerne Miyamoto die Leute dann beim Mittagessen oder anderen Gelegenheiten besser kennen.

      Wie findet ihr Nintendos Vorgehen bei der Entwicklung? Ist es eurer Meinung nach weise, weniger das Adventure-Genre zu bedienen?

      Quelle: Nintendo