Beiträge von redgazelle

    Darum jetzt meine Frage. Gibt es Storymäßig (damit meine ich eine Story, die von Nintendo erdacht wurde) in Zelda noch etwas, dass ich in den ersten 2 Stunden nicht erfahren habe oder beziehen sich die Kommentare über die unterschiedlichen Geschichten die jeder mit dem Spiel erlebt hat auf eben genau das, das Spielen an sich?

    Kurzantwort: Nein.


    Lange Antwort:
    Es kommen noch paar Häppchen hinzu, aber das wars auch schon. Wenn dir das Bisherige nicht gefallen hat, wird wahrscheinlich der Funke auch nicht überspringen. Eigentlich ein wunderbares Beispiel, wie auch Videospiele Kunst sein können. Dem einen fallen die Augen aus, der andere zuckt mit den Schultern. Ähnlich wie bei einem modernen Gemälde.


    Und bevor das wie eine Unterstellung wirkt, das will ich mal direkt verneinen. Ich habe mal einen Artikel zu dem Indiespiel "The Path" überflogen, welches auch als geheime Perle des indirekten Storytellings bejubelt wurde. War dann durchaus interessiert. Nachdem ich es selbst mal gespielt habe dachte ich mir nur "... wasn überkünstelter, pseudointelektuelller Sch....!" Dadurch ist die Meinung des Testschreibers nicht einfach falsch, noch will ich mich selbst dadurch als "imaginär abgestumpft" bezeichnen. Es ist halt Kunst, und wirkt verschieden.

    Ein sehr schöner Artikel. Wurde durch diesen über einen allgemeinen Newsfeed auf die Seite gespült.
    Musste bei der genauen Beschreibung doch sehr gut an meinen "emotionalsten Moment" im Spiel denken, und vielleicht ist es eine extrem blöde Entscheidung, diesen auch zu posten, weil er sich mit einer persönlichen Geschichte stark vermischt. Wer diesen Text dennoch liest und denkt "Wasn Nerd, kein Wunder", so beachtet bitte dass es sich hier nur um Breath of the Wild als Spiel dreht, und damit nur eine Randgeschichte der Gesamtsituation war.


    Als Breath of The Wild endlich bei mir pünktlich zum 3. März im Briefkasten lag (WiiU), war die Vorfreude selbstverständlich groß. Schließlich habe ich Skyward sword eher nur "beiläufig" gespielt und die Handheld-Titel einfach mal missachtet. BotW war für mich seit gefühlt ner Ewigkeit ein "richtiger Zaldatitel", und damit ein Spiel auf dass ich mich wie seit gefühlt 10 Jahren nicht mehr so sehr gefreut habe. Darauf wurde auch meine damalige Freundin aufmerksam, und fragte mich "Warum?". Ich erklärte ihr, dass ist für mich so wie für dich wenn plötzlich ein neues Harry-Potter Buch rauskommen würde (so als Vergleich dass man doch was "Geeky-ges" aus der Kindheit/Jugend mitnehmen darf, schließlichw aren wir beide in unseren Mid/late-20s). Da wollte sie -recht unüblich für sie- doch mal reinschauen was das bedeutet. Und das hatte Einschlag: plötzlich wich sie mir beim Spielen nicht mehr von der Seite (sidenote: selber spielen wollte sie nicht), was für mich irgendwie ein ganz besonderes Ereignis war weil ein nostalgisch warmes Zeldagefühl mit einer kindlich-ehrlichen Faszination ihrerseits, wenn man mal wieder in alten Ruinen oder den nächsten Titanen einmarschierte, miteinander verschmolz. Aus beruflichen Gründen musste sie jedoch aus- und wegziehen, und so wurde aus diese Beschäftigung nur ab und an am Wochenende getätigt, jedoch auch stets auf ihren Wunsch. Dadurch zog sich natürlich die Komplettierung des Spiels in die Länge, aber das Ende kam immer näher bis zum betreten von Ganons Festung...
    Doch plötzlich...nach etwa 10 Jahren Beziehung, war es aus. Es war für mich und alle "Beteiligten" eine unerklärliche Schocksituation und sie brach mit allen, selbst ihr Verhältnis zur eigenen Familie wurde stark erschüttert. Neu verliebt...pech. Ich konnte selbstverständlich das Spiel nicht mehr sehen (siehe oben, nur eine Randgeschichte), nach einigen Monaten lag ich die Disk mal kurz ein, nur um diese früher so entspannende Ruhe von Hyrule, direkt unerträglich zu finden. Nach ungefähr einen Dreiviertel Jahr der Auseinandersetzung mit meiner persönlichen Situation, beschloss ich, auch hier einen Schlussstrich zu setzen: ich lag die Disk ein, atmete durch, und begab mich ins Schloss. Dann stand ich vor dem Eingang zu Ganon, und musste mich dann doch wieder unweigerlich an den Spielverlauf zurück erinnern.
    Der Kampf mit Ganon war dann durch den Einsatz der Titanen nicht sonderlich schwierig, aber ablenkend genug. Jedoch, als es dann vorbei war, und der obligatorische Schwarze Endbildschirm eintrat, war es wieder ein kleiner Moment des Abschlusses und einer kleinen Zufriedenheit, zu mir selbst zu finden.


    Ich hoffe das wirkt jetzt nicht zu kitschig, und irgendwie ist es auch etwas komisch, das auf einer Seite zu posten. Da es aber, wie oben schon erwähnt, eine Vermischung eines starken Spiels mit einen starken emotionalen Moment war, dachte ich ich teile dieses Erlebnis mal, weil es sonst nirgendwo reinpasst (schließlich redet man im Alltag nicht unbedingt von einer emotionalen Verknüpfung zu einem Videospiel). Und auch wie eben erwähnt, es handelt sich hier nur um einen Mosaikstein.