Game Boy- und Game Boy Advance-Spiele auf der Nintendo Switch? – Leak suggeriert erweitertes Retrospiele-Aufgebot

  • das die älteren Titel mehr Qualität haben bestreite ich nicht, nur kann man diese alten Sachen auch auf vielerlei anderer Möglichkeiten zocken und braucht da nicht unbedingt eine aktuelle Konsole für.

    Nicht im Falle von GB/C/A. GB und GBC gab es in der Virtual Console nur für den 3DS. Damit gibt es einerseits keine aktuelle Möglichkeit die Spiele am Fernseher zu spielen. Andererseits wird der eShop des 3DS in weniger als einem Jahr abgeschaltet und dann gibt es bis auf die originalen Module (welche teilweise sehr teuer sind) gar keine Möglichkeit die Spiele zu spielen.

    Beim GBA gibt es die die Spiele in der Wii U-Bibliothek. Die kann man zwar am Fernseher spielen und auf dem Wii U Gamepad. Aber einerseits kann man damit nicht unterwegs spielen. Vor allem aber wird auch der Wii U eShop nächstes Jahr abgeschaltet.


    Gleiches betrifft aber auch digital gekaufte Wii-Spiele. Die kann man auch noch bis März nächstes Jahr im eShop kaufen.


    Da das noch keine 11 Monate sind und ja noch nichts angekündigt ist, macht es ja keinen Sinn für einen digitalen Vertriebsweg zu argumentieren, der nur noch wenige Monate da sein wird.


    Von daher kann man zusammenfassen, dass GB, GBC, GBA, GC und Wii bald alle nur noch spielbar sein werden, wenn man die originalen Retail-Spiele plus eine passende Hardware hat. Beides kann sehr schnell ins Geld gehen und ist eigentlich nur bei der Wii (bis auf einige sehr teure Spiele) noch relativ preiswert zu realisieren.


    Von daher ist es in puncto Zugänglichkeit für alle Plattformen angebracht, sie auf die Switch zu bringen.

    „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten!“ – Bob der Baumeister

  • vanorilein


    Ich kenne nur Rainbow Rescue, fand das aber richtig gut. Generell zählen die Spiele ja oft als Hidden Gems für die Plattform. Darüber hinaus ist Nintendo ja auch Publisher, weswegen eine Veröffentlichung nicht ganz unwahrscheinlich ist. Auch ist Rainbow Rescue in Amerika nie erschienen, weswegen man für die US-Spieler somit ein vorher nie erschienenes Nintendo-Spiel hat, was ein gutes Argument ist Spielern den Abo-Service schmackhaft zu machen.


    Von daher gibt es ein paar gute Zeichen, die für ein Release der Hamtato-Spiele sprechen.

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  • Antiheld

    Kann an sich schon irgendwie verstehen, dass Leute sich auch offizielle Wege wünschen, alte Spiele auf neuer Hardware zu erleben und frage mich wirklich, wie Nintendo es versäumen konnte, zum Start der Switch ein Virtual Console-Programm anzubieten.


    Das auf der einen Seite.


    Auf der anderen Seite steht aber für mich die Tatsache, dass man dank ausgereifter Technik und etablierten Exploits aktuell wirklich keine speziellen Kenntnisse benötigt, um ROMs auf einem PC zu emulieren oder Homebrew auf einer Wii/einem 3DS zu installieren. Letzteres dauert vielleicht ein wenig, bis alles richtig eingerichtet ist, aber einmal erledigt, spielt man ab da jedes beliebige Retro-Game ohne weiteren Aufwand und Probleme und dank YouTube hat man sogar idiotensichere Schritt-für-Schritt-Anleitungen dazu. Ja, das ist sicherlich trotz aller Einfachheit keine Mainstream-Lösung, aber Retro-Gaming an sich scheint mit auch nicht dem breiten Mainstream zu entsprechen.

    Daher bin ich mir sicher, dass Leute, die wirklich Bock auf alte Games haben, schon wissen, wie sie in den Genuss kommen -denn aktuell ist dafür Emulation/Homebrew einfach die simpelste und günstigste Lösung.


