Fire Emblem: Three Houses

Kloster Garreg Mach

Drei Reiche. Drei Häuser. Deine Entscheidung.


Der Titel ist Programm im neuesten Ableger von Nintendos preisgekrönter Strategie-RPG Serie. So stellt euch Intelligent Systems dieses Mal, wie im letzten Teil der Hauptserie Fire Emblem Fates, erneut vor eine Entscheidung, die den Spielverlauf maßgeblich auf den Kopf stellt.

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DIE SCHWARZEN ADLER

Dieses Haus beherbergt Studenten aus dem Adrestianischen Kaiserreich, darunter auch die Haussprecherin und zukünftige Kaiserin Edelgard. Die Schwarzen Adler sind für ihr magisches Talent bekannt.

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DIE BLAUEN LÖWEN

In diesem Haus befinden sich Studenten aus dem Heiligen Königreich Faerghus. Ihr Haussprecher ist Prinz Dimitri. Die Blauen Löwen gelten als besonders geschickt in Kriegskünsten.

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DIE GOLDENEN HIRSCHE

Dieses Haus ist für die Studenten aus der Allianz von Leicester vorgesehen. Ihr Haussprecher ist Claude, der Erbe der führenden Adelsfamilie der Allianz. Die Goldenen Hirsche verstehen sich auf den Fernkampf.

So weit, so gut, doch was bedeutet diese Entscheidung für uns, den Spieler?

Story:


Der Spieler schlüpft in die Rolle des Sohns oder der Tochter des Söldners Jeralt, welcher als Unser Avatar, auch Byleth genannt, in diesem Spiel fungiert, geplagt von Träumen des mysteriösen Mädchens in Unserem Kopf, Sothis. Wir treffen daraufhin diese drei Haussprecher, welche, wie Wir zu Unserer Entgeisterung feststellen, von einer Gruppe Banditen überfallen wurden.

Im Prolog übernehmen wir nun also die Kontrolle über ebenjene Drei, sowie uns selbst, um diese Barbaren in die Fluch zu schlagen. Der Protagonist erweckt daraufhin, von den anderen unbemerkt, die Macht die Zeit zurückzudrehen und besiegt den letzten Gegner.

Uns begegnet nun ein alter Bekannter Unseres Vaters am Kloster, Alois, ein Ritter der Seiros, welcher hier ist um die Haussprecher zurück zu eskortieren. Alois überredet unseren Vater mitzukommen und wir schließen uns ihnen an. Angekommen am Kloster treffen wir auf die Erzbischöfin, Rhea, welche uns auch rasch davon überzeugen möchte zu bleiben, Jeralt sollte so erneut unter den Rittern dienen, während wir ein Lehrer an der Militärakademie werden sollen um eine der drei Klassen an diesem neuen Schuljahr zu unterrichten. Ein anderer hochrangiger Angestellter der Kirche, Seteth, ist äußerst schockiert davon, dass die Erzbischöfin uns, einen einfachen Söldner als Lehrer anstellen möchte und Jeralt ist auch überhaupt nicht von ihrer Idee überzeugt, was geht nur in ihrem Kopf vor?

Doch Byleth hat überhaupt nichts einzuwenden und Jeralt schließt sich dem auch, wenn auch nur widerwillig, an.


Byleth wird nun schließlich mit der zentralen Frage konfrontiert, er soll sich zwischen den drei Klassen bzw. den Drei Häusern entscheiden.

Die Wahl, welche er unterrichtet setzt die Geschichte auf eines von drei wesentlichen Szenarien fest, welche sich in der Erfahrung, die sie bieten, wesentlich unterscheiden. Zum ausschlaggebendem Wendepunkt der Geschichte nimmt die Hauptgeschichte so eine von drei Wendungen!


Gameplay:

Fire Emblem bietet uns hier einmal wieder ein klassisches raster-basiertes Spielerlebnis, mit dem Unterschied, dass es überhaupt nicht ist wie seine Vorgänger, um das zu erklären, möchte ich kurz etwas ausholen. Einerseits besteht das Gameplay nun zur Hälfte auch aus dem Durchstreifen des Klosters um diverse intrinsische und extrinsische, soll heißen selbst gesteckte Aufgaben und jene Quests die das Spiel einem darbietet zu bewältigen. Das Ganze lässt sich hierbei grob als Mikro-Management beschreiben, welches man auch via Menu Option getrost überspringen kann, sollte das nichts für einen sein.


Und andererseits geht Three Houses weg von 2D Sprites auf den Schlachtfeldern, hin zu 3D Modellen. Diese können auch via Zoom in 3. Person Perspektive über das Schlachtfeld geführt werden, was Spieler viel mehr an Fire Emblem Warriors erinnern mag als an andere Vorgänger.

Kampftechniken und Nebenquests kehren zurück und Bataillone wurden eingeführt und bringen frischen Wind in den Gameplay-Loop. Dies und andere gameplaymäßigen Feinschliffe und tweaks, wie Implikationen via roter Linien, die einem voraussagen wie der Gegner ziehen/agieren wird, oder göttlicher Puls welcher es einem zu einer begrenzten Anzahl erlaubt Züge zurückzudrehen bieten starkes quality of life Verbesserung und werten das Spielerlebnis auf eine andere Ebene auf.


