Wie Konami ihre Franchises an die Wand fuhr

  • Konami ist ein absolutes Urgestein in der Videospielbranche und hat wohl neben Nintendo die meisten bekannten Marken der Branche.

    Metal Gear, Castlevania, Silent Hill, PES und Contra (bei uns damals Probotector) sind wohl jedem ein Begriff.

    Wie kommt es also, dass dieser Hersteller bis auf PES keines seiner Franchises pflegt? Naja, zumindest nicht so, wie es sich die Fans erhoffen...

    Kurz: Konami hat die letzten 15 Jahre ihre Serien nach und nach verkommen lassen, ihre besten Gamedesigner vergrault und manche Serien von Drittentwicklern scheinbar unbeaufsichtigt ruinieren lassen.

    Ich möchte hier auf die 4 Franchises Silent Hill, Metal Gear, Contra und Castlevania eingehen.


    1. Silent Hill

    Ende der Neunziger war Survival Horror eines der erfolgreichsten Genres in der Videospielbranche. Neue Games gab es zuhauft, darunter natürlich Capcom's Reihen Resident Evil und Dino Crisis, Ubisoft mit Alone in the Dark und nicht wegzudenken, Konami mit Silent Hill.

    Die ersten 3 Serienableger sind absolut wegweisend, da sie anstatt wie Resident Evil auf Splatter und Zombies zu setzen die Psyche des Protagonisten als Element verwenden. Mitte der 2000er läutete dann Resident Evil 4 das Ende der klassischen Survival-Horror-Spiele ein. Silent Hill spielte ziemlich bald nicht mehr die gewünschte Rolle im Weltmarkt. So wurde es still um Silent Hill (es reimt sich!), bis Hideo Kojima himself sich dem veekommenen Franchise annehmen wollte. Silent hills hieß das Projekt und sollte mit TWD-Darsteller Norman Reedus als Hauptprotagonist eine neue Ära des Geuselns einleuten. Nur: es wurde einzig eine Demoversion entwickelt, dann kam es zum Bruch zwischen Kojima und Konami! Das Spiel wurde gecancelt und das Franchise liegt seitdem brach.


    2. Auch hier ist es auf den Bruch mit Kojima zurückzuführen, dass Metal Gear, Ikone des Stealth-Genres, nur noch mit einem kläglich zusammengestümperten Spiel mit Zombie-ähnlichen Kreaturen und jeder Menge Lootboxen endete.

    Man hörte, dass Konami dem Designer stets in das Handwerk gepfuscht hat und unbedingt ein open-world-Spiel aus MGS5 machen wollte, wieder: Lootboxen inkludiert. Wie unpassend das ist, haben auch die Fan-Reaktionen gezeigt. Kojima nahm den Hut und darf sich jetzt bei Sony ganz und gar schrägen Dienstboten-Sims widmen.


    3.Contra

    Auf dem NES und dem SNES war Contra/Probotector der inbegriff von bockschwerem Ballerspiel. Trotz unzähliger Bildschirmtode der Spieler war die Serie eines der beliebtesten Actionfrachises. Leider meinte man zunehmends ende der Neunziger und in den 2000ern, dass man jedes Franchise in die dritte Dimension bringen muss. Daran scheiterten viele Entwickler, so auch Konami bei Contra. Absoluter Tiefpunkt war aber der letzte Teil der Serie, der von Konami scheinbar mit der Engine der PS2-Ableger in 3 Monaten schnell schnell entwickelt wurde. Besonders skuril: der Coop-Modus muss erst durch durchspielen der Kampagne freigeschaltet werden.


    4. Castlevania

    Das schmerzt mich am meisten. Die Serie steht für mich für kitschig-gruselige, knallharte Action. Der Kampf gegen bekannte Monster aus Mythologie und Film war stets ein Highlight. Ich kann mich an mein Staunen als Kind erinnern, als ich das erste mal Super Castlevania 4 gespielt habe. Die Musik, die Atmosphäre, die Grafik... Ein absolutes Highlight und immer noch eines meiner 10 Lieblingsspiele aller Zeiten.

    Danach kam mit den Metroidvanias eine Verschmelzung mit meinem Lieblingsfranchise (naja, wenn man es genau nimmt, gab es die auch bei Simon's Quest). 7 brilliante Titel erschienen unter Director Igarashi.