    Nintendo selbst hat dafür gesorgt, dass dieser Weg nicht mehr über Nintendo läuft und wenn man sich anschaut, welche Möglichkeiten Community-entwickelte Emulatoren so bieten, möchte man wahrscheinlich auch nichts anderes mehr, weil klar ist, dass eine gewinnorientierte Firma nie mit einer Leidenschaft wie passionierte Spieler an solche Projelte rangehen. Und dann gibt es eben kein Galaxy 2 in der lieblosen 3D-Allstars-Collection. Oder Widescreen-Support für Mario 64. Oder GC-Controller-Support für Mario Sunshine zu Release. Aber 60€ kostet sie. Natürlich. Für 50€ kann man sich eine Wii kaufen, Homebrew draufknallen und SM64 mit Widescreen-Support, Sunshine mit GC-Controller und Galaxy 1 & 2 spielen. Nintendo verdient am Retro-Hype nur noch dadurch, dass manche Leute es so simpel wie möglich brauchen. 60€ dafür, dass sie jetzt sofort alte Spiele zocken können, die sie ansonsten erst gratis downloaden müssten.

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  • qinn


    Ich sehe es genauso wie du, dass die inoffizielle Emulation der Homebrew-Szene meilenweit überlegen ist. Auch habe ich keine schlaflosen Nächste, wenn einer ein Spiel herunterlädt, welches er schon x-mal früher gekauft hat oder weil es das gar nicht regulär zu kaufen gibt.


    Ich sehe es aber komplett anders, dass jeder der sich für Retro interessiert auch in der Lage ist diese Dinge zu nutzen. Selbst habe ich damit keine Probleme. Egal ob es das Zusammenstellen eines Raspberry Pis, Homebrew auf der Wii oder was auch immer ist.

    Das ist aber nichts, was ich jedem Zutrauen würde noch nichtmal ansatzweise. Selbst das besorgen der Roms, egal ob Download aus dem Internet, Dumpen der eigenen Module oder der Einzelkauf drm-freier digitaler Retro-Spiele und das zusammenstellen einer Sammlung traue ich sehr vielen Leuten nicht zu.

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  • Antiheld


    Ich gehöre da wohl dazu. Mein technisches Verständnis ist eher rudimentär. Bei Sachen, die man nur Downloaden und installieren muss, geht es, aber ich habe schon große Probleme damit, Mods bei Minecraft auf dem MacBook lauffähig zu kriegen, auch weil es überall anders beschrieben wird.


    Ich habe vor Ewigkeiten mal einen Mega Drive-Emultaor auf dem PC gespielt, da musste man vorher die ROMS in die richtigen Ordner packen, das hat mir beinahe den letzten Nerv geraubt. Ich habe auch nie den Homebrew-Channel auf der Wii zum Laufen gekriegt, obwohl ich mehreren "Idiotensicheren" Anleitungen aus dem Internet oder bei YouTube gefolgt bin. Es hat einfach nicht funktioniert. Da würde ich mir schon wünschen, dass Nintendo da eine Möglichkeit bietet, dass nativ lösen zu können, aber darauf werde ich wohl lange warten können.

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  • megasega2


    Danke für den Beitrag. Ist finde ich ein sehr gutes Beispiel. Allein der Fakt, dass du über diese Dinge Bescheid weißt und dich, wenn auch erfolglos ,zumindest daran versucht hast, das zum Laufen zu bekommen bedeutet, dass dein Skill-Level und deine Bereitschaft dich in solche Dinge reinzufuchsen immer noch weit über der Untergrenze des technischen Know Hows vieler Internetuser ist.


    Und dennoch ist der Aufwand und die Komplexität von Homebrew-Lösungen weit davon entfernt für dich so einfach umsetzbar zu sein, als dass du es für dich geeignet bezeichnest.


    Sowohl bei meiner Arbeit in der IT als auch in meinem Hobby-Bereich in der PC-Bastler und Gamer-Szene herrscht meiner Meinung nach eine sehr große Unkenntnis über die Ansprüche von Laien an Technik. Da wird oft übersehen wie wichtig Usability ist und was für den Normalmenschen intuitiv ist und was nicht.

