Indika (PS5)
War mir immer im Hinterkopf, dass ich es gerne mal spielen würde. Nun war es in PS Plus enthalten, also habe ich mich nicht lange bitten lassen. Im Prinzip ein Walking Simulator mit eingestreuten Rätseln, aber es geht schon zum Großteil darum, dem linearen Pfad und der Geschichte zu folgen. Die namensgebende Nonne Indika hat nämlich einen Auftrag bekommen und muss dafür das Kloster verlassen. Im Kloster ist sie allerdings sowieso nicht gern gesehen und wird von den anderen Nonnen mies behandelt. Als Spieler erfährt man schnell, warum. Sie ist tollpatschig, und eine seltsame Stimme hört sie auch in ihrem Kopf. Und diese Stimme trägt dann quasi die Geschichte, da sie Indikas Zweifel an der Gottesgläubigkeit symbolisiert. Es geht also auch viel um "Was ist Glaube", "Was ist dein Glaube" (als Indika), und ihr Verhältnis mit und zu einem Flüchtling, mit dem sie bald unterwegs ist.
Wie fand ich das Spiel nun, hmmm. Also die Reise ist schon spektakulär und man fragt sich schon hin und wieder, in was für einer Welt man sich denn befindet bzw. was das jetzt soll (bspw. sind alle Tiere riesig). Die Szenerien sind gut und hübsch umgesetzt und ich wollte wissen, wohin die Reise geht und wie sie endet. Man bekommt aber nicht allzu viel vorgekaut und muss sich vor allem am Ende selber überlegen, was das Spiel einem nun sagen wollte und was genau man da jetzt erlebt hat. Spannend für den Kopf auf jeden Fall, man muss sich aber darauf einlassen können. So ein "Ich spiels schnell mal runter" ist Indika nämlich nicht, man muss sich damit beschäftigen. Kommt ja nun auch auf die Switch, und wenn ihr den Text hier jetzt interessant fandet, könnt ihr euch das Spiel sehr gut geben.
Sword of the Sea (PS5)
Eine Mischung aus Journey und Abzu. Passend, da das Studio davor tatsächlich Abzu gemacht hat und in Teilen auch an Journey gearbeitet hatte. Und damit ist das Spiel halt einfach genau mein Ding: Eine fremde Welt, es geht um die Reise, nicht zwingend ums Ziel, wunderschöne Umgebungen und Grafik, simples Gameplay und einfach entspannend, ein Fest für die Sinne. Ihr steuert eine Figur auf einem schwebenden Schwert und müsst nun in diversen Gebieten das Wasser zurückbringen. Dazu sind manchmal kleinere Geschicklichkeitseinlagen nötig, meistens aber könnt ihr einfach zum entsprechenden Punkt fliegen und den entsprechenden Knopf drücken. So schön entspannt!
Neben der Welt (mitsamt seiner Darstellung/Optik, Lore etc.) ist die Steuerung das Highlight von Sword of the Sea. Man cruist durch die Maps, vollführt kleine Tricks, später mit dem Boost flutscht dann alles noch besser. Es macht einfach Laune, sich durch das Spiel zu bewegen. Nicht ohne Grund habe ich das Game platiniert, wozu auch gehört, es unter zwei Stunden durchzuspielen. Also ja, es kein langes Spiel, wenn man weiß, was man zu tun hat. Beim ersten Durchgang und Erkunden der Level braucht man aber länger, also nicht von den unter zwei Stunden abschrecken lassen. Es ist übrigens im Laufe der meisten Level erstaunlich, wie weitläufig diese werden. So bewegt man sich dann nicht nur am Boden entlang, sondern auch über hohe Felsen und Häuser (was man zuerst gar nicht denken würde).
Eines hat mich allerdings schon gestört: Es gibt zu viele Collectibles, die teilweise auch echt fies und gut versteckt sind. Das raubte mir persönlich hier und da den Flow, weil ich eben nicht den heraufbeschworenen Fischschwärmen folgte, sondern die Wände abfuhr, um Nischen zu entdecken. Hier wäre meiner Meinung nach weniger mehr gewesen. Aber trotzdem kann ich Sword of the Sea uneingeschränkt empfehlen, wenn ihr Lust an der Erfahrung an sich habt und ihr die Quasi-Vorgänger mochtet.
9 Lives to Defend (Switch)
Ich wollte irgendwas kleines und halbautomatisches spielen (
). Da ich mich nicht wieder in Vampire Survivors versenken wollte, habe ich mir 9 Lives to Defend auf die Switch gepackt, das aber leider mehr wie Brotato denn Vampire Survivors ist. Nur dass ihr hier eine Katze seid (wahlweise mit Knarre, als Samurai, Cyborg, Vampir etc., die alle andere Waffen und Zusatz-Hauptwaffen haben) und müsst einfach den Ansturm der vielen Feinde wie diversen Käfern und Mäusen überleben. Schon sympathisch, weil die Sekundärwaffen an Katzen angelehnt sind (Laserpointer, Bälle, Wollknäuel usw.). Doch es hat deutlich weniger Inhalt als Brotato und ist viel weniger komplex als Vampire Survivors. Immerhin ist es insgesamt auch auf der höchsten Stufe ein leichterer Vertreter des Genres, allein schon dadurch, dass die Katze natürlich 9 Leben hat (und drei Herzen je Leben).
Ich habe zwar schlussendlich alles freigespielt, aber an die erwähnten Konkurrenten kommt es nicht heran, selbst wenn ich Brotato nicht mag (was aber am hohen Schwierigkeitsgrad liegt). Schön ist übrigens, dass 9 Lives to Defend eine gewisse Meta Progression hat, also man wird nicht nur im Run an sich besser und stärker, sondern kann die einzelnen Katzen auch verbessern mit erspielter "Währung" (also Leckerlies). Naja, nur etwas, wenn ihr zwingend so etwas braucht, würde ich sagen.