Ehemaliger Präsident von Square Enix über die Wiederaufnahme der Geschäftsbeziehungen mit Nintendo Anfang der 2000er

  • Um das Jahr 2000 rum war das damalige japanische Unternehmen Square dank des Erfolgs von Final Fantasy VII auf der PlayStation gut aufgestellt. Die Schattenseite dieses Erfolgs war leider, dass das Unternehmen sämtliche Geschäftsbeziehungen zu Nintendo abgebrochen hatte und sogar verboten wurde, mit Nintendo zu arbeiten.


    Zu dieser Zeit stieß Yoichi Wada zu Square und wurde 2001 dessen Präsident. Als die Veröffentlichung des Game Boy Advance bevorstand, hatten interne Strategiepapiere auf Entwicklungspläne für dieses neue Nintendo-System hingedeutet. Zunächst ging Wada davon aus, dass es wieder Gespräche zwischen den beiden Konzernen geben würde, was aber nicht der Fall war. Somit musste Wada, wie er auf seiner eigenen Blog-Seite enthüllt hat, einige Schritte einleiten, um die Geschäfte wieder aufleben zu lassen.


    Zunächst galt es, den wahren Grund hinter dem Verbot herauszufinden. Wada ermittelte diverse Faktoren: Einerseits war Square eines der Vorzeigeunternehmen der Industrie, Nintendo hingegen hatte ein veralteten Systemen gegenüber Sony, das mit der PlayStation und den Erfahrungen auf dem Musikmarkt damals einen modernen Weg bot. Schließlich sah er das ungeschickte Verhandlungsverhalten einiger Square-Manager und eine sorglose Herangehensweise im Management. Außerdem hatte Wada die Theorie, dass die Beziehung zwischen dem damaligen Präsidenten von Nintendo, Hiroshi Yamauchi und dem Gründer von Square, Masafumi Miyamoto, auch ein Grund für die Funkstille zwischen den beiden Unternehmen sein könnte. Dies konnte er aber nicht beweisen.


    Wada erachtete es als richtig, dass Square den ersten Schritt auf Nintendo zugehen sollte. Doch trotz der langen Stille zwischen beiden Unternehmen liefen die Gespräche zunächst recht offen, allerdings stellte Nintendo mit zunehmender Gesprächsdauer immer härtere Forderungen. Zum Beispiel sollte Square ein neues, nummeriertes Final Fantasy-Spiel für den GameCube entwickeln, keine für Sony entwickelten Spiele portieren und die Entwicklung für den GameCube intern priorisieren.


    Aufgrund finanzieller Schwierigkeiten seitens Square rettete Sony durch eine Investition das Unternehmen, weswegen Square zu einer Art Second-Party-Entwickler wurde. Doch nach einigem Hin und Her hat Sony die Anteile an Dritte weiter verkauft. Kurz darauf hat Nintendo Wada auf Fund Q angesprochen, eine Initiative von Yamauchi, um Dritthersteller bei der Finanzierung von Spieleprojekten zu helfen. Die Verbindung wurde gehalten und während eines Geschäftsessen wurde hauptsächlich über den Square-Gründer gesprochen.


    Im März 2002 wurde über die erneute Geschäftsbeziehung beider Unternehmen berichtet. Die Geschäftsführung von Sony hatte nichts gegen diese Verbindung, solange Square weiterhin Spiele für die PlayStation entwickeln würde. Damit es zu keinen Konflikten mit der Vereinbarung gegenüber Sony kam, konnte Square kein nummeriertes Final Fantasy auf den GameCube veröffentlichen. Dabei gab es bereits einen Unterschied in Bezug auf die Final Fantasy-Titeln zwischen den altmodischen Spielen wie Final Fantasy IX und den neuen Titel wie Final Fantasy VII. Letzten Endes kam Final Fantasy: Crystal Chronicles für den GameCube zustande, welches laut Wada zur Kategorie von Final Fantasy IX zählt.

    Quellenangabe: Twitter (@VGDensetsu)

    Xbox Series X | Nintendo Switch

  • Danke für diesen Bericht, das zeigt wie eingeschränkt Nintendo damals war!

    Square hatte ja Intresse mit ihnen zusammen zu arbeiten, aber sie waren so eingeschränkt das dies nicht funktioniert hat.

    Bin froh das Sony so kulant ist und sie wieder frei gegeben hat, damit es auch wieder Titel für eine Nintendo Konsole gibt.

  • Artiwa

    Wieso denn Secret of Mana? Danach kamen doch noch FF6, Chrono Trigger (ja schon klar, der andere Secret of Mana Projektteil), Secret of Mana 2 und ganz besonders, Super Mario RPG für den Super Nintendo raus. Es gab doch auch eine Final Fantasy Grafik Demo für den N64.

