Reggie über sein erstes Treffen mit Satoru Iwata und die Zusammenarbeit mit dem Mutterkonzern

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Reggie über sein erstes Treffen mit Satoru Iwata und die Zusammenarbeit mit dem Mutterkonzern

      Neu

      Reggie Fils-Aimé, ehemaliger Präsident von Nintendo of America hat sich in einem umfangreichen Interview über seine Zeit bei Nintendo geäußert. Hier erwähnte er unter anderem sein erstes Aufeinandertreffen mit dem verstorbenen Satoru Iwata, welches ziemlich unüblich war.

      Als ich für den Job bei Nintendo rekrutiert wurde, wollte ich als Teil des Prozesses mit Satoru Iwata sprechen. Wie ich später erfuhr, war dies nicht Teil des Einstellungsprozesses und ziemlich störend für den Verlauf. Stellt es euch aus Nintendos Sicht vor: "Wer ist dieser Kandidat, der glaubt, dass er mit unseren Präsidenten Zeit verbringen kann. Sein Job ist nicht in Japan. Warum will er mit ihm sprechen?" Ihr könnt euch vorstellen, welche Gespräche stattgefunden haben dürften. Am Ende stimmten sie meiner Bedingung jedoch zu und ich konnte mit Satoru Iwara sprechen, um zu entscheiden, ob ich den Job annehmen würde.

      Das Gespräch lief jedoch anders ab als erwartet.

      Es war als halbstündiges Gespräch geplant, ging am Ende aber deutlich länger. Und es legte wirklich den Grundstein für die geschäftliche und persönliche Beziehung, die wir im Laufe der Jahre haben würden. Wir haben ständig miteinander gesprochen. Es war sehr liebenswürdig von ihm, dass er seine Sicht der Dinge mit mir teilte. Er war sehr interessiert, meine einzigartige Sichtweise der Dinge zu hören, obwohl ich bisher nie im Videospielbereich tätig war außer als Spieler. Aber er schätzte meine Perspektive, weil ich die Sensibilität der Verbraucher verstand. Ich kannte den westlichen Markt und seine Kunden. Und die Beziehung, die er und ich für fast elf Jahre hatten, war wirklich etwas ganz besonderes und seine Offenheit mir gegenüber und die Dinge, die wir so zusammen erreichen konnten, waren einfach magisch.

      Auch über den Tod des langjährigen Präsidenten von Nintendo äußerte sich Reggie Fils-Aimé.

      Es hat mir wieder einmal gezeigt, wie flüchtig unsere Existenz ist. Es hat mir auch wieder das Erbe gezeigt, dass er hinterlassen und für das Unternehmen aufgebaut hat. Das hat mich zum Nachdenken gebracht: "Was soll das Erbe sein, dass ich aufbauen und hinterlassen werde?" Das Ereignis hat ohne Frage die Wichtigkeit dieser Themen für mich in den Vordergrund gerückt und mich motiviert, klar und und zielgerichtet zu werden, um meine Ziele zu erreichen.

      Die Kommunikation zwischen der japanischen und amerikanischen Seite war jedoch nicht immer einfach.

      Der typische Prozess bei der Zusammenarbeit mit dem Mutterkonzern war die sequentielle Übersetzung. Eine Person spricht Japanisch mit Animationen, Lächeln und Handgesten, die aber nicht ins Englische übersetzt wurde. Ich antworte dann auf Englisch mit Handgesten und Emotionen und das wird dann ins Japanische übersetzt. Man muss wirklich in der Lage sein, nonverbale Hinweise zu verstehen und wie sie die Schlüsselkommunikation unterstützen, die notwendig ist.


      Die japanische Kultur unterscheidet sich stark von den westlichen Werten. Eine dieser Eigenschaften lernte der ehemalige Präsident von Nintendo of America besonders zu schätzen.

      Ich selbst habe mich auch intensiv mit der japanischen Kultur beschäftigt, besonders mit der Kultur und Geschichte von Kyoto und der Osaka-Region. Kyoto unterscheidet sich stark von Tokyo und die Arbeitskultur bei Nintendo ist ziemlich einzigartig.Ich habe [auch] gelernt, wie wichtig es ist, auch einmal zu schweigen und jemanden die Chance zu geben, über etwas nachzudenken, was gesagt wurde. Menschen aus dem Westen lieben es, die Gespräche am Laufen zu halten. Sie geben dem Gegenüber oftmals nicht die Chance, nachzudenken. Ich habe den Einfluss des Schweigens gelernt und die Möglichkeit, Menschen nachdenken zu lassen, anstatt einfach weiter zu versuchen, einen bestimmten Standpunkt zu vertreten.

      Quelle: GameDaily, NintendoLife – Newsbild: © Nintendo
      Twitter