Nette Unterhaltung für kalte Wochenenden

Würdet ihr euren Kindern eine Geschichte vorlesen, in der Schneewittchen und Robin Hood auf Abenteuer gehen .... mit Dr. Jekyll und Mr. Hyde?


Einleitung:


Was nach einer merkwürdigen Mischung klingt, ist das Grundgerüst von Torn Tales.


Ihr spielt stets im festen Dreiergespann eine Abenteuergruppe, bei der jeder Charakter gesteuert werden kann. Die anderen beiden Anhänger werden derweil von der KI gesteuert.


Geschichte und Design:


Die „Story“ wird in englischer Sprachausgabe und deutschen Textzeilen, in Buchansicht erzählt. Zuviel sollte man allerdings nicht erwarten. Über insgesamt 4 Kapitel, mit einzelnen Haupt und Nebenquests, arbeitet man sich voran. Die Quests werden durch empfohlene Levelvorgaben allerdings eingeschränkt, in ihrer freien Spielbarkeit.


Das Leveldesign bietet wenig Abwechslung, jedes Kapitel bringt euch in andere Settings, die einzelnen Quests unterscheiden sich aber Gebietstechnisch kaum. Einzelne Ruinen, kleinere Ansammlungen von Bäumen, karge Einöde oder verfallene Wohngebiete... viel zu sehen gibt es nicht!


Gameplay:


Das Gameplay ist typisch Hack and Slay, man visiert Gegner an und greift mit Einzel- und Mehrfachschaden an. Die Fähigkeiten erlernt man über Punkte, die durch das Leveln erlangt werden. Die Fähigkeiten, 9 pro Charakter, sind dazu individualisierbar über 6 Runen. Je eine Rune pro Fähigkeit kann gleichzeitig aktiv sein.


Jede Klasse hat je 2 „Ultimate“-Skills, also besonders mächtige Fähigkeiten mit langer Abklingzeit. Das Itemsystem beschränkt sich auf je 2 Ring-Plätzeund einem Hals-Platz, die mit erbeuteten Gegenständen aus Kisten oder gekauften Stücken belegt werden. Auch hierbei sollte nicht zu viel erwartet werden, die Effekte sind zwar meistens nützlich, aber ebenfalls nicht wirklich abwechslungsreich.


Das jederzeit mögliche Wechseln des aktiven Charakters brachte mir aber stets Spaß und Abwechslung. Dabei hat man die Wahl zwischen einem reinen Nahkämpfer (Jekyll/Hyde), einem Hybrid aus Nah- und Fernkampf (Hood) und einer Zauberin/Heilerin (Schneewittchen).


Der „Sog“ kommt hauptsächlich aus Charakterfortschritt, Itemjagd und Gegner schnetzeln, eben Genretypisch.


Technik:


Das Spiel ist vieles, aber keine Schönheit. Karge Landschaften, wenige Polygone und veraltete Engine (nehme ich an). Das Spiel erinnert eher an Spiele der frühen 2000er Jahre, es ist aber voll 3D mit zoombarer und Feier Kamera.


In meinen bisher 10 Spielstunden hatte ich eine Handvoll Abstürze der Software inkl. Freezes. Auch Framerate-Drops bei extrem vielen Gegnern und Effekten trübten das Vergnügen oft.


Ich weiß leider nichts über den Entwickler, die Teamgröße, Entwicklungszeit oder Budgets. Es wirkt nur sehr „billig“.


Preis/Leistung und Fazit:


Ich persönlich mache für mich gerne Gegenrechnungen zwischen Preis und Spielzeit und vergleiche das mit Filmkäufen oder Kinoabenden.


Das Spiel kostet 7,99 Euro. Ich habe noch restliches Guthaben und Coins verwendet und kam auf 3,00 Euro, daher eine etwas andere Sicht.


Es ist ein nettes Spiel für zwischendurch, wenn man mal nichts zu spielen hat. Oder wenn man eine etwas schräge Spielerfahrung in Form eines Hack&Slay haben möchte. Ich hatte in den 10 Stunden durchaus Spaß und das war es mir dann schon wert.


Uneingeschränkt empfehlen kann ich es allerdings nicht - dafür hat das Spiel zu viele Macken nach aktuellem Stand. Es ist allerdings auch alles andere, als eine Katastrophe oder ein totaler Fehlkauf!


Mein Fazit

5

Für Genre-Fans

Meinung von Boredomx87

Für Fans von Hack&Slay, gerade solche mit Anhängern, die eine Wochenendreise in ein kleines RPG unternehmen möchten, ist es durchaus einen Blick wert!

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