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  • Antiheld


    Das Problem liegt glaube ich auch daran, was man voraussetzt. Bei solchen Anleitungen und Videos, wo es darum geht, Hardware zu modden, bin ich bei Überschriften und Titeln wie "Jeder kann es" und "Ihr habt alles, was man dafür braucht, zu Hause" schon skeptisch. Einen Lötkolben, den man bei fast allen dieser Projekte braucht, habe ich zum Beispiel nicht und auch nicht das Geschick, diesen zu benutzen.


    Ich finde das dann immer echt frustrierend, wenn es offenbar so einfach sein soll, ich es aber trotz Schritt für Schritt- Anleitung nicht hinbekomme. Das wäre ungefähr so, als würde ich jemandem versuchen zu erklären, wie man ein Bild malt und voraussetze, das diese Person sich mit Farben, Blattaufteilung und sowas schon auskennt. Beim Urschleim fangen leider die wenigsten an, dabei wäre genau das Hilfreich.

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  • Antiheld

    megasega

    Ich wollte dir nicht zu nahe treten mit meinem vorigen Kommentar, megasega. Habe mich da offenbar stark geirrt, als ich es so dargestellt habe, dass ich davon ausgehe, dass jeder Homebrew zum Laufen bekommen kann. Ich schätze mich selbst als durchschnittlich bewandert in Sachen Technik & Computer ein und habe daher gedacht, dass das auch die breite Masse hinbekommt ("wenn ich das schon schaffe, dann jeder") -mangels Vergleichsmöglichkeiten mit anderen ist das wohl eine sehr falsche Einschätzung gewesen und ich gehöre anscheinend doch zu einer viel kleineren Gruppe als ich annahm.

  • qinn


    Oh, kein Problem, ich weiß, dass ich nicht sonderlich viel von Technik verstehe. Das Problem ist, dass es mich aber interessiert. Ich versuche also soviel wie möglich drüber zu lernen. Ich habe es ja auch geschafft, meinen Plattenspieler zum laufen zu kriegen, obwohl die Anleitungen dafür mehr als unverständlich geschrieben sind teilweise.


    Ich bin nur halt jemand, der sehr schlecht im auswendig lernen ist und ewig braucht, um Dinge zu verinnerlichen. Gerade bei Technik-Themen eher suboptimal, weil irgendwann den erklärenden auch mal der Geduldsfaden reißt. Ich denke, wenn das Grundverständnis für bestimmte Funktionen vorhanden ist, tut man sich da auch wesentlich leichter. Sonst muss man wie ich jeden Furz aufschreiben. Funktioniert, ist aber sehr Zettel- und Worddateienlastig :D

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  • megasega2


    Kann ich so zu 100% unterschreiben.


    Selbst die Schritt für Schritt Anleitungen setzen oft schon zu spät an. Manchmal lassen sie auch Schritte aus, die in deren Augen irrelevant sind aber gerade für den Laien dann doch sehr wichtig. Vor allem aber ist es so, dass da immer mal wieder Fehlermeldungen oder so kommen können, die für den Technik-affinen offensichtlich aber für den Laien eine Sackgasse sind. Das größte Problem ist aber, dass Anleitungen oft veraltet sind. Die Software hat Updates, man hat ne neue Raspberry Pi-Version also ne andere Hardware... irgendwelche kleine Änderungen sorgen dafür, dass die Anleitung nicht mehr zu 100% funktioniert und ne kleine Anpassung notwendig ist. Daher kommt es, dass es so viele verschiedene Anleitungen für die gleiche Sache gibt, die sich alle im Detail unterscheiden. Oft wird leider nicht sichtbar genug kenntlich gemacht, für welche Version auf welchem Stand diese Anleitung gilt. Auch geben neue Anleitungen nicht aus, warum sie sich nun von alten bewährten unterscheiden. Der Laie hat dann ne Anleitung mit 10.000.000 und eine mit 100 Klicks. Die mit 100.000 ist veraltet udn die andere ist korrekt, jedoch von einem unbekannten User. Meine Intuition wäre der mit 100.000 Klicks zu folgen, obwohl es ja in dem Falle falsch ist. Hätten beide Anleitungen vorher richtig definiert, für welchen Fall und welche Version sie sind, wäre das nicht passiert.

    Mir ist es auch schon oft untergekommen, dass Leute meinen (Basic-)Skill im Löten wären etwas, was jeder kann. Wenn man schon so weit ist davon auszugehen, dann hat man wirklich jegliches Gespür dafür verloren was Spezialfähigkeiten und was Basics sind.