    Man brachte auch dazwischen ganze 4 3D-Titel raus. Das funktionierte nur mäßig. Bei den N64-Titeln waren es mangelde Technik und die störrische Kamera, die das Spielerlebnis trübten, bei den PS2-Titeln war es die mangelnde Abwechslung. Dennoch wurden zumindest die Qualitäten des Franchises stets hochgehalten. Gerade die N64-Titel boten einen guten Kontrast zu SotN und dessen Nachfolger auf dem GBA und DS, die mehr Wert auf die Erkundung des Schlosses legten.

    Konami sah ende der 2000er aber verschenktes Potenzial in der Serie und beauftragte aufgrund einer Demo das spanische Entwicklerstudio Mercury Steam mit einem Reboot der Serie. Eigentlich war es angedacht, dass es die Geschichte vom allerersten Castlevania neu erzählen soll, man also in die Rolle von Simon Belmont schlüpfen soll und wie gewohnt gegen Dracula in die Schlacht zieht. Stattdessen entschied man sich aber für einen kompletten Reboot und entwickelte eine Geschichte, in der Gabriel Belmont in einer Mission, seine verstorbene Frau zurück in's Leben zu holen zu Dracula werden soll.

    Soweit so gut und auf dem Papier nicht schlecht, mit großer Erwartung wurde die Neuausrichtung gespielt und: ich und mit mir zahlreiche Castlevania-Fans wurden maßlos enttäuscht! Das lag aber nicht am Gameplay, denn obwohl teils recht schlampig entwickelt, machte das klar von God of War inspirierte Spielprinzip durchaus Laune. Es lag eben daran, dass es sich viel zu selten nach Castlevania anfühlte. Gerade im ersten und letzten Drittel des Spiels fühlt man sich enorm deplaziert. Das liegt daran, das man sich zu 90% in hellem Tageslicht bewegt, das Gegnerdesign ganz klar mehr von Herr der Ringe als von diversen Horror-Filmen ispiriert wurde und auch, dass die Musik einfach nie auch nur den Anschein macht, sich an den ikonischen Stücken von 25 Jahren Seriengeschichte zu orientieren. Stattdessen bot man das, was man in tausendfacher Ausführung von Film-Soundtracks kennt.

    Es war kein schlechtes Spiel, aber ein großteil grottiges Castlevania. Die Story war eine Liebesgeschichte, die sich hinter einem gerade für Zentraleuropäer befremdlichen Leveldesign 7nd um ein für mich nicht nachvollziehbares Fantasy-Setting spann, anstatt ein kitschig-schauriges Transylvanien als Schauplatz zu bieten. Der Nachfolger auf dem 3DS wurde dann von den Fans komplett ignoriert, obwohl er bis auf den Soundtrack eigentlich ein ordenliches Castlevania-Erlebnis bietet.

    Über Lords of Shadow 2 möchte ich nicht viel reden, da es mMn der Todesstoß war. Es ist im Kern ein solides Metroidvania, das neben den Schwächen und der kompletten Abkapselung vom Castlevania-Franchise von dem zerstört wird, dass man aus allen damals populären Franchises etwas übernehmen wollte, was das Spiel einfach nur mühsam macht, durchzuspielen, von der bescheuerten Geschichte möcht ich abwr wirklich nicht anfangen.

    Sei's drum: Danach kam über Jahre nichts mehr.

    Ein Hoffnungsschimmer ist die laufende Netflix-Serie, die die Geschichte von Castlevania 3 erzählt hat. Auch der Auftritt in SSB Ultimate war ein positives Lebenszeichen.

  • Wobei man bei aller Liebe schon auch erwähnen darf, dass Kojimas Spiele zwar sicher herausragend waren, es aber auch immer wieder zu sehr langen Verschiebungen kam. Bezahlen musste das ganze am Ende eben immer Konami, und dass sie ihm nicht immer wieder totale Narrenfreiheit geben wollten kann ich einigermassen nachvollziehen. Wenn ich meine Arbeit jahrelang verzögere und das vorgegebene Budget sprenge darf ich mir von meinem Chef auch was anhören.

    Bei Death Stranding frage ich mich schon, ob sich das ganze für Sony am Ende ausgezahlt hat, das Budget war ziemlich hoch und das Gameplay irgendwie doch nicht wirklich Massentauglich. Da dürfte Sony einige Spiele haben die weniger gekostet und am Ende einiges mehr eingenommen haben und darum geht es den Publishern schlussendlich.

    Aber Ja, bei Konami hat man am Ende wirklich ziemlich viel Mist gebaut und einige sehr talentierte Entwickler vergrault. Auf Silent Hills wäre ich vor Allem wegen der Mitarbeit von Guillermo del Toro gespannt gewesen, wäre es erschienen hätte ich jetzt vermutlich eine PS4 bei mir stehen.

