Shigeru Miyamoto und Shigesato Itoi sprechen über ihre gemeinsame Zeit mit Satoru Iwata

    • Shigeru Miyamoto und Shigesato Itoi sprechen über ihre gemeinsame Zeit mit Satoru Iwata

      Vor wenigen Tagen veröffentlichte die japanische Firma Hobonichi mit "Iwata-San" ein Buch über das Leben und den Werdegang des ehemaligen Nintendo-Präsidenten Satoru Iwata, welcher am 11.07.2015 den Kampf gegen den Krebs verlor und ein riesiges Loch in der Videospielwelt hinterließ. In den sieben unterschiedlichen Kapitel gab es auch ein Interview mit Shigeru Miyamoto sowie dem Gründer von Earthbound und Hobonichi, Shigesato Itoi. Unsere Kollegen von IGN haben einige Passagen des Interviews aus dem Buch zur Verfügung gestellt, welche wir für euch nachfolgend zusammengefasst und übersetzt haben:

      Shigeru Miyamoto:


      Satoru Iwata war für mich mehr wie ein normaler Freund. Er hat mir zu keinem Zeitpunkt das Gefühl gegeben, dass er mein Vorgesetzter wäre oder ich eine Position unter ihm arbeiten würde. Er wurde niemals wütend – wir haben nie um oder über etwas gestritten.

      Wenn jemand, der sieben Jahre jünger als man selbst ist und über weniger Erfahrung in der Branche verfügt, plötzlich Präsident wird, gestaltet sich die Situation des Öfteren schwierig – jedoch war das bei uns nie der Fall. Es war immer offensichtlich, dass Satoru Iwata für die Position des Präsidenten – im Gegensatz zu mir – besser geeignet war. Ich denke, diese Situation hat es uns erlaubt, auf natürliche Art und Weise wahre Freunde zu werden.

      Satoru Iwata hat vor seinem Tod viele wahre Worte und ganze Strukturen in unserer Firma hinterlassen, die heute besonders in der Arbeit unserer jüngeren Mitarbeiter weiterleben. Allerdings macht es mich traurig, dass ich – wenn ich über das Wochenende eine gute Idee entwickelt habe – niemanden habe, mit dem ich über diese Idee am Montag sprechen kann – das ist noch immer ein kleines Problem für mich.
      Shigesato Itoi:


      Die Vision von Satoru Iwata war es, alle glücklich zu machen. Sich selbst, seine Freunde bei der Arbeit und natürlich seine Kunden. So benutzte Iwata stets das englische Wort für „glücklich“ anstelle des japanischen Wortes. Es ist faszinierend, wie man sich an die unbedeutendsten Dinge erinnert, aber wenn Iwata das Wort „glücklich“ verwendete, zeigte er die Innenseiten seiner beiden Hände. Ich glaube nicht, dass ich das jemals vergessen werde.

      Was ich an Iwata wirklich zu schätzen wusste, war die Tatsache, dass er in seinen Handlungen und Entscheidungen nie unsicher wirkte, überheblich oder wütend wurde, nur um seine Autorität als Präsident zu demonstrieren. Jeder konnte mit Iwata lange Gespräche führen, ohne dass einem Gesagtes unangenehm sein musste. Ich erinnere mich, wie wir uns eines Tages in Kyoto getroffen haben und meine Frau währenddessen mit unserem Hund spazieren gegangen ist. Als sie zurückkam plauderten wir noch immer miteinander. Nicht selten dauerte ein Gespräch, welches am Nachmittag begann, bis weit nach 21 Uhr an.

      Als Präsident eines großen Unternehmens hätte er wahrscheinlich von einem Assistenten begleitet werden sollen, aber Iwata kam immer allein in mein Büro. Ich höre noch immer sein – mit seiner hohen Stimme – ausgesprochenes „Hallo“ während er sich ein Taxi schnappte und seinen Koffer hinter sich herzog.

      Am Tag der Beerdigung regnete es in Strömen und während Miyamoto und ich warteten, fragte ich ihn, ob Iwata noch an seine Genesung glaubte. Shigeru Miyamoto sagte mir, dass Iwata fest davon ausging, dass es ihm besser ginge. Er hatte nicht die geringste Absicht zu sterben. Diese Antwort zeigte mir, wie nah Miyamoto und Iwata sich standen.
      Es ist zum aktuellen Zeitpunkt nicht bekannt, ob das Buch „Iwata-san“ in einer lokalisierten Version in Europa und Nordamerika erscheinen wird – wir halten euch dahingehend natürlich auf dem Laufenden. Würdet ihr euch eine lokalisierte Version des Buches über das Lebenswerk von Satori Iwata zulegen?

      Quelle: IGN
    • Zitat von Taneriiim:

      Ehrlich gesagt finde ich die Aussage von Miyamoto etwas merkwürdig.

      Iwata sei der Bessere für den Posten gewesen, obwohl Miyamoto laut ihm selbst mehr Erfahrung besaß?
      Die Erfahrung hat leider des Öfteren wenig mit den eigenen Führungsqualitäten zutun. Ich kann brillant in meinem Job sein, aber eine Firma zu leiten ist noch einmal eine ganz andere Hausmarke. ;)
    • @Krispin Berndt

      Habe eher das Gefühl es hat was mit Motivation und Lust zu tun als mit Führungsqualitäten.

      Ich denke dass Miyamoto exzellente Führungsqualitäten hat, aber scheinbar wenig Lust hat (hatte) die Firma zu repräsentieren, Aktionäre bei Laune zu halten, Misserfolge zu rechtfertigen usw. und lieber mit Produkten wie LABO rum-experimentierte usw.

      Dieser Beitrag wurde bereits 23 mal editiert, zuletzt von Taneriiim ()

    • Eine Ruhe und Disziplin die die wenigsten Menschen haben hatte Iwata.
      Manchmal kann ich es immer noch nicht glauben dass er nicht mehr da ist.
      Merkwürdig, komisch, fast schon bizarr fühlt es sich teilweise an.

      Iwata wird in allen Herzen für immer weiter leben.
      Wir müssen schnell sein wie wildes wasser.
      Wir müssen stark sein wie ein taifun.
      Wir müssen heiss sein wie höllenfeuer.
      Geheimnissvoll zugleich wie der Mond.
    • Was mich bei Iwatas Tod an meisten wütend gemacht hat. War dass es in Teilen des Internets extrem viel Häme über ihn gab. War auch einer Gründe weswegen ich bis heute die Gamestar nicht mehr aktiv verfolge und sie extrem schlecht finde. Den gerade auf deren Seite gab es extrem viele Beleidigungen und Häme gegen über seiner Person, die nie von der Modschaft oder gar Redaktion gelöscht wurden... :diddy: