Quality of Life – Patent zeigt, wie Nintendo spielerisch unsere Gesundheit verbessern will

  • Über sechs Jahre ist es her, seitdem wir das erste Mal von Nintendos sogenannter „Quality of Life“-Initiative gehört haben. Das Projekt wurde im Januar 2014 vom ehemaligen Nintendo-Präsidenten Satoru Iwata während eines Investorentreffens vage vorgestellt, wobei eine offizielle Ankündigung des Produkts im Laufe des Jahres folgen sollte. Wie wir wissen, wurde aus dem Bestreben nichts.


    In den Folgejahren gab es immer wieder Randbemerkungen dazu, das Projekt würde intern getestet und weiterhin entwickelt werden, könne aber keine zufriedenstellende Form erreichen. Das Schicksal des Projekts schien besiegelt, nachdem das japanische Nikkei-Magazin im April 2019 davon berichtete, Nintendo hätte die Entwicklungsabteilung für die „Quality of Life“-Initiative geschlossen und die Arbeiten an einem nahezu fertigen Prototyp-Model abgebrochen. Dem entgegen steht eine aktuelle Aussage des derzeitigen Nintendo-Präsidenten Shuntaro Furukawa vom Juli 2019, welcher die fortlaufenden Bemühungen im Gesundheitssektor bekräftigte.


    Auch wenn die Zukunft der „Quality of Life“-Initiative auf wackeligen Beinen steht, hält das Nintendos interne „Research & Development“-Gruppe nicht davon ab, neue Ideen auszuprobieren. So können wir euch heute von einem aktuell veröffentlichten Nintendo-Patent berichten, welches sehr wahrscheinlich mit dem strauchelnden Projekt zu tun hat.



    © Nintendo


    Das oben zu sehende Bild wurde bereits im Jahr 2015 benutzt, um die „Quality of Life“-Idee zu visualisieren und taucht im neu angemeldeten Patent wieder auf. Zu sehen ist das Basisgerät, welches zuhause aufgestellt werden soll, und ein mobiles Endgerät, welches eine Verbindung mit dem stationären Basisgerät eingeht. Es ist unklar, ob damit herkömmliche Smartphones gemeint sind.


    Im Basisgerät sind verschiedene Sensoren verbaut, um Daten zur Gesundheit und dem Befinden des Nutzers zu erfassen. So soll das Basisgerät etwa Atem und Puls messen sowie die Bewegungen des Nutzers erkennen können. Im Basisgerät soll auch ein Projektor verbaut sein, um Bilder, visualisierte Statistiken und weiteres an die Wand oder Decke projizieren zu können. Das Patent nennt die Möglichkeit eines verbauten Bildschirms, eines ungerichteten Lautsprechers, einer Kamera und einer Lichtquelle. Außerdem soll das Basisgerät die Umgebung erkennen und Düfte aussenden können.


    Während das Basisgerät dafür zuständig ist, den Nutzer zuhause zu überwachen und etwa beim Einschlafen und Aufwachen zu unterstützen, erfasst und sammelt das mobile Endgerät gesundheitliche Daten dann, wenn es das Basisgerät nicht kann: unterwegs, auf der Arbeit, im Park und sonst wo. Im Gegensatz zum Basisgerät kann das mobile Endgerät zusätzliche Informationen erfassen, wie etwa die zurückgelegte Strecke oder die Art und Dauer der Fortbewegung.


    Mithilfe von Kamera und Mikrofon soll das mobile Endgerät das Gemüt des Nutzers erkennen können und beachtet dabei auch äußere Umstände, etwa, ob der Nutzer sich gerade auf der Arbeit befindet, in Betracht ziehen. Die Stimmung soll durch den Gesichtsausdruck und die Stimmlage oder Intonierung ermittelt werden können. Vom mobilen Endgerät erfasste Daten werden an den Server gesendet, wodurch sie dem Basisgerät sofort zur Verfügung stehen und möglicherweise ausgewertet werden können.


