Spieler bitte zum Bälleparadies!

CrossCode ist ein Action-RPG mit wirklich fordernden Rätseln, das quasi in einem MMO spielt.
In meinen Augen ist es ein wirklich tolles Spiel, das leider auch ein paar Macken hat, aber meine rund 50 Spielstunden sprechen für sich, denke ich.
Aber lasst mich im Folgenden genauer auf die einzelnen Aspekte eingehen, wie ich zu dieser Meinung komme!



Story (8/10)
Wie gesagt, man spielt in einer Welt, die CrossWorlds, ein MMO, spielt. Lea kann allerdings nicht sprechen und hat keine Erinnerungen an ihr Leben außerhalb des Spiels. Durch diese Erfahrung geführt wird sie vom mysteriösen Sergey, der einzelne Worte für sie einbaut und auch sonst versucht ihr zu helfen. Wie in einem MMO üblich trifft man noch weitere Charaktere wie Emilie, mit denen man dann im Wesentlichen CrossWorlds spielt.
Insgesamt empfinde ich die Geschichte wirklich sehr solide. Auch wenn man die „typischen Amnesie-Plots“ in Hülle und Fülle kennt, so schafft das Spiel es hier, das Geschehen stets mit dem Mysterium im Hintergrund voranzutreiben, während man sich fragt, wie Lea in diese Lage kam. Die anderen Charaktere sind in meinen Augen leider nicht sonderlich tief, haben aber hier und da gute Gags. Das Augenmerk liegt wirklich auf Lea, denn obwohl sie fast stumm ist, schafft sie es mit den wenigen Worten und ihrer Mimik zu überzeugen, nicht nur die Spieler ingame sondern auch den tatsächlichen Spieler vorm Rechner. Sie ist rundum gelungen, sehr charmant und authentisch.
Gerade zum Ende hin wird die Bindung immer stärker, was mir doch sehr gefallen hat, wenn auch mich persönlich nichts wirklich überrascht hat!



Gameplay & Grafik (9/10)
Die Steuerung von CrossCode ist rundum sehr flüssig und intuitiv. Ich habe das Spiel ausschließlich mit dem Controller gespielt und hatte keine Probleme beim Zielen und mich dabei zu bewegen. Daran ist nichts auszusetzen.
Das Gameplay gestaltet sich aus wirklich vielen Elementen:


Das Kämpfen ist durch das mehrschichtige Gegnerdesign und allgemein die Kugel-Mechaniken, die primär bei Rätseln zum Einsatz kommen, sehr vielseitig und wird daher nicht langweilig. Egal, ob man „stumpf“ auf die Gegner einschlägt oder strategischer versucht, die Gegner zu „breaken“, indem man ihren Schwachpunkt ausnutzt: Für jeden Spielstil ist etwas dabei. Unterstützt wird das Ganze mit einem ausgeprägten Fähigkeitenbaum, dessen Fähigkeiten man frei nach Belieben auswählen kann. Nahkampf-, Wurf-, Schild- und Dash-Fähigkeiten bieten viele Möglichkeiten, die Gegner zu bekämpfen, während Bosse nochmal ihre eigenen Mechaniken mitbringen. 1-A.


Ein weiterer großer Punkt sind die Rätsel des Spiels.
Es gibt viele Schiebe- und Schalter-Rätsel, teilweise auf Zeit basierend, oft mit Elementen verbunden, die im Laufe des Spiels freigeschalten werden, in vielen verschiedenen Kombinationen. Man muss oft wortwörtlich um die Ecke denken und daher wird es in meinen Augen nie langweilig. Die getimeten Rätsel sind teilweise wirklich sehr eng und fordernd, müssen wahrscheinlich oft wiederholt werden, aber dafür sind oftmals Reset-Knöpfe eingebaut. Einzig negativ anzumerken ist meiner Meinung nach, dass in manchenRäumen nicht ersichtlich ist, was zu tun ist, und auch die Rückmeldung, ob man nun etwas richtig oder falsch gemacht hat, ausbleibt, wodurch man dann meist mehrere Minuten in einem Raum herumirrt und durch die Gegend schießt. Das sind aber wirklich Einzelfälle. Hier und da könnten neue Rätsel-Elemente auch deutlicher eingeführt werden. Aber insgesamt hatte ich wirklich sehr viel Spaß damit!


Zwischen den größeren Dungeons und den Plotpoints bleibt es natürlich auch hier nicht aus, die Umgebung auszukundschaften und Nebenquests zu erledigen.
An dieser Stelle möchte ich auch anmerken, dass der im SNES-Stil gehaltene Look des Spiels wirklich atemberaubend schön ist. Jedes Gebiet wirkt authentisch und ist vielseitig gestaltet. Allerdings so schön es ist, so unübersichtlich kann es teilweise auch sein. Gerade die Perspektive, ob man sich auf der gleichen Ebene bewegt wie der Zielort kann schwierig einzuschätzen sein. Stellenweise muss man sich auch über mehrere Räume hinweg Wege suchen, um zu Kisten zu kommen, die viel zu oft für den Aufwand sich auch nicht sehr belohnend anfühlen, weil meistens Sammelgegenstände darin sind, bei denen nicht unbedingt gleich ersichtlich wird, wie wichtig sie sein können. Gerade zwei der Gebiete sind sehr, sehr groß und dort ist es besonders mühselig, an alle Truhen zu gelangen.
Ich meine, das ist eine bewusste Design-Entscheidung. Es soll nicht zu leicht sein, man soll sich mit der Umgebung beschäftigen und das ist auch alles wunderbar. Nur stellenweise war es für mich übertrieben. Im späteren Spielverlauf wurde das in meinen Augen deutlich besser gelöst, aber ich möchte das auch nicht ankreiden, nur weil es mir nicht so gut gefiel.
Für mich fühlte es sich selten auch nach Fortschritt an, alle Kisten zu sammeln, obwohl ich tatsächlich mehrere Stunden damit verbrachte. Hier könnten noch mehr Rückwege eingebaut werden, damit das Manövrieren beim Backtracken gerade in den größeren Gebieten erleichtert wird. In den Truhen dürften öfter auch gute Ausrüstung oder wichtige Quest-Items zu finden sein.