Abschließend ist auch zu sagen, dass das sandbox-mäßige offene Klassensystem eine Vielzahl an Anpassungsmöglichkeiten bietet, auch wenn es neue Spieler etwas aus der Bahn werfen kann.

Charaktere:

Anders als in gemeiner Fire Emblem Manier, ist das Rekrutieren in diesem Ableger auf die Schüler der anderen Klassen sowie der anderen Angestellten der Kirche beschränkt ist, und sich somit ungewöhnlicherweise fast nie auf dem Schlachtfeld abspielt. Hierbei startet man allerdings bereits mit einer großen Gruppe spielbarer Einheiten, da einem die ganze, von einem gewählte, Klasse, zur Verfügung steht.

Aufgrund der zeitlich sehr ausgedehnten Geschichte entsteht eine Struktur, die so fast alle Charaktere zu einer umfassenden Charakterentwicklung bemächtigt. Einige Charaktere sind zwar immer noch auf einen Charakterzug reduzierbar oder sehr gestalten sich sehr klischeehaft, ein Beispiel wäre hier Raphael der sich als verfressener Muskelprotz mit großem Herzen präsentiert, aber die Vielfalt von Unterstützungsgespräche, die jeder Charakter hat, zeigen uns doch immer unterschiedliche Facetten auf.

Sonstiges:

Geboten wird zwar wieder einmal kein Coop- oder Zweispielermodus, aber es stehen einem unterschiedliche Online-/Vergleichsfeatures zur Verfügung.

DLCs gibt es diesmal nur ein Kostenpflichtiges, das preislich dann auch mit 24,99 € etwas größer zu Buche schlägt aber auch dementsprechend viele Inhalte bietet.

Die Amiibo Unterstützung fällt mit gratis Items und Songs etwas mickrig aus, auch wenn diese neu arrangierten Musikstücke zu überzeugen wissen, kann man nicht davon absehen, dass es

  • A: keine spieleigenen Amiibo gibt und sich der Merchandise somit auf die teure Seasons of Warfare Edition beschränkt und
  • B: einige Fire Emblem Amiibo unterproduziert wurden und so kaum in Handel zu finden sind, besonders Tiki und Chrom aus der FE Warriors Linie.

Musikalisch bietet das Spiel einen herausragenden Katalog an Genrevielfalt, der sich auch mal traut sich in Techno-Territorium hineinzuwagen.

Zu hören ist das ganze dann auch auf dem USB-Stick der europäischen Limited Edition.

Konsumentenfreundlich waren auch die Gratis-Updates, die beispielsweise einen höheren Schwierigkeitsgrad und spielbaren Charakter einführten, auch wenn behauptet werden könnte, dass diese von Anfang an hätten im Spiel sein sollen.

Hauptkritikpunkte:

  1. Optisch auf der Engine von Fire Emblem Warriors weiß Fire Emblem Three Houses nicht unbedingt mit seinen Texturen zu überzeugen, da viele Texturen sehr klobig oder verwischt und summa summarum einfach nicht sehr lebendig aussehen.
  2. Schwierigkeit ist auf Normal und Schwer vergeblich zu finden, wobei die Gameplay Mechaniken so unausgewogen sind, dass sie den sonst viel zu unfair gestalteten Extrem Modus um einiges leichter machen, das Balancing lässt die Frage nach ausreichendem Playtesting offen.
  3. Fehlende Transparenz bei der (Un-)Wichtigkeit vieler Entscheidungen (bspw. Dialogoptionen).
  4. Das Black Eagle Szenario hat deutlich unter der Entwicklung der vielen Routen gelitten, zu kurz auf der einen Hand/Crimson Flower, zu recycelt auf der anderen Hand/Silver Snow(=Verdant Wind).
  5. Viele Maps wurden sehr oft wiederverwendet, zumal die erste Hälfte jeder Route die gleichen Kapitel darstellt.
  6. Dafür, dass das Spiel so aussieht, spart es nicht mit Ladezeiten und -bildschirmen.
  7. Hinsichtlich der Story sind die Blue Lions den anderen Routen überlegen, doch spoilern sich die Routen an einigen Stellen gegenseitig.
  8. Byleth und einige Nebencharaktere, sein es Judith/Rodrigue/Fleche etc. sind als reines Mittel zum Zweck im Plot zu verstehen, anstatt als vollwertiger Charakter und ihre Inklusion als dieser erscheint infolgedessen äußerst fragwürdig, während man von anderen gerne überhaupt etwas gesehen hätte, Holst, Glenn, Annettes Familie etc.


Mein Fazit

9

Geniales Spiel

Meinung von Sikyu_Simon

Wer Fantasy-Rollenspiele mag oder wen Strategiespiele interessieren, der ist hier auf jeden Fall gut bedient. Auch Mikromanager oder Story-Liebhaber werden hier auf ihren Geschmack kommen. Doch wer sich außerhalb dieser Kreise ohne sonderlichem Interesse an der Fire Emblem Serie an sich für dieses Spiel interessiert, der sollte sich zuerst fragen ob einer der Kritikpunkte nicht vielleicht ein Dealbreaker für ihn sein könnte, ansonsten, stürzt euch drauf! Wer mit den Blue Lions beginnt, der kann nichts falsch machen da Dimitris Narrative sich auf Fódlan daheim fühlt.(ich habe übrigens die Golden Deer gewählt)^^
Mein persönliches Highlight: Kapitel 17: Schlacht bei Gronder

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