    Nintendo möchte im Zuge der „Quality of Life“-Initiative Anreize schaffen, regelmäßig seine Gesundheit zu überwachen und dabei hoffentlich auch zu verbessern. Aus diesem Grund bietet das „Quality of Life“-Konzept spielerische Elemente, die auf Nintendos jahrelanger Expertise im Bereich der Videospiele aufbauen. So ist begleitend zu all den Systemen, welche die Gesundheit des Nutzers analysieren, eine Spiele-Anwendung enthalten. Für das regelmäßige Messen seiner Vitalwerte wird der Nutzer etwa mit zufälligen Minispielen belohnt, darunter Puzzle-, Quiz- und Rechenaufgaben. Der Fortschritt innerhalb der Spiele-Anwendung wird direkt durch die Mess-Ergebnisse des Nutzers beeinflusst.


    Bildschirm innerhalb der Spiele-Anwendung beim Aufwachen:



    © Nintendo


    Bildschirm innerhalb der Spiele-Anwendung beim Verlassen:



    © Nintendo


    Bildschirm innerhalb der Spiele-Anwendung beim Betreten:



    © Nintendo


    Bildschirm innerhalb der Spiele-Anwendung beim Spielen:



    © Nintendo


    Bildschirm, von dem anhand der Anzahl der Fische das Resultat der Gesundheitswerte abgelesen werden soll:



    © Nintendo


    Wie findet ihr das Konzept des Patents? Könntet ihr euch vorstellen, soetwas im Alltag zu nutzen?


    Quelle: Japanese Nintendo, J-PlatPlat – Newsbild: © Nintendo

  • Ich glaube nicht, dass eine weitere Darenkrake im Haus neben Smartphones, Alexa, Smart TV usw. unbedingt sein muss. Beim Dualsense gab es schon bei den Sony Anhängern einen Aufschrei da der neue Controller über Biofeedback über Sensoren verfügen soll. Aber soetwas dann freiwillig ins Haus stellen?
    Gibt es dann auch Microtransactions für "schönere" Ergebnisse? So auf die Art, zähle 0,99€/Tag und erhalte besserer Werte bei Gewicht, Schlaf, Kondition. :troll:

    Einmal hat Nintendo der Welt erklärt

    „Nur ich allein bin der Herr!“

    Ich dulde keine Götter neben mir

    Du sollst immer nur mich verehren

    Sprich meinen Namen nicht unnütz aus

    Spiele sechs Tage lass den siebten dann aus

    Ich schuf das Gameplay und die Innovation und auch noch mehr

    Einmal in der Woche dankst du mir dafür

    Ehre meine Spiele damit du lange lebst

    Auf der Konsole die dein Herr dir gibt.

  • Meine kindliche Gamer-Neugier würde sich darauf freuen, allerdings sagt mir mein erwachsenes Ich, dass das ganze keine gute Sache ist. Das Problem ist halt, dass es einige Firmen gibt, die sehr an diesen Gesundheitsdaten interessiert wären und diese und weitere Investoren dann das für Nintendo liebend gerne finanzieren könnten, um an die Daten ranzukommen.
    Grade jetzt mit Corona wird wohl Gesundheit immer weiter digitalisiert werden wollen, damit Menschen ihre Gesundheit ,,besser im Blick haben''. Bevor jetzt jemand von Verschwörungstheorie spricht: Es ist common sense, dass einzelne Firmen Medikamente, Heil- und Hilfsmittel an den Mann/die Frau bringen wollen und das können sie eben nur, wenn sie ihre Zielgruppe gut kennen. Darum läuft bei ,,Das Erste'' abends Werbung für Schmerzgel, Kopfschmerz-Tabletten usw. Vielleicht auch bald auf unserer Switch 2 bevor wir ein Youtube-Video in der App anschauen. ;)

  • Ich glaube sowas macht erst in einigen Jahren Sinn wenn die Technologie so weit ist, dass augmented reality erkennt, was ich mache. Dann bekomme ich Punkte fürs Spazierengehen oder für das Schneiden und Kochen von Gemüse. Gamification von solchen Tätigkeiten könnte sich psychisch schon motivierend auswirken. Für paar lustige Belohnungen kriegt man sich wahrscheinlich eher zu manchen Dingen aufgerafft.


    Es verbleibt jedoch die Frage, wer solche Daten zu welchen Zwecken in die Finger bekommt. Wenn meine Krankenkassenbeiträge steigen, weil ich zu wenig Punkte habe, wäre das eines Tages erschreckend..

  • Also nachdem ich mit der Mobil App Miitomo gesehen habe, wie frech und dreist Nintendo Marktforschung betreibt und Nutzern versucht Daten zu entlocken, wäre ich bei sowas extrem vorsichtig.

  • @Palatinum
    dieser Selbstoptimierungskram ist doch reinster Blödsinn...
    Heute haben die Leute Apps für alles....


    "oh... das telefon sagt mir, wann ich was trinken soll"... also zu meiner Zeit haben wir getrunken wenn wir Durst hatten...


    "oh, die intelligente Armbanduhr sagt mir, ich hab das Stehziel noch nicht erreicht... ok, also ab ins Schlafzimmer und untenrum alles straff gemacht :-)


    Und am Ende stellen wir fest, dass dieser digitale Motivationswahnsinn unterm Strich nur Highscore jagen ist, der uns unter psychischen Stress setzt, wenn wir mal nicht 10.000 Schritte gegangen sind...


    Am Ende ist Nintendo, Apple und co. scheißegal, ob die fette Qualle sich 1 meter, 3 meter oder gar nicht bewegt hat... stattdessen hängen wir vorm Display und lesen Motivationspushmeldungen, statt den Arsch ins Fitnessstudio zu bewegen... DAS ist mal richtig an sich arbeiten - und das bewusst...
    alles andere ist nur killefitz und spielerei, die uns doch nur abhängig von Geräten macht, ohne einen gesundheitlichen Mehrwert zu liefern.


    zzzzz... und gerade Nintendo, die sich quasi noch nie mit irgend einer originellen, neu gedachten oder noch nie dagewesenen Problemlösung im digitalen Lifestyle verdingt gemacht haben, wenn man mal von ihren Hampelspielen mit dem Elefanten-Cockring usw. absieht.


    Klar, dass man die Generation Smartwatch und Selbstoptimierer an die Kasse greifen will...
    aber solange ihre Kernkompetenz auf digitaler Ebene unter solch einem rückschrittlichen Fundament leidet und sich das in Teilen sogar in der Rückständigkeit der Spieleprodukte ausdrückt, ists Essig mit Glaubwürdigkeit und einem berechtigten Platz im digital health Bereich...


    Aber wer wollte nicht schon immer mal joggen mit Bowser und DK um sein beim zocken angesetztes Fett wegzuschwabbeln?
    Oder gar Yoga mit Peach... oder einen kräftigen durchziehen auf Toad Pilzen :-)Ayahuasca Style... :-)


    Nintendo fängt immer hochmotiviert vieles an, aber dann ist man ideenlos, inkonsequent und resigniert in Rekordzeit.


    Was wurde aus dem von Myadingsbums oft geprisenem asynchronen Multiplayer auf der Wii U?
    Was wurde nochmal aus dem HD Rumble? Bald haben wir 4k oder gar 8k Rumble - mit HDR :-) und keinen juckts, weils keiner in Spielen benutzt :-)
    was war nochmal der Nutzen des Papier-VR Headsets, außer für eine handvoll popeliger Spielideen, statt konsequent was damit zu machen?


    kurzum? Nintendo im Heath Bereich? vergesst es... klappt spätestens dann nicht, wenns darum geht, Gesundheitsdaten sicher zu speichern, sie auswertbar zu machen , exportieren usw...

    Einmal editiert, zuletzt von Rikibu ()

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