  • Schöne Hintergrundinfos, aber SE könnte gerne an einem neuen FF:CC-Teil arbeiten. Die Switch kann gerade bei den bisherigen Grafikstil bestimmt einiges mehr realisieren als es jetzt beim Remaster der Fall war (ist eben auch nur ein Remaster).

    Aktuelles Switch-Spiel: Super Smash Bros. Ultimate, 7 Billion Humans


    Aktuelles WiiU-Spiel: Tokyo Mirage Session #FE, Metroid Prime Trilogy


    Aktuelles 3DS-Spiel: Yokai Watch


    Aktuelles Wii-Spiel: The Last Story


    Aktuelles N64-Spiel: Banjo-Tooie


    Aktuelles Smartphone-Spiel: Pokémon Go!

  • So schnell kann es leider gehen und die Hersteller wandern zum Konkurrenten.

    Nintendo war da natürlich ziemlich stur und fordern, nicht sehr schön. Ich glaube auch das alte Cartridge-Format war für Square damals ein Dorn im Auge. Der Speicherplatz war einfach zu beschränkt und die CD's der Playstation waren denen natürlich überlegen, vor allem weil auch Musik in CD-Qualität möglich war.

    Naja, jetzt können wir ja die alten Final Fantasy Teile auf der Switch nachholen, wenn wir wollen.

    Das Chrystal Chronicles zu Teil IX gezählt wird, kann ich nachvollziehen. Das Design geht ja in eine ähnliche Richtung. Mit dem aktuellen Remaster hat Square Enix sich aber nicht mit Ruhm bekleckert, da gerade der Multiplayer zu sperrig umgesetzt wurde.

  • Ach ja.. Nintendo.


    Da ham se echt was von dannen ziehen lassen.


    Wenig verwunderlich das SE ihnen seit jeher nur noch (bis auf wenige Ausnahmen) Knochen von gestern zuwirft.

    Nachvollziehbar.


    Da hatte Sony mehr Weitblick - seltsam, da beide Sturköpfe sind.


    Über Rare will man da erst gar nicht reden.


    Das Ninty immer so Potentiale verkennt... Ein bisschen mehr externe Connections, können nie schaden.

  • Generell wollte Square nicht weiter mit den Speicherbeschränkungen von Modulen leben, während Nintendo nach dem Sonybruch kein CD Laufwerk verwenden wollte - lizenzkosten für CDs und die Herstellung waren sicher mit ausschlaggebend... genauso wie kopierschutz – ich erinnere mich nur zu gut, wie mit den damals im Pc Markt aufkommenden erschwinglichen CD-Brennern die Lute echt reihenweise die PS1, einen CD Brenner und die 50er Spindel Rohlinge rausgetragen haben... ich glaub auf keiner Konsole waren Raubkopien jemals mehr verbreitet.

    Die engen Speicherbeschränkungen haben natürlich große Rollenspiele etc auf dem N64 schwer gemacht... und Rendersequenzen wurden fast immer durch echtzeit Grafik ersetzt. Damals war der Renderhype groß und auf Spielepackungen war es schwer zu sehen wie das Game denn eigentlich aussah, da dort nur die Renderzischensequenzen abgebildet wurden.
    Im direkten vergleich heutzutage sind aber viele N64 Spiele einfach grafisch besser gealtert... sieh z.b. FF7 Port.


    Terranigma es ging damals um Secret of Mana 2.... den Spiel merkt man auch an, das es irgendwie nicht ganz rund und fertig ist.

  • Damals wie heute: Die eingeschränkte Technik, in diesem Fall die Datenträger und die Art und Weise mit Third-Party-Entwicklern zu verhandeln ist so ähnlich auf das Jahr 2020 übertragbar.


    Sony hat sich mit der PlayStation damals richtig ins Zeug geworfen und es hat seine Gründe, warum Resident Evil, Tomb Raider, Final Fantasy und viele weitere nur oder zeitexklusiv auf der PlayStation erschienen sind.


    Sony hat früh erkannt, dass es ein sehr großer Vorteil ist, zu kooperieren.


    Aber die Details kennt keiner und es könnte auch alles anders gewesen sein.


    Was jedoch fest steht, ist, dass die Module viele Spiele erschwert oder unmöglich gemacht haben, auch wenn ich die Module deutlich mehr mochte.

  • Nunja,

    Nintendo war für ihre Sturheit bekannt. Ich meine bei dem Interview hat sich ja gezeigt das Nintendo nicht kooperiren wollte und das FF Spiel nur für ihre Konsolen wollten, obwohl zu dieser Zeit Nintendo mehr von den Thirds abhängig war als umgekehrt.


    Jetzt merkt man aber Nintendo an das bei weitem nicht mehr so stur ist wie damals und mehr auf die Thirds zu geht.


    Rye

    Vielleicht war Nintendo auch zu stolz um einzusehen das eine Vielfalt wichtig ist damit die Leute bei der Konsole bleiben.

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!