  • Ich konnte ja mit Silent Hill nie wirklich was anfangen oder es ernst nehmen, und mein aktueller durchlauf durch Silent hill 3 ändert an der Meinung nicht viel, ich kann die Begeisterung der Leute was das spiel anbetrifft nicht nachvollziehen.


    Aber auf jeden fall schön geschrieben, gerade mit den anderen teil reihen verbinde ich mal mehr oder mal weniger schöne Zeiten und gerade Metal Gear werde ich vermissen...

  • Death Stranding hat laut Kojima Profit gemacht. Wird wahrscheinlich nicht vergleichbar sein mit The Last of Us 2 oder ähnlich erfolgreichen Spielen, aber ich finde, für solche Projekte muss es auch Raum geben.


    Das Horror-Spiel (DS hat zwar Horror-Anleihen, ist aber wohl eher als Dystopie/Science Fiction einzuordnen), das aus PT geworden wäre, hätte sich mit einiger Wahrscheinlichkeit nicht öfter verkauft, behaupte ich jetzt einfach


    Trotzdem werde ich diesem PT den Rest meines Lebens hinterherweinen.


    Konami an sich geht es übrigens gut. Nötig haben sie es also leider nicht, mal wieder nen geiles Castlevania rauszuhauen oder so

  • Ande

    Die Spiele waren aber auch stets Gewinnbringend und auch für Konamis Image als Spieleschmiede sehr wichtig.

    @Rekkeni

    Ja, Silent Hill ist nichts für jeden. Mir gefällt es extrem gut, zwischen den Parallelwelten hin- und her zu wechseln. Ich mag auch die maroden Charaktere und die trostlose Spielwelt sehr gerne. Bei Resident Evil siche ich die Tiefgründigkeit von Silent Hill vergebens. Wenn du das etwas andere Silent Hill probieren möchtest, kann ich dir Shattered Memories empfehlen. Da fällt der Combat weg.

    Kindra

    Klar geht's denen gut, die sind ja im Glückspiel fett im Business.

    Ich finde einfach, dass Konami ihre Marken zumindest verleihen sollte, wie man es ja bei Netflix gemacht hat.

    Dass man bei nonmehr 20-25 Jahre alten Spielen noch Exklusivdeals abschließt, ist mir btw. unverständlich. So gibt es das Bundle von SotN und Rondo of Blood nur auf der PS4.

  • Ich denke wenn ich teil 3 durch hab, hab ich genug Silent Hill.


    Das problem ist einfach das Teil 3 mich aktuell auf keiner ebene abholt, und ich erinnere mich zwar an teil 1 und den PSP teil den ich gespielt hab nicht mehr wirklich, aber ich weiß begeistert war ich am ende auch nicht.


    Spielerisch ist es für mich ganz ok, aber ich würde jetzt nicht behaupten ich hätte aktiv spaß beim spielen.


    Ich denke aber das wichtigste ist das es für mich Atomsphärisch nicht Funktioniert.


    Ich finde die Anderswelt nicht gruselig, hab aber das Gefühl sie möchte es sein, dadurch geht mir wahrscheinlich eine Begeisterung flöten die für andere da ist, für mich wird halt alles Rostig, aber mehr löst das in mir auch nicht aus.


    Ich finde die Monster nicht Spielerisch gefährlich und auch nicht gruselig und zum teil ist ihr design auch einfach schlichtweg so albern das ich lachen muss, besonders mit den Geräuschen die sie zum teil machen.


    Und die Charaktere geben mir auch nichts, was größtenteils an der Präsentation liegt. Das wirkt alles so unbeholfen und bizarr, vielleicht ist das gewollt aber bei mir wirkt das absolut nicht und reißt mich komplett raus.


    Was mich gerade am meisten voran treibt ist die Geschichte, gerade weil teil 1 und 3 zusammen hängen möchte ich wissen was hinter all dem steckt, und das ich die Zeit bis zum Ps5 release sowieso tot schlagen muss, und da spiel ich wenn es sein muss auch Sonic :ugly:


    Aber woran ich trotzdem extrem Interessiert wäre, wär was Kojima aus Silent Hill macht, das liegt aber weniger an Silent Hill und mehr an Kojima, deswegen hoffe ich das an den Gerüchten durch ein wunder doch was dran war und Konami an Kojima die Lizens für einen titel gibt.

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