Der kleine Bug Knight in der Retrospektive

  • Skaro

Okay, Hollow Knight ist nicht neu und den Meisten ist es vermutlich mittlerweile bekannt. Ob man es nun gespielt hat oder nicht, viele Fans des genres schwören darauf. Viele Andre lässt es kalt. Ich bin neu auf Ntower, und da mich gerad dieses kleine Indie-Spiel dieses Jahr wirklich in seinen bann gezogen hat, möchte ich dazu in Retrospektive einen Test schreiben. Vielleicht hat der Ein oder Andere Spieler ja Spaß am Lesen und Andere interessiert es vielleicht auch heute noch, ob sich das Spiel lohnt.

Ein anspruchsvolles Metroidvania

Hollow Knight ist ein purer Vertreter des Metroidvania-Genres. In einer großen, zusammenhängenden Welt mit den verschiedensten Szenerien spielt man sich seinen Weg von Upgrade zu Upgrade und Boss zu Boss. Dabei steuert man den kleinen Bug-Knight mit einer Steuerung, die unglaublich direkt ist und verschiedene Möglichkeiten der Bewegung ermöglicht. Mit einiger Übung kann man sich dank Schlägen nach unten von Gegner zu Gegner katapultieren. Mit mehr Übung sogar auf tödlichen Untergründen balancieren. Für Diejenigen, die die Steuerung meistern wollen, gibt es überall in der Welt kleine Secrets hinter herausfordernden Passagen.

Sich durch die Welt zu bewegen ist dabei je nach Ort nicht besonders einfach. Käfer und ähnliches Kleinvieh in Hallownest weredn von einer mysteriösen Seuche geplagt und stellen sich dem Spieler aggressiv in den Weg. Die Bosse legen noch eine Schippe oben drauf und verlangen vom Spieler präzises und geschicktes Movement und gut getimte Angriffe. Insbesondere die vielen optionalen Bosse können dabei eine Herausforderung darstellen, an der man sich die Zähne zerbeißt.

Ein wunderschönes Spiel

Die ganze Welt und alle ihre Bewohner sind dabei liebevoll gezeichnet und die Lichteffekte werten die gesamte Präsentation noch einmal auf. Als ich das erste Mal Spielszenen von Hollow Knight gesehen habe, war ich eher etwas abgeneigt. Dicke Outlines, Figuren, die so aussehen, als habe sie ein Kind gezeichnet… Doch nach wenigen Minuten bin ich dem Charme erlegen. Trotz der dicken, kindlichen Outlines und dem einfachen Comic-Stils sind die Charaktere und die Welt mit viel Liebe zum Detail gestaltet. Die vielen verschiedenen Umgebungen, die von kalten, dunklen Eisgebieten bis zu grell-bunten Diamantumgebungen reichen, und deren Beleuchtung werten die visuelle Darstellung ungemein auf.

Über den Soundtrack muss ich nicht viel sagen. Hollow Knight ist eines der Spiele, bei dem ein wunderschöner Soundtrack das Spielgeschehen perfekt untermalt und hier und da sogar zum eigenen Star wird.

Ein langes und interessantes Abenteuer

Für den geringen Preis erhält man zudem ein umfangreiches Spiel. Selbst wenn man nur möglichst schnell die Hauptstory abschließen will (wovon ich abraten möchte), kann man schon mal über 20 Stunden brauchen. Wie jedes gute Metroidvania motiviert es den Spieler aber natürlich, auch mal andere Wege zu gehen. Erkundungen fern ab vom Weg, Backtracking für diese eine Stelle, die du dank des neuen Gegenstands endlich durchqueren kannst und das Suchen nach neuen Herausforderungen.

Auf dem Weg erfährst du von einigen Charakteren mehr über die Hintergründe und die Geschichte, doch vor allem die optionalen Begegnungen mit Charakteren, Gegnern und auch nur der Umgebung an sich, sprechen Bände. Hollow Knight ist ein Meister des Environmental Storytelling. Es lässt also die Welt für sich sprechen. Ohne dass es wichtig für den Ausgang der Geschichte ist, kannst du zum Beispiel viel über verschiedene Stämme von Gottesanbeterinnen lernen.

Da das Spiel mittlerweile bereits einige Jahre auf dem buckel hat, kann man sich auch über diverse DLCs freuen, die gratis per Updates integriert wurden. Diese binden sich wunderbar in die Welt ein, ohne etwas an der hauptsächlichen Geschichte zu ändern. Sie erweitern die Lore des Spiels und geben natürlich viele optimale Herausforderungen.

Mein Fazit

10

Meisterwerk

Meinung von Skaro

Hollow Knight ist unbestreitbar einer der besten Vertreter seines Genres. Team Cherry ist als kleines Entwicklerstudio etwas Großes gelungen. Mich hat das Spiel tiefer in seinen Bann gezogen als je ein anderes Metroidvania. Mag man dieses Genre, muss ich fast darauf bestehen, dass man dieses Spiel spielt. Aber auch für alle Anderen, die Lust auf eine immersive und ruhig erzählte Spielerfahrung in Verbindung mit einer großen spielerischen Herausforderung haben, möchte ich eine Empfehlung aussprechen. Man muss sich nur über den Schwierigkeitsgrad im Klaren sein. Das Spiel verlangt nach guten Reaktionen, etwas Geschick im Umgang mit dem Controller und durchaus auch nach Frustresistenz, da die wenigsten Bosse beim ersten Versuch besiegt werden. Dabei ist das Spiel nicht so schwierig und erbarmungslos wie zum Beispiel ein Dark Souls, man sollte sich aber zumindest darauf vorbereiten, dass man nicht unbedingt alle optionalen Bosse erledigt bekommt.
Mein persönliches Highlight: Die spannende Welt, die man auf ganz ruhige Weise nach und nach entdeckt und die genug Tiefgang bietet, dass sich ein kompletter YouTube-Zweig über Hollow Knight Lore gebildet hat.

Kommentare 2

  • Boah ein punkt mehr es mir zu kaufen.

    Yeah! 1
    • Auf jeden Fall. Wenn du mit den angesprochenen Dingen wie der Frustresistanz klarkommst, ist es eine absolute Empfehlung von mir.