Denn die Nebenquests sind zahlreich und überraschend vielseitig. Es gibt nicht viele der typischen Sammel- oder Jagd-Quests und die, die es gibt, erhält man zu Beginn eines Gebiets, sodass sie nebenbei fast wie von selbst erledigt werden können. Viele sind auch mit kleinen Geschichten verbunden. Ich erinnere mich an Eskort, Stealth, Tower Defense, optionale Bosse mit wieder eigenen Mechaniken und lustigen Eastereggs. Das Design hat mir sehr gut gefallen.


Zu guter Letzt wird das Gameplay mit seinen Händlern abgerundet. Dort kann man nicht nur Ausrüstung kaufen, die letztendlich eh schlechter ist, als die Items, die man kurz darauf eh findet. Man kann im Voraus schon sehen, welche Sammelitems man für einen Tausch benötigt, um gute und seltene Gegenstände zu bekommen. Diese sind oft auch wieder mit lustigen Eastereggs bestückt. Das führt allerdings auch dazu, dass man sehr vorsichtig mit den Items sein muss, die man verkaufen möchte. Hier könnte man eventuell eine Kategorie einführen, die markiert, ob ein Item für den Tausch wichtig ist oder nur zum Verkauf dient. Wobei ich persönlich auch keinerlei Geldprobleme hatte. Durch die Kämpfe und Quests erhält man wirklich viel.


Insgesamt macht es wirklich viel Spaß, das Spiel zu spielen. Bis auf die kleinen Punkte, die ich anmerkte, war ich vollends zufrieden. Gerade das Kämpfen mit meinem stark offensiven Spielstil gegen kleine Mobs und das Zerhauen der Pflanzen waren für mich sehr befriedigend, auch durch die Sounds als Rückmeldung!



OST (7/10)
Wo ich gerade von Sound spreche, möchte ich auch noch einige Worte zur Musik verlieren.
Im Großen und Ganzen unterstreicht der Soundtrack zu jeder Zeit das Spielgeschehen, seien es die Kämpfe, das Erkunden oder die Momente, in denen die Geschichte vorangeht.
Für mich persönlich ist nur leider kein Track dabei, der wirklich im Gedächtnis bleibt. Entsprechend ist auch nichts dabei, das ich mir nun außerhalb des Spiels anhören würde. Letztendlich ist das aber eh Geschmackssache. Schlecht ist die Musik auf keinen Fall!

Mein Fazit

8

Ein Spiele-Hit

Meinung von Firemg93

Wie ich eingangs schon sagte, CrossCode ist ein wirklich gutes Spiel, das ich jederzeit weiter empfehlen würde. Für sein Geld bekommt man hier sehr viel geboten. Durch den Assist-Mode kann man für jeden Geschmack die Schwierigkeit anpassen. Schnappt euch die Demo und schaut es euch an! Wer Lust auf dieses Abenteuer in CrossWorlds hat und herausfinden möchte, wie es mit Lea ausgeht, sollte hier zugreifen. Es lohnt sich!
Mein persönliches Highlight: Als ich eine Phase eines Bosses überspringen konnte, weil ich einfach massiven Schaden gedrückt hatte!

Kommentare 2

  • Sehr schön geschrieben!
    Hab mir das Spiel vor einigen Tagen mehr oder weniger blind gekauft. Hatte mich nie mit dem Spiel befasst, bin dann allerdings auf einen kleinen Trailer gestoßen, der einige Kampf-Szenen beinhaltet hatte, die mich sofort gehooked haben. Und bislang hab ich meinen Kauf auch nicht bereut, eher im Gegenteil. Das Writing ist unfassbar gut und charmant, das Setting ist unverbraucht und wird super umgesetzt, die Kämpfe und Rätsel sind absolute Spitze. Insbesondere loben muss ich dabei die Steuerung: Retro-anmutende Spiele mit Vogelperspektive setzen viel zu selten auf eine analoge Steuerung des Charakters. Und es fühlt sich SO. VERDAMMT. GUT. AN.


    Gibt eigentlich nur zwei Kleinigkeiten, die mich bislang immer wieder etwas stören: Die Performance der Switch-Version ist oftmals ein wenig suboptimal und die Optik ist bei all ihrer Schönheit hin und wieder etwas unpraktikabel fürs Gameplay. Hin und wieder hab ich etwas Schwierigkeiten dabei, zu erkennen, welche Fläche der Umgebungen nun auf welcher Höhenebene liegt, an welchen Stellen man aufsteigen kann und so weiter. Das kann stellenweise etwas anstrengend sein, ist aber nichts, das meinem generellen Spaß mit CrossCode im Wege stehen würde.

    Yeah! 2
    • Was die Performance-Probleme betrifft, so habe ich gehört, dass da schon stark dran gearbeitet wird, einen Patch rauszuhauen, der diese behebt. :)

      Danke für das Lob!