    Ich würde wirklich jedem Laien davon abraten offizielle Hardware mit Homebrew-Optionen zu versehen. In den letzten Jahren wurden da Quantensprünge gemacht und es ist weitaus weniger aufwendig und kompliziert als früher. Gerade bei der Wii. Dennoch würde ich das keinem Laien empfehlen.


    Für mobile Retro-Emulation gibt es mehrere Retro-Handhelds. Teilweise schon fertig eingerichtet, selbst mit Spielen. Inzwischen gibt es auch einen anbieter, der dafür auch ne "Retro-Konsole" (fertig eingerichtete Android-Box) anbietet. In Sachen Features, Performance, User Experience, schicke Menüs... kann man da immer noch Finetunen und mit DIY mehr aus der gleichen Hardware herausholen. Das erfordert wiederum Skill.

    Bei Handheld-Geräten gibt es meiner Meinung nach auch ein paar wirklich sehr verständliche Reviews im Netz. Auch ist es bei den Retro-Handhelds weitaus einfacher als bei den Konsolen (weil Bildschirm, Controller... ja beim Handheld fix ist, ist das schon vorkonfiguriert. Die Retro-Konsolen kann man ja mit verschiedensten Controllern und an verschiedensten Displays betreiben, weswegen man da mehr frickeln muss). Bei den Konsolen würde ich mich trotz der Abstriche auf die Fertig-Lösung verlassen oder mir jemanden Suchen, der das für einen übernimmt. Wenn du Interesse an Tipps für Geräte o. ä. hast, kannst du mich gerne anschreiben.


    qinn

    Ist auch nicht schlimm. Wie du schon sagst, fehlt dir wohl die Vergleichsmöglichkeit und dann ist es auch verständlich, dass einem der Einblick fehlt. Ich arbeite in der Webentwicklung. Da werden verschiedene CMS wie Drupal, Wordpress und Co. eingesetzt. Eigentlich sind die ja für da, dass User Posts etc. selbst machen können, weil es ja nur ein Blog- oder Forenpost ist, welchen man selbst editieren kann. Dennoch rufen Kunden an, wenn sie die Schriftfarbe geändert haben wollen. Ich bin schon seit einem Jahrzehnt in der Modding- und Homebrew-Szene unterwegs. Mir begegnet es so oft, dass Leute 200 - 300€ für eine fertig eingereichte Raspberry Pi-Box mit 2 Billo-Controllern zahlen, entsprechende Angebote findet man ja immer wieder. Außerhalb der Chip-Krise könnte man das gleiche für 100€ mit weitaus besseren Controllern selbst realisieren. Leute, die überhaupt von der Existenz von RetroPie und Raspberry Pi wissen, sind weit über dem Wissen des Durchschnittsgamers und diese wiederum weitaus über dem Wissen der Normalperson. Dennoch gibt es Leute, die so viel Geld extra zahlen. Das zeigt ja wie abschreckend und komplex DIY sein kann.


    In den 80er Jahren gab es keine GUI (grafische Benutzeroberfläche). Da lief alles im Terminal. Also schwarz-weiß-Screen und Tastatur. Keine Maus. Selbst Copy-Paste von Dateien musste über die Tastatur mit Textbefehlen geschrieben werden. Resultat ist, dass nur die Leute, die wirklich mussten oder wirkliche Technik-Fans überhaupt Ahnung von PCs hatten. Die aber sehr viel. Selbst die Durchschnitts-Sekretärin hatte da viele Skills.


    Dann kam die grafische Benutzeroberfläche und die Maus. Alles wurde viel einfacher. Die Nutzeranzahl ist extrem angestiegen. Der notwendige Skill um mit PCs zu arbeiten wurde um Welten einfacher. Daher sank aber auch das Wissen des durchschnittlichen Users.


    Next-Level ist nun das Smart-Phone. Die Nutzer-Zahl ist noch einmal explodiert. Internet etc. ist primär mobil. Apps machen so viele Dinge super einfach. 2005 haben die Mädels in unserer Klasse ihre Pickel noch mit Photoshop reduziert um sie bei MySpace und Co hochzuladen. Heute macht es die App automatisch. Das Resultat ist, dass viele Leute noch nichtmal ne Ordner-Struktur, Copy-Paste... kennen und können, weil das ja bei mobilen Geräten nicht notwendig ist.

