Die Hamburger Firma Daedalic Entertainment hat sich vor allem durch handgezeichnete Adventure-Spiele wie Edna bricht aus und Deponia einen Namen gemacht. In diesem Jahr wagte sich das Studio mit Der Herr der Ringe: Gollum an sein erstes großes 3D-Spiel – mit katastrophalen Folgen. Der Titel wurde von der Fachpresse und der Spielerschaft auf PC, PlayStation und Xbox-Konsolen mit negativen Wertungen überhäuft und avancierte auf der Plattform Metacritic zum schlechtest bewerteten Spiel des aktuellen Jahres.
Das kritische Feedback zu Gollum hat jetzt weitreichende Konsequenzen. Wie das Branchen-Magazin GamesWirtschaft zuerst berichtete, wird die interne Entwicklung am Standort Hamburg aufgegeben. Daedalic will zukünftig nur noch als Publisher fungieren und sich auf die Veröffentlichung von Partnerprojekten beschränken. 25 der insgesamt 90 Mitarbeiter am Standort Hamburg verlieren infolge der Umstrukturierung wohl ihren Arbeitsplatz.
Auf das vor Kurzem angekündigte Projekt Survining Deponia hat die Schließung zunächst keine Auswirkungen. Das Survial-Spiel entsteht hauptsächlich beim externen Entwicklerteam von AtomicTorch. Daedalic fungiert weiterhin als Publisher und betreut das Projekt kreativ mit. Unklar ist hingegen, ob Gollum, wie ursprünglich angekündigt, weiterhin für die Nintendo Switch erscheinen soll. Eine Stellungnahme hierzu liegt noch nicht vor.
Seit 2022 ist der französische Publisher Nacon Eigentümer von Daedalic. Nach Der Herr der Ringe: Gollum wollte das Hamburger Studio mit Förderung des Bundeswirtschaftsministeriums ein weiteres Projekt im Tolkien-Universum verwirklichen. Dieses Folgeprojekt wurde mit der Aufgabe der internen Entwicklungsarbeiten ebenfalls eingestellt.
Habt ihr mit dieser Meldung nach dem Misserfolg von Gollum gerechnet oder überrascht euch Daedalics Entscheidung?