Beiträge von NintendoApe

    „Da ist ja der allseits berühmte Angsthase endlich!“, sagte König Buu Huu, der das grüne Klempnerlein schon sehnlichst erwartete. „Dein Gemälde ist schon vorbereitet, hehehe. Du wirst mir diesmal nicht davonkommen, LUIGI!!!“


    Luigi hatte heute eigentlich vorgehabt, die neue Sauna zu testen, die Prinzessin Peach im Schloss bauen lassen hat, nachdem sie von ihrer Weltreise zurückkam. Mario hatte derzeit "Urlaub", und arbeitete ein bisschen an seinen Jump-'n'-Run-Skills. Seit seinem 35. Geburtstag schien er in Erinnerungen zu schwelgen. Er erinnerte sich an all seine früheren Abenteuer und war glücklich und dankbar, dass das Schicksal ihn und Peach immer wieder vereinte, meinte er. Da Mario seinem kleineren Bruder nicht so viel zutraute (was auch zum Großteil berechtigt war, musste Luigi zugeben), ließ er ihn oft im Palast zurück. Luigi folgte ihm dann meist, oder veranstaltete dann seine eigenen Spiele auf der ganzen Welt, um sich nicht in Langeweile zu verlieren.

    Doch als er diese eine Nachricht bekam...

    Wenn du deine geliebte Prinzessin retten möchtest, komm zur Mansion. Und komm allein, hehehe!!!

    ...ging er ohne nachzudenken los, um seine Sachen zu packen. Er befürchtete schon, bevor er diese Reise antrat, dass es eine Falle sein würde. Er war sich nicht einmal sicher, ob Daisy überhaupt dort bei König Buu Huu war. Doch er wollte diesmal kein Angsthase sein. Er wollte beweisen, dass auch er mutig sein konnte.

    „Letztendlich gewinnt doch immer die gute Seite, oder?“


    Luigi packte alles für diese schaurige Reise ein. Den Schreckweg F-LU, mit dem er so einige glibberig-gruselige Erinnerungen an die Zeit im Spukhotel verband, nahm er auch mit. Und dann ging er los.

    Der Weg war nicht lang, die Mansion war gerade mal hinter den Grenzen des Pilz-Königreichs. Doch sie lag ziemlich abgelegen und wirkte so verlassen und spooky. Die Bäume schnitten die selben Furcht einflößenden Grimassen wie damals, und die pechschwarzen Krähen schienen seit seinem letzten Besuch immer noch auf den gleichen knorrigen Ästen zu hocken und ihn zu beobachten. Luigi zitterte schon von Kopf bis Fuß und überlegte sich, ob er nicht doch lieber umkehren sollte. Doch plötzlich hörte er jemanden schreien. Es war Daisy!

    „Luigi! Luiigiiiii!!!“

    Auf einmal war seine Furcht weg und er fühlte sich so tapfer und mutig wie nie zuvor. Er marschierte mit ernster, aber besorgter Miene direkt in die Villa.


    Ein Geist verschwand gerade durch die Wand zu seiner linken und auf der rechten Seite flackerten die Kerzen auf eine unnatürliche Weise. Doch Luigi ignorierte das alles. Er wollte einfach nur Daisy, seinen Schatz, retten. Und daran konnte ihn kein Geist hindern, nicht einmal König Buu Huu selbst.

    Er bestieg die Treppe, die zur großen Tür führte. Kurz bevor er den Knauf berührte, hörte er ein Buu-Huu-Lachen direkt hinter sich und drehte sich erschrocken um, doch da war nichts. Er ging zum Geländer. Der Raum sah von dort oben viel kleiner aus. Dann öffnete er zackig die Tür und schlich in den Flur, der dahinter lag. Es war sehr dunkel dort. Er holte seine Taschenlampe raus, denn ohne sie hätte er kaum etwas sehen können. Er richtete sie nach vorne, und sah eine weiße Kreatur in eine Tür verschwinden. Es schien ein Buu Huu zu sein. „Ob das wohl der ist, den ich eben gehört habe?“, dachte sich Luigi. Er ging schnell zu jener Tür. Da hörte er erneut Daisy aufschreien. Ihm lief ein Schauer über den Rücken und der kalte Schweiß, der von seinem Gesicht tropfte, war nun das einzige Geräusch auf dem Flur.


    Luigi riss sich zusammen und stapfte zitternd in den Raum. Dieser Raum war nicht besonders groß, und er war ziemlich symmetrisch. Zwei Schränke auf beiden Seiten, zwei kleine Tischchen mit je einem Paar Stühlen, und sogar zwei Standuhren, die sich gegenseitig finster anzublicken schienen. Die beiden schräg in den Ecken stehenden Spiegel bildeten jeweils ein Bild von Luigi, aber irgendwas war nicht richtig an seinem Spiegelbild. Doch dann glitt seine Aufmerksamkeit zur linken Standuhr, die sich wie durch Geisterhand bewegte und schließlich nach vorne umfiel. Und die Wandkerzen, die den Raum leicht erhellten, fingen an, zu flackern. Alle Möbel wurden mitsamt der mysteriösen Briefumschläge in den Schränken umher geschmissen und das ganze Zimmer verwandelte sich in ein WirrWarr. Nachdem alles aufhörte, leuchtete einer der Spiegel auf und eine orangene Gestalt war zu sehen. Bei genauerem Hinsehen merkte Luigi, dass es Daisy war! Er stürmte auf den Spiegel zu und sprang rein, in dem Vertrauen, dass er ihn zu ihr führen würde.


    „Hehehe“

    ...

    „Da ist ja endlich der allseits berühmte Angsthase!“

    ...

    Luigi kam wieder zu sich. Er öffnete seine Augen und sah, dass er auf kaltem Stein lag. Obwohl an einigen Stellen Laternen ihr Licht verbreiteten, war der Himmel von schier endloser Dunkelheit erfüllt. Langsam stand er auf und schaute sich um. Er war auf der Dachterrasse gelandet. Hinter ihm unterbrach ein lautes „Hehehe“ die lang anhaltende Stille. Er erschrak, und seine Augen suchten nach der Quelle des Geräusches. Es war König Buu Huu. So nah, dass Luigi die Kälte spürte, die von ihm ausging. Er blickte direkt in seine violetten Augen. Dabei wurde ihm noch kälter...


    „Dein Gemälde ist schon bereit“

    ...

    „Dieses Mal wirst du mir nicht entkommen,

    LUIGI!!!“


    Ich kann das. Ich habe es schon so oft geschafft. Diesmal werde ich es auch schaffen. Ich liebe Daisy, und ich mache es nur für sie. So wie Mario das für Peach macht.

    Luigi schaltete voller Mut seinen Geister-Staubsauger ein und schaute König Buu Huu mit wütendem Blick tief in die Augen. Er dachte, kurz einen Funken Angst in ihnen gesehen zu haben. Ein leichtes Grinsen war ins Gesicht des Klempners geschrieben.

    ENDE


    Viel Glück an alle Teilnehmenden!!!