    „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten!“ – Bob der Baumeister

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  • Antiheld

    Finde das gerade sehr interessant, da ich das noch nie so betrachtet habe. Ich selbst gehe tendentiell davon aus, dass ich nichts überdurchschnittlich gut kann, was sich dann für mich bestätigt, wenn ich googeln muss, wie man per Editor eine Batch-Datei schreibt, die bei Anklicken Windows in X Stunden herunterfährt oder wissen will, wie man bei Excel Matrixformeln verwendet. Möglicherweise sieht der Durchschnittsnutzer in seinem ganzen Leben keine Batch-Datei oder das CMD-Fenster und fasst auch Excel nicht an, aber so wirklich bewusst ist mir das selten. Hab' das einfach noch nie so richtig reflektiert, WEIL PCs heutzutage eben so simpel zu bedienen sind dank grafischer Oberflächen und ich daher immer dachte, dass sie dann ja auch jeder bedienen kann. Mit 16 habe ich mal eine Kindersicherung (Zeitbegrenzung und keine Admin-Rechte) auf meinem Laptop umgangen, indem ich mir eine Boot-CD-Rom von einem gedownloadetem Ubuntu-Image gebrannt habe. Im BIOS dann von der CD gebootet und in Ubuntu dann einen neuen Windows-Nutzer mit Admin-Rechten erstellt.

    Da ich bei solchen Sachen und bei Homebrew ja immer auf Anleitungen zurückgreifen muss und das nicht einfach so kann, habe ich sowas nie als etwas angesehen, das mir Technik-Affinität zuschreiben würde, denn Anleitungen kann ja theoretisch jeder folgen, so meine Denkweise.


    Scheint aber ganz so, als gäbe es wirklich sehr viele Abstufungen technischer Affinität (ich komme vielleicht mehr klar mit Technik als der Großteil, aber gegen Informatiker oder Programmierer bin ich auch nichts) und durch künftige Generationen, von denen viele wahrscheinlich sogar ohne Rechner und nur noch mit Smartphone aufwachsen, wird das ja nur noch "schlimmer".


    Vielleicht sollte ich nochmal umsatteln, man scheint viel Geld mit technischem Know-how verdienen zu können... Eine Wii für 50€ kaufen, Homebrew draufhauen und für 250 geht sie wieder raus. Hmm... :troll:

    Selbst so PC-Reparatur-Buden leben wahrscheinlich zum Großteil davon, dass Kunden ihr Windows nicht selbst neu aufsetzen können. Und wenn ich bei Saturn Angebote sehe, dass für einen satten Aufpreis Smart-TV und Konsole fertig eingerichtet werden, da muss ich mich schon wundern, ob das Ausnutzen von teschnischem Unverständnis, neuzeitlicher übermäßiger Bequemlichkeit oder beidem ist.

    Ich bin da anscheinend schon in einer starken Minderheit, wenn ich bloß die Anleitung eines neuen Gerätes lese und sich meine technischen Fragen dazu nicht auf Seite 4 in der Anleitung in Luft auflösen.


    megasega2 Ich kann dir auch gern mal helfen und den gesamten Prozess mit dir durchgehen (per Discord, Skype, Teamspeak o.ä.), Homebrew auf deiner Wii zum Laufen zu bekommen, wenn du es nochmal wagen möchtest -habe bisher zwei Wiis und einen 3DS mit Homebrew ausgestattet.

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  • qinn


    Selbst wenn du nur Anleitungen folgst ist, das was du schreibst schon Galaxien davon entfernt, was so der 0815-Skill der Normalperson ist. Ein Durchschnittsnutzer kann noch nichtmal mit dem Wort Batch-Datei was anfangen. Auch wissen die nicht was BIOS ist geschweige denn Linux, ne Boot DVD und wie man mit dieser ins Bios kommt um einen anderen Nutzer anzulegen.


    Vor meiner Ausbildung in der IT habe ich im Call-Center Leute im Energiesektor geschult. Sowohl in der Nutzung der Software SAP aber auch generell in der Verwendung des PCs. Ich hatte Leute, den musste ich nach Jahren immer wieder ein neues Lesezeichen in die Lesezeichenleiste setzen, weil sie es nicht gerafft haben. Gleichzeitig haben sie in SAP irgendwelche komplexen Rechnungskorrekturen rückwirkend über Jahre gemacht und Ab- und Anmeldungen von Strom und Gas-Verträgen was schon komplex war. SAP IS-U ist ein sehr komplexes, unintuitives und unübersichtliches Programm. Dass sie das eine konnten, aber das weitaus simplere nicht, das zeigt, dass die Grundintuition fehlt. Die haben das Sturr auswendig gelernt aber nie verstanden was sie wie warum machen. Diese Grundintuition ist im Endeffekt das A und O, um überhaupt von alleine nach Anleitungen zu suchen und denen zu folgen.


    Beim Energieversorger in der Hotline kamen am Tag hunderte Anrufe, weil die Leute es nicht schafften, wenn sie ihr Passwort für den Online-Zugang vergessen haben, auf den entsprechenden Button zu klicken, um sich ein neues Passwort per Mail schicken zu lassen.


    Ich könnte da noch einen Roman mit weiteren Beispielen schreiben.


    Vielleicht sollte ich nochmal umsatteln, man scheint viel Geld mit technischem Know-how verdienen zu können... Eine Wii für 50€ kaufen, Homebrew draufhauen und für 250 geht sie wieder raus. Hmm... :troll:

    Theoretisch ja. Praktisch ist es so, dass du ja keine Einrichtung inklusive Roms etc. machen kannst, ohne dich strafbar zu machen. Und während selbst herunterladen ja nie geahndet wird, ist das gewerbliche Handeln damit schon zu Recht riskant und wird auch verfolgt. Von daher kannst du sowas nie zu 100% einrichten und musst den User die Einrichtung der Roms selbst machen lassen.

    Damit bist du immer hinter irgendwelchen Online-Shops aus China o. ä. die darauf pfeifen können. Und inländische Services, die ebenfalls keine Raubkopien draufschieben o. ä. gibt es eben so viele, dass man als Neuling keine Chance gegen die etablierte Konkurrenz hat.


    Von daher geht sowas höchstens im privaten Umkreis unter der Hand.


    da muss ich mich schon wundern, ob das Ausnutzen von teschnischem Unverständnis, neuzeitlicher übermäßiger Bequemlichkeit oder beidem ist.

    Die Frage ist halt, wo da der Unterschied ist. Es gibt Bereiche wie Elektriker-Kram, da brauch man Zulassung um gewisse Sachen zu machen. Auch gibt es Dinge, da brauch man Spezialwerkzeug, welches für den einmaligen Gebrauch zu teuer ist.

    Aber egal ob es das Einrichten des Smart TVs, der Neueinbau des in der Wand verbauten Spülkastens, der Austasch der Motorkohle beim Waschmaschinenmotor, der Wechsel des Bremslichtschalters beim Auto, das Schneiden der Haare des Partners/der Kinder, das Stricken eines Schals, das Kürzen einer Hose, der Kauf eines Verzerr-fertigen Fischfilets (anstatt ihn selbst zu fangen und auszunehmen) oder der Kauf der Pizza vom Lieferdienst um die Ecke ist.


    All die Dinge kann man sich selbst aneignen und selbst durchführen. Individuell ist es schon unterschiedlich, was welcher Person wie schwerfällt. All diese Tätigkeiten sind aber von 90% der Normalbevölkerung durchführbar, wenn man sich die Zeit dafür nimmt. Und je nach Aufwand und persönlichem Budget wird halt irgendwann die Grenze überschritten, wo man lieber jemand anderes bezahlt, als die Zeit dafür aufzuwenden es selbst zu tun. Das machen wir ja alle, nur eben individuell auf verschiedenen Gebieten. Und wenn man keinen Spaß dabei hat es selbst zu tun und weiß, dass man relativ lange dafür braucht es selbst zu machen, ist es doch irgendwann völlig nachvollziehbar, dass man lieber jemand anderen dafür bezahlt anstatt es nur aus Prinzip selbst zu machen.

    „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten!“ – Bob der Baumeister

    2 Mal editiert, zuletzt von Antiheld ()

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